Eierbaum

Der krautige, leicht verholzende und bedornte Eierbaum gedeiht in der Familie der Nachtschattengewächse. Liebhaber der mediterranen und asiatischen Küche wissen die länglichen, schwarz-violetten Früchte zu schätzen, die allgemeinhin als Auberginen bekannt sind. Da der Solanum melonga beheimatet ist im subtropischen Klima, scheuen manche Hobbygärtner den Anbau der Gemüsepflanze. Dabei ist es durchaus möglich, der Gemüsepflanze die adäquaten Rahmenbedingungen zu bieten, damit sie im mitteleuropäischen Klima ihre bezaubernden Blüten und elegant glänzenden, keulenförmigen Früchte entwickelt. Wer sich mit den essenziellen Eckpunkten der Pflege-Anleitung vertraut macht, beherrscht im Handumdrehen den gesamten Ablauf der exotischen Kultur von der Aussaat bis zur Ernte.

Aussaat

Damit der aus tropischen Gefilden stammende Eierbaum in den kühleren Regionen Mitteleuropas gedeiht, benötigt er einen Wachstumsvorsprung, bevor er im Beet, im Gewächshaus oder im Kübel gepflanzt wird. Folglich beginnt die Aussaat bereits Ende Januar/Anfang Februar unter Glas. Für eine Direktaussaat bietet unser Klima keine ausreichend lange Wärmeperiode im Sommer, denn der Solanum melonga nimmt sich Zeit für die Keimung und das Wachstum.

  • Die Samen für 12 Stunden in Wasser, Kamillentee oder Saatbad einweichen.
  • Eine beheizbare Saatschale oder Anzuchttöpfe mit Aussaaterde füllen.
  • Die Samen ca. 1 cm tief einpflanzen, die Erde gut andrücken und anfeuchten.

Bei einer Temperatur von 25° Celsius am Tag und nicht unter 18° Celsius in der Nacht, setzt die Keimung innerhalb von 3 bis 4 Wochen ein, was an den kleinen Keimblättern zu erkennen ist. Nach weiteren 2 bis 3 Wochen zeigen sich die ersten Laubblätter. Abhängig davon, wie nah beieinander die Samen liegen, wird es nun im Anzuchtgefäß zu eng. Folglich ist es an der Zeit, die kräftigsten Eierpflanzen in Einzeltöpfe zu pikieren. Bis Mitte Mai durchwurzeln die jungen Auberginen am hellen, warmen Platz ihren Topf, während sie konstant feucht gehalten werden.

Eierbaum PflanzeSteht ein beheizbares Treibhaus zur Verfügung, erfolgt auch hier die Aussaat Ende Januar/Anfang Februar. Ausgepflanzt werden die jungen Solanum melongas in dieser geschützten Umgebung hingegen bereits Mitte April in einem Reihenabstand von 100 cm.

Tipp: Da im Verlauf der Aussaat die zur Verfügung stehende Menge an Tageslicht sehr begrenzt ist, erhalten die Pflanzen eine zusätzliche Beleuchtung, um einem Vergeilen der Triebe vorzubeugen.

Pflanzen im Beet

Wenn sich Mitte Mai die Eisheiligen verabschiedet haben, dürfen die vorgezogenen Eierpflanzen im Beet ausgepflanzt werden. Da sie sich bestens mit Stauden und Nutzpflanzen verstehen, eignen sich Auberginen ausgezeichnet für die Mischkultur. Einzig mit anderen Nachtschattengewächsen, wie Tomaten oder Paprika, sollte die Nachbarschaft bzw. die Fruchtfolge vermieden werden. Der Standort wird mit Bedacht ausgewählt, denn Auberginen sind deutlich empfindlicher, als andere Gemüse- und Zierpflanzen.

  • Sonniger, warmer, geschützter Standort mit einer Mindesttemperatur von 20° Celsius.
  • Ideal ist ein Platz vor der Südwand des Hauses oder im Hochbeet.
  • Humose, nährstoffreiche, leicht feuchte Erde.
  • Für die Kultur im Pflanzgefäß eignet sich Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis.

Ist die Entscheidung für den optimalen Standort gefallen, bereitet der erfahrene Hobbygärtner zunächst den Boden vor. Steine, Wurzeln und Unkraut werden rückstandslos beseitigt. Anschließend sorgt die Einarbeitung von Kompost und Hornspänen für eine Anreicherung der Pflanzerde, um jeder Aubergine einen guten Start in die Freiluftsaison zu ermöglichen.

  • Pflanzlöcher graben im Abstand 60 cm x 60 cm.
  • An der Sohle eine Drainage anlegen aus Kies, Perlite oder Bims.
  • Nach dem Pflanzen erhält der Eierbaum eine reichliche Dosis Wasser.
  • Neben jede Aubergine einen Pflanzstab setzen und sie daran anbinden.

Sollte sich die Gartenanlage in einer rauen Region befinden, breitet der geübte Gartenfreund zuerst eine Mulchfolie über dem vorbereiteten Boden aus, schneidet an den Pflanzstellen Kreuze hinein und setzt die Solanum melonga anschließend in die Erde. Erfahrungsgemäß bewirkt eine qualitativ hochwertige Mulchfolie eine Erhöhung der Bodentemperatur um 4° Celsius, was dem Wachstum sehr zuträglich ist.

Tipp: Ein über die Nachtschattengewächse ausgebreitetes Gartenvlies oder übergestülpte Tomatenhauben verbessern in den ersten Wochen die Rahmenbedingungen für das Anwachsen im Beet.

Pflanzen im Kübel

gelbe PflanzeDie Freilandkultur sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn sich der Garten in einer milden Weinbauregion oder einer geschützten Südhang-Lage befindet. Ansonsten ist eher die Anpflanzung im Treibhaus oder Folientunnel angeraten. Darüber hinaus bietet sich die Züchtung im Kübel in einer geschützten, warmen Ecke des Balkons oder der Terrasse an.

  • Das Pflanzgefäß verfügt über mindestens 10 Liter Volumen und einen Wasserablauf im Boden.
  • Zur Vorbeugung gegen Staunässe wird darüber eine Drainage aus grobem Material angelegt.
  • Der Eierbaum wird mittig eingepflanzt, wobei ein 5 cm hoher Gießrand freibleibt.

Im letzten Arbeitsschritt erhält die Aubergine eine Dosis Gießwasser. Ein eventuell vorhandener Untersetzer wird nach spätestens 20 Minuten entleert.

Gießen und Düngen

Da der Eierbaum anfällig ist für Wurzelfäule, erfordert das Gießen Fingerspitzengefühl. Fühlt sich die Oberfläche des Substrats trocken an, wird unmittelbar an die Wurzeln gewässert und keinesfalls über Blüten und Blätter. Eine Mulchschicht aus Kompost bringt gleich doppelte Vorteile. Einerseits hält sie die Erde warm und feucht, andererseits versorgt sie den Starkzehrer mit wichtigen Nährstoffen. Ausgezeichnet als Dünger geeignet ist darüber hinaus Brennnesseljauche, die im Verlauf der Vegetationsphase von Mai bis Juli 2 bis 3 Mal ausgebracht wird in der Dosierung von 5 Litern je Quadratmeter. Im Kübel erhält der Eierbaum während dieser Zeit ein Mal pro Woche Flüssigdünger in der Dosierung nach Herstellerangaben.

Jeder Gieß- und Düngevorgang wird gleichzeitig genutzt, um Unkraut zu jäten. Zugleich kontrolliert der kundige Gartenfreund, ob der Eierbaum am Stützpfahl ein Stück höher anzubinden ist. Wer gerne auf Stützhilfen verzichten möchte, kupiert den Haupttrieb bei einer Höhe von 40 cm, mit dem Ergebnis, dass der Habitus buschiger ausfällt und weniger hoch.

Ausgeizen

Wie bei zahlreichen Nachtschattengewächsen, so greift der Hobbygärtner gleichfalls bei einem Solanum melonga durch Ausgeizen unerwünschter Triebe regulierend in das Wachstum ein.

  • Erscheint die erste Blüte, wird ein Haupttrieb ausgewählt und alle Seitentriebe entfernt.
  • Einzig der Seitentrieb unmittelbar unterhalb der Blüte verbleibt am Eierbaum.
  • Im Verlauf des Wachstums lässt der geübte Gartenfreund noch einen zweiten Seitentrieb stehen.
  • Eine Eierpflanze im Gewächshaus behält 4 Triebe mit je 2 bis 3 Auberginen.

In milden Weinbauregionen oder im Gewächshaus, wo mit einer ausreichend langen Vegetationsphase gerechnet wird, bricht der Gärtner die ersten Früchte aus, um ein verstärktes Wachstum der Blätter zu animieren, was in größeren Auberginen und einer reichhaltigeren Ernte mündet.

Eierbaum FruchtDas klügste Ausgeizen trägt keine Früchte, wenn es bei einer Eierpflanze an der Befruchtung hapert. Folglich schüttelt der Gartenfreund jede Pflanze in der Mittagszeit, sobald die Blüten erschienen sind. Im Freiland übernimmt diese Arbeit der Wind.

Krankheiten und Schädlinge

Der Eierbaum wird insbesondere während des Sommers bis zur Ernte von verschiedenen Infektionen und Schädlingen bedroht. Wer dank einer Pflege-Anleitung weiß, worauf zu achten ist, erkennt einen Befall rechtzeitig, um ihn ohne Einsatz chemischer Präparate zu bekämpfen.

Kartoffelkäfer
Die auffällig gezeichneten Schädlinge befallen neben den Kartoffeln auch andere Nachtschattengewächse, sodass sie den Solanum melonga ebenfalls nicht verschonen. Ein engmaschiges Insektennetz, das über dem Beet aufgespannt wird, hat sich als effektive Abwehrmaßnahme bewährt. Hilfreich ist zudem, die Käfer am frühen Morgen abzusammeln und die Larven mit Gesteinsmehl zu bestäuben.

Spinnmilben
Der Eierbaum bevorzugt ein warmes, trockenes Klima, in dem die Spinnmilben sich ebenfalls wohlfühlen. Im Gewächshaus oder im Folientunnel belagern sie während des Sommers die Blätter und Blüten, um ihnen den wertvollen Pflanzensaft auszusaugen. In diesem Fall erhält der geplagte Gartenfreund tatkräftige Hilfe von den natürlichen Feinden der Spinnmilben, den Raubmilben. Die Nützlinge sind im Fachhandel erhältlich und werden unmittelbar auf den Gewächsen verstreut. Dort fallen sie sogleich über die Spinnmilben her und wandern nach deren Vernichtung ab.

Grauschimmel
In feucht-warmen Sommern scheint er allgegenwärtig, denn der Grauschimmel befällt mehr als 230 Wirtspflanzen. Die Bekämpfung dieser Pilzinfektion ist schwierig, insbesondere dann, wenn auf chemische Mittel verzichtet wird, weil die Auberginen zum Verzehr angebaut werden. Befallene Blätter sollten sogleich ausgeputzt und im Hausmüll entsorgt werden. Darüber hinaus ist es ratsam, die Stickstoffdüngung zu reduzieren, weil sie das Wachstum der Pilzsporen begünstigt.

Ernte und Lagerung

Wird der Eierbaum im Gewächshaus oder Folientunnel kultiviert, ist bei guter Pflege eine Ernte bereits ab Ende Juli/Anfang August möglich. Im Freiland können durchaus noch einige Wochen ins Land ziehen, bis die Auberginen reif sind. Wenn die Schale schön glänzt und die Früchte auf Druck leicht nachgeben, sind sie bereit für den Verzehr. Erfolgt die Ernte zu früh, ist das Fruchtfleisch statt weiß noch grünlich und enthält reichlich Solanin. Wichtig zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass Eierfrüchte nach der Ernte nicht nachreifen. Sollte die Witterung bereits dauerhaft unter 20° Celsius pendeln, ist es angeraten, den Solanum mitsamt den halbreifen Auberginen auszugraben, in einen Kübel zu setzen und im warmen Haus ausreifen zu lassen.

Populäre Sorten

Die Aubergine ist in Deutschland vorwiegend in Keulenform mit einer dunkel-violetten, glänzenden Schale bekannt. Experimentierfreudigen Hobbygärtnern steht eine umfangreiche Sortenauswahl zur Verfügung.
Aubergine ‚Blaukönigin‘ (Solanum melongena ‚Blaukönigin‘)

  • robuste, klassische Sorte
  • mittelgroße, längliche Früchte in Hellblau bis Lila

Aubergine ‚Antigua‘ (Solanum melongena ‚Antigua‘)

  • Lila-weiß-gestreifte Früchte
  • Wuchshöhe 60 cm bis 100 cm
  • Ernte im Freiland von Ende Juli bis Mitte Oktober

Aubergine ‚Caspar‘ (Solanum melongena ‚Caspar‘)

  • kugelrunde, weiße Früchte
  • schöne hellviolette Blüte
  • robuste Sorte für das Freiland

Eierbaum-FrüchtrAubergine ‚Little Spooky‘ (Solanum melongena ‚Spooky‘)

  • dünne, weiße Früchte bis 20 cm Länge
  • rosa-violette Blüten
  • frühe Ernte ab Mitte Juli möglich

Aubergine ‚Obsidian‘ (Solanum melongena ‚Obsidian‘)

  • runde Früchte bis 15 cm Durchmesser
  • feines, fruchtig-würziges Aroma
  • violett geadertes, grünes Laub

Aubergine ‚Thai Long Green‘ (Solanum melongena ‚Thai Long Green‘)

  • bis 30 cm lange, hellgrüne Früchte, die sich bei Reife gelb färben
  • Wuchshöhe 80 cm bis 150 cm
  • eignet sich für den Anbau im Freiland und im Gewächshaus

Dies ist lediglich eine kleine Auswahl aus dem permanent wachsenden Angebot an Sorten, wobei die Züchter einerseits darum bemüht sind, die lästigen Dornen zu reduzieren und den leicht bitteren Geschmack der klassischen Sorten abzumildern.

Fazit

Findet der Eierbaum einen warmen, geschützten Platz im Garten vor, kann er selbst in den hiesigen Regionen mit ein wenig Glück angebaut werden. Dank der hübschen Blüten und der dekorativen Früchte, harmoniert das Nachtschattengewächs zudem wunderbar mit dem Pflanzen im Staudenbeet oder dekoriert im Kübel Balkon und Terrasse. Hobbygärtner, die Wert legen auf eine möglichst reichhaltige Ernte, werden hingegen die Kultur im Gewächshaus oder Folientunnel bevorzugen. Aromatische Auberginen, frisch aus dem eigenen Garten sind eben durch das Gemüse aus dem Supermarkt nicht zu toppen.