Lorbeer, Lorbeerbaum, Laurus nobilis - Pflege und Überwintern

Lorbeer-PflanzeLaurus nobilis, der Echte Lorbeer, ist eine Heil- und Gewürzpflanze. Der immergrüne Strauch oder Baum kann stattliche Ausmaße erreichen und bis zu 10 m hoch werden. In unserem mitteleuropäischen Klima ist das Gewächs leider nur bedingt winterhart und bleibt deutlich kleiner. Charakteristisch für den Lorbeerbaum ist der aromatische Geruch seiner Blätter. Die Blüten sind eher unauffällig, klein, grüngelb und in doldigen Blütenständen zusammenstehend. Die Blüte dauert von Mai bis Juni, allerdings blühen nur ältere Pflanzen, die noch dazu nicht geschnitten werden. Die Beeren sind blauschwarz und glänzen.


Herkunft

Der Echte Lorbeer stammt eigentlich aus Vorderasien, kommt aber inzwischen im Mittelmeerraum und im pazifischen Nordwesten Amerikas natürlich vor. Bei uns überlebt er ausgepflanzt nur im Rheinland, am Bodensee und in anderen wintermilden Gebieten, aber auch dort nur mit Winterschutz. Ansonsten empfiehlt sich die Kultur im Pflanzgefäß. Als Kübelpflanze ist der Lorbeer gut zu halten und zu pflegen und entwickelt sich prächtig.

Die Blätter des Echten Lorbeer werden als Gewürz verwendet. Sie kommen in Suppen, Eintöpfe, Fleisch- und Fischgerichte und sollten vor dem Servieren in der Regel wieder entfernt werden. Die Blätter kommen auch beim Einlegen von Gurken und Heringen, für Sülzen und zur Essigaromatisierung zum Einsatz.

LorbeerstrauchDa in den Früchten des Lorbeerbaumes viele ätherische und fette Öle enthalten sind, werden diese gepresst und ausgekocht. Das Oleum lauri Lorbeeröl ist butterartig und grünlich und wird durch reines Auspressen gewonnen. Es wird in der Medizin zum Einreiben verwendet, bei Prellungen, Verstauchungen und rheumatischen Beschwerden. Das Öl wird auch in der Parfümindustrie genutzt. Mit Lorbeer muss man vorsichtig umgehen. In größeren Mengen zu sich genommen, führt er zu Trance und Bewusstseinsstörungen.

Viele Pflanzen werden als Lorbeer bezeichnet. Die meisten sind Gewürzpflanzen. Zu unterscheiden sind sie an ihren Fachnamen, den lateinischen Bezeichnungen.

Die Pflege des Echten Lorbeers

Der Lorbeer ist bis auf die Überwinterung recht einfach zu kultivieren. Dazu lassen sich auch noch seine Blätter und Beeren verwenden. Selbst als reine Zierpflanze macht sich der Lorbeer gut. Er kann als Stämmchen gezogen und auch gut in Form geschnitten werden. Lorbeer ist eine der ältesten Kübelpflanzen. Einen Nachteil hat die Pflanze, sie wächst sehr langsam. Will man eine Kugelkrone heranziehen, braucht das ungefähr 10 Jahre, bis es eine ansehnliche und runde Krone gibt. Deshalb werden die Gehölze meist als Busch kultiviert oder als Pyramide geschnitten.

Wichtig ist, dass sobald sich neue Triebe zeigen, der Pflanzballen auf keinem Fall austrocknen darf. Die neuen Blätter bekommen sonst schnell schwarze Ränder oder werden sogar komplett schwarz. Geerntet werden sollten die Blätter außerhalb der Vegetationszeit, also im Herbst oder im Frühjahr.

Standort

Eigentlich ist der Lorbeer recht anspruchslos, was seinen Standort anbelangt. In seiner Heimat steht er aber sehr sonnig und die Sonne mag das Bäumchen auch bei uns sehr. Bei zu wenig davon verlangsamt sich das Wachstum. Auch wird das Gehölz angreifbarer für Krankheiten und Schädlinge. Sonne ist wichtig, auch wenn oft angegeben wird, dass Lorbeer auch im Schatten gedeiht. Es ist eine mediterrane Pflanze.
  • Ab Mitte Mai ins Freiland stellen
  • Ein möglichst geschützter und vor allem warmer Platz ist sinnvoll.
  • Sonne ist günstig, es reicht aber auch Halbschatten.
  • 5 Stunden Sonne am Tag sind das Mindestmaß.
  • Ein komplett schattiger Standort ist nicht ideal.
  • Sobald die ersten Fröste angesagt werden, ins Winterquartier bringen oder für Winterschutz sorgen
Pflanzsubstrat

Laurus nobilisDas Pflanzsubstrat ist unkompliziert. Entweder nutzt man gute Blumen- oder besser Kübelpflanzenerde oder einfach Gartenerde. Natürlich kann man die noch etwas passender anreichernd, je nach Beschaffenheit mit Sand durchlässiger machen oder mit Torf etwas wasserspeichernder. Im Prinzip reicht aber ein ganz normales Substrat.
  • Normale Blumen- oder Gartenerde
  • Bevorzugt sandigen, nährstoffreichen Boden, mit etwas Torfanteil
Pflanzen

Beim Pflanzen ist nicht viel zu beachten. Der Ballen wird so tief eingesetzt, wie er im Topf gestanden hat. Eine Drainage im Pflanzgefäß verhindert, dass überflüssiges Wasser nicht ablaufen kann. Keine Übertöpfe verwenden, wo das Wasser drin stehen bleibt.
  • Umpflanzen oder Umtopfen im Frühjahr
  • Alle 2 bis 3 Jahre umtopfen
  • Gegebenenfalls die Wurzeln beim Umtopfen etwas einkürzen
Gießen und düngen

Im Sommer sollte der Lorbeer regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Empfehlenswert ist außerdem, die gesamte Pflanze hin und wieder mit dem Wasserschlauch abzuspritzen. Das vertreibt Spinnmilben und andere Schädlinge. Zu viel Nässe schadet einem Lorbeer deutlich mehr, als zu viel Trockenheit, obwohl ein Austrocknen des Wurzelballens auch vermieden werden sollte.
  • Im Sommer regelmäßig gießen
  • Ballen darf nicht vollkommen austrocknen
  • Auf keinen Fall Staunässe
  • Gießmenge standortabhängig, bei voller Sonne muss natürlich mehr gegossen werden, als bei nicht so sonnigen Standorten.
  • Wichtig ist, dass der Boden nicht vollkommen trocken ist.
  • Erst gießen, wenn die oberste Erdschicht gut abgetrocknet ist
  • Im Winter deutlich weniger gießen
  • Düngen ab April und bis Mitte August
  • Wöchentliche bis zehntägige Düngergabe mit Flüssigdünger
  • Alternativ im Frühjahr Langzeitdünger verwenden
Schneiden

Echter LorbeerDer Lorbeer kann gut in Form geschnitten werden. Möglich sind runde, pyramidenförmige, keglige oder eckige Formen. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, beim Schneiden die Blätter nicht zu durchtrennen. Erstens sieht das unschön aus, denn die Blattränder werden braun und zweitens öffnet man so Schaderregern Tür und Tor zum Eindringen.
  • Formschnitt im März
  • Bei Bedarf zurückschneiden
  • Blätter nicht durchschneiden, die Schnittstellen verbräunen
  • Nicht bei Sonnenschein schneiden!
  • Die abgeschnittenen Blätter können getrocknet und als Gewürz genutzt werden. Sie machen sich auch gut im Badewasser.
Überwintern

Überwintert wird der Lorbeer wie andere typische mediterrane Pflanzen. Frosthart ist die Pflanze bis etwa – 5° C. Ich habe aber auch gelesen, dass schon weniger Frost die Triebe zum Absterben gebracht hat. Es spielen also noch andere Faktoren eine Rolle. Auf alle Fälle ist ausreichend Licht wichtig, denn der Echte Lorbeer ist eine immergrüne Pflanze. Oft wird angegeben, dass das Licht beim Überwintern keine Rolle spielt. Das stimmt so nicht. Damit das Bäumchen gesund bleibt, ist Licht wichtig, wie bei allen mediterranen und immergrünen Gewächsen.
  • Kühl überwintern
  • Am besten unter 10° C, zwischen 5 und 10°C
  • Ausreichend Licht ist wichtig, sonst wirft der Baum seine Blätter ab
  • Gießen richtet sich nach der Temperatur. Je kühler das Winterquartier ist, um so weniger wird gegossen.
  • Gießt man zu viel, kommt es oft zu Fäulnis an der Wurzel
  • Besser ist zu wenig zu gießen, als zu viel
  • Nicht düngen
  • Darauf achten, dass der Lorbeer auch im Frühjahr noch kühl steht und erst langsam an wärmere Temperaturen herangeführt wird, damit der Wuchs gedrungen bleibt. Ansonsten schießen die Triebe los und werden lang und spirrlig. 
Vermehren

Echter Lorbeer ErnteDie Vermehrung ist auf verschieden Art und Weise möglich, durch Stecklinge, Absenker und Aussaat. Es ist sogar möglich, dass es bei entsprechend mildem Klima durch Selbstaussaat zu einer Invasion an Lorbeerpflanzen kommt, was durchaus lästig werden kann. Günstig ist, dass für Früchte und Samen immer zwei Pflanzen verschiedenen Geschlechts notwendig sind. Hat man nur eine, gibt es damit also keine Probleme.

Stecklinge
  • Frühjahr oder August und September
  • Einen nicht vollständig verholzten (halbreifen) Steckling schneiden, direkt unterhalb eines Blattknotens
  • Untere Blätter entfernen
  • In ein Gemisch aus Sand und Torf stecken
  • Bewurzlung bei etwa 20° C
  • Über das Pflanzgefäß eine Plastiktüte stülpen
  • Gefäß hell stellen
  • Substrat nur schwach gießen
  • Lüften nicht vergessen, damit es nicht zur Schimmelbildung kommt
  • Topf muss gut durchwurzelt sein, bevor man die kleinen Lorbeerpflanzen in ein größeres Gefäß setzt.
Aussaat
  • Samen etwa zwei Tage in lauwarmem Wasser einweichen
  • Samen 1 cm tief in ein Sand-Erde-Gemisch stecken
  • Hell stellen und leicht gießen
  • Keimdauer etwa 2 bis 3 Wochen
Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sind bei entsprechender Pflege sehr selten. Das herb-frische ätherische Öl vertreibt viele Schädlinge und beugt Krankheiten vor. Zu viel Nässe im Winterquartier kann zu einer Schädigung der Wurzel führen. Auch Schädlinge machen sich dort gern über die Pflanzen her. Besonders häufig treten Schild- und Wollläuse auf und die allgemein sehr lästigen Spinnmilben. Am besten ist es, erst einmal zu versuchen, die Plagegeister durch absammeln oder Abspritzen zu beseitigen. Nur im Notfall chemische Mittel einsetzen, denn der Lorbeer ist recht empfindlich. Am besten funktionieren bei Schild- und Wollläusen systemisch wirkende Mittel. Die Pflanze nimmt das Gift auf und die Schädlinge auch, wenn sie den Pflanzensaft aussaugen. Da gerade Schildläuse kaum anders zu bekämpfen sind, ist das die beste Art der Bekämpfung. Spinnmilben können auch mit Pflanzenschutzsprays beseitigt werden. Allerdings muss die Anwendung mehrmals wiederholt werden, damit man auch alle Generationen der lästigen Sauger erwischt.

Natürlich darf man die Blätter des Lorbeers nicht verwenden, wenn chemische Mittel zum Einsatz gekommen sind. Es dauert lange, bis sich die Mittel abgebaut haben und vollständig aus der Pflanze verschwunden sind.

Fazit

Der Lorbeerbaum ist eine dekorative Kübelpflanze. Man sieht die Hochstämme häufig im Eingangsbereich von Häusern, beidseitig flankieren sie die Eingangstür. Der für mich einzige Nachteil dieser dekorativen Pflanzen ist, dass sie nicht im Freien überwintern können, zumindest hier bei mir in Niedersachsen nicht. Ich habe zwar von ausgepflanzten Exemplaren am Niederrhein gelesen, die auch schon an die 4 Meter hoch sind, aber so ein mildes Klima haben leider nicht viele Gartenfreunde. Da hilft nur ein frostfreies Überwintern, bei möglichst recht niedrigen Temperaturen, aber über 0° C. Ansonsten ist der Echte Lorbeer ausgesprochen pflegeleicht. Er mag die Sonne, ausreichend Wasser und etwas Dünger und ist sonst recht genügsam. Er lässt sich gut schneiden und leicht vermehren, eine ideale Topfpflanze also, wenn man ein entsprechendes Winterquartier bieten kann. Ich kann den Echten Lorbeer nur empfehlen. Ich nutzte auch regelmäßig die getrockneten Blätter, welche übrigens im dunkeln getrocknet und gelagert werden sollen.
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Tipps für Schnellleser
Lorbeer, Lorbeerbaum, Laurus nobilis - Pflege

- Echter Lorbeer ist eine ideale Topfpflanze
- Leider nur bedingt winterhart, nur in sehr milden Gebieten
- Gewürz- und Heilpflanze
- Pflege unkompliziert
- Besonders schön als Hochstämmchen, dauert aber einige Jahre
- Standort – sonnig und warm, windgeschützt
- Pflanzsubstrat – Garten- oder Kübelpflanzenerde
- Nährstoffhaltiger Boden wird bevorzugt
- Alle 2 bis 3 Jahre umtopfen
- Gießen – während Wachstumsperiode regelmäßig gießen
- Nicht austrocknen lassen und keine stehende Nässe
- Immer leicht feucht halten
- Düngen von April bis Mitte August – 7 bis 10tägig
- Alternative – Langzeitdünger im Frühjahr
- Schneiden – Formschnitt im März
- Ansonsten kann bei Bedarf geschnitten werden, aber nicht viel
- Blätter nicht durchschneiden
- Abgeschnittene Blätter trocknen – als Gewürz und Badezusatz
- Überwintern – kühl und hell bei 5 bis 10° C
- Wenig Gießen – je kühler der Standort, um so weniger gießen
- Nicht düngen
- Vermehren – Stecklinge, Absenker, Aussaat
- Krankheiten – selten, Wurzelfäule bei zu viel Nässe
- Schädlinge – hauptsächlich im Winterquartier – Schild- und Wollläuse, Spinnmilben
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