Gartenpflanzen Rosen

Alte Rosen schneiden und richtig verjüngen

Rosa

Rosen blühen nur dann üppig, wenn man sie regelmäßig schneidet. Haben Sie eine alte, vergreiste Rose im Garten und wollen sie retten? Wir zeigen Ihnen, wie Sie sie mit einem beherzten Rückschnitt verjüngen.

Bestandsaufnahme

Bevor Sie jedoch zur Schere greifen, sollten Sie sich die betreffende Rose genau ansehen. Bestimmte Merkmale geben Ihnen einen guten Hinweis darauf, wie Sie dieses individuelle Exemplar bestmöglich schneiden. Achten Sie vor allem auf diese Kennzeichen:

  • tote Triebe
  • vorhandene Knospen
  • Veredelungsstelle
  • Triebe oberhalb der Veredelungsstelle
  • vorhandene Triebe unterhalb der Veredelungsstelle
  • Rosenart bzw. Blühverhalten
Rosen schneiden

Die Veredelungsstelle ist eine Verdickung, die sich knapp oberhalb der Erdoberfläche befinden sollte. So manche alte Rose besitzt diese nicht (mehr), wofür es verschiedene Gründe geben kann:

  • Es handelt sich um eine nicht veredelte Rose.
  • Die Rose hat den aufgepfopften Teil schon vor längerer Zeit abgeworfen.

Besitzt Ihre Rose hingegen eine Veredelungsstelle, aus der unterhalb der Verdickung Triebe sprießen, so sollten Sie diese genau dort abschneiden, wo sie austreiben – in der Regel in der Erde. Dabei handelt es sich um Wildtriebe, die die Edelrose gefährden. Triebe oberhalb der Veredelungsstelle sind Edeltriebe und dürfen bleiben.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Sind Sie sich nicht sicher, ob ein Rosentrieb tatsächlich abgestorben ist? Dann machen Sie den Kratztest: Kratzen Sie vorsichtig an mehreren Stellen etwas Rinde ab: Ist das Holz darunter grün, lebt der Trieb. Ist es hingegen braun und trocken, ist er abgestorben und wird komplett entfernt.„]

Blühverhalten und Rosenschnitt

Auch die Rosenart bzw. ihr Blühverhalten gibt Ihnen wichtige Hinweise darauf, wann und wie Sie Ihre alte Rose am besten schneiden. Blüht Ihr Exemplar üblicherweise mehrmals im Jahr, d. h. bildet es immer wieder neue Blüten aus? Oder handelt es sich um eine einmalblühende Rose, die lediglich einmal Blüten treibt und danach verblüht? Diese Unterscheidung ist aus diesem Grund wichtig:

Rosen schneiden
  • Mehrmals bzw. öfterblühende Rosen dürfen Sie radikal herunterscheiden.
  • Sie blühen am neuen Holz und treiben immer wieder aus.
  • Einmalblühende Varietäten dürfen nicht komplett beschnitten werden.
  • Diese Arten dürfen Sie nur auslichten.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Sie müssen nicht genau wissen, um welche Rosenart es sich handelt. Ihr Blühverhalten gibt Ihnen den relevanten Hinweis für den zu erfolgenden Verjüngungsschnitt. Allerdings sind die meisten Arten und Sorten öfterblühend, da einmalblühende mittlerweile selten sind. Unter den Historischen Rosen tritt dieses Verhalten oft auf.„]

Schnittzeitpunkt

Wer Rosen erfolgreich verjüngen will, darf diese nicht zu jeder beliebigen Jahreszeit schneiden. Am besten eignet sich hier das zeitige Frühjahr, etwa zur Zeit der Forsythienblüte. Die leuchtend gelbe Pracht ist für Sie das Startsignal, mit dem Rückschnitt zu beginnen. Die Gehölze treiben zu diesem Zeitpunkt noch nicht aus, stehen aber bereits in den Startlöchern, um neues Pflanzenmaterial und neue Knospen auszubilden. Ein Verjüngungsschnitt zu dieser Jahreszeit führt dazu, dass sich rasch neue, kräftige Triebe und viele vitale Augen entwickeln. Am Tag des Verjüngungsschnitts ist die Witterung optimalerweise

  • frostfrei und mild
  • in nächster Zeit kein Frost in Sicht
  • trocken
Rosen schneiden

Bei Regen sollten Sie Ihre Rosen besser nicht schneiden, da so durch Wassertropfen übertragene Pilzsporen in die frischen Schnittwunden eindringen und die Pflanze mit Krankheiten infizieren kann.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Unter dem Begriff ‚Augen‘ versteht der Gärtner die kleinen, am Holz befindlichen Erhebungen, aus denen die neuen Triebe sprießen. Viele frische Triebe wiederum bedeuten zugleich viele Blätter- und Blütenknospen.„]

Geeignete Werkzeuge

Wollen Sie eine alte Rose verjüngen, so ist für dieses Vorhaben eine handelsübliche Rosenschere nicht ausreichend. Schließlich müssen Sie stark verholzte, trockene und oft dicke Äste und Zweige wegschneiden, was eine kleine Gartenschere nicht bewältigt. Zudem sind viele alte Rosen nicht nur knorrig, ineinander verwachsen und verworren, sondern auch stachelig – neben dem passenden Schnittwerkzeug sollten Sie unbedingt auch lange, feste Kleidung und Garten- bzw. Arbeitshandschuhe tragen. Auch das Tragen einer Schutzbrille ist sinnvoll.

Fürs Schneiden eigen sich diese Werkzeuge:

  • eine Rosen- oder Gartenschere mit Bypass-Mechanik
  • eine Astschere mit langen Griffen und schmaler Spitze
  • eine Klappsäge mit spitz zulaufendem Blatt
Astschere

Die Schneidewerkzeuge müssen gut geschärft sein, damit die Rosentriebe nicht gequetscht werden. Quetschungen bedeuten einen verminderten Saftfluss und behindern das Gehölz somit in seinem Wachstum und seiner Entwicklung. Wichtig ist auch, Scheren und Sägen zu desinfizieren (z. B. mit einem geeigneten Mittel aus der Apotheke), da verunreinigte Geräte Krankheiten vor allem pilzlicher und bakterieller Natur übertragen.

Verjüngungsschnitt

Sind alle Vorbereitungen getroffen, können Sie sich nun endlich an die eigentliche Arbeit machen. Gehen Sie dabei stets Schritt für Schritt und von außen nach innen vor – nicht, dass Sie noch versehentlich im vergreisten Gestrüpp versteckte, junge Triebe entfernen.

Beet-, Strauch- und Edelrosen

Diese Rosenarten blühen allesamt am jungen Holz, weshalb Sie sie zum Verjüngen problemlos radikal herunterschneiden und so die Chance für einen Neuaufbau nutzen können. Dieses Vorgehen mag Ihnen zwar zunächst das Herz bluten lassen, doch seien Sie sicher, dass sich die Rose sehr schnell erholt und viele neue Triebe entwickeln wird. Schneiden Sie alle vorhandenen Triebe knapp über der Veredelungsstelle oder dem Boden (bei unveredelten Rosen) ab und düngen Sie das so drastisch gekappte Exemplar kräftig. Hierzu eignet sich Kompost oder Stallmist besonders gut.

Ist die alte Rose neu ausgetrieben, schauen Sie sich die neuen Triebe genau an und wählen die stärksten für den neuen Aufbau aus:

Strauchrosen
  • Strauch- und Beetrosen brauchen bis zu fünf kräftige Haupttriebe
  • Edelrosen drei bis vier
  • überzählige Jungtriebe direkt am Ansatz abschneiden

Wichtig ist, niemals in die Veredelungsstelle zu schneiden. Wenn Sie nicht ganz so radikal vorgehen wollen, so empfehlen wir dieses Vorgehen:

  • abgestorbene Triebe knapp über der Veredelungsstelle (oder dem Boden) abschneiden
  • übrige Triebe auf eine Länge zwischen 20 und 40 Zentimetern einkürzen
  • dabei immer knapp überhaupt eines nach außen zeigenden Auges schneiden
  • verzweigte Triebe ableiten, d. h. ältere Seitentriebe entfernen und so jüngere fördern

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Falls Sie keine Augen bzw. Knospen an Ihrer Rose erkennen können, so schneiden Sie die Triebe auf die gewünschte Länge ab und beobachten Sie die Pflanze. Sie wird irgendwo austreiben, überstehende Zweigstücke entfernen Sie dann einfach später.„]

Bodendeckerrosen

Auch die robusten Bodendeckerrosen können Sie radikal einkürzen, was am besten mit einer Heckenschere funktioniert. Kappen Sie alle Triebe auf eine Länge zwischen 15 und 30 Zentimetern, wobei Sie sich auch hier von außen nach innen arbeiten. Entfernen Sie abgeschnittene Triebe sofort, um die Übersicht zu behalten.

Kletterrosen

Eine vergreiste Kletterrose zu beschneiden, ist – je nach Höhe und Umfang des Gewächses – etwas komplizierter. Kletterrosen sind Spreizklimmer, die meterlange Ranken ausbilden können und sich mit diesen an der Rankhilfe regelrecht festkrallen. Beim Verjüngung eines solchen Exemplars gehen Sie am besten wie folgt vor:

Kletterrosen schneiden
  • lange, feste Kleidung und Schutzhandschuhe anziehen
  • Totholz direkt über Veredelungsstelle bzw. bodennah abschneiden
  • alte, verzweigte Äste bis ca. Kniehöhe abschneiden
  • immer möglichst knapp über einem Auge kappen
  • junge (ein- bis dreijährige) Ranken stehenlassen
  • hier nur die Verzweigungen bis auf zwei Augen zurückschneiden
  • lange, unverzweigte Triebe gar nicht zurückschneiden
  • hier bilden sich die meisten Blüten

Die Schnittmaßnahmen gestalten sich einfacher, wenn Sie die Ranken der Rose vorsichtig ablösen und erst danach schneiden. Anschließend binden Sie die Triebe geordnet wieder am Rankgerüst fest.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert, wenn man Rosen zu spät schneidet?

Beschneiden Sie Ihre Rosen zur falschen Jahreszeit – etwa im Mai statt im März – dann bildet sie auch später neue Triebe und Blüten aus. Sie wächst in diesem Jahr schwächer, sodass Sie länger auf das gewünschte Ergebnis der Verjüngung warten müssen.

Warum sollte man das Schnittgut nicht auf dem Kompost entsorgen?

Nach dem erfolgten Rückschnitt ist man versucht, das Schnittmaterial auf dem Kompost zu entsorgen. Das allerdings sollten Sie nicht machen, denn gerade alte Rosenstöcke können pilzliche oder bakterielle Krankheitserreger in sich tragen. Entsorgen Sie diese nun auf dem Kompost, verbleiben Pilzsporen und Co. auch im verrottetem Material. Wird der infizierte Kompost im Garten verteilt, können Sie weitere Pflanzen anstecken. Besser ist es, das Schnittgut über den Hausmüll oder als Grünschnitt auf dem Wertstoffhof zu entsorgen.