Gartengestaltung Balkon & Terrasse

Terrassenaufbau im Detail: der Untergrund

Terrassenaufbau im Detail - Alles zum Untergrund

Mit etwas Geschick, den richtigen Materialien und handwerklichen Fähigkeiten kann eine Terrasse im Garten selbst gebaut werden. Wichtig dabei ist stets der Unterbau, das Fundament. Nachfolgend einige Tipps zum Terrassenaufbau.

Solider Unterbau notwendig

Egal, ob für einen Terrassenaufbau Pflastersteine oder Platten verwendet werden, es ist immer ein solides Fundament notwendig. Ohne entsprechenden Unterbau würden die Steine mit der Zeit nach unten absinken. Daher ist eine ausführliche Planung wichtig. Das allein reicht aber nicht aus, auch der Unterbau muss fachgerecht angelegt werden, um lange Freude an der Terrasse zu haben. Der Untergrund besteht aus mehreren Schichten wie

  • Planum
  • Frostschutz- und Tragschicht
  • Ausgleich- oder Bettungsschicht
Querschnitt durch Terrassenaufbau
Querschnitt durch Terrassenaufbau

Das dazu verwendete Material wird nach oben hin immer feiner. Der Terrassenaufbau erfolgt in verschiedenen Schritten. Nachfolgend mehr dazu.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Als Unterbau werden alle Schichten, die über dem naturgewachsenen Boden aufgebracht werden, bezeichnet. Diese müssen sicher und druckstabil sein und daneben Bodenwasser gut in den Untergrund abfließen lassen, um so Staunässe zu verhindern.„]

Fläche abstecken

Zuerst muss natürlich für den Terrassenaufbau die Größe der Fläche genau abgesteckt werden. Dabei ist zu beachten, dass auch ausreichend Platz für eine Randeinfassung vorhanden ist. Diese ist notwendig, damit später die einzelnen Schichten des Fundaments und natürlich der sich darüber befindliche Terrassenbelag nicht seitlich verschieben kann. Daher sollten ungefähr 20 Zentimeter Arbeitsraum dazugegeben werden. Zum Abstecken werden folgende Materialien benötigt

  • kurze Holz- oder Metallpflöcke
  • ein Hammer
  • eine Richtschnur
  • Wasserwaage
  • Richtbrett
Fläche abstecken
Pflock mit Richtschnur

Für einen rechteckigen Terrassenaufbau werden in der Regel vier Pflöcke benötigt. Wichtig ist beim Abstecken, dass ein Gefälle vom Haus in den Garten eingebaut wird. Dieses sollte mindestens zwei Prozent betragen, wobei bei unregelmäßigen oder naturnahen Pflasterflächen ein Gefälle von drei Prozent üblich ist. Die Fläche wird nun wie folgt abgesteckt:

  • Pflöcke mit dem Hammer in den Boden schlagen
  • zum Einbau des Gefälles Wasserwaage verwenden
  • diese auf Richtbrett legen
  • Gefälle einstellen
  • danach entsprechend Schnur spannen, mit Pflöcken verbinden
  • Höhe der Richtschnur entspricht Höhe der Pflasteroberfläche

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Bei zwei Prozent Gefälle, fällt die Fläche auf einem Meter Länge um 2 Prozent ab. Mit anderen Worten, der Höhenunterschied pro Meter beträgt zwei Zentimeter.„]

Erdreich ausheben

Die Aushubtiefe ergibt sich aus der Höhe des Fundaments, Art des Bodens und des verwendeten Terrassenbelags. In der Regel wird bei einem Terrassenaufbau eine Aushubtiefe je nach Frostrisiko zwischen 15 und 30 Zentimeter berechnet. Zum Ausheben der Fläche wird ein Spaten verwendet. Je nach Beschaffenheit des Bodens ist vielleicht auch eine Spitzhacke notwendig. Es wird dann der nicht tragfähige Boden wie Muttererde oder Lehm abgetragen bis schließlich die gewünschte Tiefe erreicht ist. Auch beim Ausheben muss das Gefälle beachtet werden.

Boden mit Rüttelplatte verdichten
Boden mit Rüttelplatte verdichten

Der Boden muss anschließend sorgfältig geebnet werden. Es dürfen keine Wurzeln und Steine mehr vorhanden sein. Zum Schluss wird er mit einer Rüttelplatte verdichtet. Das Wasser muss danach noch gut ablaufen können. Die dabei entstandene Bodenfläche wird auch als Planum bezeichnet.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Aufgeschüttete Böden oder tonhaltige Erden sind nicht sonderlich gut als Untergrund zum Befestigen geeignet. Hier sollte Füllsand und Zement beigemischt werden.„]

Randsteine setzen

Randsteine werden gesetzt, damit der Terrassenaufbau stabil bleibt und nicht seitlich wegrutscht. Verwendung können dabei finden

  • Rasenkantensteine aus Beton und Naturstein
  • Pflastersteine
  • Palisaden oder
  • L-Steine
Randsteine setzen
Randsteine setzen

Die Steine werden in ein erdfeuchtes Betonbett gesetzt. Dazu kann am besten im Mörtelkübel gemischter Trockenbeton verwendet werden. Vorgehensweise ist folgende

  • Steine in Betonbett setzen
  • das sollte 5 cm hoch sein
  • entlang der Richtschnur ausrichten
  • Steine mit Gummihammer ausrichten, festklopfen
  • mit Wasserwaage Gefälle kontrollieren
  • zur Stabilisierung keilförmige Betonstütze formen
  • Stütze von beiden Seiten der Steine
  • sollte mindestens ein Drittel der Steinhöhe betragen
  • Beton aushärten lassen

Trag- und Frostschutzschicht

Nachdem der Beton für die Randsteine ausgehärtet ist und der Untergrund gut verdichtet ist, kann Kies oder Schotter eingebracht werden. Durch das Einbringen dieser Schicht wird das Wasser abgeleitet, die Terrasse wird frostsicher und schließlich wird ein Absacken dieser verhindert. Gleichzeitig wird ein Durchlüften des Bodens ermöglicht. Auch hier ist bei jeder Schicht das Gefälle zu beachten.

Terrassenaufbau - Tragschicht
Tragschicht anlegen

Das Material soll dabei in mehreren Schichten eingebracht werden:

  • jede Schichthöhe ungefähr 5 bis 10 cm
  • Material erdfeucht einbringen
  • jede einzelne Schicht mit Rüttelplatte gut verdichten
  • alle Schichten müssen Drainagefähigkeit behalten
  • Fundament sollte mindestens dreimal verdichtet werden

Die endgültige Höhe der Schotter- oder Kiesschicht lässt sich einfach berechnen, indem vier Zentimeter Splittbett und die Dicke des Terrassenbelags von der Aushubtiefe abgezogen werden. Um die Höhe richtig einzuhalten kann dazu eine Markierung an den Randsteinen erfolgen.

Ob Sie sich für Kies oder Schotter entscheiden, ist dabei fast egal. Beides ist möglich, wobei Schotter jedoch besonders häufig bei stark zu belastenden Flächen eingesetzt wird. Wichtig dabei ist die Körnung des jeweiligen Materials

  • bei Kies Körnung 0 bis 32
  • bei Schotter 0 bis 45

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Dabei ist zu beachten, dass bei einem dreimaligen Verdichten eine Volumeneinbuße von etwa 3 Prozent erfolgt.„]

Bettungs- oder Ausgleichsschicht

In der Regel werden Terrassenplatten in einer Bettungsschicht aus einer Mischung von Splitt und Brechsand verlegt. Diese kommt zum Schluss auf die Frostschutz- und Tragschicht. Der Mix aus Splitt und Sand gewährleistet einen guten Wasserabzug. Die Bettungsschicht sollte je nach Terrassenbelag vier bis fünf Zentimeter hoch sein. Wichtig ist dann, dass das Splittbett mittels einer Richtlatte eben abgezogen wird. Um den Splitt problemlos glatt abziehen zu können, werden als Hilfsmittel beispielsweise zwei lange Metallrohre parallel zueinander auf die Tragschicht gelegt.

Terrassenaufbau Bettungsschicht

Folgende Arbeitsschritte sind hierbei notwendig

  • Rohre oder sonstige Metallprofile auf der Fläche verlegen
  • Abstand dieser muss Länge der Richtlatte entsprechen
  • Rohre mit etwas Splitt unterfüttern
  • auf richtige Höhe ausrichten
  • dazu Richtschüre über Randsteine spannen
  • dabei immer Gefälle beachten
  • von Schnüren nach untermessen
  • Rohre danach ausrichten
  • in Zwischenräume Splittmischung füllen
  • Splitt über den Rohren mit Richtlatte abziehen
  • dazu sägeartige Bewegungen machen
  • anschließend Rohre vorsichtig entfernen
  • entstandene Hohlräume mit Splitt auffüllen
  • Fläche nicht mehr betreten
  • falls doch notwendig, Bretter als Laufweg legen

Die Körnung des Bettungsmaterials sollte fein sein:

  • Splitt 0/2, 1/3 oder 2/5
  • Sand 0/2 oder 0/4

Nachdem diese Arbeit erledigt ist, steht einem Legen der Terrassenplatten nichts mehr im Wege.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kies und Splitt?

Bei beidem handelt es sich um Gemenge aus Steinen mit einer Größe zwischen 2 und 63 mm. Dabei unterscheidet sich lediglich die Form der einzelnen Gebilde. So besteht Kies aus Rundsteinen, besser als Kieselsteine bekannt. Splitt hingegen sind Bruchsteine mit scharfen Kanten.

Kann als Unterbau auch eine bereits vorhandene Betonfläche genutzt werden?

Ja, die Möglichkeit besteht. Die Oberfläche muss dann allerdings eben und ohne Schäden sein. Die Betonfläche sollte dann mit der Hauswand verbunden sein. Zur Wasserableitung ist es notwendig Drainagematten einzusetzen. Diese leiten dann seitlich das Wasser ab.