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Tulpen – Pflanzen, Setzen und Pflege nach der Blüte

Tulpen

Tulpen sind schön, Tulpen sind vielseitig, und solche Blumen möchten viele Gärtner in ihrem Garten haben. Tulpen lassen sich fast überall hin pflanzen, sie erfreuen auch noch mit ziemlich bescheidenen Pflegeansprüchen – wenn Sie die richtige Sorte in Ihren Garten einladen. Erfahren Sie nachfolgend mehr über das Pflanzen und die Pflege der abwechslungsreichen Grazien.

Wie wurde die Tulpe so berühmt?

Die Tulpen (Tulipa) sind eine eigene Pflanzengattung, die zur Familie der Liliengewächse gehört. Die Tulpen haben sich ursprünglich in Mittel- und Zentralasien und Nordafrika in rund 150 Arten entwickelt. Die meisten Arten haben sich den südöstlichen Mittelmeerraum als Heimat erwählt, von der Türkei nach Osten über den Irak und Iran bis nach Turkmenistan und Afghanistan. Und nach Norden bis nach Aserbaidschan und die Niederungen des Kaukasus.

Tulpen - Blumenkasten bepflanzenAuf diese Heimat geht auch der Name zurück, aus dem asiatischen Wort für Baumwolle und dem türkischen bzw. persischen Begriff für Turban wurde die Tulipa, die an die farbenprächtigen Turbane der reichen Osmanen erinnerte. Hier wurden die Tulpen auch zum ersten Mal gezüchtet, über Jahrhunderte hinweg. Schon die Wildform unserer Garten-Tulpe, die Tulipa gesneriana, ist höchstwahrscheinlich eine Zucht aus mehreren Wildarten.

Der reisefreudige Botaniker Charles de l’Écluse brachte die Tulpe Ende des 16. Jahrhunderts nach Europa, zuerst nach Wien und dann ins niederländische Leiden. Beide Orte wurden damals allein durch diese Blumen zu lukrativen Zentren der Blumenzucht.

In der wachsenden Metropole Wien brauchte man den Platz bald für prächtige Barockbauten und ihre Bewohner. Das drum herumliegende Niederösterreich benötigte Platz für die Landwirtschaft, um die Wiener zu ernähren. Aber um Leiden herum, in der niederländischen Provinz Südholland (die ziemlich im Westen an der Küste liegt), war genug Platz. Dort entstand nun die „holländischen Tulpe“: Aus den Garten-Wildtulpen wurden Garten-Gartentulpen. In den über 400 seitdem vergangenen Jahren gab es viele Zuchtformen von Gartentulpen. Zwischendurch übertrieb man sogar mächtig mit dem Kult um die Tulpe.

Tulpen und die Telekom-Aktie

Tulpen TulipaIn Holland waren die Tulpen um 1590 mit offenen Armen aufgenommen worden. Tulpen waren was ganz Neues, exotisch und exklusiv. Die Blumenzucht wurde ihretwegen zur großen Mode und zum Hobby zahlreicher Gärtner, deren Gärten langsam über die Stadtmauern hinauswucherten. Immer mehr Blumenliebhaber spezialisierten sich auf die Zucht von Tulpen und Sammeln seltener Exemplare. Die Malerfürsten der damaligen Zeit malten Stillleben mit Tulpen, nicht nur diese Tulpenbilder, sondern auch Tulpenzwiebeln wurden in Kunstkabinetten neben Kunstwerken ausgestellt.

Natürlich wurden die Tulpen in diesem Hype auch schnell zu einer begehrten Handelsware. Diese Handelsware wurde mit zunehmender Wertschätzung zu einem wirklich kostbaren Gut. Diebstähle von Tulpenzwiebeln gehörten zu den völlig alltäglichen Delikten. Der kommerzielle Handel nahm immer wildere Formen an. Tulpenzwiebeln oder Optionsscheine auf diese wurden zu immer höheren Preisen gehandelt, wie zur Jahrtausendwende die Telekom-Aktie an der Börse.

Die Tulpen waren es auch, die für den ersten in der Geschichte überlieferten Zusammenbruch einer Börse stehen, am 07. Februar 1637. Die „Tulpenmanie“ war bereits soweit ausgeartet, dass viele Anleger mit Aussicht auf weitere Preissteigerungen TulipaTulpenzwiebeln oder Optionsscheine zu völlig überhöhten Preisen erworben hatten. Bis bei der jährlichen Versteigerung in Alkmaar im Jahr 1637 die Käufer einfach wegblieben. Die Preise fielen auf einen Schlag um 95 Prozent – erinnert irgendwie auch an die Telekom-Aktie, die im März 2000 103,50 € wert sein sollte und im Februar 2001 geraden noch mit 24,80 € gehandelt wird. Über den kritiklosen Kauf substanzloser Papiere hat man sich bereits damals lustig gemacht. Auch damals meldeten sich die Spötter bereits vor dem großen Absturz. Bereits 1614 erschien in Amsterdam eine polemische Sammlung, in der es heißt: „Ein Narr und sein Geld sind eilends geschieden“.

Tulpen-Sorten und tausende Hybriden

Die Tulpen gehören nun schon sehr lange zu den Lieblingen der Züchter. Die haben nicht aufgehört, ihre Phantasie spielen zu lassen. Man geht davon aus, dass es heute etwa 5.000 Tulpensorten gibt. Niedrige und hohe, mit einfacher und gefüllter Blüte, mit glatten und mit ausgefransten und mit gewellten Blütenrändern, und in allen Farben, die vorstellbar sind, einfarbig oder zu mehreren in einer Blüte kombiniert.

Die Züchter schrecken wirklich vor keiner Farbe zurück. Die Tulpenformen werden inzwischen in eine Reihe von „Klassen“ unterteilt:

  • Einfache Frühe Tulpen und Einfache Späte Tulpen
  • Triumph-Tulpen
  • Lilienblütige Tulpen
  • Botanische Tulpen
  • Darwin-Hybriden
  • Wildtulpen

Dann gibt es noch zahlreiche Sonderformen:

  • Gemusterte Papageientulpen
  • Viridiflora-Tulpen mit grünen Streifen
  • Tulpen mit doppelt gefüllten Blüten
  • Crispa-Tulpen mit Fransen an den Rändern der Blütenblätter
Turkestanische Tulpe
Turkestanische Tulpe

Die beliebte Blume gibt es in den wohl vielfältigsten Blütenformen, Blütengrößen und Blütenfarben, die je einer Wildform abgerungen wurden. Eine Unterscheidung allein nach der Optik ist heute nicht mehr möglich. Tulpen werden nach dem Verhältnis von den Blättern zum Stiel, nach ihrer Blühdauer und nach der Gesundheit ihrer Zwiebeln unterscheiden und bewertet.

Trotz des Börsenkrachs von 1637 sind die Niederländer bis heute die größten Tulpenproduzenten geblieben. Aber Tulpen werden auch in Deutschland produziert, vor allem am Niederrhein, bekannt ist der Kreis Neuss für seine Tulpenzucht.

Nachteile der Hybriden

Diese gut 5.000 Tulpensorten sind Zuchtformen. Teils wunderbar kombinierte Neuerfindungen, die lange auf Veränderungen in der Widerstandsfähigkeit getestet wurden, bis ausdauernde und genügsame Varianten entstanden. Teils Sorten, die mit dem Blick auf den schnellen Erfolg entstanden, empfindlich und kränkelnd oder so hochgezüchtet, dass sie nicht mehr als eine Saison überdauern.

Die Zucht wird durch Kreuzung der Blumenzwiebeln durchgeführt. Die ersten Vertreter neuer Sorten werden abgeschieden im Gewächshaus gezogen, damit sie nicht aus Versehen mit einer anderen Sorte bestäubt werden – was in der Natur laufend passiert und durch Eintrag immer neuer Gene zu widerstandsfähigen Pflanzen führt. Das wird hier unterbunden. Drei Jahre bleiben die neu entwickelten Blumenzwiebeln im Gewächshaus unter sich. Erst dann werden sie ins Freiland umgesiedelt, auch separiert, und entwickeln sich dort noch einmal fünf Jahren weiter, bis sich die erste Blüte der neuen Sorte zeigt. Rund 15 Jahre später darf die neue Sorte dann in den Handel.

Bei vielen dieser Hybriden stirbt nach rund drei Jahren die Hauptzwiebel ab. Die Tochterzwiebeln bleiben schwächer, zeigen nur dürftige Tulpenblüten mit kleinen Blütenblättern. Deshalb wird für viele Hybrid-Sorten empfohlen, sie nach drei Jahren zu erneuern. Vor allem früh und spät blühende Sorten und die Papageien-Tulpen sind für nicht sehr viel Durchhaltevermögen bekannt und bringen meist nicht sehr lange Freude.

Stern-Tulpe
Stern-Tulpe

Als robuste und langlebige Tulpensorten für den Garten sind die Darwin-Tulpen bekannt. Sie blühen bei guter Pflege und einem genehmen Standort mehrere Jahre. Empfehlenswerte Sorten sollen „Parade“ und „Spring Song“ sein. Auch die Lilienblütigen Tulpensorten können lange aushalten, teils blühen sie mehr als fünf Jahre hintereinander. Ihre zarten und filigranen Blüten erweisen sich meist als sehr robust. Bekannte Sorten sind „Ballade“ und „White Triumphator“. Die dritte empfehlenswerte Garten-Zucht ist die Viridiflora-Tulpe, mit Sorten wie „Formosa“ und „Spring Green“. Sie haben einen grünen Streifen in der Mitte der Blütenblätter, ein echter Blickfang.

Natürliche Tulpen

Die ursprünglichen Tulpen-Arten wachsen mehrjährig und und erreichen je nach Art eine Höhe von 10 cm bis zu imposanten 70 cm. Sie pflanzen sich durch ihre Zwiebeln fort, die mitunter auch Stolonen bilden können. Das ist eine Art von Ausläufern, die nach ihrer Abtrennung alleine weiterexistieren können.

Robuste und natürlich gezogene Arten können Sie verwildern lassen. Sie lassen die Blumenzwiebeln einfach in der Erde, wo sie sich über lange Jahre hinweg immer weiter vermehren werden. Das klappt aber nur mit einigen Wildtulpensorten, mit den Fosteriana-Tulpen (Tulipa fosteriana) und mit den wilden Weinbergtulpen (Tulipa sylvestris). Außerdem braucht es für dieses Experiment einen idealen Standort, nährstoffreich und im Sommer recht trocken. Solche Tulpen können Sie z. B. wunderbar mitten in eine Wiese setzen, wo Sie dann mit etwas Glück für die nächsten Jahre immer neue Blüten sehen.

Sie können entweder bereits im Herbst die Tulpen für das nächste Jahr anlegen, indem Sie Blumenzwiebeln in die Erde setzten. Oder Sie kaufen sich im Frühling Tulpen, die vorgetrieben wurden, und setzen diese in den Garten.

Tulpen pflanzen

Tulpen können Sie an fast jeder beliebigen Stelle in Ihrem Garten ansiedeln, weil sie mit unseren Böden und unseren Lichtverhältnissen eigentlich immer gut zurecht kommen.

Tulpen Tulipa ZwiebelWenn Sie Auswahl haben, wählen Sie den durchlässigsten Boden für die Tulpen. Unter einen ein wenig zu festen Boden können Sie aber auch einfach ein wenig Sand mischen, damit die Zwiebeln nicht zu nass stehen und zu faulen anfangen.

Viel Sonne ist den Tulpen sehr recht und kann die Farbe der Tulpenblüte noch ein wenig intensivieren. Außerdem reifen an solchen Standorten die Blumenzwiebeln gut aus.

Die Pflege

Im Frühjahr mögen die Tulpen viel Feuchtigkeit. Im Sommer dagegen lieber Hitze und Trockenheit. Damit die Zwiebeln reichlich Töchter bilden, braucht es einige kühle Nächte und einen ziemlich kalten Winter.

Auch beim Gießen sollten Sie die Tulpen nicht unter Wasser setzen, damit die Zwiebeln nicht faulen.

Ab dem Frühjahr (wenn sich das erste Grün zeigt) möchten die Tulpen regelmäßig mit Volldünger versorgt werden, solange, bis die letzte Blüte verblüht ist.

Pflege nach der Blüte

Wenn die Tulpen im Frühjahr die Blüte hinter sich gebracht haben, möchten sie gerne etwas gehätschelt werden. Wenn Sie die Tulpen jetzt zurückschneiden, helfen Sie ihnen dabei, die Rest-Energie für die Bildung neuer Zwiebeln einsetzen zu können. Daraus können wieder neue Tulpen erwachsen.

Sie sollten also gleich nach der Blüte den Fruchtstand und die verwelkten Blütenblätter wegschneiden, aber auch nur diese. Der Tulpenstängel mit den Blättern sollte stehen bleiben. Aus denen zieht die Tulpen nämlich Nährstoffe in die Zwiebeln, bis die Blätter vollkommen gelb und schließlich vertrocknet sind. Dann ist klar: Jetzt wächst hier nichts mehr außer den Zwiebeln in der Erde. Das Laub hat nun ausgedient und kann entfernt werden.

TulipaWenn Sie den Blick auf das langsam verwelkende Laub als zu traurig empfinden, können Sie diesen weitgehend vermeiden:

  • beim Zwiebeln pflanzen darauf achten, niedrige frühe Sorten mit höheren späten Sorten kombinieren
  • das jeweils übrig bleibende Laub wird verdeckt
  • Tulpen zwischen Stauden setzen, die im Herbst blühen und so das unschöne Verwelken verdecken
  • Tulpen nach der Blüte ausgraben und in Töpfen „parken“, bis das Laub entfernt wird und die Tulpen wieder ins Beet können

Fazit
Auch wenn Sie heute mit Tulpen keinen Börsen-Run mehr auslösen werden, machen die dekorativen und wuchswilligen Blühpflanzen nach wie vor den Garten schöner. Heute sind natürlich vor allem die Wildformen angesagt, die mit lässigem Charme über den Garten verteilt werden.