Gartenpflanzen Rosen

Rosenblätter rollen sich ein | Blattrollwespen an Rosen

Braune Blattspitzen

Wenn sich im Frühjahr nach dem Blattaustrieb und vor der Blütenbildung die Blätter der dekorativen Rosen einrollen, dann handelt es sich hier in der Regel um einen Befall von Blattrollwespen. Den Schaden verursachen die Larven, die sich von den obersten Schichten der Blätter ernähren und diese zum Einrollen bringen. Die Schädlinge können jedoch effektiv bekämpft werden. Für die folgenden Jahre sollten dann vorbeugende Maßnahmen eingeleitet werden.

Warum rollen sich Rosenblätter ein?

Wenn sich die Rosenblätter rollen, dann ist höchste Vorsicht geboten. Zwar schadet ein Befall von Blennocampa pusilla nicht der gesamten Pflanze, dafür aber umso mehr der Optik. Damit die Rosen nicht in jedem Jahr erneut von den Blattrollwespen befallen werden ist es zudem wichtig, nicht nur bei Erkennen des Schadens eine Bekämpfung einzuleiten, sondern auch für die folgenden Jahre vorzubeugen. Daher sind die folgenden Schritte im Einzelnen besonders wichtig:

  • Schadbild erkennen
  • Blattrollwespen erkennen
  • Bekämpfen
  • Vorbeugen
  • naturnahen Garten anlegen

Schadbild erkennen

Blattrollwespen Larve Schuld am Schaden an den Blättern sind nicht nur die adulten Tiere sondern auch deren Larven. Im Mai legen die Weibchen ihre Eier an den Blattstängeln ab und stechen zusätzlich Löcher in die Rosenblätter. Diese rollen sich zusammen und schützen so die Larven. Die geschlüpften Larven sind grünlich gescheckt und schneckenähnlich und werden zwischen sechs und zehn Millimeter lang. Meist werden die einzelnen Rosenblätter von ein bis drei Larven befallen. Diese fressen die oberste Schicht der Rosenblätter an, so dass das folgende Schadbild entsteht:

  • Rosenblätter rollen sich röhrenförmig ein
  • an beiden Seiten der Mittelrippen
  • später verbleiben nur dünne Häutchen
  • sogenannter Skelettier- oder Fensterfraß
  • werden gelb
  • fallen ab
Hinweis: Bis zum Juli leben die Larven in den Rosenblättern, bis sie sich auf dem Blatt verpuppen, abfallen und im Boden überwintern. Hieraus schlüpfen dann im nächsten Frühjahr die neuen Blattrollwespen und können ihre Eier wieder an der Rose ablegen.

Blattrollwespen erkennen

Blattrollwespe Blennocampa pusilla sind unscheinbare, kleine, etwa vier Millimeter große Insekten, die im April aus dem Boden schlüpfen, in dem sie unter den Rosenbüschen überwintert haben. Die adulten Tiere sind schwarz und fliegen zwischen April und Mai umher, um ihre Eier an den Rosen abzulegen. Sie werden meist an den Rosenbüschen gar nicht gesehen, weil sie hier nur ihre Eier ablegen und dann die Rosen wieder verlassen und absterben. Die erwachsenen Rollwespen ernähren sich daher nicht von den Rosenblättern oder anderen Teilen der Rose. Der Schaden entsteht nur durch die Larven.

Hinweis: Da in einem Vegetationsjahr immer nur eine Generation gebildet wird, bleibt der Schaden in der Regel im ersten Jahr sehr gering. Leiten Sie dann sofort bekämpfende und vorbeugende Maßnahmen ein, wird sich im nächsten Jahr kein Schadensbild mehr zeigen.

Bekämpfen

Rosenblattrollwespen mit chemischen oder Hausmitteln zu bekämpfen, ist nicht so einfach. Denn ein wirklich gutes Mittel für die Bekämpfung gibt es hier nicht. Es gibt jedoch mechanische Bekämpfungsmethoden, die sehr wirksam sind, aber leider auch sehr arbeitsintensiv. Diese sollten sofort bei Erkennen des Schadens eingeleitet werden und sehen wie folgt aus:

  • alle gerollten Blätter vom Strauch entfernen
  • mit der Hand abknipsen
  • alternativ ganze Triebe schneiden
  • spätestens bis zum Juli
  • dann verpuppen sich die Larven
  • fallen ab
  • Blätter nicht auf den Kompost geben
  • hier könnten die Wespen weiterhin schlüpfen
  • Blätter gut verpackt in den Hausmüll geben
  • oder im Grill verbrennen

Vorbeugen

Auch das Vorbeugen ist wichtig. Hierzu gehört vor allem die Stärkung der Rosen durch die richtigen Düngergaben und das passende Bodenverhältnis. Nur gesunde Pflanzen können sich gegen einen Befall auch selbst wehren. Unterversorgte Rosen hingegen sind ein leichtes Ziel von Schädlingen und Krankheiten jeder Art. Wichtig ist, Kalkmangel Brennnesseljauche vorzubeugen und stickstoffbetonte Düngung vermeiden. Mulchen und Brennnesseljauche sind hervorragende vorbeugende Maßnahmen für gesunde Rosen. Wurden bereits bekämpfende Maßnahmen bei befallenen Rosen eingeleitet, dann kann für das nächste Jahr weiterhin wie folgt vorgebeugt werden:

  • nach dem Juli Erde abtragen
  • es können immer verpuppte Larven herunter gefallen sein
  • Erde nicht mehr weiter verwenden
  • im Hausmüll entsorgen
  • Wermut- oder Rainfarnbrühe spritzen
  • Ackerschachtelhalmtee ebenfalls wirksam
  • direkt auf die verbliebenen Blätter
  • im Frühjahr direkt auf den Neuaustrieb
Hinweis: Wollen Sie es doch mit einem Insektizid versuchen, die Larven zu bekämpfen, dann sollten Sie Insektizide gegen beißende oder saugende Schädlinge einsetzen. Zum Beispiel Mittel gegen Blattläuse können hier helfen. Diese sollten Sie jedoch nicht auf die Blätter sprühen sondern versuchen, in die gerollten Zwischenräume zu gelangen.

Naturnahen Garten anlegen

Auch wenn es sich suspekt anhört, die Blattrollwespen aus einem naturnahen Garten zu verbannen und mit diesem vorzubeugen, so ist dies dennoch eine gute Methode. Denn in naturnahen Gärten können sich viele natürliche Feinde von Blennocampa pusilla aufhalten, da dieser in einem natürlichen Gleichgewicht liegt. So verhelfen Natursteinmauern, kleine Holzscheite, Vogelnistkästen und andere Unterschlupfmöglichkeiten dazu, dass sich folgende natürliche Fressfeinde der kleinen Schädlinge ansiedeln können:

  • Blaumeisen
  • Vögel allgemein
  • Käfer
  • Spitzmäuse
  • Spinnen
  • Igel
  • Raupenfliegen
  • Schlupfwespen
Idee: Schaffen Sie rund um Ihr Rosenbeet oder die Rosenhecke genügend Unterschlupfmöglichkeiten für die natürlichen Fressfeinde. Ein kleiner Stein- oder Holzhaufen in einer Ecke des Beets, eine kleine Natursteinmauer rund um das Beet oder Nistkästen in Bäumen in direkter Nähe erleichtern das Ansiedeln und Bekämpfen.