Schädlinge & Nützlinge Wespennest - Wespen & Hornissen

Wann bauen Wespen ihr Nest? | Größe & Material

Wespennest

Wespen bauen Nester, um ihre Brut vor Feinden und Witterungseinflüssen zu schützen. Doch wann und aus welchem Material bauen die Insekten überhaupt ihr Nest und wie groß kann es werden?

Wespenarten

Bei uns in Deutschland sind einige Hundert Wespenarten heimisch. Über 80 Prozent von ihnen leben solitär. Das bedeutet, die Königin kümmert sich alleine um ihre Brut. Viel bekannter sind jedoch die wenigen Arten, die sozial leben und größere Völker mit Arbeiterinnen bilden. Denn sie sind es, die auf unserem Kuchen sitzen und deshalb als eher unangenehme Gartenbewohner gelten. Allen sozial lebenden heimischen Wespenarten ist gemein, dass sie Sommerstaaten bilden. Im Gegensatz zu den tropischen Arten sterben im Herbst alle Wespen inklusive der alten Königin ab. Den Winter überleben nur befruchtete weibliche Geschlechtstiere, sogenannte Jungköniginnen. Diese verkriechen sich im vor den ersten Frösten an einer geschützten Stelle, an der es in der kalten Jahreszeit nicht durchfriert oder auch nass wird.

Wespe

Zeitpunkt für den Nestbau

Der Grundstein für einen neuen Wespenstaat wird im Frühjahr gelegt, wenn die Wespenkönigin wegen der steigenden Temperaturen aus der Winterruhe erwacht und sich auf die Suche nach einem geeigneten Ort für ein neues Nest macht. Schon während des Nestbaus legt die Wespenkönigin in jede Wabe ein Ei, sodass der Bau beständig wächst.

  • März/April: Beginn des Nestbaus
  • Hornissen: ab Mitte Mai
  • Mitte Mai bis Juni: Schlupf der ersten Larven aus dem Ei
  • Mitte bis Ende Juni: Verpuppung
  • Ende Juni/Anfang August: Schlupf der ersten Arbeiterinnen
Vespinae, Nest

Sind genügend Arbeiterinnen geschlüpft, konzentriert sich die Königin nur noch auf ihre Brut. Der Zeitpunkt, ab dem wir im Garten und auf Wiesen und Feldern vermehrt Wespen vorfinden, beginnt typischerweise Ende Juli bis Anfang August. Zu diesem Zeitpunkt müssen sich die Wespen nicht mehr um die Brut kümmern, sodass sie bevorzugt auf Nahrungssuche gehen. Erst jetzt nehmen wir sie in der Regel als Belästigung wahr.

Material

Zum Bau der wabenartigen Struktur verwenden alle Feldwespen (Polistinae) und Echten Wespen (Vespinae), zu denen die Gemeine Wespe und die Hornisse gehören, ausschließlich Holz. Mit ihren Mundwerkzeugen schaben sie die Fasern von der Oberfläche verwitterter, trockener Äste und Stämme von Bäumen und Sträuchern. Dieses sogenannte Grauholz enthält nur noch Cellulose. Beim Zerkauen der Holzfasern mischt sich das Material mit dem Speichel der Insekten. Diesen feuchten Breiklumpen heften sie an den Untergrund an und ziehen ihn auseinander, sodass eine Wabenzelle entsteht. So bauen sie eine Wabe nach der anderen, die im Grunde genommen aus einer Art Papier bestehen. Um das Nest gegen Regen und Feuchtigkeit zu schützen, überziehen die Tiere es zum Schluss mit ihrem Speichel, der wie eine Art Firnis wirkt.

Wespennest

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Pillenwespen und einige Arten der Grabwespe töpfern ihre Nester aus Lehm oder mit Speichel angefeuchteter Erde, deshalb nennt man sie im Volksmund auch Töpferwespen.„]

Bevorzugte Orte

Um schon im Frühjahr die Wärme der Sonnenstrahlen ausnutzen zu können, bauen Wespen ihr Nest meist an der Südseite von Bäumen oder anderen geeigneten Untergründen. Während einige Wespenköniginnen ihr Nest frei hängend bauen, nisten andere in Erdlöchern. Zu den beliebten Plätzen gehören auch Gärten, Häuser und Schuppen.

  • höhlenartiger Unterschlupf
  • hohle Baumstümpfe
  • Steinhaufen oder Holzstoß
  • Dachstuhl oder Rollladenkästen
Vespinae, Nest

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Erdwespen bevorzugen verlassene Bauten von Mäusen oder Maulwürfen, um darin ihre Nester zu bauen.„]

Größe

Sobald die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, geht der Nestbau deutlich schneller voran. Ist genug Platz und Arbeitskraft vorhanden, gibt es für die Größe eines Wespennestes nahezu kein Limit. Zu entdecken sind sie meist erst dann, wenn sie etwa die Dimension eines Tennisballes angenommen haben. Im Laufe von etwa sechs Monaten wachsen sie beständig heran, bis sie etwa die Größe eines Fußballes erreicht haben. Sind Witterung sowie Nahrungsangebot optimal, kann ein solches Wespennest in seltenen Fällen auch schon Ausmaße von fast zwei Meter Höhe und 50 cm Breite annehmen. Es kommt jedoch nicht selten vor, dass von einem Wespennest lediglich ein kleines Loch zu sehen ist, durch das die Insekten ein- und ausfliegen. Der eigentliche Bau befindet sich einige Zentimeter bis Meter im Holz, Fels oder auch hinter der Mauer eines Wohnhauses.

Wespennest Dach
  • anfangs nur 5 bis 20 Zellen
  • ab etwa Ende Mai faustgroß
  • maximale Größe: August
  • durchschnittliche Anzahl Arbeiterinnen: 500 bis 5.000
  • Anzahl Brutzellen: 3.500 bis 15.000

Häufig gestellte Fragen

Besiedeln Wespen ihr altes Nest wieder?

Anders als bei Honigbienen ist ein Wespenstaat nicht mehrjährig. Im Gegenteil, er wird im Frühjahr von einer einzelnen Königin wieder komplett neu gegründet. Dazu benutzt die Königin niemals einen Bau aus dem Vorjahr oder andere verlassene Wespennester.

Warum nutzen Wespen das alte Nest nicht noch einmal?

Das papierartige Material, aus dem das Nest gebaut ist, saugt sich in der kalten, feuchten Jahreszeit mit Wasser voll. Das schafft ideale Lebensbedingungen für Mikroorganismen und Pilze, die sich hier ausbreiten und dabei das Material zersetzen. Vor allem Bauten im Boden verfallen nach kurzer Zeit. Zudem besteht die Gefahr, dass sich Krankheitserreger einschleichen, die das neue Gelege zerstören. Aus diesem Grund baut die Königin jedes Jahr ein neues Nest.

Warum sind einige Wespennester gestreift?

Wespen bauen die einzelnen Waben etagenförmig übereinander. Beziehen die Insekten die Holzfasern von unterschiedlichen Quellen wie verschiedenen Baumarten oder einmal Rinde und dann wieder Kernholz, entsteht dadurch das typische Streifenmuster im Nest.