Erbse

Frisches Gemüse aus dem eigenen Garten ist gesund und garantiert ohne Schadstoffe. – Besonders beliebt sind klassische Sorten, zum Beispiel Erbsen. Die essbaren Samen der leuchtend grünen Schotenfrüchte, die zu den Schmetterlingsblütlern gehören, enthalten wertvolle Eiweiße und Ballaststoffe sowie Kalium und Zink, Zuckererbsen auch Vitamin C. Die Pflege des grünen Gemüses, das als Rankpflanze eine Gesamthöhe von bis zu 150cm einnehmen kann, nimmt zwar ein wenig Zeit in Anspruch, aber der Aufwand lohnt sich: Frische Erbsen aus eigener Zucht entfalten einen aromatischen und leicht süßen Geschmack, den das Gemüse zum idealen Partner für Rohkostspeisen oder gekochte Gemüsegerichte macht.

Erbsen – Wichtige Formen

Nach Reifeentwicklung der Samenkörner und der Verwertung können insgesamt drei Erbsenformen unterschieden werden; als klassischer Vertreter des gesunden Gemüses präsentiert sich die Schalerbse (auch Pal- oder Brockelererbse genannt), die über runde und glatte Samenkörner verfügt. Im Reifezustand stärkehaltig und mehlig, eignet sich der Verzehr ausschließlich in einem sehr frühen Stadium und im unreifen Zustand. Weil sich Schalerbesen ausgezeichnet trocknen und wieder aufquellen lassen, eignen sich die Samen hervorragend für die Zubereitung von Eintöpfen oder Suppen. Dagegen sollten Markerbsen nicht getrocknet werden; die runzeligen Samenkörner, die aufgrund ihres höheren Zuckergehaltes recht süß schmecken und sehr zart sind, werden frisch verwendet oder eingefroren. Diese Erbsenform wird vor der Ausreife geerntet. Besonders beliebt sind Zuckererbsen, die komplett verzehrt werden können, da sie keine Pergamenthaut ausbilden. Die Ernte erfolgt mitsamt der süßen und zuckerhaltigen Körner. Bei der Kultivierung von Zuckererbsen ist keine zusätzliche Stütze notwendig, während die beiden anderen Sorten entsprechende Vorrichtungen benötigen.

Standort und Boden

Alle Erbsenformen präsentieren sich sehr robust und anpassungsfähig; gemäßigte Witterungseinflüsse verträgt das Gemüse gut. Der Anbauplatz muss keine besonderen Anforderungen erfüllen. Auch eine bestimmte Dosis Sonneneinstrahlung spielt keine Rolle, so dass die Pflanzen sowohl an sonnigen Bereichen im Garten als auch im Halbschatten kultiviert werden können. Allerdings gedeihen Erbsen in der Sonne besonders gut. Der einmal gewählte Standort kann über einen Zeitraum von maximal drei Jahren verwendet werden. Danach kann die Fläche achte Jahre lang nicht mehr mit dem grünen Gemüse bebaut werden. Der Standortwechsel ist notwendig, da das Gewächs eine hohe Unverträglichkeit mit sich selbst aufweist.

Erbsen ZuckererbsenDas Substrat, das für den Anbau von Erbsen zum Einsatz kommt, sollte bestimmte Merkmale aufweisen:

  • tiefgründig
  • nicht zu schwer
  • reich an Kalk und Kalisalzen
  • humos
  • pH zwischen 6 und 7,5

Anbau und Aussaat

Für den Anbau von Erbsenpflanzen sollten im Vorfeld diverse Vorbereitungen erfolgen. Insbesondere bei der Kultivierung von Schalerbsen und Markerbsen sollten zunächst Kletter- und Rankhilfen an den gewählten Standort verbracht werden. Zu diesem Zweck eignen sich vor allem dünne Hölzer oder Maschendraht, die direkt in das Beet gesteckt werden. Der Maschendraht wird an einem Pfosten aufgespannt. Es hat sich bewährt, bei der Planung zur Bewirtschaftung des gewählten Standortes eine Mischkultur in Erwägung zu ziehen. Wenn Gemüsesorten wie beispielsweise Radieschen, Rettich, diverse Kohlarten, Kopfsalat und Zucchini in direkter Nachbarschaft zu den Erbsen gepflanzt werden, zeigt sich das Gewächs weniger anfällig gegenüber Pilzen.

  • Aussaat der Erbsensamen erfolgt direkt ins Beet
  • Schalerbsen ab Mitte März aussäen
  • Zuckererbsen Ende März
  • Markerbsen Anfang April
  • Besonders späte Sortennoch bis Mai aussäen.

Sollen die Erbsen in Einzelreihen kultiviert werden, ist ein Abstand von 40cm einzuhalten, bei Doppelreihen beträgt die Distanz 20cm und 80cm Zwischenraum zur nächsten Doppelreihe. Innerhalb der Reihe sollte ein Abstand von etwa fünf Zentimetern eingehalten werden. Die Aussaat und die Reihengestaltung sollten so erfolgen, dass sich die Kletter- und Rankhilfen neben den Reihen bzw. zwischen den Doppelreihen befinden. Die Samen werden etwa 5cm tief in die Erde gesteckt und gut angedrückt. Bis zum Keimen sind die Gewächse gut feucht zu halten. Es hat sich außerdem als sinnvoll erweisen, die Pflanzen zum Schutz vor Vogelfraß mit Reisig oder Netzen abzudecken.

Hinweis: Es sind unbedingt ausschließlich Netze mit sehr groben Maschen zu verwenden, damit sich die Tiere nicht in der Abdeckung verfangen.

Allerdings muss man die Abdeckung mit zunehmendem Wachstum der Erbsen wieder entfernen, um ein Einranken der Pflanzen in die Netze zu vermeiden. Sobald die Erbsengewächse eine Höhe von 10cm erreicht haben, wird um die Pflanzensstellen herum Erde angehäufelt, um die Standfestigkeit zu erhöhen. Zu diesem Zweck wird die Erde über den Wurzeln aufgeschüttet.

Pflege

Erbsengewächse sind recht genügsam und benötigen wenige Pflege. Eine regelmäßige Wässerung ist ratsam, wobei jedoch die Wasserportionen nicht zu groß ausfallen dürfen; es besteht leicht die Gefahr, dass die Pflanze abstirbt. Nur bei anhaltender und starker Trockenheit hat es sich als sinnvoll erweisen, die Gewächse mit mehr Flüssigkeit zu versorgen.

ErbsenWer Erbsen im eigenen Garten anbaut, möchte vor allem von dem Vorteil profitieren, dass das Gemüse im Gegensatz zu gekaufter Ware möglichst frei von Schadstoffen ist. Aus diesem Grund sollte keine zusätzliche chemische Düngung erfolgen, die darüber hinaus auch den Geschmack der Erbsen beeinträchtigen können. Allerdings hat es sich bewährt, die Pflanzen regelmäßig mit Kompost zu versorgen. Das Ausbringen von Gesteinsmehl hat sich ebenfalls bewährt.

Zur Pflege der Erbsengewächse gehört das gelegentliche Auflockern der Erde, da auf diese Weise die Ausbreitung von Unkraut effektiv verhindert wird.

Ernte

Der Erntezeitpunkt der Erbsen hängt von der jeweils kultivierten Form ab:

  • Schalerbsen: Ende Mai (entweder jung oder ausreifen lassen)
  • Markerbsen: ab Juni
  • Zuckererbsen: ab Juni (junge, zarte Hülsen ernten)

Neben der Beachtung der vorliegenden Erbsenform ist der Zeitpunkt der Erbsen auch von der Witterung abhängig. Durch Betasten der Schoten kann der ideale Zeitpunkt bestimmt werden; sind die Erbsen bereits deutlich in den Schoten fühlbar, ist der Erntezeitpunkt gekommen. Das Gemüse ist dann besonders schmackhaft. Wenn sich die Körner jedoch deutlich innerhalb der Schoten abzeichnen, ist der optimale Reifegrad überschritten. – Die Erbsen verlieren deutlich an Qualität und Geschmack. Aus diesem Grund müssen die einzelnen Pflanzen zwischendurch immer wieder kontrolliert werden, um reife Schoten zu ernten.

Pisum sativumSoll das Gemüse roh verzehrt werden, ist grundsätzlich eine frühe Ernte empfehlenswert. Dann schmeckt das Gemüse besonders süß und saftig. Wenn hingegen der Wunsch nach gekochten Erbsen im Vordergrund steht, können die Schoten länger reifen. Allerdings darf der Reifegrad auch nicht ausgereizt werden, da die Körner schnell hart werden. Das Überschreiten der Ernte ist bei Palerbsen am mehligen Geschmack zu erkennen. Zuckererbsen werden, sobald sie überfällig sind, recht schnell zäh. Markerbsen sollten bei der Ernte noch grün sein.

Lagerung

Wird das Gemüse nach der Ernte nicht sofort verzehrt, ist eine Lagerung im Kühlschrank ohne weiteres möglich. Bis zu drei Tagen bleibt das Gemüse bei entsprechender Kühlung frisch. Wurden hingegen größere Mengen geerntet, können die Erbsen auch in Plastikbeute verpackt und eingefroren werden. Für die Herstellung von Eintöpfen oder Suppen wird das Gemüse dann jeweils wieder aufgetaut.

Sollen aus den Erbsen neue Samen gewonnen werden, ist auch eine gezielte Trocknung möglich. Nach dem Herauslösen werden die einzelnen Erbsen auf die Fensterbank gelegt oder an einen warmen Platz in der Sonne verbracht. Das Saatgut kann dann in der nächsten Saison verwendet werden.

Schnitt

Sind alle Schoten abgeerntet, wird der Standort der Pflanzen nachbereitet. Zu diesem Zweck hat sich vor allem ein gezielter Rückschnitt der Gewächse als sinnvoll erwiesen. Dabei schneidet man die einzelnen Pflanzen kurz über dem Erdreich ab, wobei das Wurzelwerk im Boden verbleibt. Die Wurzeln tragen zu ausreichenden Versorgung des Bodens mit Stickstoff bei.

Krankheiten und Schädlinge

Die meisten Probleme durch Krankheiten entstehen beim Erbsenbau durch Echten Mehltau. Ein Befall ist anhand des charakteristischen Schadbildes leicht erkennbar:

  • zunächst weißer, später graubrauner Belag auf den Blättern
  • Braunfärbung der Hülsen
  • Verkrüppelungen

Die gefürchtete Pilzkrankheit breitet sich vor allem an warmen Sommertagen schnell aus, wobei Frühsaaten insgesamt weniger betroffen sind. Notfalls ist der Einsatz eines schwefelhaltigen Fungizids erforderlich.

Pisum sativumDarüber hinaus sind Erbsengewächse auch von der Brennfleckenkrankheit betroffen, die von verschiedenen, nah miteinander verwandten Pilzen verursacht werden. Als Schadbild präsentiert sich im Frühjahr ein kümmerliches Wachstum oder ein Absterben der Jungpflanzen. Außerdem sind rund Flecken von brauner Farbe auf den Blättern zu erkennen, die auch Stängel und Reste der Samenschale betreffen können. Ab Juni treten dann auf den Blättern, Stängeln und Hülsen auch kleine hellbraune bis schwarzbraune Flecken auf. Als vorbeugende Maßnahme sollte der Anbau der Erbsen nicht auf schweren Böden erfolgen, die im Frühjahr schlecht erwärmt werden. Befallen Sämlinge und Pflanzen sind außerdem umgehend zu entfernen. Falls die Erkrankung erfahrungsgemäß häufiger auftritt, sollte künftig ausschließlich chemisch gebeiztes Saatgut zur Anwendung kommen.

Erbsenkäfer und Erbsenblattrandkäfer treten als klassische Schädlinge von Erbsenpflanzen auf. Erbsenblattrandkäfer zeigen ihren Befall durch buchtige und bogige Fraßstellen an den Rändern der Blätter. Vorbeugend lohnt sich der gezielte Einsatz von Laufkäfern; als Präventivmaßnahme sollten junge Pflanzen und Saaten darüber hinaus mit Schutznetzen abgedeckt werden. Sind die Pflanzen bereits befallen, liest man die Käfer nach Einbruch der Dunkelheit mit Hilfe einer Taschenlampe ab. Bei sehr starkem Befall ist hingegen ein gezielter Einsatz eines speziellen Fungizids angezeigt, das sich bei beißenden Insekten bewährt hat. Ein Befall von Erbsenkäfern liegt vor, wenn die Samen runde Löcher enthalten, die teilweise mit dem häutigen Rest der Samenschalen verschlossen sind. Die Käfer sind dann auch in den Löchern und Hülsen zu erkennen. Befallene Samen müssen ausgelesen und vernichtet werden; während der Blütezeit liest man die Käfer regelmäßig ab.

Nicht zuletzt werden alle Erbsenformen von einem Schädling befallen, der unter der Bezeichnung Erbsenwickler bekannt ist. Der Befall fällt meist anhand der vorzeitig reif werdenden Hülsen auf, die angefressene Samenkörner präsentieren. Darüber hinaus findet man um die Körner herum Gespinst und Kotreste. Abhilfe schafft sowohl der Einsatz von natürlichen Feinden wie Schlupfwespen als auch die tiefgründige Bodenbearbeitung nach der Ernte. Bei sehr starkem Befall helfen die gleichen Fungizide, die auch beim Erbsenblattrandkäfer zum Einsatz kommen.

Fazit
Erbsenpflanzen bieten dem gesundheitsbewussten Hobbygärtner die Möglichkeit, den Speiseplan mit dem gesunden Gemüse zu erweitern. Der Anbau und die Pflege nimmt teilweise recht viel Zeit und Mühe in Anspruch und kann durch den Befall von Krankheiten und Schädlingen überschattet werden. Doch der Genuss des gesunden Gemüses, das frei von Schadstoffen und Spritzmitteln ist, entschädigt die Bemühungen um ein Vielfaches.