Rotes Laub der Blutbuche

Hinter dem mystisch klingenden Namen „Blutbuche“ verbirgt sich eine natürliche Mutationsform der bekannten Rotbuche. Das schnittverträgliche Laubgehölz ist in ganz Mitteleuropa häufig anzutreffen und erfreut sich in unseren heimischen Gärten einer hohen Beliebtheit als Sichtschutzhecken. Die auch als Purpurbuchen bekannten Gewächse verzaubern den Betrachter durch die intensive rote Färbung ihrer Blätter.

Allgemeines über Blutbuchen

  • Die Bäume bilden erst nach ungefähr 30 Jahren Blüten und Früchte aus.
  • Die Früchte der Blutbuche sind essbar.
  • Gehören zu den schnell wachsenden Pflanzen. – erreicht jährlich einen Zuwachs von bis zu 50 Zentimetern.
  • Sind in ganz Europa weitverbreitete Laubbäume.
  • Im Sommer spielt das Gehölz eine wichtige Rolle bei der Brutpflege von Vögeln.
  • Die markanten, dunkelroten Blätter der Blutbuche verlieren im Laufe des Jahres ihre Färbung und werden grün. 

Der richtige Standort und das optimale Pflanzensubstrat

Die dicht belaubte Blutbuche stellt relativ wenig Ansprüche an ihren Standort. Aus diesem Grund ist der Baum mit seiner auffälligen Herbstfärbung in der freien Natur häufig in Wäldern, in Parkanlagen und auch an Feldrändern anzutreffen.

  • Sonnige Plätze werden von der Blutbuche ebenso bevorzugt wie sehr dunkle, schattige Standorte.
  • Um den Herzwurzeln des Baumes Halt zu bieten, empfiehlt sich ein mittel- bis tiefgründiger Boden.
  • Das humusreiche Substrat sollte geringe Mengen an Kalk aufweisen.
  • Ein lehmhaltiger Boden speichert die Feuchtigkeit besser.
  • Optimal für das Wachstum der Pflanze ist ein pH-Wert von etwa 5.0 bis 7.5.

Tipp: Vermeiden Sie Standorte, welche einen zu hohen Sandgehalt aufweisen. Denn dieses Substrat kann die Feuchtigkeit nicht über eine längere Zeit speichern.

Düngen und Gießen

Die Fagus sylvatica ‚Purpurea‘ unterscheidet sich beim Thema „Düngen“ geringfügig von den Ansprüchen vieler anderer Gartenpflanzen:

  • Gedüngt wird in zwischen Anfang März und Ende Juli.
  • Um Wachstumsschäden zu vermeiden, ab August die Zufuhr von Nährstoffen komplett einstellen.
  • Für eine ideale Düngezusammensetzung ist in der Regel eine Analyse des Bodens notwendig.
  • Gut bewährt haben sich Langzeitdüngemittel.
  • Geringe Mengen Blaukorn im Frühjahr fördern das Wachstum der Purpurbuchen.
  • Das Erdreich rings um die Pflanze im Herbst bzw. Frühjahr mulchen und mit Kompost oder Hornspänen auffüllen. 

Tipp: Düngen Sie in Maßen und vermeiden Sie, dass das Düngemittel in Kontakt mit den Trieben und Blättern kommt.

Auch Bäume und Sträucher im heimischen Garten benötigen – besonders in den heißen Sommermonaten – regelmäßig eine Versorgung mit Wasser. Blutbuchen bilden hier ebenfalls keine Ausnahme:

  • Längere Trockenperioden schaden der Pflanze und können langfristig zum Vertrocknen von Trieben und Blättern führen
  • Im Sommer nachgießen, sobald die oberste Substratschicht ausgetrocknet ist. Mit den Fingern können Sie den aktuellen Feuchtigkeitsgehalt gut prüfen.
  • Die Pflanzen sind sehr anfällig Staunässe gegenüber.
  • Um Wurzelfäule vorzubeugen, können Sie bereits während der Pflanzung größere Tonscherben unter das Substrat mischen. Das sorgt für eine bessere und schnellere Verteilung des Wassers.
  • Blutbuchen benötigen einen gewissen Kalkgehalt im Boden. Deswegen fügt es der Pflanze keinen Schaden zu, wenn Sie mit kalkhaltigem Wasser gießen. 

Pflanzabstand

Blutbuchen sind – auch wenn sie in heimischen Gärten oft als Zierhecke gepflanzt werden – große, dicht belaubte Bäume. Stattliche Exemplare können im zunehmenden Alter eine Höhe von bis zu 45 m und eine Wuchsbreite von 15 Metern erreichen. Bei einer Kultivierung muss deswegen ein dementsprechender Abstand zu anderen Pflanzen und Gebäuden eingeplant werden.

  • Blutbuchen, die als Hecke gesetzt werden – benötigen einen Mindestabstand von ungefähr 50 – 80 Zentimeter.
  • Maximal zwei Pflanzen auf einen Quadratmeter setzen. Das Laubgehölz sollte dabei aber maximal ab einer Höhe von 2 Metern zurückgestutzt werden.
  • Wird auf einen regelmäßigen Schnitt verzichtet, benötigt die Pflanze genügend Freiraum. Mindestens 15 Meter sollten Sie zu Wänden, Hausdächer, Gartenzäunen und anderen Bäumen hin einhalten. 

Eine Faustregel besagt, dass die Hälfte der Wuchsbreite als Abstand zu anderen Pflanzen eingehalten werden sollte. Bei Sichtschutzhecken ist ein dichter Wuchs beabsichtigt, weswegen hier oft ein paar Zentimeter weniger beim Pflanzabstand für einen garantiert blickdichten Austrieb sorgen.

Vermehren

Die auffällige Rotfärbung der Blutbuche lässt in vielen Hobbygärtner den Wunsch reifen, selbst in Besitz eines solchen Baumes zu sein. Vielleicht möchten Sie aber auch nur Ihre eigene Sichtschutzhecke aus Blutbuchen verbreitern? Die wohl einfachste Art der Vermehrung ist die Aussaat von Bucheckern. Blutbuchen bilden jedoch erst nach 30 Jahren Blüten und Früchte aus und auch nur dann, wenn sie nicht jährlich einen Schnitt über sich ergehen lassen müssen.

  • Im Wald und an Ackerrändern sind häufig „wilde“ Blutbuchen anzutreffen. Sammeln Sie dort im Herbst Bucheckern für die eigene Aufzucht.
  • Um nicht ungewollt als Winterreservoir für Vögel und Mäuse herzuhalten, ziehen Sie die Samen im Haus vor. 

Die Anzucht von Bucheckern ist relativ unproblematisch:

  • Blutbuchen gehören – wie alle Buchensorten – zu den Dunkelkeimern.
  • Die Nüsse bzw. Samen müssen vor der Aussaat stratifiziert werden. Dazu legen Sie die Nüsse in einem dunklen Beutel für ungefähr 6 – 8 Wochen in den Kühlschrank.
  • Alternativ können Sie die Samen direkt in ein Gefäß mit Substrat einsetzen und ins Freie bringen.
  • Das Anzuchtsubstrat muss nährstoffarm sein. Gut bewährt hat sich herkömmlicher Sand.
  • Die Buchensamen gut mit Substrat abdecken.
  • Spätestens im kommenden Frühjahr sollten sich die ersten Triebspitzen bei den Sämlingen zeigen.
  • Nach der Ausbildung der ersten Blätter können Sie die Jungpflanzen in ein Pflanzgefäß mit humusreicher, lehmhaltiger umsetzen.
  • Auch eine sofortige Kultivierung im Freiland ist möglich, allerdings müssen Sie hier auf Schädlinge – wie beispielsweise Schnecken – achten. 

Eine Vermehrung durch Triebstecklinge ist ebenfalls möglich. Auch hier ist es das Einfachste, wenn der Trieb von einer frei wachsenden Blutbuche entnommen wird. Im Fachhandel erhältliche Sorten sind oftmals veredelt, sodass eine Vermehrung dieser Pflanzen oft nicht das gewünschte Ergebnis bringt.

  • Die beste Zeit für einen Triebsteckling ist das Frühjahr, ehe die Pflanze mit ihrem Austrieb beginnt.
  • Wählen Sie einen zweijährigen Trieb und schneiden Sie ihn in einer Länge von etwa 8 – 12 Zentimeter ab.
  • Am unteren Ende werden die Blätter komplett entfernt.
  • Kontrollierte Bedingungen – und damit eine bessere Chance zum Anwurzeln – haben Sie mit einem Pflanzengefäß.
  • Bereiten Sie eine Drainage am Gefäßboden vor. Das verhindert Staunässe.
  • Ohne Wurzeln sind die Triebe nicht in der Lage, Nährstoffe aufzunehmen. Humusreiche Erde ist deswegen unnötig.
  • Greifen Sie auf normale Blumenerde zurück.
  • Den Steckling einsetzen und ins Freie stellen.
  • In den kommenden Wochen ausreichend wässern.
  • Bis zu zwei Monaten können vergehen, ehe sich die ersten feinen Wurzeln zeigen.
  • Sobald der junge Steckling beginnt, eigene Triebe bzw. Blätter auszubilden, kann er wie gewohnt im Freiland kultiviert werden.

Hinweis: Die Wahl des richtigen Standorts sollte gut überlegt sein, denn ältere Pflanzen können nicht mehr umgesetzt werden.

Umtopfen

Normalerweise ist dieser Abschnitt für die Fagus sylvatica ‚Purpurea‘ komplett überflüssig. Blutbuchen eignen sich jedoch auch für die Zucht als Bonsai, was ein gelegentliches Umsetzen nötig macht.

  • Blutbuchen sind auch in Bonsaiform durchaus für eine Kultivierung im Garten geeignet.
  • Alle zwei bis drei Jahre wird die Pflanze umgesetzt.
  • Der ideale Zeitpunkt für diese Aktion ist das zeitige Frühjahr.
  • Wählen Sie ein größeres Pflanzengefäß und bereiten Sie auch hier am Boden eine Drainage vor.
  • Die ideale Substratmischung besteht aus Lavasplitt, Akadama und Humus.
  • Bevor die Blutbuche in das neue Gefäß umgesetzt wird, sollten Sie die Wurzeln vorsichtig mit einer scharfen Schere kürzen.
  • Ausreichend wässern, um der Pflanze die Akklimatisation im neuen Substrat zu erleichtern.

Überwintern

Als einheimische Laubbäume sind Blutbuchen winterhart und benötigen keinen speziellen Schutz in der kalten Jahreszeit.
Schnitt

Blutbuchen sind sehr schnittverträglich und können problemlos als 2 Meter hohe Blutbuchenhecke gehalten werden. Um die Wuchshöhe und Form zu erhalten, benötigt die Fagus sylvatica ‚Purpurea‘ zweimal jährlich einen Rückschnitt.

  • Der erste Schnitt erfolgt vor dem Austrieb der Buche.
  • Dabei die Pflanze auf die gewünschte Höhe und Breite zurückschneiden.
  • Ein starker Auslichts- und Rückschnitt fügt der Blutbuche keinen Schaden zu.
  • Bei Bedarf kann Ende Juni der zweite Schnitt erfolgen. Dieser darf jedoch nur mäßig ausfallen.
  • Das Entfernen unerwünschter Nebentriebe kann auch im September noch vorgenommen werden.

Wenn Sie die Bäume als Sträucher bzw. Blutbuchenhecken ziehen möchten, fangen Sie so früh wie möglich mit einem Beschnitt der Pflanzen an. Buchen vertragen durchaus einen starken Rückschnitt ins Altholz. Muss dabei aber ein Großteil der Krone entfernt werden, können Folgeschäden entstehen.

Auch als stattlicher Baum macht die Blutbuche im heimischen Garten eine gute Figur. Ein Rückschnitt in luftiger Höhe muss dabei nicht erfolgen.

  • Die Wintermonate sind die beste Zeit für den Baumschnitt.
  • Entfernen Sie unerwünschte Nebentriebe, um die Baumform zu erhalten.
  • Steil nach oben wachsende Zweige mit einer Astschere oder -Säge beseitigen. Diese „Wassertriebe“ können auf Dauer Hauptäste schädigen. 

Krankheiten und Schädlinge

Blattbräune – Welke Blätter im Sommer sind oft auf den Pilz Apiognomonia zurückzuführen. Eine feuchte Witterung begünstigt dabei den Befall.

  • Im Handel sind spezielle Fungizide für eine wirksame Beseitigung der Pilzerkrankung erhältlich.
  • Entfernen Sie das Falllaub unverzüglich und entsorgen Sie es über den normalen Restmüll. Denn dieses bildet eine Infektionsquelle für das Folgejahr.
  • Blattbräune ist nur ein optischer Makel und fügt der befallenen Buche keine weiteren Schäden zu. 

Buchenwolllaus – Diese faszinierenden Schadinsekten können eine Größe von bis zu 3 Millimetern erreichen und haben sich ganz auf Buchen spezialisiert. Der komplette Lebenszyklus der Buchenwolllaus, welche auch als Buchenblattlaus und Buchenzierlaus bekannt ist, findet auf einer Pflanze statt. Dabei stechen die teilweise ungeflügelten Insekten die Zellen der Triebe und Blätter an, um sich von deren Phloemosaft zu ernähren. Übermäßiger Befall äußert sich in Form von eingerollten Triebspitzen und sich braun färbenden Blättern.

  • Besprühen Sie die befallenen Pflanzen mit einer Brennnesselbrühe, um geringe Populationen von Buchenwollläusen zu entfernen.
  • Greifen Sie auf die natürlichen Fressfeinde der Schadinsekten zurück, wie beispielsweise Florfliegen, Schlupfwespen und Marienkäfer.
  • Verwenden Sie nur als letzten Ausweg chemische Insektizide. Wollläuse sind nützliche Erzeuger von Honigtau, welche nicht nur von Ameisen, sondern auch von Bienen fleißig genutzt werden.

Buchenblatt-Gallmücke – Gallartige Gebilde auf den Blättern der Blutbuche sind auf die Larven der Gallmücken zurückzuführen. Diese Schädlinge sind häufig an Buchen anzutreffen und ernähren sich im Larvenstadium vom Zellsaft der Wirtspflanze. Eine Bekämpfung ist normalerweise nicht nötig, da die weiß- bis gelbfarbenen Gallen lediglich ein optisches Problem darstellen. Dennoch können Sie selbstverständlich gegen die Buchenblatt-Gallmücke auch vorgehen:

  • Entfernen Sie im Spätherbst komplett das herabgefallene Laub der infizierten Buchen. Die Larven überwintern in ihren Gallen darin und entwickeln sich im Frühjahr zu adulten Tieren.
  • Im Fachhandel erhalten Sie wirksame Insektizide gegen den Befall der Buchenblatt-Gallmücke. 

Pflege

Die Bäume mit der prächtigen Blattfärbung benötigen keine spezielle Pflege. Verfärbte Blätter und eingerollte Triebe sind meist auf einen Pilz- oder Schädlingsbefall zurückzuführen.

Fazit

Für eine bunte Farbenpracht im eigenen Garten muss nicht immer auf Blühpflanzen zurückgegriffen werden. Die dunkelrote Blattfärbung der Blutbuche zaubert einen herrlichen Kontrast und ist darüber hinaus noch relativ pflegeleicht und schnittverträglich. Ein Baum, der auch als Heckenpflanze eine dekorative Figur macht.