Prachtspiere Astilbe

Häufig wird die Astilbe wegen der Ähnlichkeit ihrer Blütenstände mit der ‚Spirea‘ auch ‚Spiere‘ genannt. In dem botanischen Namen ist Astilbe jedoch das griechische Wort für ‚Glanz‘. Und dieser kommt dem Namen ‚Prachtspiere‘ wohl am nächsten. Astilben (Prachtspieren) wachsen und gedeihen genau dort am besten, wo sich sonst nur wenige Pflanzen wohlfühlen. Das macht sie zu idealen Pflanzen, um jene Standorte eines Gartens zum Leuchten zu bringen und interessant zu gestalten, in denen die Lichtverhältnisse des Halbschattens für viele Pflanzen zu einem Problem werden können.

Steckbrief

Ihre Höhe ist sehr variabel. Sie reicht von 15 – 25 cm bis hin zu der imposanten Höhe von 200 cm. Die kleinwüchsigen Sorten sind sehr gut für die Kübelhaltung, für den Steingarten oder auch als Bodendecker geeignet. Dank der Vielfalt an Größen und Farben kann man bei der Gartenplanung ganz wundervoll mit den Farben und Höhen der Astilben spielen. So können viele dunklere Gartenbereiche in ein buntes Farbenmeer unterschiedlicher Pflanzengrößen und -farben getaucht werden. Denn das Farbspektrum der Blütenrispen reicht von Weiß, Rosa, Rot bis hin zu einem wundervollen Purpurlila.

Sie können sehr lange an einem Ort stehen. Ihre volle Schönheit entwickeln sie nach vier bis sieben Jahren. Ist die Pflanze sehr alt und kahlt in der Mitte aus, sollte der Wurzelstock mit einem scharfen Messer in faustgroße Stücke geteilt werden. Diese können dann in einem Abstand von ca. 50 cm in die gut vorbereitete Erde gesetzt werden.

Das auffälligste Merkmal der Astilben sind ihre eleganten, langen Blütenrispen. Besonders schön zur Geltung kommen diese durch die leichten und sehr feingliedrigen Blätter der Staude. Auch die Farbe der Blätter ist sehr variabel. Bei manchen Sorten sind sie dunkelgrün und glänzend. Die Blätter anderer Sorten haben einen bronzefarbenen Glanz. Andere wiederum leuchten im Frühjahr beim Austreiben rötlich, rot oder hellgrün.

Und im Winter, wenn Raureif alle Pflanzen überzieht, verwandeln sich die Samenstände der Astilben in filigrane kleine und verwunschen wirkende Skulpturen. So bereichern Astilben vom Austrieb im Frühjahr, über die Blüte im Sommer, bis in den tiefen Winter für eine Bereicherung in unseren Gärten.

Ist die Astilbe – Prachtspiere – giftig?

Prachtspiere AstilbeAstilben sind nicht giftig. Die jungen und grünen Pflanzenteile der Astilbe chinesis werden in einigen Gegenden sogar gegessen. Die jungen Früchte der Astilbe longicarpa können gegessen werden. Die jungen Blätter der Astilbe thunbergii können gegart gegessen werden, die Blätter dienen mancherorts als Tee-Ersatz.

Standort

  • Halbschattig bis schattig kühl.
  • Bei feuchtem Boden wird auch Sonne vertragen.
  • Große Hitze wird nicht gut vertragen.
  • Der Boden sollte nährstoffreich, feucht und lehmig-kühl sein (Lehm bindet Feuchtigkeit und Nährstoffe und ist daher ideal).
  • Steht gerne im Sumpfbeet.

Art und Familie
Staude. Gehört zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)

Pflegeaufwand

Gering. Robust, anpassungsfähig und pflegeleicht

Blütezeit

Je nach Sorte Juni bis September mit überhängenden oder aufrechten, fedrigen Blütenkerzen, die aus kleinen Blüten in Weiß, Rosa, Rot oder Violett bestehen. Die Blütenstängel sind aufrecht und nur wenig belaubt. Die Blütenstände färben sich im Herbst braun und schmücken auch im Winter den Garten.

Belaubung
Handförmig, länglich, nach vorn zugespitzt, gezahnt und farnähnlich sind die dunkelgrünen Blätter, die teilweise mit einem Bronzeschimmer überzogen sind. Die Pflanzen treiben erst spät aus.

Wuchs 
Der Wuchs ist aufrecht, buschig und horstartig. Einige Arten wachsen bodendeckend. Schöner rötlicher bis roter Austrieb.

Höhe/Breite
Je nach Art und Sorte 15 bis 200 cm hoch, 30 bis 90cm breit

Ein-/Mehrjährig
Astilben sind mehrjährige Pflanzen.

Frosthärte
Prachtspiere AstilbeAstilben sind unseren Breiten frosthart und gut geeignet für die Gartenkultur.

Pflanzzeit
Frühjahr oder Herbst.

Pflanzabstand
40 – 60 cm, Zwergsorten 20 – 25 cm

Schnitt
Im Frühjahr, bodennah schneiden
.
Vor- oder Unterpflanzung
Sehr gut geeignet sind Farn, Glockenblumen, Anemone, Rhododendron, Funkie, Ziergräser, Silberkerze, Purpurglöckchen, Kaukasus-Vergissmeinnicht, Japanprimel und verschiedene andere niedrig wachsende Schattenstauden.

Vermehrung

Astilben können durch Teilung des Wurzelstockes zum Winterende in der Ruhephase vermehrt werden.
Pflanze vorsichtig ausheben und mit einem scharfen Messer oder Spaten teilen.

Beschädigte Wurzeln mit Holzkohlenpulver oder Schwefelblüte (beides ist in der Apotheke erhältlich) desinfizieren und danach einige Stunden antrocknen lassen. Damit wird Fäulnis beim Einsetzen der Pflanze vermieden.
Die Vermehrung ist nicht ganz einfach. Oft gehen die Pflanzen ein, weil das Pflanzsubstrat zu nass war.

Pflege

  • Astilben benötigen einen durchlässigen und humosen Boden (saurer Boden)
  • Sie bevorzugen frische, feuchte Pflanzerde, die ausreichend mit Torf und Kompost vermengt ist.
  • Je nach Standort und Temperatur sollten die Pflanzen regelmäßig gegossen werden.
  • Astilben gedeihen besonders gut bei höherer Luftfeuchtigkeit und im Halbschatten.
  • Im April Kompost, Langzeitdünger oder organischen Dünger ausbringen. Das erhält der Pflanze die Kraft und die Blühfreudigkeit
  • Alle Astilbenarten müssen bei Trockenheit gut gewässert werden
  • Der Boden des Standorts sollte nie austrocknen
  • Prachtspiere AstilbeMöglich nur Regenwasser nutzen. Prachtspieren sind ausgesprochen kalkempfindlich
  • Im Frühsommer sollten die Pflanzen besonders viel gegossen werden. Das garantiert eine üppige Blüte.
  • Eine leichte Mulchdecke aus Rasenschnitt oder kleingehäckselten Gartenabfällen hält die Erde rund um die Prachtspieren feucht und Unkraut fern.
  • Der Wurzelballen hebt sich im Laufe der Jahre aus dem Boden heraus. Dann im Herbst den Wurzelbereich der Pflanze mit Kompost bedecken. Das erhält die Blühfreudigkeit der Pflanzen, hält den Boden feucht und versorgt gleichzeitig die Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen.
  • Astilben sterben im Herbst ab. Sie sollten als Winterschutz jedoch stehen bleiben. Den Wurzelbereich abdecken, z.B. mit Tannenreisig.
  • Trotz der Sortenvielfalt sind Astilben pflegeleicht und robust. Schädlinge und Krankheiten sind kaum eine Gefahr.
  • Die Pflanze kann alle 3 – 4 Jahre im Frühjahr geteilt werden. Das sichert die Wuchskraft.
  • Nach der Vermehrung sind junge Pflanzen anfällig für Nachtfröste.
  • Staunässe vermeiden, da die Pflanze sonst anfällig ist für Mehltau.

Überwinterung

  • Astilben sind winterhart
  • Sie vertragen im Winter überhaupt keine Staunässe
  • In sehr rauen Gegenden sollten die Pflanzen mit Reisig geschützt werden
  • Nie komplett mit Laub oder Mulch abdecken. Die Pflanze fault darunter
  • Kübelpflanzen können mit Schutz draußen bleiben oder drinnen frostfrei, dunkel oder hell überwintert werden

Probleme – Krankheiten und Schädlinge

  • Einrollen der Blätter: ist meistens ein Zeichen von zu großer Trockenheit und Hitze; die Pflanze kümmert unter flach wurzelnden Bäumen und Sträuchern wegen Wassermangel; das Gießwasser ist zu kalkhaltig – Astilben vertragen kalkhaltiges Wasser nicht.

Arten (Auswahl)

Prachtspiere AstilbeEs gibt mindestens 46 Arten von Prachtspieren (Astilben). Zu den beliebtesten Arten gehören die:

  • Arends Prachtspiere und die Garten-Astilbe (Astilbe x arendsii). Es sind die bekanntesten und die beliebtesten Arten. Sie bieten die größte Sortenvielfalt. Höhe: 60 – 120 cm. Breite: 40 – 75 cm. Blütezeit: Juli bis September in den Farben Rot, Weiß oder Rosa. Sie vertragen etwas mehr Sonne als die anderen Arten, bevorzugen aber den lichten Schatten von Bäumen.
  • Die China-Astilbe benötigt einen halbschattigen, kühlen Standort. Volle Sonne verträgt diese Art nicht gut. Höhe: 50 – 80 cm. Blütezeit: Juli bis September.
  • Die Große Prachtspiere hat schöne, lockere Blütenrispen in Weiß oder Rosa. Wuchshöhe: 80 – 120 cm. Blütezeit: Juli bis August.
  • Die Japan-Astilbe. Sie ist eine Waldstaude und liebt halbschattige Standorte und eine hohe Luftfeuchtigkeit (z.B. Teichränder). Sie blüht früher als die anderen Astilben-Arten. Blütezeit: Juni bis Juli.
  • Die Teppich-Astilbe, auch Zwergastilbe, bildet durch ihren kriechenden Wurzelstock Ausläufer und bildet dichte, flache Teppiche mit auffällig schlanken Blütenkerzen in Lila, Rosa, Pink oder Rot. Sie benötigt Halbschatten und feuchten Boden, möglichst direkt an einem Teichrand. Höhe: 20 – 35 cm. Breite: 90 cm. Blütezeit: August bis September.
  • Die jungen Blätter der Astilbe chinensis var. davidii, Syn. Astilbe davidii sind bronzefarben überzogen. Ihre schlanken Blütenrispen zeigen eng sitzende Blüten. Höhe: 180 – 200 cm.
  • Die Astilbe chinensis var. taquetti ist die Wildform. Sie blüht in den Farben Lavendel bis Rosa.
  • Die Astilbe simplicifolia kommt aus Japan. Sie ist kleiner und zierlicher als die meisten verwandten Arten. Ihre Blütenrispen sind leicht bogig und überhängend. Sie blüht in den Farben Weiß, Rot oder Rosa. Blütezeit: Juli. 

Pflanzzeit
Herbst oder Frühjahr. Teilung des Wurzelstocks lieber im Frühjahr vornehmen. Bei Neupflanzung pro Quadratmeter 50 bis 100 g Volldünger geben.

Hinweise
Astilben lassen sich auch gut mit anderen Pflanzen kombinieren. Rhododendren, Azaleen und Farne sind Pflanzen mit ähnlichen Bedürfnissen, die gute Partner abgeben. Besonders wirkungsvoll kommen sie auch in der Gesellschaft von Funkien, Akelei oder Eisenhut zur Geltung, die blaue Töne als Kontrast zu Weiß und Rosa liefern.

Prachtspiere AstilbeAls Vor- oder Unterpflanzung eignen sich Kaukasus-Vergissmeinnicht, Japanprimeln, Purpurglöckchen und andere niedrige Schattenstauden.

Besonderheiten

  • Die Wildform der Astilbe wird Prachtspiere genannt. Sie stammt aus Japan.
  • Wild wächst sie vor allem noch in feuchten Wäldern und an Bächen in Ostasien.
  • Die Astilbe ist eine haltbare und dekorative Schnittblume.
  • Erst schneiden, wenn sich das untere Drittel der Rispen geöffnet hat. Sie ist sonst in der Vase nicht lange haltbar. Dank der kaum belaubten Blütenstiele schwächt ein Schnitt die Pflanze nicht.
  • Stielenden etwas zerdrücken und täglich das Wasser wechseln, dann hält die Astilbe in der Vase länger.
  • Die Stauden der Astilbe etwa alle 3 bis 4 Jahre teilen, besonders bei Blühfaulheit. Alte und verholzte Rhizome dann nicht mehr einpflanzen.
  • Schnecken mögen keine Astilben, sie halten Abstand.
  • Astilben gehören in jede Rabatte mit Wildstauden und in jeden Bauerngarten.
  • Sie kann gut in Pflanzkübeln kultiviert werden.
  • Eine wertvolle Insektenweide.

Fazit
Astilben gedeihen auf feuchten, humosen Böden und im Halbschatten stehend am besten. Ist die Versorgung mit gleichmäßiger Feuchtigkeit gesichert, können sie sich aber auch an sonnigeren Plätzen wohlfühlen. Die Blüte der ersten Astilben-Sorten beginnt bereits im Juni und Juli. Andere Sorten beginnen mit der Blüte erst im August-September. Wer also auf die Blütezeiten der verschiedenen Sorten achtet, kann mit einer entsprechenden Sortenauswahl von Juni bis September Farbenvielfalt in lichtarme Bereiche des Gartens bringen. Astilben passen in Kombination zu allen Pflanzen mit natürlichem Charme. Ganz besonders schön wirken sie in Gruppenpflanzung. Ihre pastellfarbenen Blüten wirken vor dunklen Gehölzen ganz besonders intensiv. Gerade die dunkleren Stellen eines Gartens werden durch Astilben zu einer lebhaften, bunten Bühne eines Feuerwerks an Farben. Je nach Sorte leuchten vom Frühsommer bis in den Herbst hinein ihre Blüten.