Nützlinge und Tiere im Garten Vögel- und Vogelschutz

Blaues Vogelei gefunden: von wem stammt es?

Blaues Vogelei

Liegt ein Vogelei außerhalb des Nestes am Boden, löst dies bei vielen Spaziergängern Mitleid aus. Handelt es sich dabei um ein blaues Ei, kommt die Frage hinzu, welche Elternvögel es gehört.

Blaue Vogeleier

Warum manche Vogelarten grüne oder blaue Eier legen, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. Es gibt jedoch verschiedene Theorien dazu. So gehen Forscher der City University und des Colleges in Lancaster davon aus, dass die Färbung der Eierschale etwas mit der Temperatur zu tun hat. Denn die blaue Schale sorgt dafür, dass sich das Innere des Eis nicht zu stark erhitzt. Sie fungiert quasi als Sonnenschutz und schafft erträgliche Temperaturen für die heranwachsenden Küken.

Blaues Vogelei

Eine andere Theorie sieht die blaue Schale als eine Art Qualitätsmerkmal, das dazu dient, bei bestimmten Arten die Männchen zur Brutpflege zu animieren. Denn die Farbintensität mancher Vogelarten wie zum Beispiel beim Trauerschnäpper signalisiert, in welchem körperlichen Zustand die Vogelmutter ist. Dabei gilt: Je intensiver das Blau ist, desto gesünder ist die Mutter und umso mehr lohnt sich die Pflege des Nachwuchses. Sind die Vogeleier hingegen nur zartblau, bedeutet dies, dass schwache Küken zur Welt kommen werden. In diesem Fall lohnt sich die Brutpflege aus der Perspektive der Männchen nicht.

Vogelarten von G bis R

Einen Sonderfall stellt der Kuckuck (Cuculus canorus) dar, denn die Weibchen können die Eier an jene der Wirtsvogelarten anpassen. Zu seinen bevorzugten Arten, in deren Nester er ein blaues Kuckucksei legt, gehört der Gartenrotschwanz.

Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)

  • Farbe: grünlich-blau, matt bis schwarz glänzend
  • Zeichnung: rötlich-braune Flecken am Stumpf (selten)
  • Brutzeit: Ende April / Anfang Mai bis Ende Juli
  • Lebensraum: lichte und trockene Laubwälder, Waldränder, Parkanlagen mit lockerem Baumbestand, Dorfränder, Obstgärten, Industrieanlagen, bei hoher Bestandszahl auch Misch- und Nadelwälder
Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus), blaues Vogelei
Quelle: Grüner Flip, Kuckuck-Gartenrotschwanz-4, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

Gimpel (Dompfaff, wiss. Bezeichnung Pyrrhula pyrrhula)

  • Farbe: hellblau bis blaugrünlich, trüb bläulich
  • Zeichnung: tiefpurpurbraune bis fast schwarze Flecken sparsam in Richtung des stumpfen Pols
  • Brutzeit: April bis August
  • Lebensraum: Nadelwälder, lichte Mischwälder, Parkanlagen oder Gärten mit Fichten
Gimpel (Dompfaff, wiss. Bezeichnung Pyrrhula pyrrhula)
Quelle: nottsexminer, Bullfinch Nest 12-05-12 (7181655884), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0

Heckenbraunelle (Prunella modularis)

  • Farbe: grünblau
  • Zeichnung: keine
  • Brutzeit: April bis Juli (zwei Bruten)
  • Lebensraum: Nadelwälder, lichte Mischwälder, Parkanlagen oder Gärten mit Fichten
Heckenbraunelle (Prunella modularis)
Quelle: nottsexminer (https://www.flickr.com/people/nottsexminer/), Dunnock (Hedge Sparrow) Nest 11.04.11, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0

Rotkehlchen (Unterart: Erithacus rubecula superbus)

  • Farbe: blaugrünlich
  • Zeichnung: rostbraun oder roströtlich gefleckt oder gewölkt; verstärkt in Richtung des stumpfen Pols (Kranzbildung möglich)
  • Brutzeit: Mitte März bis August
  • Lebensraum: Laub-, Misch- und Nadelwälder, Auwälder, Gebüsche, Hecken und wassernahe Gebiete
blaues Vogelei

Vogelarten von S bis T

Singdrossel (Turdus philomelos)

  • Farbe: himmelblau
  • Zeichnung: keine
  • Brutzeit: April bis Juli (zwei Bruten)
  • Lebensraum: Laub-, Misch- und Nadelwälder, Auwälder, Moorwälder
Singdrossel (Turdus philomelos), blaues Vogelei
Quelle: Didier Descouens, Turdus philomelos MHNT ZOO 2010 11 187 Courtalain, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Die in den USA lebende Wanderdrossel legt dunkelgrünlichblaue Eier mit blassbraunen Flecken, Punkten oder brauner Sprenkelung.„]

Star (Sturnus vulgaris)

  • Farbe: hellblau bis hellgrün
  • Zeichnung: keine
  • Brutzeit: Mitte April bis Mitte Mai
  • Lebensraum: flächendeckend mit Ausnahme von geschlossenen Waldgebieten
Star (Sturnus vulgaris)
Quelle: USGS Bee Inventory and Monitoring Lab from Beltsville, Maryland, USA, Sturnus vulgaris, egg, pomonkey, charles county, md 2015-05-25-14.08.56 ZS PMax (17907280680), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0

Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca)

  • Farbe: (leuchtend) blau
  • Zeichnung: keine
  • Brutzeit: Mai bis Juli
  • Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Parkanlagen, Gärten
Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca), blaues Vogelei
Quelle: Arnstein Rønning, Ficedula hypoleuca egg, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0

Maßnahmen bei gefundenen Vogeleiern

Da Vögel ihre Nester sicher bauen, fallen in der Regel keine Eier zufällig heraus. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Eltern ein Ei bewusst aus dem Nest bzw. der Bruthöhle werfen, da darin ein schwaches Küken heranwächst, dessen (Über-)Lebenschancen gering sind. Wenn Sie dieses Leben retten wollen, dann sollten Sie das Vogelei nicht mit den bloßen Fingern anfassen und sofort bei einer Stelle abgegeben, die sich mit Vogeleiern auskennt. Vom Bebrüten in den eigenen vier Wänden wird abgeraten, da es sich um einen komplexen Vorgang handelt. Außerdem ist die artgerechte Aufzucht der Küken zu Hause äußerst schwierig.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Wo sie das Vogelei abgeben können, erfahren Sie bei einem Naturschutzverband oder dem städtischen Veterinäramt.„]

Häufig gestellte Fragen

Legt eine Amsel auch blaue Vogeleier?

Ob die Amsel (Turdus merula) ein grünes oder blaues Vogelei legt, wird unterschiedlich eingestuft. Das mag daran liegen, dass die Farbe der Eierschale, wie auch bei braunen Eiern, variieren kann.

Sind die Eier der Bachstelze weiß oder blau?

Die Eier von Bachstelzen (Motacilla alba) werden als weiß bis cremeweiß eingestuft. Sie können jedoch auch einen zarten blauen Schimmer haben. In jedem Fall ist das Vogelei braun gesprenkelt.