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Eichenprozessionsspinner entdeckt: was tun?

Eichenprozessionsspinner entdeckt

Eichenprozessionsspinner sind unauffällige Nachtfalter. Für Eichen werden die Raupen meist nur gefährlich, wenn sie mehrere Jahre hintereinander befallen werden. Menschen sollten die Tiere jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Eichenprozessionsspinner erkennen

Die adulten Falter des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) sind recht unscheinbar und an folgenden Merkmalen zu erkennen:

Eichenprozessionsspinner - Männlicher Nachtfalter
Männlicher Falter des Eichenprozessionsspinner
Quelle: Orchi, Thaumetopoea processionea male Saarland 005, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0
  • eher unauffällige asch- bis braungrauen Färbung
  • Flügelspannweite von bis zu 36 Millimetern
  • Flugzeiten: Ende Juli bis Mitte August

Die nachtaktiven Raupen der Nachtfalter dagegen zeigen ein äußerst auffälliges Erscheinungsbild:

Raupe des Eichenprozessionsspinners
Weit entwickelte Raupe des Eichenprozessionsspinners
  • orangefarben beim Schlüpfen im Frühling
  • ab dem zweiten Entwicklungsstadium: graugrün mit einem helleren Bereich an den Seiten
  • ab dem dritten Entwicklungsstadium: Behaarung
  • lange Haare bis ungefähr einen Zentimeter (ungefährlich)
  • bis zu 700.000 Brennhaaren an Bürsten: 0,1 bis 0,3 Millimeter lang
  • Brennhaare und ältere Häute der Raupen verursachen schmerzhafte Hautreaktionen (Juckreiz, Schwellungen Bläschen)
  • Haare fallen auf Kleidung
  • werden vom Wind bis zu 500 Meter verbreitet

[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Die größte Gefahr einer sogenannten Raupendermatitis besteht zwischen April und September. Aber auch bei älteren Nestern sollten Sie Vorsicht walten lassen, denn der Reizstoff ist bis zu fünf Jahren aktiv.„]

Was tun bei Entdeckung?

Entdecken Sie eine Raupe, ist das Beste, was Sie tun können, Abstand halten oder gleich das Weite suchen. Um andere zu schützen, sollten Sie den Standort der Eiche melden.

Eichenprozessionsspinner in Prozession
In Prozessionen ziehen die Raupen von einem Ort zum nächsten.

Zuständige Behörden sind das

  • Forstamt/Grünflächenamt/Amt für Stadtgrün,
  • Ordnungsamt,
  • Gesundheitsamt.

In der Regel reicht ein Anruf oder eine E-Mail. Damit die Behörde das Areal sichern kann, sollten Sie folgende Angaben melden:

  • Ort, Datum und Uhrzeit
  • Stärke des Befalls, soweit zu erkennen

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Wenn Sie für sich oder die Behörde ein Foto machen, sollten Sie beim Fotografieren Abstand halten.„]

Was tun bei Verdacht?

Haben Sie den Verdacht, dass sich der Eichenprozessionsspinner auf einem Baum eingenistet hat, sollten Sie

  • sich ihm nur äußerst vorsichtig nähern
  • Ihre Haut am ganzen Körper inklusive der Haare bedecken
  • versuchen, ein Foto zu machen, auf dem die Raupen gut zu erkennen sind
Nest des Eichenprozessionsspinners
Nest des Eichenprozessionsspinners in Eiche

Nach der Inspektion gehen Sie nun wie folgt vor:

  • Kleidung inkl. Handschuhe mit mindestens 60 Grad Celsius waschen
  • duschen inkl. Haarwäsche
  • Schuhe und Schutzbrille gründlich reinigen
  • Mund-Nasenschutz in einer Plastiktüte entsorgen

[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Anfassen sollten Sie die Tiere trotz Schutzkleidung nicht, da die feinen Härchen durch jede noch so kleine Öffnung an die Haut gelangen können.„]

Was tun bei akutem Befall?

Da der Kontakt mit den Brennhaaren mit unangenehmen Folgen verbunden ist, sollten Sie auf keinen Fall mit den Haaren in Berührung kommen:

  • Raupen nicht anfassen
  • Nester bzw. Raupenrückstände nicht berühren
  • mehrere Meter Abstand vom Baum halten (Aufwirbelung der Brennhaare durch den Wind)
  • im Umkreis des Baumes nichts vom Boden aufheben
  • alte Nester und Raupenrückstände nicht aufheben oder entfernen (schädliche Wirkung über mehrere Jahre)
  • Fenster und Türen schließen

Raupen entfernen

Aufgrund der Gefahr, die von Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners ausgeht, sollten Sie Raupen und Nester nicht selbstständig entfernen. Vom Abspritzen der Nester oder dem Verbrennen der Raupen wird dringend abgeraten, da die Brennhaare durch solche Maßnahmen nur in alle Richtungen verteilt werden.

Warnschild vor Eichenprozessionsspinnern
Überlassen Sie das Entfernen unbedingt den Profis!

Daher sollten Sie entweder einen Schädlingsbekämpfer direkt kontaktieren oder das zuständige Ordnungsamt bzw. Grünflächenamt nach einem professionellen Unternehmen fragen. Denn die Experten verfügen nicht nur über die notwendige Schutzkleidung, sondern kennen auch die entsprechenden Methoden, wie Raupen bzw. Nester mit möglichst geringer Verbreitung der Brennhaare entfernt werden.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Steht die befallene Eiche auf dem eigenen Grundstück, müssen Sie die Kosten für das Entfernen selbst tragen.„]

Häufig gestellte Fragen

Muss ich Eichenprozessionsspinner melden?

Eine Meldepflicht besteht nicht. Es wird jedoch dringend empfohlen, das Auftreten der Raupen zu melden, damit die entsprechenden Gebiete abgeriegelt werden können.

Treten Eichenprozessionsspinner nur auf Eichen auf?

Bislang treten sie fast nur auf Eichen auf. Es wurden jedoch Raupen auch schon auf Hainbuchen beobachtet. Die Vermutung ist, dass Nahrungsmangel die Tiere ausweichen lässt.

Sind die Raupen auch für Tiere gefährlich?

Ja, das sind sie. Schützen Sie Ihre Tiere unbedingt! Lassen Sie Hunde beispielsweise nicht am Boden um Eichen herum schnüffeln und bringen Sie Ihren Kaninchen oder anderen Kleintieren kein Futter aus dem Umkreis betroffener Eichen mit.