Gemüsegarten & Gemüse Kartoffel - Kartoffelanbau, Schädlinge & Verwendung

Topinambur-Anbau – Pflanzen, Pflege und Ernte

Topinambur

Topinambur gehört zu der Familie der Korbblütler und ist eine mehrjährige Pflanze. Sie wird auch Ewigkeitskartoffel genannt, da die essbaren Knollen im Gegensatz zur Kartoffel winterfest sind und das ganze Jahr im Erdboden bleiben können. Der äußere Teil der Pflanze kann Wuchshöhen von bis zu drei Metern erreichen, mit einem attraktiven Blütenstand in leuchtend gelber Farbe. Im Winter stirbt nur der oberirdische Wuchs ab, zur Freude jedes Gärtners treibt die Knolle im nächsten Frühjahr ganz alleine neue Stauden und Blüten aus.

Idealer Standort, Pflanz-Substrat, Einpflanzen

Die Pflanze stammt vom amerikanischen Kontinent und ist dort von Nord nach Süd verbreitet, hauptsächlich kommt Topinambur in Mexiko vor. Sie lässt sich mittels ihrer Knollen kinderleicht im Garten anbauen, dafür braucht es kein großes gärtnerisches Geschick. Die zum Anpflanzen benötigten Knollen gibt es entweder beim gut sortierten Gemüsehändler oder per Versandhandel zu erstehen, danach müssen diese nur noch in die Erde eingegraben werden. Bei der Topinambur ist mit einem wuchernden Wachstum zu rechnen, der bei der Standortwahl einzukalkulieren ist.

Zur Verhinderung dieser Wucherungen sollte Topinambur statt in den Garten in einen Pflanzkübel gesetzt werden, damit bleibt das Wachstum stets unter Kontrolle.

  • Helianthus tuberosusSonnige Standorte bevorzugen, Halbschatten ist auch möglich
  • Optimal für Blütenbildung ist volle Sonneneinstrahlung über den ganzen Tag
  • Knollen in 5-10 cm Tiefe in den Erdboden oder einen Pflanzkübel einsetzen
  • Abstand der Knollen zueinander zwischen 25-60 cm
  • Reihenabstände von ca. 40 cm einhalten
  • Gedeiht und wächst auf fast allen Böden und Höhenlagen
  • Ideal ist ein lockerer und leicht sandiger Boden
  • Bei extrem schweren Böden vor dem Pflanzen Kompost oder Mist einarbeiten
  • Bestmögliche Zeit zum Pflanzen ist der Frühlingsbeginn
  • Ganzjähriges Einpflanzen im frostfreiem Boden mit Schutzmaßnahmen möglich
  • Wurzelsperre einbauen, um Wucherungen zu verhindern
  • Großer Pflanzkübel zum Kultivieren außerhalb des Gartens

Düngen und Gießen

Topinambur hat einen großen Wasserbedarf, verträgt allerdings keine dauerhafte Staunässe. In diesem Fall fängt die Pflanze schnell zu faulen an. Bei einem nährstoffarmen Boden sollte zusätzlich gedüngt werden, angemessenes Düngen erhöht außerdem den Ertrag an geernteten Knollen. Jedoch sollte das Düngen nicht übertrieben, sondern dem Zustand des Erdbodens und der Pflanze angepasst werden.

  • Reichlich Gießen, an heißen Tagen gerne mehrmals
  • Bei zu geringer Wasserzufuhr hängen die Blätter und Blüten schlapp herab, erholen sich nach dem Gießen wieder
  • Staunässe unbedingt verhindern
  • Düngen mit Kompost, angereichert mit Hühner- und Kaninchenmist, und ein wenig Algenkalk
  • Zu stickstoffreiche Dünger vermeiden, diese führen zu Fäulniserscheinungen

Richtig Schneiden und schonend Überwintern

Aufgrund des schnellen und enormen Wachstums sollten die Blüten und Blätter regelmäßig beschnitten werden, besonders wenn die Pflanze in einem kleinen Garten steht. Wenn genügend Platz vorhanden ist, wird das Schneiden nicht notwendig. In der Winterzeit stirbt der oberirdische Wuchs der Pflanze komplett ab, nur die frosttauglichen Knollen können überwintern. Mit den zuerst im Herbst einsetzenden Frostnächten fängt das Absterben der äußeren Pflanzenteile an, diese sollten, spätestens vor dem Wiederaustrieb im Frühling, abgeschnitten werden. Wenn die neuen Triebe im Frühjahr erneut sprießen, ist die Umgebung der Pflanze von störendem Unkraut zu befreien, da es sonst zu einem eingeschränkten Wachstum kommen kann.

  • Helianthus tuberosusHerrscht Platzmangel, Pflanze beschneiden
  • Absterben in der Winterzeit verhindert ein übermäßiges Wachstum
  • Nach dem Absterben im späten Herbst, ca. 5-10 cm über dem Boden abschneiden
  • Zu Beginn der Vegetationsperiode frei von Unkraut halten
  • Mit dem Verlauf der Monate wird die Pflanze grösser und verdrängt das Unkraut von ganz alleine
  • Pflanze ist zwar frosthart, verträgt extreme Kälte mit Schutzmaßnahmen besser
  • Nadelholzreisig oder Vlies als Winterschutz anbringen
  • Je tiefer gepflanzt wurde, desto besser wird Frost vertragen

Blüten und Blätter

Neben den schmackhaften Knollen hat der Topinambur auch wunderschöne Blüten. Botanisch gesehen ist die Blüte der Pflanze ein Blütenstand. Dieser hat die Form eines Körbchens, an der Außenseite sitzen Zungenblüten und an der Innenseite werden Röhrenblüten ausgebildet. Dieser Blütenstand ist zwittrig und verfügt einen größeren Durchmesser, der Sitz ist in den Verzweigungen der oben liegenden Blätter. Die Blütezeit liegt im späten Sommer bis zum späten Herbst. Topinambur ist eine Kurztags-Pflanze, die erst anfängt zu blühen, wenn die Tage eine bestimmte Länge unterschreiten. Daher blüht sie in südlicheren Ländern mit längeren Tagen nicht vor Oktober, während sie in Mitteleuropa schon ab August anfängt zu blühen. Die mehrjährige Pflanze kann mehrere Meter hoch wachsen, dieser Umstand sollten beim Einpflanzen beachtet werden.

  • Strahlend gelber Blütenstand mit einer Größe von 4-8 cm
  • Blüten und Blätter sind nicht nur eine Zierde, sondern auch ein Sichtschutz
  • Blütezeit zwischen August und November, je südlicher der Standort, desto später
  • Blüten können gepflügt und zur Dekoration in Vasen aufgestellt werden
  • Pflanze kann bis zu 3 Meter hoch wachsen
  • Blätter sind gestielt und eiförmig, mit einer Breite von 7-10 cm und einer Länge von 10-25 cm
  • Blätter und Stängel sind behaart und rau

Knollenbildung

Die Knollen der Topinambur bilden unterirdisch zeitnah ganz viele Tochterknollen aus. Wenn der Boden sehr nahrhaft ist und es genügend Feuchtigkeit gibt, geht das schneller als gedacht. Sie entstehen an der Basis der Sprossen und vermehren sich von hier aus rasant. Die Knollen werden als Nahrungsmittel genutzt, sowohl für den Menschen, als auch für Tiere. Diabetiker schätzen die gut verträglichen Inhaltsstoffe. Die Topinambur Knollen lassen sich außerdem auch zu einem Schnaps verarbeiten.

  • TopinamburKnollen sind birnen- oder apfelförmig, nehmen manchmal auch eine Spindelform an
  • Größe etwa wie Kartoffeln
  • Haut der Knollen ist entweder beige, gelb, rot oder rosa, gelegentlich sogar in allen Farbkombinationen
  • Knollenhaut ist dünn und fein, im Gegensatz zu der Kartoffelhaut
  • weißes Knollenfleisch
  • Enthält Inulin und ist deshalb für Diabetiker gut verträglich
  • Knollen lassen sich zu einem goldgelben bis braunen Sirup verarbeiten, dieser dient als Süßungs-Mittel
  • Ballaststoffgehalt, Einsatz für Diät-Gerichte
  • Knollen können gut geschützt Frostwerte bis -30 °C vertragen, der oberirdische Spross erfriert jedoch bei -5 °C

Erntezeit

Die Pflanzung muss sorgfältig gepflegt, überwacht und rechtzeitig abgeerntet werden, sonst wuchert diese aus und vermehrt sich bei einem freien Wuchs zum Nachteil der anderen Gartenpflanzen. Mit regelmäßigen Ausgrabungen werden Auswucherungen verhindert, hierbei ist zu bedenken, dass selbst extrem kleine Knöllchen noch Ausläufer bilden können. Die Knollen können das ganze Jahr über geerntet werden und sind in der Küche variabel einsetzbar.

  • Knollen sind zum Verzehr geeignet
  • Geschmack der Knollen ist süßlich und dem der Artischocken sehr ähnlich
  • Ideale Erntezeit ist der Herbst, zu dieser Zeit sind die Knollen sehr groß und voll ausgereift
  • Ernte ist ganzjährig möglich, im trockenen Sommer aussetzen
  • In der Sommerzeit fehlt den Knollen Feuchtigkeit, diese sind dann schrumpelig und schmecken leicht zäh
  • 1-2 kleine Knollen stets in der Erde lassen, damit ein weiteres Wachstum möglich ist
  • Steigerung des Ertrages durch Entfernen der Blüten

Umzug

TopinamburDer Topinambur hat einen großen Nährstoffbedarf, deshalb ist sein Erdboden nach einigen Jahren ausgelaugt. Bleibt die Pflanze am gleichen Standort, wird sie nicht mehr so groß wie früher und die Ernte sowie die Größe der Knollen fallen viel geringer aus. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Topinambur an eine andere Stelle im Garten umziehen, damit sich dieser Standort regenerieren kann. Für die Unterstützung der Regenration sollten hier im Anschluss nur Pflanzen mit einen extrem geringen Nährstoffbedarf eingesetzt werden, ideal sind zum Beispiel Gräser. Das gleiche Problem entsteht im Pflanzkübel, hier muss dann die komplette Erde entfernt und gegen neue, nährstoffreiche Erde ausgetauscht werden.

Unerwünschte Krankheiten und gefräßige Schädlinge

Topinambur ist nicht nur anspruchslos, sondern auch weitestgehend resistent gegen die meisten Krankheiten und Schädlinge. Bei langanhaltend feuchtem Wetter kann sich allerdings störender Mehltau ausbilden. Eine Bekämpfung dieser Plage ist jedoch in aller Regel nicht nötig, mit dem Einbruch des Winters verschwindet der Mehltau von alleine.

Die überaus schmackhaften Wurzelknollen sind ein Leckerbissen für Maulwürfe und Wühlmäuse. Diese Nager verursachen vielerorts beträchtliche Schäden, manchmal kommt es sogar zu kompletten Einbußen der Ernte. Auch Rehe und Wildschweine mögen die schmackhaften Knollen und die jungen Blätter und Stängel des Topinamburs.

  • Bei feuchtem Wetter für Mehltau anfällig, dieser verschwindet mit dem Wintereinbruch wieder
  • Beim großflächigem Anbau steigt der Krankheits- und Schädlingsbefall
  • Zum Schutz vor Rehen und Wildschweinen mit einem grobmaschigen Vlies abdecken
  • Wurzelsperre verhindert nicht nur übermäßiges Wachstum, sondern hält auch die Maulwürfe ab
  • Mäusefallen gegen Wühlmäuse aufstellen

Empfehlenswerte Sorten

  • Gute Gelbe
  • Bianka
  • Gigant
  • Topstar
  • Volkenröder Spindel
  • Helle Sorten mit glatter Schale sind zu bevorzugen

Fazit
Der Topinambur ist eine ideale Pflanze für Gärtner, die nicht so viel Zeit für die
Gartenarbeit haben. Die anspruchslose Pflanze ist sehr pflegeleicht und wächst prächtig in alle Richtungen. Sie ist sowohl eine zweckdienliche Nutzpflanze, als auch durch ihre schönen, gelben Blüten eine Zierde für jeden Garten. Aufgrund des großartigen Wachstums kann man sie als Sichtschutz zum Nachbargrundstück pflanzen, allerdings sollte man dann eine Wurzelsperre im Boden einarbeiten. Die Knollen sind essbar und schmecken leicht süß und nach Artischocke. Besonders Diabetiker schätzen diese gesunde Süße, die Knollen sind außerdem als Schlankmacher bekannt. In der Handhabung ist die Pflanze der der Kartoffel sehr ähnlich, besonders lecker ist ein Püree aus Topinambur-Knollen.