1 hinweis neu

Der Azteken-Salbei, Zaubersalbei oder Salvia divinorum – wie die Pflanze auch genannt wird – hat sich einen fragwürdigen Namen gemacht. Denn das Gewächs hat eine hochpotente, halluzinogene Wirkung und wird daher häufig nicht nur wegen ihrer schönen Erscheinung kultiviert. Auch für Hobbygärtner ist diese besondere Salbei-Art aber eine Bereicherung, die kleine Herausforderungen bietet und etwas Wissen und Fingerspitzengefühl erfordert. Wer aber einmal die grundlegenden Bedürfnisse des mexikanischen Salbeis verstanden hat, kann an dem krautigen Gewächs lange Freude haben und es auf beeindruckende Größen bringen. Und mit dem richtigen Vorgehen ist hierfür noch nicht einmal viel Geduld von Nöten.

Standort

Der Azteken-Salbei stammt aus Mexiko, benötigt also etwas höhere Temperaturen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte es allerdings nicht sein, denn dann verbrennen die Blätter der krautigen Pflanze sehr schnell. Dennoch ist ein heller Standort von Nöten, an dem lediglich die pralle Mittagssonne nicht auf den Salvia divinorum trifft. Ein Fenster gen Osten oder Westen, unter Folie oder höheren, beschattenden Gewächsen ist ideal. Die Südseite darf es natürlich auch sein, wenn hier zumindest im Sommer während der Mittagsstunden für Schatten gesorgt werden kann.
Davon abgesehen sind starker Regen und Wind möglichst fernzuhalten, ebenso wie Frost. Den Sommer kann Salvia divinorum im Freien verbringen, im Herbst muss das Gewächs jedoch ins Haus. Als Zimmerpflanze kann der Zaubersalbei ebenfalls ganzjährig kultiviert werden. Zu beachten ist lediglich, dass die Pflanze keine abrupten Wechsel verträgt. Ob hohe Luftfeuchtigkeit oder eher trockene Luft, der Azteken-Salbei kann sich problemlos anpassen, wenn er ausreichend Zeit dazu erhält. Soll er umgestellt werden, muss der Wechsel also allmählich erfolgen. Am neuen Standort sollte er anfangs nur für kurze Zeit, dann wenige Stunden stehen. Auf diese Weise muss der Zaubersalbei nur wenig Stress ertragen und leidet unter der Veränderung nicht allzu stark.  

Substrat

Locker, durchlässig und nährstoffreich sollte das Substrat für den Azteken-Salbei sein. Verdichtete Erde und Staunässe verträgt das Gewächs nicht. Es hat durch sein recht schnelles Wachstum allerdings einen vergleichsweise hohen Nährstoffbedarf, weswegen die Erde nicht allzu karg sein darf.

Ein Teil humusreiche Erde und ein Teil Kokosfaser sind eine ideale Mischung. Wird als Basis eine schwerere Erde genutzt, sollte zudem Sand beigesetzt werden. Dieser sorgt für die notwendige Auflockerung und Durchlässigkeit. Weiterhin ist am Boden des Pflanzgefäßes eine Drainageschicht einzubringen, die selbst dann Staunässe verhindert, wenn einmal zu reichlich gegossen wurde.

Hiervon abgesehen, zeigt sich der Azteken-Salbei beim Substrat recht anspruchslos.

Pflege

Bei der Pflege des Zaubersalbeis gilt: Weniger ist mehr. Viele der Gewächse leiden oder gehen sogar ein, weil sie überpflegt werden. Im Zweifelsfalle sollten Gießkanne und Dünger daher lieber stehen bleiben.
Wirklich pflegeleicht ist der Azteken-Salbei jedoch nur, wenn Standort und Substrat stimmen. Auf diese Faktoren sollte also besonders genau geachtet werden.

Gießen

Pflegeleicht ist der Azteken-Salbei auch beim Gießen. Regenwasser ist zwar besser, Leitungswasser kann aber ebenfalls problemlos verwendet werden. Zudem sollte zwar einigermaßen regelmäßig gegossen werden, ein ständiges Feuchthalten ist jedoch nicht von Nöten und auch nicht ratsam. Lieber mag es der Salvia divinorum, wenn er hin und wieder reichlich gegossen wird und die Erde im Anschluss gut abtrocknen kann. Im Wasser stehen sollte er jedoch zu keiner Zeit.

Abhängig von der Luftfeuchtigkeit und dem Gießverhalten, verändert sich auch das Erscheinungsbild des Zaubersalbeis. Je trockener er steht, desto haariger und dicker sind die Blätter. Bei viel Feuchtigkeit und Wasser sind diese eher dünn und tragen nur wenig Flaum. Weil die Anpassung an die Umstände etwas Zeit benötigt, sollten auch Gießverhalten und Luftfeuchte nicht abrupt geändert werden.
 
Düngen

SalbeisortenEtwa von April bis September sollte der Azteken-Salbei regelmäßig gedüngt werden. Das dann recht schnelle Wachstum verbraucht viele Nährstoffe, eine zusätzliche Gabe aller vier Wochen ist daher ratsam.
Als Mittel empfiehlt sich organischer Kräuterdünger. Auch etwas Kompost kann verwendet werden. Damit sich die Nährstoffe gleichmäßig verteilen, sollte der Dünger direkt im Gießwasser aufgelöst oder im Anschluss gegossen werden. Durch diese Maßnahme wird zudem verhindert, dass chemische Verbrennungen an den Wurzeln entstehen.
Wird der Salvia divinorum ganzjährig hell und warm gehalten und beispielsweise unter künstlicher Beleuchtung kultiviert, kann die Düngung auch länger fortgesetzt werden. Wer sparsam vorgehen möchte, kann die Nährstoffe auch bis zu den ersten Anzeichen einer Unterversorgung zurückhalten. Ein Mangel macht sich durch Verfärbungen der Blätter bemerkbar, die dann zumeist rötlich werden.

Umtopfen

Zur Pflege des Azteken-Salbeis gehört auch das Umtopfen, das spätestens aller zwei Jahre durchgeführt werden sollte. Als Vorbeugung gegen Krankheiten und Parasiten, ist ein kompletter Substratwechsel ratsam. Die Wurzeln werden vollständig vom Substrat befreit und wenn möglich, mit wenig Druck abgespült.

Das neue Substrat kann vor der Verwendung auch durch Hitze, im Backofen oder in der Mikrowelle, behandelt werden. Leicht angefeuchtet, bei 150 °C und für eine halbe Stunde im Ofen belassen wird die Erde keimfrei. Fremde Samen, Keime und Larven haben bei dieser Maßnahme keine Chance. Der Salvia divinorum kann also ungestört gedeihen und das Risiko für Krankheiten und Schäden durch Parasiten wird deutlich reduziert.

Das Wechseln der Erde oder die Wahl eines größeren Pflanzgefäßes sollte auf das Frühjahr gelegt werden, etwa auf März oder April, wenn die Pflanze auch im Haus bereits etwas mehr Licht abbekommt und beginnt erneut auszutreiben. Notwendig ist die Maßnahme, wenn die Erde verbraucht erscheint oder sich Wurzeln am Boden des Topfes zeigen. Auch wenn dieser aufgrund der Größe des Azteken-Salbeis nicht mehr standsicher ist, sollte umgetopft werden. Bei jungen Pflanzen kann dies durchaus jedes Jahr von Nöten sein.

Verschnitt

Während der Wachstumsphase kann der Salvia divinorum eine Höhe von bis zu drei Metern erreichen. Das ist zwar selten, 1,5 Meter schaffen jedoch die meisten dieser Pflanzen. Wer bei diesem Wachstum nicht korrigierend eingreift, hat zwar einen sehr hohen Azteken-Salbei – dieser ist allerdings eher dünn, weist schlanke lange Triebe auf und kann eher löchrig wirken. Eine üppige Blätterpracht und dichte Verzweigungen zeigt der Zaubersalbei nur, wenn immer wieder verschnitten wird.

Eingekürzt werden hierbei lange Kopftriebe mit wenigen Blättern, beschädigte Pflanzenteile und kraftlose Zweige. Hierdurch wird die Pflanze dazu angeregt, immer wieder neue Verzweigungen auszubilden. Ein Kahlschlag oder radikales Verschneiden des Azteken-Salbeis im Frühjahr ist zwar möglich, besser ist es jedoch, ihn fortlaufend zu korrigieren.  

Zu beachten ist hierbei insbesondere die Hygiene. Das Gewächs kann vor allem Viren gegenüber anfällig sein, daher darf ausschließlich mit frisch desinfizierten Scheren oder Messern gearbeitet werden. Zudem sollte Salvia divinorum während des Verschnittes keinesfalls neben möglicherweise kranken Gewächsen stehen. Gründliche Kontrollen im Vorfeld ersparen Behandlungsversuche und können Infektionen verhindern.

Tipp: Die abgeschnittenen Triebe können direkt als Kopfstecklinge zur Vermehrung der Pflanze genutzt werden, müssen also nicht auf dem Kompost oder im Müll landen.
    
Vermehrung über Stecklinge

Wenn nach dem Verschnitt des Azteken-Salbeis einige Triebspitzen von etwa 10 bis 15 Zentimeter Länge anfallen, können diese recht einfach zur Vermehrung genutzt werden. Vorgegangen wird hierzu wie folgt:

  1. Die Triebe werden schräg angeschnitten, so dass die Schnittstelle möglichst großflächig ist. Verwendet wird hierzu ein sauberes, am besten desinfiziertes Messer oder ein Skalpell, damit die empfindlichen Stängel nicht gedrückt werden.
  2. Die unteren Blätter werden von den Trieben entfernt.
  3. Die Triebe werden zunächst in ein mit Wasser gefülltes, dunkles Gefäß gestellt und an einen hellen, warmen Standort verbracht. Ideal sind eine Fensterbank und 20 bis 25 °C. Auch unter Folie gelingt die Bewurzelung aber.
  4. Nach zwei bis drei Wochen sollten sich die Wurzeln im Wasser zeigen, dass bis dahin aller drei Tage gewechselt werden sollte.
  5. Sind die Wurzeln etwa drei Zentimeter lang, kann das junge Salbei-Pflänzchen in Erde gesetzt und gut befeuchtet werden. Hierzu wird wiederum das obig beschriebene Substrat verwendet.

Vermehrung durch Samen

Ebenfalls möglich ist die Vermehrung des Azteken-Salbeis über Samen. Diese können online oder über den Handel bezogen aber ebenso nach der Blüte des Salvia divinorum gewonnen werden. Vor der Aussaat werden die Samen für einige Stunden in lauwarmes Wasser eingeweicht, um die Keimung voranzutreiben. Im Anschluss sollte wie folgt verfahren werden.

  1. Als Substrat für die Vermehrung aus Samen sind sandige Anzuchterde oder Kokosfaser ideal, die in ein Pflanzgefäß mit gutem Wasserablauf gefüllt wird.
  2. Die Erde wird gut befeuchtet.
  3. Die Samen werden einzeln und mit jeweils ein bis zwei Finger Abstand leicht in das Substrat gedrückt und nur mit wenig Erde bedeckt.
  4. Im Anschluss wird das Pflanzgefäß an einen hellen, Standort verbracht, an dem 20 bis 25 °C herrschen sollten.
  5. Um den Aufwand möglichst gering zu halten und die Keimung zu beschleunigen, sollte der Topf mit Folie oder Glas abgedeckt werden. Auch ein Zimmergewächshaus ist eine gute Wahl. Damit es hier nicht zur Bildung von Schimmel und Fäulnis kommt, ist die Abdeckung täglich zu lüften.
  6. Wenn die Samen nach einigen Wochen keimen, kann die Abdeckung länger geöffnet bleiben. Das Substrat muss dennoch leicht aber durchgängig feucht gehalten werden.
  7. Wenn die Pflänzchen eine Höhe von etwa fünf Zentimetern erreicht haben, können sie einzeln in Töpfe gepflanzt werden.
  8. Die Entfernung der Abdeckung sollte schrittweise erfolgen.

Tipp: Ebenso wie beim Umtopfen sollte die Erde bei der Vermehrung durch Samen erhitzt und so keimfrei gemacht werden. Konkurrenzdruck und Schimmel werden so verhindert.
 
Kultur im Freiland

Im Sommer kann der Azteken-Salbei im Freien kultiviert werden, da er jedoch nicht frosthart dafür aber sehr empfindlich gegenüber Nässe ist, sollte er nicht direkt in den Garten gepflanzt werden. Die Kultur in Topf oder Kübel bekommt ihm deutlich besser. Hierin kann auch der Wasserablauf besser sichergestellt werden.

Bevor der Zaubersalbei aus dem Haus in den Garten oder auf dem Balkon gestellt wird, sollte er sich an den neuen Standort gewöhnen dürfen. Dafür wird er zunächst immer dann stundenweise nach draußen gestellt, wenn es dort besonders warm ist. Jedoch nicht direkt in die pralle Sonne. Lichter Schatten während der Mittagsstunden und des frühen Nachmittags ist zunächst ideal. Eine geschützte Ecke, in der sich die Wärme staut ist Anfangs ebenfalls günstig.

Wenn die Außentemperaturen auf durchgängig etwa 18 bis 20 °C klettern, darf das Gewächs den ganzen Tag im Freien stehen. Bis dahin sollte es allerdings zwei bis vier Wochen Zeit haben, um sich daran zu gewöhnen und langsam abgehärtet zu werden. Bei spätem Frost muss der Salvia divinorum jedoch wieder ins Haus.

Überwintern

Wie bereits erwähnt, überlebt der Azteken-Salbei keinen Frost. Er muss also rechtzeitig ins Haus verbracht werden, wenn er den Sommer und frühen Herbst über im Freien stand.

Spätestens bei 15 °C gehört er in das Winterquartier. Hier ist allerdings wieder etwas Planung gefragt. Soll der Salvia divinorum während des Winters in der guten Stube stehen, muss er natürlich zeitiger eingeräumt werden. Je geringer der Temperaturunterschied, desto besser.

Kälter als 15°C sollte der Azteke-Salbei jedoch nicht stehen. Die notwendige Pflege während des Winters richtet sich nach den Bedingungen am Standort. Je wärmer und heller es hier ist, desto häufiger sollte gegossen werden. Bei künstlicher Beleuchtung und sommerähnlichen Temperaturen, kann auch eine fortlaufende Düngung erforderlich sein. Ist es hingegen etwas kühler und dunkler, sollte auf das Düngen vollständig verzichtet werden. Gewässert wird weiterhin, jedoch sparsamer.  

Tipp: Bei einer leichten Winterruhe mit geringeren Temperaturen wirft der Azteken-salbei nahezu alle Blätter ab, das ist normal und kein Grund zur Sorge.

Typische Pflegefehler, Krankheiten und Parasiten

Gegen Schädlinge zeigt sich der Azteken-Salbei nicht sonderlich anfällig, wohl aber gegen Krankheiten und Pflegefehler. Besonders häufig sind:

  • Zu kühler Standort
  • Falsches Substrat
  • Zu reichliches Wässern
  • Fehlende Nährstoffe
  • Virus-Infektionen

Die meisten Probleme lassen sich also vermeiden, wenn Standort, Substrat und Pflege stimmen sowie auf saubere Schnittwerkzeuge gesetzt wird. Zeigen sich plötzlich braune Blätter, ist das häufig kein Anzeichen für Wassermangel, sondern für eine Infektion. Zunächst sollte also überprüft werden, ob das Gießverhalten wirklich unstimmig ist, bevor das Gewächs überwässert wird.
 
Vorsicht: Halluzinogen

Der Azteken-Salbei ist durch seine halluzinogene Wirkung bekannt, allerdings nicht gerade in Gärtnerkreisen. Die enthaltenen Stoffe sorgen für ein schnell eintretendes aber auch nur kurzzeitig anhaltendes High. Bei der Aufnahme größerer Mengen kann es zu Vergiftungen kommen. Selbstverständlich gilt es daher, Kinder und Haustiere dringend von dem Gewächs fernzuhalten. Lässt sich das nicht verlässlich und sicher umsetzen, sollte auf Salvia divinorum lieber verzichtet werden.

Fazit

Mit dem richtigen Wissen und zumindest einem kleinen grünen Daumen kann der Azteken-Salbei problemlos kultiviert werden und beeindruckende Höhen erreichen. Als Zimmerpflanze geeignet aber ebenso im sommerlichen Garten gut aufgehoben, ist das mexikanische Gewächs langlebig und dekorativ. Durch die enthaltenen Wirkstoffe ist jedoch ein vorsichtiger Umgang gefragt.