Schädlinge & Nützlinge Wespennest - Wespen & Hornissen

Wespenstich – was tun? Erste Hilfe und Behandlung der Schwellung

Wespe

Ein Wespenstich kann sehr schmerzhaft sein, ist aber in den meisten Fällen ungefährlich. Unmittelbar nach dem Stich spürt man einen brennenden Schmerz, die Haut um die Einstichstelle herum schwillt an und ist gerötet. Relativ schnell folgt dann auch der Juckreiz. In der Regel klingen sowohl Schwellung als auch Juckreiz nach ca. 3-4 Tagen von allein wieder ab. Der Juckreiz ist übrigens eine normale Reaktion des Körpers auf das Gift der Wespe. Anders sieht das allerdings bei Allergikern aus. Hier kann ein einzelner Stich sehr schnell lebensgefährlich werden. Demzufolge sollte bei den ersten Anzeichen einer allergischen Reaktion ein Arzt aufgesucht werden. Wer wissentlich an einer Wespenallergie leidet, verfügt meist über ein entsprechendes Notfallset, welches ihm unter Umständen das Leben retten kann.

Erste Hilfe direkt nach einem Wespenstich

Für die schnelle Erste Hilfe nach einem Wespenstich findet sich in der Regel in jedem Haushalt das Richtige. Im Gegensatz zu einem Bienenstich bleibt der Stachel einer Wespe nicht in der Haut stecken. Dementsprechend sollte man sich zunächst vergewissern ob eine Biene oder eine Wespe gestochen hat und im Fall einer Biene, den Stachel entfernen.

Wespenstich Das Wichtigste nach einem Stich ist, die Einstichstelle zu kühlen, beispielsweise mit Kühlkompressen oder Eiswürfeln, die man in einen Waschlappen geben und dann auflegen kann. Verwendet man Kühlakkus aus dem Kühlschrank, sollten diese nie unmittelbar auf die Haut aufgelegt, sondern zuvor z.B. in ein Tuch eingewickelt werden.

Durch die Kühlung ziehen sich die Blutgefäße zusammen, was die Schwellung mindert. Auch eine herkömmliche Zitrone oder Zwiebel, die man halbiert und damit die Einstichstelle einreibt, kann den brennenden Schmerz lindern und der Schwellung entgegenwirken, ebenso wie Auflagen mit Quark. Zudem hat die Zwiebel noch eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung.

Weitere Behandlung der Schwellung

Nach erfolgter Erstversorgung kann man die Einstichstelle beispielsweise mit kalten Essigumschlägen oder mit essigsaurer Tonerde auch in Form eines Umschlages behandeln und so der Schwellung entgegenwirken und den Juckreiz lindern. Hilfreich können auch verschiedene entzündungshemmende und antiallergisch wirkende Salben oder kühlende Gels aus der Apotheke sein.

Wer auf Hilfsmittel aus der Natur setzt, dem könnte der Spitzwegerich helfen. Dazu werden Blätter vom Spitzwegerich zwischen den Händen zerrieben und dann das Ganze auf der Einstichstelle verteilt. Besonders wirkungsvoll soll auch eine gesättigte Salzlösung sein, mit der man die betreffende Hautpartie betupft. Um eine entsprechende Lösung herzustellen, befüllt man ein kleines Gefäß beispielsweise ein kleines Fläschchen bis zu Hälfte mit Salz und füllt das Ganze dann mit warmem Wasser auf.

Teebaum-, Lavendel-, Nelken- oder Eukalyptusöl auf die Einstichstelle aufgetragen soll helfen, die Schwellung nach einem Stich zu reduzieren. Zudem haben diese ätherischen Öle eine kühlende Wirkung.

Da Wespen durch einen Stich auch Krankheitserreger übertragen können, ist es von Vorteil, wenn ein entsprechender Tetanusschutz besteht. Die letzte Tetanusimpfung sollte möglichst nicht länger als 10 Jahre her sein.

Was tun bei einem Stich in Mund- oder Rachenraum?

Wespe Ist man unachtsam und lässt beispielsweise Getränke oder Getränkeflaschen im Sommer offen im Freien stehen, können Wespen dadurch auch ganz schnell in den Mund- oder Rachenraum gelangen. Die Schwellung bei einem Wespenstich kann einen Durchmesser von mehr als 10 cm erreichen. Dementsprechend sollte, besonders bei einem Stich in Mund oder Rachen schnellstens ein Arzt aufgesucht oder der Notarzt gerufen werden, denn die Atemwege könnten relativ schnell zu schwellen, was schlimmstenfalls zum Tode führen kann.

Bis zum Eintreffen des Arztes sollte man zunächst versuchen, nicht in Panik zu geraten. Dann sollte man wenn möglich kalte Umschläge auflegen und/oder Eiswürfel lutschen, um so gut wie möglich gegen die Schwellung anzugehen. Bei einem Stich im Mund-oder Rachenbereich soll auch das homöopathische Antihistaminikum ‚Apis mellifica Globuli‘, welches ironischerweise aus dem Gift der Honigbiene (Apis mellifica) gewonnen wird, gute Dienste leisten, vorausgesetzt man hat es gerade zur Hand bzw. in der Hausapotheke.

Wespenallergie/allergischer Schock

Während ein Wespenstich für alle anderen Personen in der Regel zwar unangenehm aber harmlos ist, kann er für Menschen, die allergisch darauf reagieren, lebensgefährlich sein. Allergiker können im schlimmsten Falle bereits an einem einzigen Stich sterben. Ob man auf Wespenstiche allergisch reagiert, stellt man leider erst dann fest, wenn es tatsächlich zu einer entsprechenden allergischen Reaktion kommt, also bei einem Stich.

Allergie Eine Allergie gegen Wespenstiche entsteht in der Regel ganz plötzlich. Sie zeigt sich in der Regel nie bereits nach dem allerersten Wespenstich, sondern erst bei einem weiteren Stich bzw. einem erneuten Kontakt mit dem Insektengift einer Wespe. Eine besonders heftige Reaktion nach einem Stich kann bereits auf eine entsprechende Allergie hindeuten. Bei einem wiederholten Stich eines Insekts derselben Gattung, also einer Wespe, kann es schon zu lebensgefährlichen Schockreaktionen, einem sogenannten anaphylaktischen Schock, kommen.

Von einer allergischen Reaktion gegenüber einem Wespenstich spricht man in der Regel, wenn der Durchmesser der Schwellung größer ist als 10 cm und der komplette Körper mit reagiert. Deutliche Anzeichen einer Schockreaktion sind Schwellungen, Rötungen und Quaddeln sowohl an der Einstichstelle als auch im Gesicht, ein plötzlich auftretender Schnupfen, Jucken und Brennen der Handflächen, der Fußsohlen sowie im Mund- und Rachenraum, kalter Schweiß, Schwindel, Übelkeit teilweise bis zum Erbrechen, ein rascher Abfall des Blutdrucks und Atembeschwerden.

Kommt es zu einer allergischen Reaktion, sollte schnellstens der Notarzt gerufen werden. Wer weiß, dass er beispielsweise allergisch auf Wespenstiche reagiert, sollte immer ein sogenanntes Notfall-Set bei sich tragen. Neben einem Kortisonpräparat, enthält dieses Notfallset ein schnell wirkendes Antihistaminikum, Adrenalinspray, einen Outdoor-Giftsauger und einen Saugstempel. Mit diesen Giftpumpen oder Saugstempeln kann das Gift aus der Wunde gesaugt werden, vorausgesetzt, es kommt unmittelbar nach dem Stich zum Einsatz. Das Adrenalinspray kommt bei Atemnot und Kreislaufbeschwerden zum Einsatz und wenn die Zunge anschwillt.

Mittlerweile gibt es Möglichkeiten, eine Wespenallergie wesentlich abzuschwächen oder sogar zu heilen, beispielsweise durch eine Immuntherapie, eine sogenannte Hyposensibilisierung. Dabei wird dem Betreffenden über längere Zeit und in bestimmten Abständen Wespengift verabreicht, wodurch mit der Zeit ein Gewöhnungseffekt eintritt und der Körper letztendlich kaum noch auf einen Wespenstich reagiert. Nach etwa drei Jahren kann bestenfalls eine hundertprozentige Heilung eintreten.

Wie man sich vor Wespenstichen schützen kann

  • Hektische und ruckartige Bewegungen in der Nähe von Wespen sollte man möglichst unterlassen.
  • Auch nach den Tieren schlagen sollte man nicht.
  • Fühlt sich die Wespe angegriffen, sendet sie Geruchsstoffe aus, die dann weitere Wespen anlocken.
  • Süße Getränke im Freien sollten unbedingt abgedeckt und möglichst mit Strohhalm getrunken werden.
  • Das Gleiche gilt für süße Speisen, wie Kuchen oder Marmelade, auch die sollte man im Freien abdecken.
  • Erdwespen bekämpfenWespen werden auch von menschlichem Schweiß angelockt.
  • Dementsprechend vor allem nach sportlicher Betätigung möglichst duschen.
  • Die Nähe zu Mülltonnen und Abfallkörben sollte man meiden.
  • Auch grellbunte Kleidung wirkt anziehend auf Wespen.
  • Das Gleiche gilt für Duftstoffe in Cremes und Parfüms.
  • Auch wenn es gesund ist, sollte man nicht barfuß über die Wiese laufen.
  • Wasser für unterwegs ist besser als beispielsweise Fruchtsaft.
  • Kinderwagen lassen sich in der Nähe von Wespen gut mit einem Moskitonetz schützen.
  • Auf keinen Fall sollte man nach Wespen pusten.
  • Auf das Kohlendioxid im menschlichen Atem würden die Tiere aggressiv reagieren.
  • Wespen sind wesentlich reizbarer als Bienen.
  • Der Geruch von Teebaum-, Zitronella- oder Zedernöl kann Wespen fernhalten.

Gefahr durch Wespennester

Mitunter kann es passieren, dass die Wespen ihr Nest an einer besonders ungünstigen und für den Menschen möglicherweise gefährlichen Stelle, beispielsweise an einem Eingang oder einem Fenster gebaut haben. Dann sollte man auf keinen Fall selbst versuchen, dieses zu entfernen, sondern entweder die Feuerwehr oder einen Imker damit beauftragen.

Wenn das Nest allerdings keine direkte Gefahr darstellt, sollte man es an seinem Platz belassen, denn die Nistplätze werden in der Regel zwischen Spätsommer und Herbst von den Tieren ohnehin aufgegeben. Es überlebt nur die Königin, das restliche Volk verendet. Zudem wird ein Wespennest nie ein weiteres Mal bezogen, sodass es sich dann problemlos entfernen lässt.

Unterscheidung zwischen Wespen und Bienen

Biene Wespen und Bienen unterscheiden sich z.B. in der Farbe, Körperform und Stechverhalten. Während Bienen über braune und fast cremefarbene Streifen verfügen und stark behaart sind, sind Wespen knallig schwarz-gelb gestreift und haben einen wenig behaarten und glänzenden Körper. Der Körper der Wespe ist zudem eher länglich und der der Biene rundlicher und gedrungener.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Insekten besteht in deren Stechverhalten. Während die Wespe mehrfach stechen kann, kann die Biene nur einmal stechen und verliert dabei ihren Stachel. Dieser bleibt in der Haut des Betreffenden zurück und muss herausgezogen werden.

Fazit
Ein Wespenstich ist zwar sehr schmerzhaft, in den meisten Fällen allerdings harmlos und unproblematisch. Gefährlich kann er dagegen für Allergiker werden. Diese sollten möglichst immer ein entsprechendes Notfallset dabei haben oder sich gegebenenfalls mit einer Hyposensibilisierung anfreunden, die im besten Falle eine entsprechende Allergie heilen kann. Trotz der vorherrschenden Angst vor einem Wespenstich sind diese Tiere sehr wertvolle und vor allem nützliche Insekten, die die Bestäubung der Pflanzen übernehmen und zudem zahlreiche Schadinsekten wie Blattläuse oder verschiedene Falter vertilgen.