Zitronenmelisse-Anbau: Pflege, Überwintern & richtig Trocknen

ZitronenmelisseZitronenmelisse wird als Gewürz-, Arznei- und als Bienenweidepflanze genutzt. Die meisten Hobbygärtner bauen die Pflanze an, um sie in der Küche als Gewürz zu verwenden. Besonders gut geht das zum Aromatisieren von kalten Getränken, Salaten und Saucen. Die Blätter werden nicht mit gekocht, immer nur



frisch zugegeben. Außerdem kann man Tee und Wein aus Melisse herstellen. Geerntet wird Zitronenmelisse am besten vor der Blüte. Man sagt Melissentee nach, beruhigend und verdauungsfördernd zu wirken. Man nutzt die frischen Blätter. Getrocknete verlieren schnell ihren Duft. Die Heilstoffe bleiben jedoch erhalten.

Zitronenmelisse wird weltweit angebaut und verwildert regelmäßig. Sie wird bis zu einem Meter hoch und bei guter Pflege bis 20 Jahre alt. Man kann mehrmals im Jahr abernten.

Pflege von Zitronenmelisse

Zitronenmelisse ist pflegeleicht. Einmal gepflanzt sorgt sie meist für sich selbst. Nur Jungpflanzen benötigen etwas mehr Aufmerksamkeit, aber da bildet die Melisse keine Ausnahme. Aufpassen muss man, dass sich die Pflanze nicht zu sehr ausbreitet.


Standort

Zitronenmelisse stellt keine großen Anforderungen an ihren Standort. Sie benötigt Platz, um sich entfalten zu können und möglichst viel Licht.
  • Bevorzugt wird ein sonniger bis halbschattiger Standort.
  • Man kann die Pflanze gut im Kräuterbeet kultivieren, obwohl sie sich ziemlich breit macht.
  • Ideal ist ein windgeschützter Standort.
  • Auf dem Balkon ist in ein halbschattiger Standort besser als direkte Sonne.
Pflanzsubstrat

Zitronenmelisse stellt auch an das Pflanzsubstrat nicht allzuviele Anforderungen. Es ist eine recht genügsame Pflanze.
  • Wächst bevorzugt auf nährstoffreichen, sandigen Lehm- oder lehmigen Sandboden.
  • Ideal ist die Beigabe von mineralhaltigem Kompost.
  • Das Substrat kann sauer, neutral oder kalkhaltig sein.
  • Wichtig ist ein durchlässiger Boden.
  • Staunässe wird nicht vertragen.
  • Bei nassem Boden Drainage einbauen!
Pflanzen

Zitronenmelisse im TopfNatürlich kann man Zitronenmelisse als fertige Pflanze kaufen. Man kann aber auch aussäen und das direkt ins Freiland. Nach den Eisheiligen kann man damit beginnen. Zitronenmelisse eignet sich auch für die Kultivierung in Pflanzgefäßen. Für einen Balkonkasten wird sie zu groß, aber einen größeren Kübel füllt sie gut aus.
  • Pflanzabstand 35 x 35 cm
  • Gekaufte Pflanzen einfach mit ins Beet setzen, evtl. vorher Boden aufbereiten.
  • Abstände einhalten, denn die Pflanzen machen sich breit.
  • Ansonsten gibt es beim Pflanzen wenig zu beachten.
Gießen und Düngen

Ausgewachsene Zitronenmelissepflanzen sind genügsam. Sie kommen lange ohne Wasser zurecht. Nur wenn Hitze und Trockenheit lange anhalten, sollte man ihnen etwas Wasser zukommen lassen. Jungpflanzen sind da deutlich empfindlicher.
  • Feuchter Boden, aber immer ohne Staunässe
  • Ist die Pflanze angewachsen, macht ihr Trockenheit nichts aus.
  • Besonders bei jungen Pflanzen darf der Boden nie austrocknen.
  • Zu nass darf er aber auch nicht sein.
  • Düngen ist nicht erforderlich.
Schneiden

Man schneidet Zitronenmelisse, um zu ernten und einmal in der Saison, am Ende, damit sie eine Pause machen kann und es im Beet ordentlich aussieht. Wer nicht ernten möchte oder immer nur wenig, kann die Pflanze wachsen lassen. Mit der Zeit werden die Blätter aber unansehnlich. Besser man schneidet die Stängel ab und lässt die Pflanze neu austreiben.
  • Man kann jederzeit einzelne Blätter und Stängel ernten.
  • Richtig zurückgeschnitten wird Zitronenmelisse nach der Blüte oder aber im zeitigen Frühjahr bei Austriebsbeginn.
  • Man schneidet etwa handhoch zurück.
  • Wer ernten möchte, am besten kurz vor der Blüte Stängel abschneiden. Meist treibt die Pflanze noch einmal aus und das bis zu viermal im Jahr.
  • Den höchsten Ölgehalt hat die Zitronenmelisse bei warmer, trockener Witterung.
Überwintern

junge Zitronenmelisse-PflanzenDie Zitronenmelisse ist

ausreichend winterhart, auch ohne speziellen Winterschutz. Wer Zitronenmelisse im Kübel kultiviert, sollte diesen im Winter etwas abdecken. Günstig ist auch die Bodenisolation mit Styroporplatten.

Vermehren

Zitronenmelisse lässt sich leicht vermehren. Man kann sie aussäen. Hat man einmal eine Pflanze im Garten, erledigt diese das von allein, es sei denn, man erntet alle Triebe vor den Blüte ab. Man kann die Zitronenmelisse auch durch Teilung vermehren. Außerdem bildet die Melisse unterirdisch Rhizome, also Ausläufer, die sich weit verbreiten. Will man dies verhindern, muss man die Pflanze mitsamt Topf einpflanzen oder wenn man die neuen Pflanzen nicht will, sie regelmäßig entfernen.
  • Teilen bei Austriebsbeginn im Frühling
  • Samen im Frühjahr aussäen, nicht mit Erde bedecken, nur andrücken, es sind Lichtkeimer.
  • Nicht alle Samen werden zu Pflanzen. Die Wurzeln wachsen langsam und sind empfindlich. Man kann aber schon im Saatjahr ernten.
  • Wer auf Nummer sicher gehen will, zieht die Pflanzen vor, ab Februar, auf der Fensterbank. Die Erfolgsrate ist deutlich höher als im Freiland.
  • Selbstausgesäte Sämlinge können im Frühjahr umgepflanzt werden.
  • Aussaat im Herbst hat den Vorteil, das die Pflanzen zu Beginn des nächsten Austreibens im Frühjahr kräftig loswachsen.
  • Auch wird die Austrocknung der Keimlinge durch zu viel Sonne vermieden.
  • Stecklingsvermehrung – Stecklinge aus der Mutterpflanze schneiden und bei hoher Luftfeuchte unter Klarsichtfolie bewurzeln lassen 
Krankheiten und Schädlinge

typisch KräutergartenZitronenmelisse ist eigentlich wenig empfindlich und hart im Nehmen. Mehltau kommt recht häufig vor, aber nach dem Rückschnitt ist das vergessen. Ansonsten sind es sehr gesunde Pflanzen.

Blattfleckenkrankheit – Pilzerkrankung, erzeugt braune, rote oder gelbliche Flecken auf den Blättern. Inmitten der Flecken sitzt der Pilz in seinem Fruchtkörper. Der Pilz tritt meist bei feuchter Witterung auf, da kann er sich stark vermehren. Zu verhindern durch großen

Pflanzabstand, nicht auf Blätter gießen. Alle geschädigten Teile großzügig entfernen. Abgeschnittene Teile nicht kompostieren! Keine Bekämpfung mit biologischen oder Hausmitteln möglich. Nur entfernen hilft.

Echter Mehltau
– Pilzerkrankung, zu erkenen an weißem, mehligen Belag auf der Blattoberfläche, aber auch an Trieben und Stängeln. Begünstigt wird der Pilz durch eine hohe Luftfeuchtigkeit und schwülwarme Temperaturen. Übertragen wird Mehltau durch den Wind. Vorbeugen durch ausreichend Pflanzabstand und nicht auf die Blätter gießen! Mehltau lässt sich bekämpfen, z.B. mit Hausmitteln (mit Milch, 1:9 mit Wasser verdünnen und sprühen), oder schwefelhaltigem Spritzmittel.

Rost – Pilzerkrankung, zu erkennen an rost-braunen Pusteln auf der Blattunterseite. Begünstigt wird die Erkrankung durch feuchte Witterung. Sporen verbreiten sich durch Wasser, Wind und abgestorbene Pflanzenteile. Vorbeugen, indem man nicht auf die Blätter gießt. Zur Bekämpfung muss man wissen, welcher Rostpilz es ist. Am besten nehmen Sie ein Blatt und gehen Sie damit zu einem Fachmann. Wenn man weiß, was es ist, kann man geziehlt Mittel dagegen einsetzen.

BlattläuseLäuse, Blattläuse – bei ersten Anzeichen sofort handeln, sonst vermehren sie sich explosionsartig. Tiere mit den Fingern abstreifen und zerquetschen! Pflanzen mit Kernseifenlauge besprühen! Profi-Biogärtner setzen Neem-Produkte ein. Auch Gallmücken und Florfliegen helfen.

Wanzen
– Jüngere Blätter sind deformeirt. Sie erscheinen zerstochen und löchrig. Die Wanzen saugen den Pflanzensaft aus. Das schwächt die Pflanzen. Insektizide helfen oder absammeln.

Zikaden
– gehören zu den Wanzen und sind auch mit Insektiziden zu bekämpfen. Maßnahmen in den frühen Morgenstunden durchführen, wenn sie noch unbeweglich sind. Bevor man zur chemischen Keule greift, kann man es auch mit großen Gelbtafeln versuchen. Die Insekten werden von der Farbe angezogen.

Grüner Schildkäfer
– bei Befall hilft absammeln oder das Spritzen mit Insektiziden

Verwendung von Zitronenmelisse

Zitronenmelisse kann als Gewürz-, Arznei- und Bienenweidepflanze genutzt werden. Die Blätter kann man für viele Speisen verwenden. Extrakte aus ihnen werden in Kräuterlikören verwendet. Zitronenmelisse dient zum Aromatisieren von kalten Getränken, Salaten, Saucen und Kompotten. Aus Melisse kann man auch Tee und Wein machen. In der Heilkunde wird Zitronenmelisse ebenfalls verwendet.

Zitronenmelisse richtig trocknen

Will man Zitronenmelisse trocknen, ist es wichtig, sie zu schneiden, wenn sie trocken ist. Nach Möglichkeit schneidet man erst, wenn es zwei bis drei Tage nicht geregnet hat, sie absolut trocken ist. Beim Trocknen passiert es oft, dass die Blätter und Stiele ihre schöne grüne Farbe verlieren und braun werden. Sie sehen wenig ansehnlich aus. Will man das vermeiden, muss man wie folgt vorgehen:
  • Man muss schnell trocknen.
  • Am besten entfernt man die Blätter von den Stängeln und legt sie auf Zeitungspapier in die Sonne. Wind sollte möglichst keiner gehen.
  • Wenn die Blätter schnell trocknen, bleibt die grüne Farbe erhalten.
  • Außerdem sagt man von Zitronenmelisse, dass sich die ätherischen Öle nach dem Schneiden ganz schnell aus den Blättern in den Stängel zurückziehen.
  • Es kommt also darauf an, auch da schnell zu sein und die Blätter zu entfernen.
  • Alternativ kann man nur wenige Stängel sammt Blätter (3 bis 4) zusammenbinden und warm (nicht sonnig) aufhängen. Wichtig ist Wind, der Luftzug beschleunigt den Vorgang.
  • Eine ander Möglichkeit ist das Trocknen im Ofen. Allerdings bleiben dabei nicht viele der wertvollen Inhaltsstoffe erhalten. Der Backofen wird auf 80 bis 100 Grad vorgeheizt. Melisse auf einem Backblech verteilen. Backofen ausschalten und Blech hineinschieben. Für 24 Stunden im Ofen belassen. Wenn die Melisse nicht richtig trocken ist, Vorgang wiederholen!
  • Getrocknete Zitronenmelisse am besten in großen Schraubgläsern aufbewahren.
  • Wichtig ist, diese vor Licht zuschützen und möglicgst kühl zu stellen. 
Fazit

Zitronenmelisse gehört in jedes Kräuterbeet. Wer die Blätter in der Küche noch nicht probiert hat, sollte das unbedingt tun. Besonders Getränke werden durch die Zitrusnote ausgesprochen lecker und erfrischen. Der Anbau ist nicht kompliziert. Die Pflanze ist genügsam und wächst fast überall. Wenn man nicht abgeerntet hat und die Blätter unansehnlich werden, schneidet man die Stängel einfach ab und erfreut sich an den gesunden Neuaustrieben. Mehr Arbeit macht Zitronenmelisse eigentlich nicht. Ich möchte sie im Garten nicht missen.
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Tipps für Schnellleser
Zitronenmelisse - Anbau-Tipps

- Sonniger bis halbschattiger, möglichst windgeschützter Standort
- Bevorzugt nährstoffreichen, sandigen Lehm- oder lehmigen Sandboden.
- Mineralhaltiger Kompost hilft bei der Kultivierung.
- Wichtig ist ein durchlässiger Boden!
- Pflanzabstand 35 x 35 cm
- Feuchter Boden ohne Staunässe
- Angewachsene Pflanzen brauchen nicht viel Wasser, nur Jungpflanzen!
- Düngen nicht erforderlich!
- Schneiden um zu ernten – immer vor der Blüte
- Handhoch abschneiden, sie treibt wieder aus, bis zu vier Mal pro Saison
- Ausreichend winterhart auch ohne Schutz.
- Vermerhung durch Aussaat, Ausläufer und Stecklinge
- Krankheiten – Blattfleckenkrankheit, Echter Mehltau, Rost
- Schädlinge – Läuse, Wanzen, Zikaden und Grüner Schildkäfer
- Verwendung von Zitronenmelisse als Gewürz-, Arznei- und Bienenweidepflanze
- Nur in sehr trockenem Zustand schneiden!
- Blätter verlieren bei falschem Trocknen ihre schöne Farbe und ätherische Öle
- Nach dem Schneiden Blätter entfernen und diese flach ausbreiten und luftig trocknen
- Schnelles Trocknen erhält die Farbe
- Trocknen im Ofen möglich, aber nicht ideal.
- Blätter kühl und dunkel aufbewahren, in verschlossenem Behälter!
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