Alant, Inula helenium - Pflanzen, Pflege und Vermehrung

Alant PflanzeDer Echte Alant ist eine vielseitige Pflanze, welche sich überwiegend in Bauerngärten wohlfühlt. In der freien Natur ist die Staude häufig an Bächen und Flussläufen anzutreffen, wobei Inula helenium auch problemlos mit trockenen Böden zurechtkommt. Lange Zeit geriet die krautige Pflanze in Vergessenheit, allerdings haben passionierte und traditionsbewusste Hobbygärtner die Wildpflanze zurück in heimische Gärten geholt. Als Solitärstaude - aber auch in Gruppen gepflanzt - bietet der Alant einen aparten Anblick in naturbelassenen Gärten.


Standort und Boden

Der Alant fühlt sich in Bauerngärten und auf naturbelassenen Grünflächen am wohlsten. Ein zu dunkler Pflanzort kommt für die mehrjährige Staude nicht infrage, viel eher sollte sie in den Genuss mehrerer Sonnenstunden täglich kommen. Die Pflanzen sind anfällig für Schäden durch Windwurf, gönnen Sie dem Alant deswegen einen windgeschützten Standort.

Die dicken Wurzeln des krautigen Gewächses bevorzugen ein durchlässiges, humusreiches Substrat. Nur so stellen Sie sicher, dass die Inula helenium sich optimal entwickelt und keinen kümmernden Wuchs aufweist. Auch ein geringer Sandanteil im Boden wird von der Staude toleriert und kommt ihrem Anspruch nach einem trockenen Platz durchaus entgegen.

Gießen und Düngen

Alant im GartenWeniger ist mehr - genau diese Aussage trifft auf die heimische und robuste Wildpflanze zu. Mit zeitweiliger Trockenheit kommt das Asterngewächs problemlos zurecht. Auch an heißen Sommertagen müssen Sie nicht sofort zur Gießkanne greifen und wässern, sobald die oberste Erdschicht abgetrocknet ist. Gegossen wird am frühen Morgen oder Spätnachmittag. Meiden Sie die direkte Mittagshitze, damit die wertvolle Flüssigkeit nicht ungenutzt in der Sonne verdunstet.

So anspruchsvoll der Echte Alant beim Thema Standort und Substrat ist, so genügsam ist er bei der Versorgung mit Nährstoffen. Mischen Sie im Frühjahr und Spätsommer größere Mengen Kompost dem Erdboden bei und mulchen Sie es in der restlichen Hauptvegetationszeit regelmäßig. Ein künstlicher Flüssig- oder Langzeitdünger ist bei dieser Pflanze vollkommen unnötig.

Vermehren

Die mehrjährige Staude lässt sich durch Samen und Wurzelteilung vermehren. Während die Aussaat einmal jährlich erfolgt, kann die vegetative Vermehrung hingegen zwei Mal im Jahr vorgenommen werden.

Samen - Alant gehört zu den bei Licht keimenden Gewächsen und als solches dürfen die Samen der Pflanze nicht komplett mit Substrat bedeckt werden. Sammeln Sie die Samenkapseln nach der Blütezeit im September ab und bewahren Sie diese an einem kühlen, trockenen Ort auf. Somit beugen Sie einem Keim- oder Schimmelbefall des Saatguts vor. Ab März/April können Sie die Samen im Freiland ausbringen oder bereits ab Ende Februar auf der Fensterbank vorziehen.
  • Wählen Sie ein flaches Gefäß.
  • Streuen Sie die Samen behutsam auf das Substrat.
  • Mit einem Wasserzerstäuber gleichmäßig feucht halten.
  • Heizquellen und lang anhaltende Sonneneinstrahlung meiden.
Blüten von Inula heleniumBei einer Umgebungstemperatur von etwa 20°C beträgt die Keimdauer etwa zwischen 7 und 16 Tagen. Der Nährstoffgehalt der Erde spielt bei der Anzucht keine Rolle. Erst am endgültigen Standort im Freiland sollten Sie große Mengen Kompost oder Pferdeäpfel in den Boden einarbeiten. Beim Vorziehen auf der Fensterbank haben Sie die Möglichkeit, die jungen Pflanzen vor Schneckenfraß und anderen Schädlingen zu schützen. Pikieren Sie den jungen Alant, sobald die krautigen Gewächse eine Höhe von etwa 10 Zentimetern erreicht haben. Beim Umsetzen ins Freiland sollten Sie die Pflanzen erst langsam an das direkte Sonnenlicht gewöhnen. Somit vermeiden Sie eine ungewollte Schädigung der empfindlichen Blätter.

Wurzelteilung - Die Wurzeln der Inula helenium gelten als Delikatesse und können auch zu einem schleimlösenden Tee verarbeitet werden. Beim Ausgraben der Pflanze sollten Sie die Möglichkeit nutzen, und das vielseitig verwendbare Gewächs verjüngen. Trennen Sie den umfangreichen Wurzelballen in möglichst gleich große Pflanzenteile auf und pflanzen Sie diese umgehend an den gewünschten Standort. Eine besondere Pflege der frisch geteilten Alant-Stücke ist nicht nötig. Bedecken Sie die Wurzeln wenige Zentimeter mit Substrat und gießen Sie fest an. Der beste Zeitpunkt für die Wurzelteilung liegt im zeitigen Frühjahr oder im Spätsommer. Denn dann verfügen die Wurzeln über genügend Kraft, um neue Triebe und Blätter auszubilden.

Verwenden Sie für die Teilung des massiven Wurzelgeflechts eine scharfe Axt, so minimieren Sie das eigene Verletzungsrisiko. Darüber hinaus ist es wichtig, das Werkzeug vor und nach Vollendung der Arbeit gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Viele Pilzerreger und auch Eier von Schädlingen werden über Gartengeräte auf andere Pflanzen übertragen.

  Tipp: Alant neigt zur kräftigen Selbstaussaat. Wenn Sie keine unkontrollierte Vermehrung im eigenen Garten wünschen, sollten Sie die Samen rechtzeitig von der Pflanze entfernen.



Pflanzen

Inula heleniumBei der Aussaat und auch bei der Pflanzung von jungen Keimlingen sollte die endgültige Höhe der Gartenstaude berücksichtigt werden. Mit ihren imposanten zwei Metern Wuchshöhe nimmt das Gewächs im eigenen Garten einiges an Platz in Anspruch. Dabei kommt sie am besten in Gruppenpflanzung zur Geltung. Setzen Sie beispielsweise direkt am Zaun Akzente mit der krautigen Pflanze oder verdecken Sie damit den Kompost und andere unschöne Standorte im eigenen Garten. Lediglich der Anspruch der Inula helenium nach Sonne, Nährstoffen und Wasser muss erfüllt werden. Halten Sie folgende Materialien bereit:
  • Werkzeug
  • kalkarmes Wasser
  • feine Kieselsteine
  • Kompost oder Hornspäne
Heben Sie ein Pflanzloch aus, dessen Umfang etwa die doppelte Breite und Tiefe als der Wurzelballen beträgt. Dem Erdaushub werden Kieselsteine und Humus beigemischt. Die Steine sorgen dafür, dass sich der Boden auch im Sommer nicht verdichtet und keine Staunässe entstehen kann. Anders als bei Kübelpflanzen sollten Sie darauf verzichten, Lavasplitt oder Tonscherben in das Erdreich einzubringen. Zusätzlich zur Aufbereitung der Erde empfiehlt es sich, eine Lage mit Kompost direkt auf den Boden des Pflanzlochs auszustreuen. Setzen Sie das Gewächs ein und drücken Sie das Substrat behutsam rings herum fest. Als letzter Schritt wird fest angegossen, halten Sie das Erdreich für etwa 14 Tage ausreichend feucht. Das beschleunigt die Akklimatisierung und das Anwurzeln der Pflanze.

Alant gehört zu den bienenfreundlichen Gewächsen und die gelben Blüten des Asterngewächses ziehen diese fleißigen Insekten in Scharen an.

Beachten Sie dies bei der Auswahl des Standorts und vermeiden Sie eine direkte Pflanzung in der Nähe von Spielecken für Kinder. Der Mindestabstand zwischen den einzelnen Stauden beträgt etwa 60 Zentimeter. Wenn Sie die Wurzeln für den Verzehr nutzen möchten, sollten Sie den Abstand zu anderen Alant-Pflanzen auf 1 Meter ausdehnen. So ist gewährleistet, dass sich der Wurzelballen ungehindert entwickeln kann.

  Tipp: Einige Inhaltsstoffe des Alants können Allergien und leichte Vergiftungserscheinungen auslöschen. Verzerren Sie die Pflanzenteile deswegen nur in Maßen.



Schneiden

Die krautigen Gewächse treiben jedes Jahrs aufs Neue aus. Gönnen Sie den Pflanzen im zeitigen Frühjahr deswegen einen radikalen Rückschnitt. Tote, welkende und von Schädlingen befallene Triebe können jedoch auch in der Hauptvegetationszeit entfernt werden. Damit regen Sie den Alant zur Bildung neuer Triebe und Blätter aus. Quetschen Sie die gesunden Triebe beim Schnitt nicht, sondern verwenden Sie statt einer Schere ein scharfes Gartenmesser für die Arbeit.

Überwintern

Alant als WildpflanzeKälte spielt für die Inula helenium keine bedeutende Rolle. Geschützt im Erdreich überdauern die Wurzeln der sommergrünen Pflanze, ehe sie im Frühjahr wieder austreiben. Ein spezielles Vlies oder eine schützende Mulchschicht ist deswegen für den Alant unnötig.

Pflegetipps
  • Verfärbungen der Blätter - Häufig auf einen Mangel oder einer Überversorgung mit Nährstoffen zurückzuführen. Überprüfen Sie das Substrat und düngen Sie bei Bedarf nach bzw. stellen das Düngen komplett ein. Auch ein zu dunkler Standort kann sich negativ auf die Entwicklung und Färbung der Blätter auswirken.
  • Blüte entwickelt sich nicht - Die gelbe Blütenpracht entwickelt sich erst im zweiten Jahr. Treibt die Staude auch im dritten Jahr nicht aus, sollten Sie den Pflanzort wechseln.
  • Bodenaufbereitung - Eine wichtige Pflegemaßnahme ist das regelmäßige Mulchen und entfernen von Unkraut. Beseitigen Sie bereits bei der Pflanzung bzw. Aussaat größere Steine im Erdreich, welche die Entwicklung des Wurzelballens behindern könnten.
  • Ausbildung des Wurzelstocks - Das Wurzelwerk der Pflanze kann vielfältig in der eigenen Küche eingesetzt werden und findet auch in der Naturheilkunde Verwendung. Fördern Sie dafür das Wachstum des Wurzelstocks, indem Sie die Blütenstände komplett entfernen. Das Gewächs nutzt die wieder freien Ressourcen, um den Wurzelballen verstärkt auszubilden.
Schädlinge und Krankheiten

Der Echte Alant ist anfällig für eine Vielzahl von Pilzerregern und schadhaften Insekten. Nicht immer führt ein Befall der selbigen zum Tod der gesamten Staude. Um die Gefahr einer Weiterverbreitung auf Nachbarpflanzen jedoch zu minimieren, sollten Sie dennoch wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen.

Schildkäfer - Diese nur wenigen Millimeter großen Insekten verursachen bei einer starken Populationsdichte immense Schäden an den Pflanzen. Die Käfer und auch der Nachwuchs fressen Löcher in das Blattwerk. Kontrollieren Sie den Alant regelmäßig und schütteln Sie bereits vorhandene Käfer am frühen Morgen ab. Auch das Sprühen mit Brennnesselbrühe hat sich bewährt.

Blattläuse - Die Zellsaft saugenden Läuse gehören mit zu den weit verbreitetsten Pflanzenschädlingen auf der Welt. Durch die klebrigen Ausscheidungen der Tiere werden Rußtau und Ameisen angelockt. Einem Befall vorzubeugen ist oft schwierig, da auch gesunde Stauden von Blattläusen heimgesucht werden. Mit den richtigen Tipps können Sie sich dennoch mit einfachen Hausmitteln gegen die unliebsamen Pflanzen-Bewohner zur Wehr setzen:
  • Fressfeinde wie Marienkäfer und Schlupfwespen einsetzen.
  • Brennnessel- und Ackerschachtelhalmbrühe sprühen.
  • Mit Seifenlauge die betroffenen Pflanzenregionen abwaschen.
Echter Mehltau - Der als "Schönwetterpilz" bezeichnete Erreger tritt überwiegend bei Pflanzen auf, welche durch Hitze und Trockenheit bereits stark geschwächt sind. Bei einem Befall weisen die Blätter und Triebe einen weißen, mehlartigen Belag auf. Entfernen Sie alle befallenen Pflanzenteile und entsorgen Sie diese. Die Mehltau-Arten benötigen lebendes Gewebe, eine Ansteckungsgefahr durch kompostiertes Material ist deswegen ausgeschlossen. Bringen Sie zwei Mal in der Woche einen Sud aus Molke und Wasser über stark befallene Triebe und Blätter aus. Beugen Sie Mehltau vor, indem Sie den Alant an heißen Sommertagen regelmäßig mit Wasser versorgen und den Boden mulchen.

Fazit

Als Solitärpflanze oder in Gruppen gesetzt, bietet der Alant einen faszinierenden und fremdartigen Blickfang im eigenen Garten. Das mehrjährige Asterngewächs ist einfach zu kultivieren, sollte aber dennoch nicht komplett sich selbst überlassen bleiben. Mit den Blättern und Wurzeln der Inula helenium können Sie darüber hinaus die eigene Küche kulinarisch aufwerten.
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Tipps für Schnellleser
Alant als Gartenpflanze - Pflege-Tipps

- Der Alant erreicht eine Höhe von bis zu 2 Metern.
- Die Blütezeit liegt zwischen Juli und September.
- Sonnige bis helle Standorte im Halbschatten werden benötigt.
- Der Boden sollte humusreich und trocken sein.
- Regelmäßig gießen, dabei Staunässe aber vermeiden.
- Kompost oder Hornspäne im Frühjahr und Spätsommer unter das Erdreich mischen.
- Mehrmals im Monat den Boden mulchen und Unkraut jäten.
- Die Solitärstaude wird durch Wurzelteilung und über Samen vermehrt.
- Das Asterngewächs gehört zu den Lichtkeimern.
- Winterharte Pflanze benötigt keinen Frostschutz.
- Ein radikaler Rückschnitt erfolgt im Frühjahr.
- Der Mindestabstand zu anderen Stauden beträgt etwa 60 Zentimeter.
- Eignet sich zur Pflanzung auf Hügel- und in Steinbeeten.
- Neigt zur starken Selbstaussaat.
- Anfällig für Schädlinge und Pilzerreger.
- Wurzeln und Blätter sind essbar.
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