Bambus Fargesia murielae

Wir sind doch nicht in Asien? Warum Bambus im Garten trotzdem eine gute Idee ist, insbesondere als Muriel-Bambus, verrät Ihnen dieser Artikel, und die Einzelheiten zu Pflanzen, Pflege und Wachstum des Fargesia murielae gleich dazu:

Muriel-Bambus pflanzen

Muriel-Bambus braucht einen Standort im Garten, wo er sich entfalten kann. Das bedeutet, dass Sie schon über ein ziemlich großes freies Areal verfügen sollten, wenn Sie den Muriel-Bambus als Solitär setzen möchten: Der Bambus selbst braucht mindestens 1,5 m², um sich zu einem Blickfang von eindrucksvoller Größe und Breite zu entwickeln, und dieses Bambus-Gewächs wirkt natürlich nur, wenn es mit freiem Blick wahrgenommen werden kann, um ihn herum sollte also ebenfalls nicht wenig freier Raum sein.

Dieser Standort kann gerne voll in der Sonne liegen, aber auch im Halbschatten, und wenn Sie ein dahinter liegendes Areal ein wenig den Blicken entziehen möchten, wird sich der Muriel-Bambus als guter Sichtschutz bewähren.

So gehen Sie vor beim Einpflanzen Ihres Fargesia murielae, wenn der passende Standort gefunden ist:

  • Sie heben ein Pflanzloch aus, dass einen etwa halben Meter größeren Durchmesser als der Pflanzcontainer hat.
  • Das Pflanzloch sollte so tief werden, dass der Bambus genauso in der Erde sitzt, wie er im Container stand.
  • Wenn der Boden am Standort humos und nährstoffreich ist, sollten Sie den Aushub nun mit der gleichen Menge Bambuserde mischen.
  • Bambuserde gibt es zu kaufen, das Substrat enthält viele Tonmineralien, die gute Wasseraufnahme und -durchlässigkeit bewirken.
  • Außerdem enthält die Bambuserde gleich noch einen Langzeitdünger, in dem alle für Bambus wichtige Nährstoffe gemischt wurden.
  • Wenn Ihr Gartenboden sandig oder lehmig ist, sollten Sie den Fargesia murielae komplett mit Bambuserde umgeben.
  • Ein wenig Erdmischung/Bambuserde wird nun auf den Boden des Pflanzlochs gegeben, dann kann der Muriel-Bambus eingesetzt werden.
  • Rundherum füllen Sie nun Substrat ein, dass Sie mit der Hand an den Wurzelballen des Bambus andrücken.
  • Das Pflanzloch kann anschließend mit Bambuserdmischung, restlicher Bambuserde und Gartenboden aufgefüllt werden.
  • Dann lassen Sie die Pflanzgrube einmal voll Wasser laufen, auch der Bereich neben der Neupflanzung wird gut gewässert.
  • Nun darf sich der Boden einen Tag lang setzen, dann wird die nun sichtbar gewordene Senke mit Substrat aufgefüllt.
  • Je nachdem, ob Sie reine Bambuserde mit Dünger oder eine Mischung mit Gartenerde benutzt haben, wird dabei gleich gedüngt:
  • Sie können Bambusdünger unter die Füllerde mischen, aber auch etwas Pferdemist soll dem Muriel-Bambus sehr gut gefallen.
  • Wenn Sie in wärmeren Regionen wohnen, sollten Sie den empfindlichen Wurzelbereich vor allem an sonnigen Standorten mit Pinienrinde abdecken.

Muriel-Bambus HeckeWenn Sie in dieser Pflanz-Anleitung Anweisungen zur Einbringung der Rhizomsperre vermissen: Brauchen Sie nicht, der Muriel-Bambus entwickelt wie alle Fargesia-Arten keine Wurzelausläufer, sondern wächst horstig, er kann also ohne Kübel und ohne Rhizomsperre gepflanzt werden.

Muriel-Bambus als Hecke

Sie können den Muriel-Bambus auch als Hecke rund um Ihr Grundstück einsetzen, dann sollten Sie jeder Pflanze etwa 1,5 Meter Platz zu ihrem Nachbarn geben – was gleichzeitig bedeutet, dass Sie mit wenigen Pflanzen viele Laufmeter Hecke gestalten. Hier müssten Sie auch bedenken, dass sich der Fargesia murielae zu einer sehr breiten Hecke entwickeln wird, zum Zaun hin muss also auch viel Platz gelassen werden. Wenn sich der Muriel-Bambus dort gut entwickelt hat, gibt er einen guten Sichtschutz ab, diese Bambushecke ist wintergrün. Weil er aber recht viel Raum von der Tiefe des Grundstücks beansprucht, sollte er am besten auch nur genau dort eingesetzt werden, wo dieser Sichtschutz benötigt wird.

Pflege im Kübel

Dieser Bambus gibt auch eine gute Kübelpflanze für die Terrasse ab, die in einem nicht zu kleinen Kübel gepflanzt werden sollte. Es braucht aber kein Kübel von 1,5 m² Grundfläche sein, solche mächtigen Brocken ließen sich dann fast nie mehr bewegen.

Sie können den Muriel-Bambus sogar in einen recht kleinen Kübel pflanzen, wenn das zu der Proportionen Ihrer Terrasse passt, im Kübel können Sie den Muriel-Bambus nämlich gut im Zaum halten, er ist sehr schnittverträglich. Als Kübelerde verwenden Sie am besten reine Bambuserde, die gut geeignet ist, dem Bambus im Kübel ein gesundes Wachstum zu ermöglichen.

Die Pflege des Muriel-Bambus

Bei der Bewässerung des Fargesia murielae heißt es Obacht geben: Er braucht Feuchtigkeit, und zwar ohne Unterlass, eine längere Trockenperiode würde ihm schaden. Im Sommer müssen Sie also kräftig gießen, je wärmer es ist, desto mehr. Allerdings mit Augenmaß – auch wenn der Bambus optisch sehr an unsere Binsen- und Riedgräser erinnert, ist er keine Sumpfpflanze und möchte nicht in einer sumpfähnlichen Feuchtigkeit stehen. Und vergessen Sie bitte nicht, dem Muriel-Bambus an frostfreien Tagen auch im Winter ein wenig Wasser zu geben, es wächst ja weiter und muss versorgt werden.

Muriel-Bambus wächst kräftig und braucht dazu Nährstoffe, vor allem in den ersten Jahren sollte er im Frühjahr drei Monate lang einmal monatlich Bambusdünger bekommen. Beginnen können Sie zu Beginn der Vegetationsperiode, also in der Regel Ende März.

Wachstum des Fargesia murielae

Rhizomsperre für BambusDer Muriel-Bambus entwickelt starke Halme, die einen Durchmesser zwischen einem halben und anderthalb Zentimeter ausbilden werden und zwischen einem und mächtigen 5 Meter hoch werden. Die Halme bilden auch eine beeindruckende Wandstärke aus, um 2 Millimeter, das Innere dieser „Röhren“ ist mit Mark gefüllt. Diese Halme verzweigen sich in Knoten, aus jedem Knoten kommen zwei bis gut zehn neue Zweige, die Endzweige bilden dann jeweils werden ein bis zwei, maximal sechs die Laubblätter, manchmal nur eines, manchmal gleich sechs.

Oben wurde bereits erwähnt, dass die Fargesia-Arten horstartig und ohne die gefürchteten Rhizome wachsen, was aber eigentlich nicht ganz korrekt ist – der Bambus der Gattung Fargesia bildet schon Rhizome, aber sogenannte pachymorphe Rhizome, und die brauchen keinen Gärtner schrecken. Diese Rhizome sind nämlich sehr kurz und dick und bilden so fast nebeneinander neue Triebe, deshalb entwickeln sich diese Bambusse in dichten Horsten – ihre Rhizome taugen einfach nicht zum Wuchern.

Der wuchsfreudige Muriel-Bambus kann pro Jahr zwischen 20 und gut 30 Prozent Jahreszuwachs erreichen, wenn er wie beschrieben im Frühjahr gedüngt und gut gewässert wird.

Der Muriel-Bambus – endlich eine Pflanze, die den Norden liebt

Sie sind an der frischen Küste zu Hause? Vergessen Sie schwächelnde Jasmin, mäklige Oleander, nur zögernd blühende Bougainvillea, legen Sie sich einen Muriel-Bambus zu!

Eine optimale Entwicklung zeigt der Muriel-Bambus nämlich besonders gerne in den kühlen Gegenden Deutschlands. Er wächst dann zwar nicht mit bis zu einem Drittel Zuwachs pro Jahr, sondern langsamer, das führt aber dazu, die Halme schneller aushärten. So wächst der Fargesia murielae aufrechter, die Blätter entwickeln sich später, die noch weichen Junghalme werden nicht von den eigenen Blättern auf den Boden gezogen.

Je windgeschützter ein Muriel-Bambus in norddeutschen Regionen wie Schleswig-Holstein steht, desto höher wird die Endhöhe sein, die er erreicht. Hier kann er durchaus bis 3,50 Meter hoch werden, während an wärmeren Standorten in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz oder Süd-Hessen z. B. oft nur Höhen von 2,5 Metern erreicht werden.

In diesen wärmeren Regionen leiden auch oft die sonnenempfindlichen Wurzeln gerade der Jungpflanzen, das gibt sich allerdings, wenn der Bambus etwa 3 Jahre an seinem Standort steht, dann beschattet sich der Wurzelbereich durch seine Blattmasse selbst, der Bambus wird sonnenverträglicher.

Wenn der Fargesia murielae unter so günstigen Bedingungen wachsen kann, könnten Sie sich dann bei der Bewässerung und Düngung auch durchaus ein wenig zurückhalten, auch ohne besondere Pflege legt der Muriel-Bambus meist etwa 10 % pro Jahr zu, vielleicht reicht Ihnen das ja. Vielleicht erinnert der Muriel-Bambus auch optisch sehr passend an am gegebenen Standort nicht gedeihende Küstengräser, wenn er sich recht natürlich entwickeln darf …

Überwintern

Bambus MurialeMuriel-Bambus kommt aus den Bergregionen des Himalaya, wo er natürlich in Höhen von bis zu fast 4.000 Metern wächst – und dort wird es kalt, richtig kalt, der Fargesia murielae ist also von der Herkunft sehr gut an unser Klima angepasst.

Er kann dauerhaft Temperaturen von minus 18 Grad vertragen, kurzfristig auch einmal viel mehr Kälte, von bis zu minus 28 Grad ist die Rede, ein deutscher Gartenbesitzer muss sich in der Regel also um diesen Bambus im Winter keine Sorgen machen.

Vermehren

Wenn Sie aus einem Muriel-Bambus eine Hecke machen möchten, ist das recht simpel möglich: Die Bambuspflanzen können einfach durch Abstechen eines Teils der Wurzel vermehrt werden. Bis daraus eine Hecke geworden ist, dauert es dann allerdings ein wenig länger, die abgestochenen Teile ergeben erst einmal nur recht kleine Bambus-Büsche.

Schreckgespenst Bambus-Blüte

Vielleicht haben Sie schon gehört, dass die meisten Die meisten Bambusarten nach der Blüte und der Fruchtbildung absterben. Wenn nicht, haben Sie es jetzt gehört, und nun möchten Sie sicher wissen, ob der Fargesia murielae dazugehört, und wie Sie erkennen, ob und wann ein käuflicher Muriel-Bambus blühen wird.

Ob ein Fargesia murielae irgendwann in den nächsten Jahren zu blühen vorhat, können Sie beim Kauf natürlich gar nicht erkennen. Sie würden es erst sehen, wenn sich bereits Blüten entwickeln, und dann ist es eigentlich schon zu spät (eigentlich deshalb, weil es durchaus Methoden gibt, einen Bambus auch dann noch zu retten, aber das ist schon wieder der nächste Artikel).

Sie brauchen aber nicht sonderlich viel Angst davor zu haben, dass Ihr Fargesia murielae demnächst Blüten ansetzen wird: Das letzte Mal hat diese Art 1999 geblüht, die inzwischen herangezogene neue Generation wird erst wieder in 60 bis 100 Jahren blühen … Genauere Angaben scheinen nicht verfügbar zu sein, Sie können aber zumindest davon ausgehen, dass die nächste Bambusblüte Ihnen erst in einem sehr reifen Alter Probleme machen wird.

Sorten der Fargesia murielae

Weil nun 1999 auf einmal alle Fargesia murielae weg waren (gefolgt von der 2006 blühenden Schwesternart „Schirmbambus“ Fargesia nitida), hatten die Züchter viel zu tun, sie machten sich mit frischem Mut ans Werk:

Weil gleich beide bekannten Fargesia-Arten kurz nach einander „das Zeitliche gesegnet hatten“, experimentierten die Züchter nach 2006 zunächst sehr viel herum, um gartentaugliche Ersatzarten zu finden bzw. zu züchten. Dabei wurden alle möglichen Bambus-Arten einbezogen, bei einer Artenvielfalt von knapp 1.500 Bambussen stand auch ausreichend Versuchsmaterial zur Verfügung, mit verschiedensten dekorativen Wuchsformen.

Leider bestätigte sich, dass es sinnvoll war, gerade die Fargesia-Arten für eine Anpflanzung im Garten auszuwählen: Nur die Bambusse dieser Gattung wachsen mit Kurz-Rhizomen, die keine Ausläufer bilden, sämtliche anderen Bambusse versuchen mit teilweise bis zu 10 Meter langen Wurzelausläufern, Ihren Garten komplett einzunehmen und sind ohne Rhizomsperren nicht im Zaum zu halten (und mit manchmal auch nicht).

Also waren wieder die Fargesia murielae dran, nach ein paar Jahren konnten die ersten Sämlinge selektiert werden, inzwischen können Sie wieder aus einer Vielfalt verschiedener Fargesia-Sämlinge auswählen, die sich im Vergleich zur Zeit vor der großen Blüte noch vermehrt hat. Hier ein Überblick über die neuen Sorten:

  •  Sehr groß kann F. murielae „Green Arrows“ werden, bis zu 4,00 m, er hat eher dünne Junghalme und gelb gefärbte ältere Halme gelb ausfärbend, er hat kleine, sattgrüne Blätter und wächst stark und dicht
  • F. murielae „Dragon“ wird um 3,50 m hoch, hat dekorativ gefleckte Halme, kleine mittelgrüne Blätter und rötliche und horstige Zweige, gute Kübelpflanze.
  • F. murielae „Deep Forest“: Dekorative Sorte mit grünen Halmen und kleinen dunkelgrünen lanzettförmigen Blättern, aufrechter und im Alter überhängender Wuchs.
  • F. murielae „Standing Stone“ entwickelt Höhen zwischen 2,50 und 3,50 m, dünne, kräftige und im Alter gelbe Halme, und hellgrüne, große Blätter.
  • F. murielae „Silver Bird“ wird nur für kühlere Regionen empfohlen, wo er mit sattgrünen Blätter mit blau angehauchter Blattunterseite Höhen zwischen 2,50 und 3 m erreicht.
  • Weitere, kleinwüchsigere Sorten, die in Deutschland gut gedeihen, sind „Falke“, „Heart of Darkness“, „Flamingo“ und „Schwan“. 

Nicht so zu empfehlen für deutsche Gärten sollen folgende Sorten sein:

  • „Ami“, „Joy“, „Lava“, „Mae“, „New Century“, „Pinoccio“ und „Vamphire“ sollen mit ihren eher zurückhaltenden Wuchseigenschaften zu langsam für hiesige Gärten sein.
  • „Dino“, „Hutu“, „Jutu“, „Mammut“ und „Super-Jumbo“ werden in Dänemark gezüchtet, wo es wärmer ist als bei uns, diese Sorten sind hier also nicht sicher frosthart.

Fazit

Bambus der Art Fargesia murielae ist ein (nicht zu) wuchswilliges Süßgras, das bei der Gartengestaltung vielfältig einsetzbar ist: Neben Kultur im Kübel, als Solitär oder als Hecke können Sie den Muriel-Bambus z. B. auch als Bodendecker, auf dem Dachgärten oder im Wintergarten einsetzen. Ansonsten haben die 1447 verholzenden Bambusarten, die zu den schnellst wachsenden Pflanzen der Welt gehören, noch viel mehr zu bieten: Einzelne Arten können fast 40 Meter hoch werden und werden mit ihren 80 cm dicken Halmen als Baustoff eingesetzt. Bambus wird als Rohstoff genutzt und als Nahrungsmittel, zur Textilienproduktion und zur Herstellung von Kosmetik- und Pflegeprodukten, zum Bau von Fahrrädern oder Musikinstrumenten, zur Anfertigung von Waffen und Haushaltswaren und als Glückssymbol.