Stiefmütterchen

Garten-Stiefmütterchen (Viola wittrockiana) und Hornveilchen (Viola cornuta) weisen eine Ähnlichkeit auf und sind miteinander verwandt. Sie blühen farbenprächtig von Frühjahr bis Herbst. Unterschiede sind vor allem beim Überwintern und der Frostempfindlichkeit zu finden. Alles Wissenswerte darüber, wie viel Frost sie vertragen und was zusätzlich zu beachtet ist, kann im Folgenden erfahren werden.

Grundsätzliches

Unterschieden wird bei Pflanzen, die im Winter im Freien überwintern, zwischen Frostfestigkeit und Winterhärte. Frostfeste Sorten vertragen Frost um den Gefrierpunkt herum. Damit fallen sie in die Klimazone 10 zwischen plus 4.4 und minus 1.1 Grad Celsius), manche Exemplare erreichen gerade noch Klimazone 9, wenn sie Kälte bis zu minus zwei Grad Celsius ertragen.

  • ViolaPflanzen, mit Winterhärte fallen mindestens in die Klimazone 9 mit Minustemperaturen bis maximal minus 6.6 Grad Celsius.
  • Besonders winterhart gelten Pflanzen in Klimazone 8 mit Verträglich von Minustemperaturen von bis zu 12.2 Grad Celsius
  • Klimazone 7 umfasst Winterhärte bis zu Minustemperaturen von 17.7 Grad Celsius.

Es gibt keine Sorten unter den Stiefmütterchen und Hornveilchen, die noch niedrigere Wintertemperaturen überleben, sodass spätestens bei Klimazone 7 die Winterhärte beendet ist.

Erklärung: Kälteschutz

Wenn Pflanzen im Freiland kälteempfindlich sind beziehungsweise über keine ausreichende Winter-/Frosthärte verfügen, ist vor allem der Wurzelbereich mit einem Kälteschutz zu versehen. Dieser hält den Frost davor ab, in die Erde zu gelangen, den Boden zu gefrieren und damit den Wurzeln zu schaden.

Als Kälteschutz eignen sich folgende Materialien und Maßnahmen:

  • Kübel mit Folie oder Vlies umwickeln
  • Kübel auf einen isolierenden Untergrund stellen, wie Styropor, Pappe oder Holzbrett
  • Erde dickschichtig abdecken mit einem oder mehreren Materialien, wie
    • Laub
    • Reisig
    • Tannennadeln
  • Pflanzen vollständig mit Vlies überspannen und Vlies auf dem Boden über dem Wurzelbereich auslaufen lassen

Stiefmütterchen winterhart oder frostfest?

Stiefmütterchen

Bei den Stiefmütterchen zeigen sich die meisten Sorten mit einer Frostfestigkeit oder Winterhärte. Insbesondere die mehrjährigen/zweijährigen Exemplare überwintern im Freien. Je nach Temperaturen und Frost- beziehungsweise Winterhärte, verschließen sich die Blüten und gehen wieder auf, sobald mildere Außentemperaturen vorliegen.

Winterharte und frostfeste Sorten

  • Gelbes Alpenstiefmütterchen (Viola lutea) – winterhart mit Klimazone 9 und maximal minus 6.6 Grad Celsius
  • Schweizer Riesen (Viola x wittrockiana-Hybrid) – unter Klimazone 9 nur mit Winterschutz
  • Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor) – für Klimazone 7 bis maximal minus 15 Grad Celsius
  • Zweiblütige Veilchen (Viola biflora) – Winterhärte Klimazone 10 bis leicht unter den Gefrierpunkt
Tipp: Wer nicht weiß, welche Sorte im Garten vorhanden ist, sollte stets auf Nummer sicher gehen und bereits bei erstem Frost einen Kälteschutz vornehmen. Gleiches gilt für alle anderen Exemplare, die hier keine Erwähnung fanden.

Stiefmütterchen im Kübel/Balkonkasten

Sind Stiefmütterchen, gleich, welcher Sorte, in einem Kübel eingepflanzt, verhält es sich mit der Winterhärte und Frostfestigkeit anders. Hier dringt die Winterkälte deutlich mehr in die oberirdisch liegende Erde ein, sodass die Erfrierungsschäden selbst bei besonders winterharten Exemplaren auftreten können. Hier gilt grundsätzlich, für einen isolierenden Kälteschutz zu sorgen, sobald sich erster Frost anmeldet.

Hornveilchen winterhart oder frostfest?

Hornveilchen sind niedrige Temperaturen aus ihrer Ursprungsgegend, den Pyrenäen, gewohnt. Dementsprechend gut kommen sie mit den mitteleuropäischen Wintertemperaturen und dem teilweise rauen Klima hier zurecht.

Glycerin gegen Erfrierungen

ViolaDie Viola cornuta beinhaltet in ihren Zellen Glycerin. Dies ist derselbe Stoff, der in Fahrzeugkühlern für Frostschutz sorgt. Bei Hornveilchen wirkt er ähnlich und sorgt für einen umfassenden Schutz vor Erfrierungen. Dennoch unterscheiden sich die verschiedenen Sorten in ihrer Winter-/Frosthärte.

Winterharte und frostfeste Hornveilchen

Die unempfindlichsten Hornveilchen sind die Hybriden. Sie weisen eine Winterfestigkeit von mindestens um die minus 15 Grad Celsius auf (Klimazone 7). Der Großteil der Nicht-Hybriden zeigt sich frostunempfindlich mindestens bis minus fünf Grad Celsius (Klimazone 9).

Hornveilchen im Kübel/Balkonkasten

Wie bereits unter Stiefmütterchen beschrieben, sind auch Hornveilchen im Kübel sowie Balkonkasten deutlich mehr der Kälte ausgesetzt. Auch sie sollten mit einem entsprechenden Kälteschutz ab Frostbeginn ausgestattet werden.

Kälteschutz ratsam

Hybriden benötigen in der Regel keinen separaten Kälteschutz, sofern sie in das Gartenbeet gepflanzt sind. Bei allen anderen Exemplaren ist ein Kälteschutz wie oben beschrieben, ratsam, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum unter null Grad Celsius liegen. Auf dauerhaften Frost reagieren sie oftmals empfindlicher.

Schnee als Schutz

Hornveilchen
Hornveilchen

Bei Stiefmütterchen und Hornveilchen ist es von Vorteil, wenn sie bei Frost von Schnee bedeckt sind, weil sie ansonsten austrocknen können. Dies beruht darauf, dass der Frost ansonsten den Bereich um den Wurzeln einfriert und diese in der Folge kein Wasser mehr aufnehmen könnten. Die Schneedecke auf den Blühpflanzen sorgt für einen gewissen Schutz und trägt außerdem zur Vermeidung einer Austrocknung gravierend bei. Bleibt Schnee aus und es wird eisig kalt, sprechen Experten von einem Kahlfrost. Hier sollte indes gegossen werden, um einer Austrocknung vorzubeugen.

Winternässe

Frost wird für die Viola wittrockiana und die Viola cornuta unabhängig von der Winter- oder Frosthärte zum Problem, wenn sie in der Winternässe eingetaucht sind und es gefriert. Das Risiko ist dann immens hoch, dass die Wurzeln Schäden davon tragen und/oder die Pflanzenversorgung gestört wird, was bis zum Absterben führen kann. Ein Regenschutz ist ratsam sowie eine Drainage zum verbesserten Ablauf der Winternässe. Zudem ist erst zu gießen, wenn die Erde abgetrocknet ist, damit die Gefahr von Überwässerung minimiert wird.