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Walnussbaum, Walnuss – Pflanzen, Pflege und Schneiden

Walnussbaum

Der Walnussbaum, Juglans regia, besticht gleich durch zwei Vorzüge. Zum einen durch sein großes, Schatten spendendes Laubdach. Zum anderen durch seine Früchte. Schönheit und reichen Ertrag kann die Walnuss aber nur ausbilden, wenn sie richtig steht und korrekt gepflegt wird. Und dabei gilt es, einiges zu beachten.

Den richtigen Standort für den Walnussbaum finden

Der Walnussbaum stellt an seinen Standort schon einige Bedingungen. So muss er möglichst frei und luftig stehen, weil er anderenfalls nur verzögert oder auch gar nicht gedeihen kann. Da er eine Höhe von 15 Metern oder mehr erreicht, muss hierfür eine recht große Fläche zur Verfügung stehen. Das gilt sowohl für die Höhe als auch für Tiefe und Umfang.

Trotz viel Sonne und freiem Raum benötigt die Walnuss aber ebenfalls Schutz. Denn vor allem Frost wird von dem Baum nur schlecht vertragen. Am besten werden also Südseiten gewählt.

Der Walnussbaum benötigt etwa 60 Jahre, um seine volle Größe zu erreichen. Dennoch sollte er nicht zu nah an Häuser oder den Zaun zum Nachbarn gepflanzt werden. Ein Abstand von fünf Metern ist empfehlenswert.

Substrat
Die Ansprüche der Walnuss an das Substrat sind schon etwas geringer. In erster Linie benötigt der Baum einen tiefgründigen Standort, an dem lehmiges Substrat oder Tonboden vorherrscht. Das Substrat sollte reich an Nährstoffen und Kalk aber dennoch locker sein.  Wer das im eigenen Garten nicht vorfindet, kann sich mit einer Mischung aus Gartenerde, Lehm und Kompost behelfen.

Pflanzen

Damit die Walnuss richtig gedeiht, muss bereits beim Pflanzen auf einige Faktoren geachtet werden.

  • Da der Walnussbaum keinen Frost verträgt, erst nach dem letzten Frost im Frühjahr oder frühen Sommer pflanzen
  • Durchmesser des Pflanzlochs doppelt so groß wählen, wie der Durchmesser des Wurzelballens
  • Pflanzloch mit Hornspänen vorbereiten, diese fördern das Wurzelwachstum
  • Wurzelhals muss mit der Oberfläche abschließen, Walnuss darf nicht zu tief stehen
  • Stabilisierenden Pfahl mit einsetzen
  • Erde gut antreten
  • Nach dem Pflanzen den Walnussbaum reichlich mit Wasser einschwemmen 

Pflege

WalnussbaumSteht der Juglans regia am richtigen Standort, beschränkt sich die Pflege auf wenige Maßnahmen. Gerade bei jungen Bäumen kann allerdings ständiges Gießen notwendig sein. Selbst das Wässern kann allerdings mit einigen Tricks reduziert werden.

Düngen ist nur bei Bedarf von Nöten, ebenso wie ein Verschnitt. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, die Walnuss frei zu halten.

Gießen

Im ersten Jahr wächst der Walnussbaum kaum in die Höhe und Breite. Stattdessen breiten sich die Wurzeln aus. Dafür benötigt die Walnuss vor allem Wasser, die Erde sollte also nie völlig trocken sein. Staunässe gilt es dennoch, dringend zu vermeiden.

Reichliches Gießen ist noch innerhalb der ersten zwei bis drei Jahre angeraten, danach reichen Regenfälle in der Regel aus. Nur in sehr trockenen Zeiten sollte zusätzlich gewässert werden.
Wer nicht ständig gießen kann oder will, kann sich mit folgenden Tipps behelfen.

  • Rund um den Baumstamm eine dicke Schicht Mulch aufbringen, beispielsweise aus Rasenschnitt
  • Allein oder zusätzlich eine matte auf der Erde ausbreiten, beispielsweise aus Stroh oder Kokosfasern
  • Eine luftdichte Baumschutzscheibe anbringen

Zum Gießen reicht normales Leitungswasser aus. In Gebieten mit sehr hartem Leitungswasser sollte allerdings auf gesammeltes Regenwasser zurückgegriffen werden. Anderenfalls könnten selbst die eigentlich kalkverträglichen Pflanzen eingehen.

Düngen

Wurden Standort und Substrat passend gewählt, benötigt der Walnussbaum nur wenig Düngung. Empfehlenswert ist es, ihn nach dem Abfall der Früchte mit Kompost zu düngen. Also einmal jährlich. Dabei sollte das Substrat so weitreichend bedeckt werden, bis der Durchmesser der Baumkrone erreicht ist. Eine beschleunigte Nährstoffaufnahme und ein verbessertes Wachstum werden erreicht, wenn der Kompost in den Boden eingearbeitet wird. Das lockert zugleich den Boden auf und erlaubt zudem ein effektiveres Wässern.

Tipp: Zeigt der Baum dennoch Mangelerscheinungen, gedeiht kaum und welkt, kann eine Untersuchung des Substrats Aufschluss geben und eine darauf folgende gezielte Düngung mit entsprechenden Mitteln Abhilfe schaffen.
Den Standort befreien
WalnussbaumIn den ersten Jahren sind Walnussbäume noch empfindlich und reagieren sensibel auf Konkurrenz. Selbst Unkräuter können daher zur Gefahr werden.

Aus diesem Grund sollte in den ersten drei Jahren genau darauf geachtet werden, dass der Bereich um den Standort frei bleibt.

Das kann wahlweise durch häufiges Jäten erreicht werden oder aber durch das Anbringen einer dichten Baumschutzscheibe.

Später sorgt das abfallende Laub des Walnussbaums ganz von allein dafür, dass unter der Pflanze kaum etwas gedeihen kann. Denn die Blätter sind stark gerbstoffhaltig.

Die Walnuss Verschneiden

Walnüsse bilden selbstständig eine Krone aus, ein wirklicher Formschnitt ist daher nicht notwendig. Im zweiten oder dritten Standjahr ist es aber dennoch sinnvoll, Seitenäste bis auf eine Höhe von etwa einem Meter zu beseitigen.

Später muss der Walnussbaum lediglich bei Bedarf verschnitten werden. Also nur dann, wenn sich einige Äste zu sehr verdichten.

Der beste Zeitpunkt für den Verschnitt liegt zwischen August und September, denn dann blutet die Walnuss entlang der Wunden nicht.

Zusätzlich sollten folgende Punkte beachtete werden.

  • Die Walnuss nur mit sauberen Werkzeugen, optimal sind desinfizierte Geräte, verschneiden
  • Auf saubere, glatte Schnittstellen achten
  • Keine Stümpfe stehen lassen
  • Scharfe Geräte benutzen, mit denen die Äste nicht gequetscht werden
  • Im Anschluss entsprechende Wundverschlussmittel einsetzen

Ernte

WalnussbaumBereits ab dem zweiten oder dritten Standjahr werden Walnussbäume einen kleinen Ertrag einbringen. Mit mehreren Kilogramm ist ab dem fünften Standjahr zu rechnen.

Ertragreich werden Walnüsse erst in hohem Maße, bis zu 40 Kilogramm, ab etwa dem 10. Lebensjahr. Die jährliche Ernte geht im hohen Alter wieder etwas zurück. Da Walnussbäume bis zu 100 Jahre werden können, bringen sie jedoch insgesamt große Erträge.

Dazu ist es allerdings notwendig, die Blüten frostsicher zu halten und den Baum nur sparsam zu verschneiden. Da die Pflanzen selbstfruchtend sind, erfolgt die Bestäubung über den Wind. Anders als bei anderen Bäumen müssen die Nüsse vom Baum fallen dürfen. Ein Pflücken ist nicht empfehlenswert. Einzig das Herausspringen aus der grünen Schale und das Abfallen sind verlässliche Zeichen dafür, dass die Früchte reif sind.

Vermehrung

Die Vermehrung der Walnuss kann auf zwei Wegen erfolgen. Zum einen durch die Nüsse an sich, die als Samen dienen können. Zum anderen durch gewonnene Stecklinge.
Vermehrung durch Samen

  1. Abgefallene und von der grünen Schale befreite Nüsse in ein Gemisch aus Sand und Torf einbringen.
  2. Diese frostsicher bis zum nächsten Frühjahr verwahren, dabei möglichst hell aufstellen und das Substrat feucht halten.
  3. Zeigen sich Triebe, sollten die Jungpflanzen ab einer Höhe von etwa 10 bis 15 cm einzeln in Töpfe gesetzt werden. Anzuchterde ist als neues Substrat empfehlenswert.
  4. In den Töpfen dürfen die Pflanzen bereits ins Freie gestellt werden. Wer sie bereits ohne Töpfe auspflanzt, muss im Herbst allerdings wieder zur Schaufel greifen, denn in den ersten Jahren und mindestens bis zum Verholzen darf die Überwinterung nur frostfrei erfolgen.

Durch die Beschaffenheit der Samen bringen die so gezogenen Pflanzen in der Regel nicht die gleichen Nüsse hervor, wie die Mutterpflanze. Dazu müssen sie zunächst veredelt werden.
Einfacher und schneller kann da die Vermehrung durch Stecklinge erfolgen.

Durch Stecklinge fortpflanzen
Die Gewinnung der notwendigen Stecklinge ist einfach. Es müssen lediglich etwa 15 cm lange Triebe vom Baum geschnitten werden. Diese können noch grün oder bereits etwas verholzt sein.
Direkt in Anzuchterde gesteckt wurzeln sie innerhalb weniger Wochen. Ob die Vermehrung erfolgreich war, zeigen neu ausgetriebene Blätter.

Auch diese Jungpflanzen müssen zunächst geschützt und frostfrei überwintert werden.

Überwintern

WalnussbaumDie Überwinterung von selbst gezogenen Jungpflanzen gestaltet sich recht einfach. Hierzu ist es ausreichend, sie in Töpfen oder Kübel in einen hellen und vor Frost sicheren Raum zu stellen.
Die Pflanzen werden ihr Laub abwerfen, sollten aber dennoch nicht in völlig ausgetrocknetem Substrat stehen.

Im Freien sollten die Bäume durch folgende Maßnahmen geschützt werden:

  • Mulch und Matten auf der Erde
  • Vlies und Matten als Stammschutz
  • Eine mit Gartenvlies umwickelte Krone, wenn der Forst lange anhält oder der Winter sehr hart ist

Typische Krankheiten und Schädlinge

Durch seinen würzigen und herben Duft wirkt der Walnussbaum angenehm auf menschliche Nasen aber abschreckend auf eine Vielzahl von Insekten.

Dennoch kann es vorkommen, dass er von Schädlingen befallen wird. Hier zeigen sich besonders Läuse und Raupen, die Blätter und Früchte befallen können. Einige Arten können jedoch sogar Fraßgänge unter der Rinde graben.

Daher sollte schon bei den ersten Anzeichen, wie Verfärbungen, Löchern, Punkten, eingerollten Blättern und schmierigen Stellen zur Bekämpfung übergegangen werden.

  1. Betroffene Teile entfernen und vernichten.
  2. Biologische Mittel einsetzen, wie Lauge aus Schmierseife, Gelbtafeln und Lösungen auf der Basis von Pyrethrum.
  3. Natürliche Feinde in den Garten integrieren, geeignet sind Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen.
  4. Erst wenn diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, sollten Chemikalien verwendet werden. 

WalnussbaumNeben Schädlingen ist weiterhin ein Befall mit Viren, Bakterien und Pilzen möglich. Diese äußern sich ebenfalls durch die obig aufgeführten Symptome. Zudem können Wucherungen auftreten. Weil die Bestimmung einzelner Krankheiten schwierig ist, sollte im Zweifelsfall ein Fachmann hinzugezogen werden. Es hilft wiederum, betroffene Pflanzenteile zu entfernen und zu vernichten. Im Anschluss sollte eine entsprechende Behandlung mit geeigneten Mitteln erfolgen.

Ist der Walnussbaum giftig?

Dass Walnüsse nicht nur essbar sind, sondern auch noch gut schmecken, ist den meisten wohl bekannt. Jedoch sind längst nicht alle Teile des Baums genießbar.

So können die Blätter, die sogar als Teeaufguss verwendet werden und die Verdauung anregen sollen, bei empfindlichen Menschen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auslösen. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und sogar Schüttelfrost sind möglich.

Die Blätter sind zudem in hohem Maße giftig für Pferde und alle anderen Haustiere. Aus diesem Grund muss darauf geachtet werden, dass weder Hunde, Katzen noch Kaninchen oder Meerschweinchen an ihnen knabbern. Was beim Spielen oder Freilauf durchaus vorkommen kann.
Und auch die grünen Fruchtschalen rufen Vergiftungen hervor. Das liegt jedoch nicht allein an den Inhaltsstoffen der Schale, sondern an Gift bildenden Pilzen in diesen. Sobald die Schalen abfallen, sollten sie gründlich entfernt werden. Auf dem Kompost sollten keine Reste landen. Das ist schon allein wegen des hohen Gehalts an Gerbstoffen nicht ratsam.

Fazit
Der Walnussbaum ist an sich ein recht pflegeleichtes Gewächs, sofern er den richtigen Standort erhält und mit ausreichend Wasser versorgt wird. Sowohl Düngungen als auch Schnitte sind nur selten notwendig. Dafür spendet er Schatten und angenehmen Duft, von den Früchten ganz zu schweigen. Einzig auf Schalen und Blätter muss geachtet werden, dann ist die Walnuss eine schöne Bereicherung für große Gärten.