Basilikum geht ein

Im Supermarkt lockt Basilikum im Topf mit knackig-frischen Blättern und aromatischem Duft. Kaum auf der Fensterbank der Küche angekommen, welkt das mediterrane Küchenkraut nach wenigen Tagen und stirbt ab. Lange Zeit galt dieser Umstand als botanisches Mysterium und bereitete Basilikum-Liebhabern großes Kopfzerbrechen. Sachkundigen Wissenschaftler und erfahrenen Hobbygärtner ist nun gelungen, das Rätsel zu lösen. Lesen Sie im Folgenden, warum Basilikum im Topf vom Start weg wenig Chance auf ein langes Leben hat. Mithilfe einiger gärtnerischer Kniffe lässt sich die Erntedauer zumindest über eine Woche hinaus verlängern.

Extreme Stressbelastung auf dem Transportweg

Das üppige Erscheinungsbild von Topf-Basilikum auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt täuscht über den faktischen Zustand der Pflanze hinweg. In Wahrheit ist das Küchenkraut in seiner Substanz geschwächt, weil es hohen Strapazen ausgesetzt war auf dem langen Transportweg.

  • Das Substrat enthält kaum Nährstoffreserven.
  • Während der Beförderung herrschen ungünstige Lichtverhältnisse.
  • Minimale Wasserversorgung und niedrige Temperaturen setzen dem Basilikum zu.

Der jahrelang unterschwellig angedeutete Verdacht, die Produzenten pflanzten Basilikum wissentlich in minderwertige oder gar verunreinige Erde, konnte entkräftet werden. Neutrale Speziallabors erstellten stichprobenweise Bodenanalysen, die allesamt keinerlei schädliche Bestandteile aufwiesen. Es ist vielmehr die Entkräftung, die als wesentliche Ursache für die kurze Haltbarkeit des Königskrauts zu nennen ist.

Sofortige Maßnahmen daheim

Basilikum Das Basilikum aus dem Handel hält sich demzufolge mit letzter Kraft aufrecht, wenn es beim Endverbraucher ankommt. Wer es nun kurzerhand am Fenster platziert und mit minimaler Beachtung würdigt, hat kaum länger als 1 Woche Freude daran. Mit ein wenig mehr Aufmerksamkeit lässt sich demgegenüber die Lebensdauer dieser Kräuterpflanze spürbar verlängern:

  • Basilikum austopfen und in 3 Teile separieren.
  • In nährstoffreiches Substrat pflanzen, wie Blumenerde auf Kompostbasis.
  • Die Zugabe von etwas Sand oder Perlite erhöht die Durchlässigkeit.

Erfahrungsgemäß steht das Königskraut im Topf viel zu dicht gedrängt. Mithilfe einer Teilung reduziert der Hobbygärtner die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe erheblich. Nicht mehr als 5, maximal 10 Triebe sollten pro Topf kultiviert werden. Das Volumen eines Pflanzgefäßes sollte einen Durchmesser von 30 cm nicht unterschreiten. Im Rahmen wissenschaftlicher Versuche präsentierten sich nach 5 Tagen tatsächlich sichtlich vitalere und grünere Kräuterpflanzen.

Lichtmangel ist fatal

Das Basilikum ist heimisch in den sonnendurchfluteten Regionen des Mittelmeers. Entsprechend hoch erweist sich der Bedarf an Licht. Während diese Anforderung in den Gewächshäusern der Produzenten erfüllt ist, führen mangelhafte Lichtverhältnisse auf der Fensterbank in die Krise. Der Standort will demgemäß mit Bedacht gewählt sein.

  • Vollsonnige Lage über möglichst viele Stunden täglich.
  • Temperaturen um die 20° Celsius und höher.
  • Kalte Zugluft ist unbedingt zu vermeiden.

Untermauert wird diese Feststellung wiederum durch Versuche versierter Fachleute. Hierbei stellte sich heraus, dass Basilikum ungünstige Lichtverhältnisse für ca. 5 Tage verkraftet, bevor die negativen Auswirkungen sichtbar sind. Anschließend baut die Kräuterpflanze rasant ab.

Gießen mit Fingerspitzengefühl

BasilikumIm Hinblick auf den Wasserhaushalt gibt sich Basilikum recht sensibel. Ein durchtränkter Wurzelballen ist ebenso schädlich, wie zu trockenes Substrat.

  • Basilikum konstant feucht halten.
  • Gießen, sobald die Oberfläche der Erde angetrocknet ist.
  • Einzig zimmerwarmes Gießwasser verwenden.
  • Keinesfalls über die Blätter wässern, sondern unmittelbar auf das Substrat.
  • Kein Wasser im Untersetzer für längere Zeit stehen lassen.

Kommen Lichtmangel und falsches Gießverhalten kumulativ zusammen, reduziert sich die Lebenserwartung des Königskrauts auf unter 1 Woche.

Tipp: Bewährt hat sich die Methode, den Wurzelballen bei Bedarf für einige Minuten in ein Gefäß mit Wasser zu tauchen.

Möchte ein Freizeitgärtner die Forschungsergebnisse akribisch umsetzen, nimmt er die Wasserversorgung nach einem genauen Zeit- und Mengenplan vor. Täglich zur gleichen Uhrzeit zu gießen, in einer Dosierung von einem Zehntel des Topfvolumens, hat sich als optimal erwiesen.

Basilikum nicht hungern lassen

Im Gegensatz zu den meisten Kräutern, zeichnet Basilikum sich aus durch einen ausgesprochen hohen Bedarf an Nährstoffen.

  • Ideal ist ein Spezialdünger für nährstoffzehrende Kräuter aus dem Fachhandel.
  • Kompost alleine deckt den Nährstoffbedarf nicht ab.
  • Als organischer Dünger gilt gekörnter Rinderdung als empfehlenswert.
  • Einfacher zu dosieren ist Guano in flüssiger Form.

In Verbindung mit der Wahl eines adäquaten Düngers ist zu beachten, dass Basilikum nur wenig Kalk benötigt. Auf zusätzliche Gaben sollte gänzlich verzichtet werden, da im Leitungswasser eine ausreichende Menge vorhanden ist.

Richtig ernten erhält die Lebenskraft

Kräuter BasilikumSämtliche pflegerischen Maßnahmen laufen ins Leere, wenn das Basilikum zur Blüte ansetzt. Die Blüten selbst gelten zwar ebenfalls als äußerst schmackhaft; zugleich läuten sie bei der Kräuterpflanze das Ende ein. Wer das Ziel verfolgt, das Königskraut möglichst lange am Leben zu halten, verhindert folglich soweit als möglich die Blüte oder zögert sie zumindest hinaus. Das gelingt ganz einfach mithilfe der richtigen Erntetechnik.

  • Keinesfalls nur einzelne Blätter abzupfen.
  • Ganze Triebe ernten, knapp über den Blattachseln.
  • Erkennbare Knospen nicht an den Stängeln belassen.

Je regelmäßiger die Ernte erfolgt, desto buschiger gedeiht das Königskraut. Sollte der gesamte Blätterstand einmal in der Küche benötigt werden, treibt die Pflanze selbst nach einem kompletten Rückschnitt wieder aus. Vorausgesetzt, dass mindestens ein schlafendes Auge am Kraut verbleibt.

Rechtzeitig an die Vermehrung denken

Natürlich spricht nichts dagegen, ein Basilikum bis zum Absterben zu verwenden, um anschließend ein neues Exemplar zu erwerben. Freilich beginnt anschließend das Prozedere von vorn. Vorteilhafter ist dagegen, das aufgepäppelte Königskraut in der Phase seiner höchsten Vitalität zu vermehren. Auf diese Weise stellt der Hobbygärtner einen nahtlosen Zugriff sicher auf knackiges, gehaltvolles Küchenkraut. Ganz unkompliziert geht die Arbeit mittels Stecklingen von der Hand.

  • Gesunde, beblätterte Triebe auf einer Länge von 10 cm abschneiden.
  • Die untere Hälfte komplett entlauben.
  • Stecklinge in ein Glas Wasser stellen, vorzugsweise Weidenwasser.
  • Am warmen, hellen Platz bewurzeln lassen.

Erfahrungsgemäß hat sich nach 10 bis 14 Tagen ein neues Wurzelsystem gebildet. Anschließend setzt der  Kräuterfreund die kleinen Pflänzchen zunächst in 9-cm-Töpfe ein, gefüllt mit nährstoffarmem Kräutererde-Sand-Gemisch ein. Die empfindlichen Wurzeln dürfen dabei keinen Schaden nehmen. Während die jungen Basilikum die Anzuchtgefäße eifrig durchwurzeln, werden sie konstant feucht gehalten. Idealerweise verbringen sie diese Phase im Schutz eines Zimmergewächshauses. Wahlweise schaffen übergestülpte Plastiktüten ein zuträgliches Mikroklima. Treiben die Stecklinge neu aus, verläuft die Vermehrung erfolgreich. Wird es ihnen zu eng im Anzuchttopf, pflanzt der kundige Gärtner sie um in einen Kübel, der nun gefüllt ist mit nahrhaftem Substrat.

Übrigens gelingt die Stecklingsvermehrung aus Schnittware, wie der Handel sie anbietet, in den seltensten Fällen.

Fensterbank gilt als Schwachstelle in der Kultivierung

Von Natur aus ist das Basilikum ausgelegt als einjährige Pflanze. Auf der Fensterbank reduziert sich die Lebenserwartung hingegen auf maximal 2 bis 4 Wochen, selbst bei liebevollster Pflege. Somit kristallisiert sich der Standort im Zimmer als wunder Punkt in der Kultivierung heraus; mag er auch noch so sonnig und warm sein. Möchte ein Freizeitgärtner wirklich lange Zeit die Vorzüge des königlichen Krauts genießen, kommt nur eine Maßnahme in Betracht: Hinaus an die frische Luft. Auf dem Balkon oder der Terrasse fühlt sich die Topfpflanze am sonnigen bis halbschattigen, warmen Platz wohl. Idealerweise ist das Basilikum vor Regen und kalter Zugluft geschützt. Die pralle Mittagssonne sollte Blätter und Triebe möglichst nicht erreichen, weil in diesem Fall ein Sonnenbrand droht. Ansonsten besteht kein Unterschied zur Pflege auf der Fensterbank.

Kräuterbeet liefert Premium-Basilikum

Kräuter BeetFreizeitgärtner, die sich zugleich als anspruchsvolle Gourmets betrachten, wissen es längt: Basilikum in höchster Qualität gedeiht einzig in guter Gartenerde unter freiem Himmel. Selbst die strapazierten Topf-Kräuter aus dem Supermarkt haben hier beste Aussichten, ihr volles Potenzial zu entwickeln über eine lange Zeit. Die Pflanzzeit beginnt Mitte Mai, wenn die Eisheiligen sich verabschiedet haben.

  • Am geeigneten Standort die Erde lockern und gründlich jäten.
  • Mit gesiebtem Kompost und Hornspänen den Boden anreichern.
  • Basilikum austopfen und zerteilen.
  • Pflanzlöcher im Abstand von 25 cm anlegen mit einer Drainage.
  • Das Königskraut etwas tiefer pflanzen, als es im Topf stand.
  • Gut bemessen angießen und gegebenenfalls mulchen.

Befindet sich ein Tomatenhaus im Beet, gesellen geübte Gärtner das Basilikum dazu. Einerseits erhält das Küchenkraut hier einen erstklassigen Regenschutz, andererseits vertreibt es mit seinem Aroma Schädlinge von den Tomatenpflanzen.

Fazit
Der Schleier ist gelüftet um das Rätsel, warum Basilikum zuhause eingeht. Versierte Fachleute und sachkundige Hobbygärtner haben Antworten gefunden auf diese seit Jahren drängende Frage. Das augenscheinlich prächtige Erscheinungsbild im Supermarktregal täuscht über die wahre Befindlichkeit des Küchenkrauts hinweg. Gestresst ist es in höchstem Maße, bar jeglicher Nährstoffreserven. Wichtigste Maßnahme daheim ist die Teilung des dicht gedrängten Wurzelballens. Daran anschließend gilt es, das Königskraut am sonnigen Standort konstant leicht feucht zu halten und regelmäßig mit Nährstoffen zu versorgen. Von essenzieller Bedeutung ist die gezielte Verzögerung bzw. Vermeidung der Blüte. Dies gelingt durch die regelmäßige Ernte ganzer Triebe, statt einzelner Blätter. Eine deutlich längere Haltbarkeit erzielt der Hobbygärtner, wenn er die Pflanze an die frische Luft trägt. Haben seine Bemühungen Erfolg, sollte er die rechtzeitige Vermehrung nicht versäumen.