Cocktailtomaten

Cocktailtomaten sind die kleinsten Tomaten. Sie werden auch Party-, Kirsch-, Mini- oder Cherrytomaten genannt. Es gibt zahlreiche Sorten und jedes Jahr kommen neue dazu. Die Früchte sind beliebt und da sie leicht angebaut werden können, ist die Nachfrage groß. Die Kultur unterscheidet sich nicht großartig von der anderer Tomatenarten. Es gibt viele Ähnlichkeiten, sowohl bei der Pflege, als auch bei den Krankheiten. Tomaten muss man etwas „bemuttern“, damit sie zur Zufriedenheit gedeihen und reichlich Ernte liefern. Was beim Pflanzen und Pflegen zu beachten ist, lesen Sie im folgenden Text.

Kurzer Steckbrief zur Cocktailtomate

  • Es gibt etwa 2.500 Tomatensorten
  • Cocktailtomaten sind kleine Tomaten, die meist als Naschgemüse genutzt werden
  • Meist sehr aromatischer Geschmack
  • Oft etwas süßer, als andere Tomaten
  • Häufig Rispentomaten im Angebot
  • Häufig frühe oder halbfrühe Sorten
  • Gewicht pro Frucht – maximal 40 g
  • Die meisten Früchte sind rot
  • Inzwischen auch grüne, gelbe, orange, lilablaue und sogar gestreifte Sorten
  • Daher kaum anfällig für Krautfäule oder Samtfleckenkrankheit

Sorten

Sorten von CocktailtomatenIn den letzen Jahren sind viele neue Sorten auf den Markt gekommen. Allerdings sind auch sehr alte Sorten wieder auf dem Vormarsch. Viele Käufer suchen ursprüngliche und unveränderte Sorten. Nicht jeder mag Genmanipulation.

  • ’Amish Cherry’ – orange Cocktailtomate, viele Früchte, sehr saftig, süß-würziger Geschmack, hoch wachsende Pflanze, historische Sorte aus Oklahoma
  • ’Angora super sweet’ – rote Rispentomate, süß-aromatischer Geschmack, Früchte leicht behaart, recht unempfindlich und gutes Wachstum
  • ’Benarys Gartenfreude’ – rote Cocktailtomate, guter Geschmack, sehr süß, kirschgroße Früchte, sehr ertragreich
  • ’Besser’ – platzfeste Cocktailtomate, viele Früchte, sehr süß und sehr saftig, sehr frühe Ernte, pilztolerant, freilandgeeignet, unbegrenztes Wachstum, alte deutsche Sorte, sehr gesunde Sorte
  • ’Black Cherry’ – schwarzrote Cocktailtomate, sehr viele Früchte, sehr würzig und doch süß, pilztolerant, freilandgeeignet, Spaliertomate, platzfest
  • ’Corbarino’ – rote Cocktailtomate, sehr lecker und würzig, viele Früchte, unbegrenzt wachsend, historische Sorte aus Neapel
  • ’Early Yellow Striped’ – pink-gelb gestreifte Cocktailtomate, süß-würziger Geschmack, sehr viele Früchte, unbegrenzt wachsend, sehr auffällige Farbgebung
  • ’England Orange’ – orange Cocktailtomate, süß würziger Geschmack, kleine Früchte, reiche Ernte, gut für Gewächshaus, aber auch Freiland
  • ’Glossy rose blue’ – dunkelrote, leicht bläuliche Cocktailtomate, Früchte etwa kirschgroß, wird je nach Sonneneinstrahlung immer dunkler, sehr guter Geschmack
  • ’Gold Nugget’ – goldgelbe Cocktailtomate, süß-fruchtiger Geschmack, enthält fast keine Samen, viele Früchte, wächst ausgesprochen buschig, ideal für Kübel und Balkonkasten
  • ’Green Grapes’ – grüngelbe Cocktailtomate, sehr weich, sehr saftig, extrem dünne Schale, viele Früchte, braucht im Freiland eine Überdachung
  • ’Katinka’ – orange Cocktailtomate, extrem süß, hervorragender Geschmack, viele Früchte, pilztolerant, eine der besten Sorten
  • ‚’Lady Birdy’ – rote Cocktailtomate, sehr süßer Geschmack, viele Früchte bis zum Frost, sehr dünne Schale, wird über 4 m hoch, kann aber gekürzt werden
  • Junge Tomatenpflanzen’Kleine Thai’ – sehr kleine rote Cocktailtomate, viele Früchte bis zum Frost, pilztolerant, ideal für Kübel und Hängeampeln
  • ’Lollipop’ – hellgelbe Cocktailtomate, sehr süß, wenig tomatig, viele Früchte bis zum Frost
  • ’Mirabell’ – gelbe Cocktailtomate, viele Früchte, platzfest, allerdings feste Schale, niedrig und kompakt wachsende Sorte
  • ’Orange Ping Pong’ – orange, kleine Früchte, verhalten süßer Geschmack, lange Trauben mit vielen Früchten, sehr hoher Ertrag
  • ’Prune Jaune’ – birnenförmige gelbe Cocktailtomate, sehr milder und süßer Geschmack, viele Früchte, sehr gesunde Sorte, Ernte bis zum Frost
  • ’Red Grape’ – pinkrote Cocktailtomate, sehr intensives Tomatenaroma und sehr würzig, Wildsorte, pilztolerant, viele Früchte
  • ’Reinhards Goldkirsche’ – gelbe Cocktailtomate, sehr süßer und aromatischer Geschmack, pilztolerant, viele Früchte bis zum Frost
  • ’Sungold Select’ – goldgelbe Cocktailtomate, einzigartig fruchtiger Geschmack, sehr saftig, viele, allerdings kleine Früchte
  • ’Tigerella’ – grün-gelb gestreifte Cocktailtomate, milder und etwas säuerlicher Geschmack, nicht ganz platzfest, guter Ertrag
  • ’Tiny Tiger’ – rot-gelb gestreifte Cocktailtomate, sehr würziger und aromatischer Geschmack, niedrig wachsende Sorte, ideal für Kübel und Balkon

Die Pflege von Cocktailtomaten

Cocktailtomaten sind ideal für Gefäße und einen Standort auf einem geschützten Balkon oder einer Terrasse. Die Pflege unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderer Tomaten, nur hat man bei diesen keine Arbeit mit dem Ausgeizen. Sie können zwar ausgegeizt werden, müssen es aber nicht. Man kann sie einfach wachsen lassen. Cocktailtomaten gibt es im Frühjahr in großer Auswahl im Handel. Sie lassen sich aber auch ganz einfach aus Samen heranziehen. Die Auswahl an Samen ist groß, es gibt deutlich mehr Sorten, als in den Gärtnereien und Pflanzenmärkten.

Blüte von TomatenpflanzenWichtig ist der entsprechende Standort. Er muss warm, sonnig und geschützt sein. Beim Pflanzsubstrat ist entscheidend, dass es durchlässig und nährstoffreich ist. Cocktailtomaten werden am besten in Gefäßen kultiviert. Diese können dann geschützt aufgestellt werden. Die Pflanzen sollten nicht nass werden, auch beim Gießen nicht. Alle Tomaten sind Starkzehrer, benötigen also ausreichend Nährstoffe. Dabei darf man es aber nicht übertreiben. Viel hilft nicht viel. Überdüngung schadet deutlich mehr, als dass es nützt. Ein Schnitt ist unnötig und Ausgeizen eigentlich auch. Die Überwinterung entfällt in der Regel, obwohl die Pflanzen zwei- oder sogar mehrjährig sind. Vermehrt werden die Pflanzen durch Aussaat. Krankheiten treten leider recht häufig auf, vor allem, wenn der Standort und die Pflege nicht ideal sind. Es sind die gleichen Krankheiten, die auch andere Tomatensorten treffen.

Tipp – In der Nähe der Tomaten sollten keine Kartoffeln angebaut werden. Es besteht die Gefahr, dass sich die Tomaten mit der Braunfäulekrankheit oder anderen Pilzkrankheiten anstecken.

Standort

Beim Standort von Cocktailtomaten ist wichtig, dass er warm, sonnig und geschützt ist. Kübelpflanzen lassen sich leicht umstellen, deshalb sind sie ideal geeignet. Bei Regen sollte ihnen ein Dach Schutz bieten, denn nass werden sollten die Pflanzen besser nicht.

  • Sonne, gern auch knallige Mittagssonne
  • Halbschatten ist eher ungünstig, Schatten völlig ungeeignet
  • Regen- und windgeschützt
  • Ein überdachter Standort ist ideal.
  • Kübelpflanzen stehen gut unter einem Dach.
  • Im Beet macht sich eine Folie als Überdachung gut.
  • Es gibt für Tomatenpflanzen auch spezielle Schutzzelte und Vorrichtungen (Tomatenhäuser) zu kaufen, die nur über den Pflanzen aufgestellt werden müssen. Wichtig ist, dass die Planen die Pflanze nicht berühren.

Pflanzsubstrat

Cocktailtomaten PflanzeBeim Pflanzsubstrat stellen die kleinen Tomaten keine großen Ansprüche. Es muss durchlässig und nährstoffreich sein, aber auch etwas Wasser speichern können. Kompost ist ideal, um den Nährstoffgehalt zu erhöhen.

  • Normale Garten- oder Kübelpflanzenerde
  • Blähton und/oder Kies untermischen
  • Reifen Kompost untermischen
  • Alternativ Hornspäne

Pflanzen

Beim Pflanzen gibt es einiges zu beachten, angefangen von Art und Größe des Pflanzgefäßes. Außerdem sollten die jungen Tomaten immer leicht schräg eingepflanzt werden. Auch der Pflanzabstand ist wichtig, ebenso wie die Stütze, die am besten immer gleich mit in die Erde kommt. Auch Cocktailtomaten können beachtlich hoch werden, bis 2 m sind kein Problem für manche Sorten.

  • Gut im Kübel – auf ausreichende Größe achten
  • Für zwei Pflanzen ein Gefäß von mindestens 40 Litern nutzen
  • Erst nach den Eisheiligen auspflanzen bzw. die Gefäße ins Freie stellen
  • Ideal für das Gewächshaus
  • Manche Sorten sind auch hängeampeltauglich
  • Einige Sorten müssen im Freiland vor Regen geschützt werden
  • Pflanzen immer leicht schräg und tiefer in den Kübel einpflanzen (so bilden sich mehr Seitenwurzeln)
  • Keine Tomatenblätter mit Erde bedecken
  • Pflanzabstand 50 bis 60 cm, je nach Sorte
  • Pflanzstab mit in die Erde stecken, der die Triebe und den Stängel vor Umknicken durch Wind und Eigengewicht schützt
  • Die Tomatenpflanze muss gut daran befestigt werden
  • Drainage im Pflanzgefäß
  • Abzugsloch mit Tonscherbe abdecken
  • Ein Gießrand erleichtert das Gießen

Tipp – In zu kleinen Gefäßen werden die Pflanzen bei weitem nicht so groß und die Erträge bleiben deutlich geringer.

Gießen und Düngen

grüne CocktailtomatenDas Gießen und Düngen sind zwei wichtige Faktoren, damit die Pflanzen gut gedeihen und viele Früchte liefern. In Gefäßen verdunstet Wasser viel schneller, als im Beet, deshalb muss häufig, manchmal zweimal am Tag, gegossen werden. Auch der Nährstoffbedarf ist recht hoch, allerdings nützt es nichts, die Pflanzen zu überdüngen. Das schadet ihnen eher.

  • Viel Gießen
  • Je heißer es ist um so mehr Wasser wird benötigt
  • Bei Hitze ist es sinnvoll, morgens und abends zu gießen
  • Die Gefäße dürfen nicht im Wasser stehen, Staunässe ist tödlich
  • Starkzehrer – benötigen viele Nährstoffe
  • Organischer Dünger oder spezieller Tomatendünger

Tipp – Wichtig beim Gießen ist, dass Blätter und Früchte nicht nass werden. Nässe bietet ideale Nährböden für Krankheitserreger. Pilzkrankheiten sind so vorprogrammiert.

Schneiden

Schneiden in dem Sinne ist nicht erforderlich. Die Größe kann mit einem Schnitt eingedämmt werden, was aber nur selten erforderlich ist. Auch müssen Cocktailtomaten nicht zwangsläufig ausgegeizt werden, wie das bei anderen Tomatensorten der Fall ist, aber wer größere Früchte satt Mengen davon ernten möchte, der macht nichts falsch, wenn er es tut. Die ganze Kraft der Pflanze geht damit in die Früchte.

  • Durch das Ausgeizen wird das Höhenwachstum angeregt.
  • Das Anbinden nicht vergessen!
  • Ausgeizen muss nicht sein, kann aber
  • Wer einen buschigen Wuchs wünscht und viele kleine Früchte, der lässt es besser
  • Das gibt jede Menge leckerer kleiner Früchte, die man oft, wenn man einen geeigneten Standort bieten kann, noch bis November ernten kann.

Überwintern

In der Regel werden Tomaten bei uns als einjährige Pflanzen kultiviert. Damit entfällt die Überwinterung. Tomaten sind allerdings zweijährig und es gibt immer mehr Sorten, die sogar eine noch längere Lebensdauer besitzen. Die Pflanzen sind nicht winterhart, können aber durchaus überwintert werden. Im darauffolgenden Jahr fällt die Ernte aber deutlich spärlicher aus.

Vermehren

CocktailtomatenDie Vermehrung erfolgt durch Aussaat, allerdings funktioniert das nicht bei allen Sorten. Hybriden haben keine Samen und können so nicht vermehrt werden. Solche Sorten kann man nur beim Händler erwerben. Die Anzucht aus Samen ist einfach und kann auch von Laien durchgeführt werden.

  • Aussaat
  • Zwischen Februar und April aussäen
  • Ideal sind Anzuchtschalen und Anzuchterde
  • Einzeln aussäen und etwa einen halben Zentimeter mit Erde bedecken
  • Substrat mit Hilfe eines Wassersprühers befeuchten
  • Gefäß warm und hell stellen
  • Erde nicht austrocknen lassen
  • Keimdauer – nur 5 bis 10 Tage
  • Pflanzen pikieren, sobald 3 Blätter gewachsen sind
  • Pflanzen in ca. 8 cm große Töpfchen setzen
  • Nur sparsam gießen, nicht austrocknen lassen
  • Sobald kein Nachtfrost mehr droht, dürfen die Pflanzen ins Freie
  • Wichtig ist ein entsprechend großes Gefäß, es sei denn, die Gewächse sollen ausgepflanzt werden.
  • Im Gewächshaus können die Samen schon ab März ausgesät werden.

Krankheiten und Schädlinge

reife CocktailtomatenLeider sind alle Tomaten mehr oder weniger anfällig für bestimmte Krankheiten und auch für Schädlinge. Cocktailtomaten bilden da keine Ausnahme. Man muss immer ein Auge auf die Pflanzen und auch auf die Früchte haben, um schnell einschreiten zu können. Häufig sind die Früchte aber nicht zu retten.

Kraut- und Braunfäule – wird durch einen Pilz ausgelöst und kommt recht häufig vor, besonders bei feucht-warmer Witterung, zu erkennen an anfangs schwarz-brauner Färbung auf den Blättern. Ist die Erkrankung weit fortgeschritten, tauchen diese Verfärbungen auch auf den Früchten auf. Es kann sich auf den Tomaten auch ein leichter Pilzflaum bilden. Betroffene Pflanzen entsorgen, auch die Früchte. Sie sind nicht mehr für den Verzehr geeignet.

Außerdem können folgende Pilzerkrankungen auftreten:

  • Dürrfleckenkrankheit
  • Stemphyllium-Blattfleckenkrankheit
  • Samt- und Braunfleckenkrankheit
  • Fusarium-Welke
  • Verticillium-Welke
  • Grauschimmel
  • Didymella-Stängelfäule
  • Bakterienbefall
  • Bakterielle Fleckenkrankheit
  • Bakterielle Tomatenwelke
  • Virusinfektionen
  • Spinnmilben
  • Weiße Fliege
  • Blattläus
  • Raupen
  • Thripse
  • Tomatenminiermotte

CocktailtomatenHäufige Fragen

Warum schießen die Sämlinge in die Höhe und kippen dann einfach um?
Das passiert, wenn der Standort zu dunkel ist. Die jungen Pflänzchen benötigen sehr viel Licht.

Gibt es resistente Cocktailtomaten, so dass sich zumindest einige Krankheiten weitestgehend ausschalten lassen?
Die gibt es. Es sind sogenannte F1 Hybriden, zu denen beispielsweise die Sorten Kirschtomaten ’Supersweet´’ 100 und ‚’Philovita’ gehören, auch ’Cherrola’ und die Wildtomate ‚Red Corazon’. Über den Geschmack der Früchte gehen die Meinungen aber auseinander. Die einen schwärmen, andere beschreiben sie als geschmacklos. Das kann man nur selbst ausprobieren. Fakt ist, dass Hybriden keine oder selten Samen besitzen und deshalb nicht vermehrt werden können. Man muss immer die Pflanzen oder Samen kaufen. Die Samen sind teuer, weil es so wenige gibt.