Nützlinge und Tiere im Garten Vögel- und Vogelschutz

Elstern aus dem Garten vertreiben: 5 sanfte Methoden

Elster

Während ringsherum ein Zaun den Garten vor ungebetenen Gästen schützt, steht der Himmel darüber weit offen. So flattern uns nicht nur die Vögel zu, die wir gern in unserer Nähe hätten. Auch die diebische Elster kann ein Dauerbesucher werden. Ihr „gemeines“ Treiben kommt allerdings bei niemandem gut an. Wie können wir diesen Vogel dazu bewegen, unser Refugium freiwillig zu verlassen?

Plage oder Nutzbringer?

Die Elster wird im Volksmund als die diebische Elster bezeichnet, was eine Menge über den Ruf dieses Vogels aussagt. So wird der schwarz-weiße Vogel automatisch zu den Schädlingen zugeordnet. Lässt sich dann mehr als ein Vogel im eigenen Garten blicken, ist schnell die Rede von einer Plage. Doch ist die Elster wirklich zu nichts zu gebrauchen? Und ist eine Handvoll von ihrer Sorte so vernichtend unterwegs, dass gleich eine Plage ausgerufen werden muss?

Es stimmt, die Elster macht sich tatsächlich über kleinere Singvögel und deren Eier her. Aber ist das nicht der normale und überall im Tierreich zu beobachtende Lauf der Natur? Meist stört uns nur, dass sich das Schauspiel vor unseren Augen vollzieht und es die „lieben“ Singvögel trifft. Dass sich Elstern hauptsächlich von Insekten und Spinnen sowie Aas und Abfall ernähren, bleibt da vollkommen unbeachtet. Dabei trägt dieses Fressverhalten zum ökologischen Gleichgewicht im Garten bei. Keine Sorge, unsere Pflanzen lassen die Elstern in Ruhe.

Die harte Tour ist nicht zulässig

Wer sich trotz der Nützlichkeit der Elstern nicht mit ihnen anfreunden kann, sucht nach Methoden, sie ein für alle Mal aus dem eigenen Garten zu vertreiben. Was wäre da zuverlässiger, als sie mit einer Schrottflinte schnell und schmerzlos fluguntauglich zu machen, um es mal mild auszudrücken. Doch egal ob Sie selbst Ihren Finger am Abzug halten wollen oder einen routinierten Jäger damit zu beauftragen gedenken, Sie sollten wissen, dass Sie diesen Vögeln so überhaupt nicht begegnen dürfen. Ja, der Gesetzgeber schützt auch tierische Lebewesen, die uns gar nicht so genehm sind. Der Schutz gilt auch, wenn sich diese auf unserem Grund und Boden ausbreiten und wir sie von dort vertreiben wollen.

  • Elster sind gesetzlich geschützt
  • unterliegen dem Naturschutz- und nicht dem Jagdrecht
  • dürfen nicht ohne weiteres gejagt bzw. getötet werden
  • ihre Nester dürfen nicht vernichtet werden

Sie müssen jetzt nicht Ihr Grundstück verkaufen, um den ungeliebten Vögeln zu entkommen. Der Umstand, dass sich Elstern, wie andere Lebewesen auch, dort niederlassen, wo die Umgebung für sie stimmig ist, birgt bereits den Lösungsansatz. Machen Sie Elstern den Aufenthalt auf Ihrem Grundbesitz so ungemütlich wie nur möglich, dann stehen die Chancen gut, dass sie freiwillig zum Nachbarn rüber fliegen. Einige sanfte Methoden für die Vertreibung stehen uns zur Verfügung.

Tipp: Gesetze werden im Zuge der EU-Harmonisierung immer wieder geändert, sowie Jagdgenehmigungen in begründeten Ausnahmefällen erteilt. Verlassen Sie sich daher nicht auf altes Wissen, erkundigen Sie sich stets nach dem aktuellen Stand der Rechtslage. So sind Sie auf der sicheren Seite und riskieren keine Strafen bei unerlaubtem Handeln.

Komposthaufen abdecken

KompostEin nicht abgedeckter Komposthaufen ist ein reich gedeckter Tisch, den eine Elster auch aus luftiger Höhe einfach nicht übersehen kann. Schon setzt sie zu einem Sturzflug an. Wenn es ihr in Ihrem Garten gut mundet, bleibt sie in der Nähe des Komposthaufens. Zur nächsten Mahlzeit hat sie es dann nicht mehr weit. Da ein Komposthaufen laufend befüllt wird, gibt es für die Elster keinen Grund für einen Umzug.

  • die sinnvolle Kompostierung nicht aufgeben
  • den Haufen jedoch abdecken
  • auch vorbeugend sinnvoll
  • damit sich Elstern gar nicht erst ansiedeln

Sanfte Methoden beziehen den Kompost immer mit ein, damit die Elster auch wirklich dauerhaft wegfliegt. Anderenfalls werden Sie es schwer haben, sie aus Ihrem Gartenreich zu vertreiben.

Nur heile Mülltonnen aufstellen

Mülltonnen fristen ihr Dasein im Freien, wo sie meist eine lange Lebensdauer erwartet. Niemand macht sich die Mühe, stets eine perfekt erhaltene Mülltonne bereitzuhalten. Schließlich ist sie nur für den Müll da und wir bekommen sie sowieso höchstens kurz zu Gesicht. Doch der Duft der ihnen entströmt ist für manche Lebewesen verlockend, so auch für die Elster, die sich gern von Aas ernährt. Wenn sich zum anziehenden Duft auch ein Loch in den Mülltonnen dazu gesellt, ist die Elster glücklich und kaum noch zu vertreiben. Auch hier wird sie schon bald feststellen, dass diese Nahrungsquelle regelmäßig beliefert wird.

  • Mülltonnen immer mit einem Deckel abdecken
  • auf Beschädigungen achten und gleich beseitigen
  • ggf. Mülleimer unzugänglich aufstellen
  • beispielsweise in einem Raum

Fressfeinde in den Garten lassen

Elster Katze Eine weitere sanfte Methode setzt auf natürliche Fressfeinde der Elster. Ob diese Methode wirklich als sanft zu bezeichnen ist, sei dahingestellt. Höchstens wohl dann, wenn die Elster so schlau ist, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen und gleich das Weite zu suchen. Davon wollen wir jetzt ausgehen, schließlich ist die Elster mit ihren Flügeln im Vorteil und kann sich im Nu in unerreichbarer Höhe schwingen. Folgende Tiere machen Jagd auf die Elster und haben somit das Potenzial, sie aus unserem Garten zu vertreiben:

  • Katzen
  • Hunde
  • Raubvögel

Die zuletzt aufgeführten Feinde mögen zwar durchaus wirkungsvoll agieren, in einem privaten Garten werden sie kaum als Bewohner willkommen sein. Es bleiben immer noch Hunde und Katzen übrig, die zu den beliebtesten Haustieren des Menschen zählen und somit nicht schwer aufzutreiben sind.

  • gelegentlich einen Hund oder Katze im Garten lassen
  • auch regelmäßig „ausgeborgte“ Tiere entfalten abschreckende Wirkung
  • entsprechende Tiergeräusche sorgen für einen ersten Schreck
  • ebenso gezielt platzierte Tierhaare

Elstern sind schlaue Tiere. Sie realisieren durchaus, ob von der Katze oder Hund eine ernsthafte Gefahr ausgeht, die einen Umzug erfordert. Lässt sich der gefürchtete Feind nur ein einziges Mal blicken, wird die Elster das Besuchsende in sicherer Höhe abwarten. Auch sanfte Methoden wie Tierhaare und Geräusche können die Elster nicht auf Dauer vertreiben. Lassen Sie daher unbedingt einen Hund oder Katze in regelmäßigen Abständen durch den Garten streifen.

Versteckmöglichkeiten nehmen

Apfelbaum schneiden Elstern haben in der Natur unter den anderen Vogelarten Fressfeinde, vor denen sie sich verstecken müssen. Dichte Baumkronen sind dafür ideal, da sie von oben keinen freien Blick bieten. Darin kann sich jede Elster gut vor Raubvögeln, die am Himmel kreisen, in Sicherheit bringen.

  • lichten Sie die Baumkronen aus
  • eine Elster ohne ein sicheres Versteck zieht weiter

Sanfte Methoden setzten auch auf Figuren von Raubvögeln, die im Garten als Abschreckung aufgestellt werden. Doch auch hier lassen sich die schlauen Elstern nicht lange hinters Licht führen und aus einem Nahrungsparadies vertreiben. Sie merken schon bald, dass diese Figuren zu keiner bedrohlichen Bewegung fähig sind. Sorgen Sie zusätzlich für einen freien Himmel über dem Garten, damit gelegentlich auch ein echter Raubvogel herab fliegt und der Elster Angst einjagt.

Geeignete Nistkästen sind keine Verlockung

Solange die Elstern nicht aus dem Garten vertrieben sind, müssen Sie kleine Singvögel dennoch nicht ihrem Schicksal überlassen.

  • Nistkästen mit kleinem Eingang aufstellen
  • Singvögel müssen hindurchpassen
  • die große Elster aber nicht
  • Eier sind vor Zugriff geschützt
  • auch erwachsene Singvögel können darin Zuflucht finden

Grundsätzlich sollten Sie für Singvögel nur noch derartige Nistkästen aufstellen, da man ja nie weiß, wann die nächste Elster vorbei schaut. So stellen die Singvögel keine allzu große Verlockung dar. Mit solchen Nistkästen wäre sogar ein Zusammenleben dieser nicht freundlich gesinnten Vogelarten einigermaßen möglich.

Fazit
Elstern sind nützliche Tiere, doch ein Teil ihres Verhaltens macht sie zu unwillkommen Gästen im Garten. Der Gesetzgeber schützt die schwarz-weißen Vögel, weswegen nur sanfte Methoden für ihre Vertreibung infrage kommen. Unzugängliche Nahrungsquellen und lauernde Fressfeinde machen den Garten wieder unattraktiv und einen dauerhaften Umzug dieser Vögel mehr als wahrscheinlich.