Oregano Anbau - Aussaat, Pflege, Ernte und Trocknen

OreganoDer Oregano ist in Südeuropa beheimatet und durch seine würzigen Charakteristiken auch in den nördlichen Breitengraden sehr populär geworden. Die Pflanze gehört zu der Familie der Lippenblütler und ist ein Gewürzkraut, welches mehrere Jahre alt werden kann. Neben seinen zweckdienlichen Eigenschaften für die



Küche und die Heilkunde ist der Oregano eine sehr dekorative Pflanze mit einem aromatischen Geruch, deren Wurzelstock sich stark verzweigt und holzige Ausläufer bildet. Darf er sich frei entfalten, wird er zu einem dichten Busch, welcher in der Blütezeit mit unzähligen rosa- und purpurfarbenen Blüten geschmückt ist. Die Pflanze benötigt einen sonnigen und warmen Standort, mit einem durchlässigen und überwiegend trockenen Boden. Sie ist sehr pflegeleicht und verfügt über eine bestimmte Frostresistenz, bei extremen Temperaturen und höheren Lagen empfiehlt sich jedoch ein Winterschutz.
 
Standort, Pflanzsubstrat, Ein- und Umpflanzen

Der Oregano ist aufgrund seiner Herkunft aus den südlichen Lagen hungrig nach Sonne und Wärme und braucht einen entsprechenden Standort. Er macht sich sehr schön in einem Kräuterbeet oder sogar einem extra Kräutergarten, zusammen mit anderen Kräutern. Aufgrund der Verwendung der Kräuter in der Küche, bietet es sich an, einen entsprechenden Kräuterbereich in der Nähe der Küchenräume zu platzieren, damit dieser bei Bedarf schnell zugänglich ist. Das Pflanzsubstrat sollte leicht, mager und nie zu feucht oder nass sein.
  • Warmer und sonniger bis sehr sonniger Standort
  • Wenn es nicht anders geht, verträgt die Pflanze auch Halbschatten
  • Normale Gartenerde reicht völlig aus, die Pflanze ist sehr anspruchslos
  • Luftdurchlässiger, trockener und kalkhaltiger Erdboden
  • In einem lockeren Pflanzsubstrat werden die Wurzelstöcke gut mit Sauerstoff versorgt und überschüssiges Wasser kann idealerweise ablaufen, feuchte Erde mag die Pflanze nicht
  • Aufgrund seines buschartigen Wachstums und der starken Verzweigung sollte dem Oregano genügend Platz zugestanden werden
  • Für eine Ansammlung von Heil- und Würzkräutern bietet sich ein spezielles Kräuterbeet oder ein ganzer Kräutergarten an
  • Für eine bequeme Verwendung in der Küche kann das Gewürzkraut auch in Töpfen und Kübeln eingepflanzt und dann in der Küche aufgestellt werden
  • Für das Einpflanzen in Blumentöpfe gibt es spezielle Gemüseerde, die das Wachstum und die Bildung der Aromen fördert
  • Wenn die Pflanze zu sehr wuchert, wird ein Umpflanzen fällig
Richtig Gießen und rechtzeitig Düngen

Oregano im BeetDer Oregano sollte vorsichtig gegossen werden, er mag keine Staunässe und auch keinen feuchten Erdboden über eine längere Zeit. In seiner Heimat muss er in den Sommermonaten mit brütender Hitze und anhaltenden Trockenperioden zurechtkommen, deshalb verträgt er zu viel Gießen und langandauernde Regenperioden nicht. Wenn es im Sommer viel regnet, muss dieser Umstand bei der Gießfrequenz bedacht werden. Aufgefangenes Regenwasser ist sehr gut geeignet, denn es verfügt über weniger Kalk als das Leitungswasser. Außerdem ist das Regenwasser bereits abgestanden und reicher an Nährstoffen als das Wasser aus der Leitung.
  • Ballen nie zu feucht halten, schon gar nicht dauerhaft nass!
  • Die obere Erdschicht sollte stets gut abgetrocknet sein, am besten schon einige Zeit
  • Mit einer Fingerprobe vor dem erneuten Gießen überprüfen, ob Boden wirklich trocken ist
  • Während heißer Perioden mit wenig oder gar keinem Regen, darf ruhig etwas mehr gegossen werden
  • Aufgrund seiner genügsamen Eigenschaften muss nicht viel gedüngt werden
  • Düngen von Frühjahr bis Herbst, moderat und nur alle paar Wochen
  • Herkömmlicher Pflanzendünger ist ausreichend
Schneiden und Überwintern

Der Oregano neigt bei optimalen Bedingungen zu einem starken Wachstum, welches schnell ausufern kann. Damit er die benachbarten Pflanzen nicht belästigt, muss er deshalb regelmäßig geschnitten werden. Wird er in der Küche und für die Heilkunde benutzt, kann er auch auf Vorrat geschnitten und getrocknet werden. Der normale Schnitt zwecks Eindämmung des wuchernden Wachstums

ist jederzeit durchzuführen. Wird die Pflanze jedoch für eine Weiterverwendung geerntet, sollte dieses erst erfolgen, wenn sie in der Blüte steht. In dieser Zeit gibt es den höchsten Gehalt an Aromen und würzigen Ölen. Je intensiver die Sonnenbestrahlung ist, desto mehr Aromen und Öle werden ausgebildet.
  • Rückschnitt bei wucherndem Wachstum regelmäßig nötig
  • Pflanze neigt dazu, ganze Beete zu übernehmen und muss deshalb kontrolliert werden
  • Für Erntezwecke erst in der Blütezeit abschneiden
  • Einzelportionen können jedoch schon vorher entnommen werden
  • Schnitt am besten oberhalb einer Verzweigung, auf diese Weise wird eine neue Verzweigung angeregt
  • Die komplette Ernte direkt nach der Blütezeit durchführen
  • Geerntete Stängel enthalten viele kleine und äußerst aromatische Blättchen
  • Nach der Blütezeit und der Ernte kann die Pflanze bis knapp über den Erdboden (etwa eine Handbreit) zurückgeschnitten werden
  • Es können auch ganze Zweige inklusive der Blüten abgeschnitten werden, jedoch immer über den Verzweigungen der Äste
Ernte von OreganoDie Pflanze ist ein Überlebenskünstler und kann sich auch extremer Kälte gut anpassen, da es in ihren heimatlichen Gefilden ebenfalls sehr kalte Winter gibt. In der Anpassungszeit und bei extremen Minusgraden ist jedoch ein Winterschutz ratsam, damit sich der Oregano im Frühjahr schnell erholen und Blüten austreiben kann.
  • Trotz Wärmehunger ist der Oregano relativ frosthart
  • Braucht jedoch eine gewisse Eingewöhnungszeit für extrem harte Winterkälte in höher gelegenen Gebieten
  • Mit dem Einsetzen der ersten Frostnächte ist ein Winterschutz angebracht
  • Den Gartenboden und die Pflanze zum Schutz mit Mulch, Reisig oder Vlies abdecken
  • Nach der Winterzeit in den Frühjahrsmonaten die Triebe bis dicht über dem Boden zurückschneiden, das regt das erneute Wachstum an
Der Oregano und seine Vermehrung

Die Pflanze ist hervorragend durch eine Teilung, Aussaat oder Stecklinge zu vermehren. Es kann vorkommen, dass nach einer Teilung die Pflanze auf einer Erde mit anderen Qualitätsmerkmalen, eine andere Blütenfarbe bekommt. Trotz der gleichen Herkunft wird dieser Farbwechsel vielerorts beobachtet.

Ein weiterer Grund für dieses Phänomen kann auch die Veränderung in der Sonnenbestrahlung sein.
  • Vermehrung durch Teilung, Samen und Stecklinge
  • Frisch abgeschnittene Triebe wurzeln am besten
  • Lichtkeimer, deshalb werden die Samen nur auf die Erde gelegt und leicht angedrückt
  • Die Samen nicht mit Erdboden bedecken
  • Für ein Anzüchten in Blumentöpfen eignet sich die handelsübliche Anzucht- und Gemüseerde, diese Mischungen enthalten normalerweise keinen zusätzlichen Kunstdünger
  • Der Erdboden wird feucht, aber nicht tropfnass gehalten
  • Um das kontraproduktive Austrocknen der Samen zu verhindern, bietet es sich an, den Anzucht-Topf mit einem Gefrierbeutel abzudecken
  • Wurde der Topf abgedeckt, ist dieser einmal am Tag zu lüften, da sich sonst Schimmel bilden kann
  • Alternativ kann dieser auch ein- bis zweimal am Tag mit einem Wassernebel besprüht werden
  • Für die Keimung sind Temperaturwerte um die 20 °C ideal, die ersten Samen keimen nach etwa 4 bis 7 Tagen
  • Für die Aufzucht der Sämlinge sollte ein heller Standort gewählt werden, jedoch ohne direkte Sonnenstrahlen in der Mittagszeit
  • Die jungen Pflanzen bei einer Wuchshöhe von 5-10 cm pikieren (Sämlinge vereinzeln)
  • Nach dem Pikieren/Vereinzeln können diese an die Mittagshitze gewöhnt werden
Blätter, Blüten und die maximale Wuchshöhe

Oregano PflanzeDer Oregano kann eine Wuchshöhe von 15-60 cm erreichen. Sein Wachstum hängt stark von den Bedingungen ab, die an seinem Standort herrschen. Die Stängeln sind vierkantig und rötlich braun, an diesen sitzen kleine und eiförmige Blättchen, welche eine feine Behaarung haben. Diese Blätter werden zum Kochen verwendet, in den meisten Fällen aber erst nach dem Austrocknen. In der Küche der Mittelmeerländer ist der Oregano fester Bestandteil und ein wichtiges Gewürz. Er wird sehr häufig mit dem Majoran verwechselt, da er diesem sehr ähnlich sieht und auch gleichermaßen duftet. Die Blütezeit ist im Hochsommer, mit dem Einsetzen der Blüte kann auch geerntet werden. Mit den Blüten werden auch die Aromen und Ölen in der Pflanze ausgebildet, deren würzige Wohlgerüche den ganzen Garten durchdringen. Der Oregano findet auch in der Heilkunde seinen Gebrauch, da er den Auswurf fördert und Krämpfe löst.
  • Wuchshöhe liegt bei 15 bis maximal 60 cm
  • Pflanze kann sich jedoch aufgrund der extrem verzweigten Wurzelstöcke stark in die Breite vergrößern
  • Die länglichen Zweige tragen die Blätter und am Schluss die Blüten
  • Blütezeit ist Juli bis September
  • Die staudenartige Pflanze bildet zahlreiche Öldrüsen aus, die einen aromatischen Duft verströmen
  • Erst mit der Blütezeit werden die Öle ausgebildet
  • Die Blüten sind rosa bis purpurrot, manchmal auch violett
  • Die getrockneten Blätter werden zum Würzen von Gerichten verwendet und sind ein wichtiger Bestandteil in den Würzmischungen "Italienische Kräuter" und "Kräuter der Provence"
Durch Trocknen konservieren

Der Oregano hat einen sehr kräftigen Geschmack, mit einer leicht bitteren Spur und einem Anflug von süßen Gewürzen. Für die Geschmacksentwicklung sind die ätherischen Öle und Phenole in der Pflanze verantwortlich. Den Phenolen wird eine antibakterielle und antifungizide Wirkungsweise zugesprochen. Diese komplexen Aromen werden in einer großen Menge in der Pflanze ausgebildet und in vielen Bereichen geschätzt. Für die Verwendung in der Küche und der Heilkunde wird dieser meistens getrocknet, auf diese Weise hält er sich dauerhaft und es kommt zu keinem Schimmelbefall.
  • Konservierung durch Trocknen
  • Ganze Zweige können zusammengebunden werden
  • Die Oregano-Sträuße in einem luftigen und eher dunklerem Raum aufbewahren, hier können sie langsam trocknen
  • Nur nachdem jeder Strauß komplett ausgetrocknet ist, in die Küche überführen, da sich sonst Schimmel bilden kann
  • Die Blüten können mit gepflückt und auch beim Würzen verwendet werden
Befall mit Krankheiten und Schädlingen

Oregano in der KücheDer Oregano ist sehr robust und wird nicht so leicht krank und von Schädlingen befallen. Pflegefehler und ein falscher Standort können jedoch zu einem Verwelken und Absterben der Blätter führen. Er kann ebenfalls mit Blattläusen und Zikaden befallen werden. Normalerweise schützen ihn seine eigenen ätherischen Öle vor Fressfeinden, da die meisten Schädlinge diese nicht mögen.

Blattläuse
  • Befall der Blätter und Blüten
  • Die ganze Pflanze mit viel Wasser abspülen, die Blattläuse können auch mit den Händen entfernt werden
  • Die befallenen Stellen mit einer Spülmittellösung (gering dosiert) und einem entsprechenden Schwamm komplett abwaschen
  • Das Abwaschen und Abstreifen solange wiederholen, bis keine Läuse mehr nachkommen
Welke Blätter
  • Zu feuchte und dauerhaft nasse Erde führt zu einem Verwelken der Blätter und der ganzen Pflanze
  • Erdboden austrocknen und eine Gießpause einlegen
  • Zukünftig weniger gießen und den Erdboden zwischen den Gießeinheiten gut austrocknen lassen
Zikaden
  • Fressgierige Insekten, die an den Blättern saugen und auch hier ihre Eier ablegen
  • Können Pilzsporen mittragen und die Pflanze infizieren, dann bleibt die Blüte im nächsten Jahr aus
  • Einsprühen der betroffenen Pflanzen mit einer stark verdünnten Essig-Essenz oder mit einer Lösung aus Niemöl
  • Vor allem auf die Blattunterseiten sprühen
Fazit

Der Oregano ist ein variables Gewürzkraut, welches sowohl in der Küche als auch in der Heilkunde seinen Einsatz findet. Der staudenartige Wuchs, die farbenfrohen Blüten und die sattgrünen Blätter verschönern jeden Garten und sind besonders für ein Kräuterbeet geeignet. Die ätherischen Öle versprühen einen aromatischen und sehr starken Duft, welcher eine wahre Wohltat für die Atemwege ist. Da er sehr pflegeleicht ist und dem Frost trotzen kann, passt er sich ideal den Bedingungen in den Gärten in den hiesigen Regionen an.
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Tipps für Schnellleser
Oregano im Garten und Kräuterbeet

- Relativ robuste und pflegeleichte Pflanze
- Frosthart, freut sich aber über einen Winterschutz
- Kann im Garten unbeschadet überwintern, wenn er mit Mulch, Reisig oder Vlies abgedeckt wird
- Einpflanzen in Töpfe und Kübel für einen einfachen Umzug in Küche, auf diese Weise wird auch das zu Wucherungen neigende Wachstums beschränkt
- Idealer Standort ist ein sehr sonniger und warmer Platz
- Sämlinge reagieren erstmal empfindlich auf starke Sonnenstrahlen
- Nach dem Überwintern im Frühjahr beschneiden
- Durchlässiger und kalkhaltiger Erdboden
- Welke Blätter deuten auf Pflegefehler hin, die betroffenen Zweige abschneiden
- Düngen alle paar Wochen in der Wachstumsperiode in den warmen Monaten
- Nur moderat Gießen, nach einer Trockenperiode
- Wurzelstöcke nie lange feucht stehen lassen
- Vermehrung durch Aussaat, Teilung oder Stecklinge
- Für die Verwendung in Küche und als Heilkräuter trocknen lassen
- Für das Austrocknen luftig und dunkel lagern
- Krankheiten und Schädlinge treten bei der sehr robusten Pflanze selten auf
- Die Aromen und Ölen schrecken Schädlinge ab
- Blattläuse
- Zikaden
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