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Im Gegensatz zu ihren großen Schwestern, den Tulpenmagnolien, deren tolle Blüten im April häufig durch Spätfröste erfrieren, reagiert die Sternmagnolie viel geschickter. Ist es noch zu kalt, öffnen sich die Blüte gar nicht erst. Nur wenn der Frost in die geöffneten Blüten dringt, erfrieren auch diese und werden braun. Das ist allerdings das einzig negative, das es über diese wunderschönen Frühblüher zu berichten gibt. Der Pflegeaufwand ist spektakulär gering. Es gibt nur wenig zu beachten. Was das ist und welche tollen Sorten es gibt, erfahren Sie in unserem Text. Lesen Sie weiter!

Kurzer Steckbrief der Sternmagnolie

  • Gattung der Magnolien
  • Stammt aus Japan
  • Sommergrüner Strauch, laubabwerfend
  • Wird 2 bis  5m hoch
  • Breite Krone
  • Blüte vor Laubaustrieb im Frühjahr, etwa ab Ende März
  • Blüten duften
  • Sie können einen Durchmesser zwischen 10 und 15 cm erreichen
  • Bilden sich immer am einjährigen Holz
  • Verstecken sich im Winter in dicken Knospen, die mit einem schützenden „Pelz“ überzogen sind
  • Blüte für etwa 3 Wochen
  • Blühen häufig schon als zweijährige Pflanzen
  • Bilden Sammelbalgfrüchte

Sorten der Sternmagnolie

Blüte der SternmagnolieIm Fachhandel werden viele Sorten angeboten. Sie unterscheiden sich in erster Linie durch die Form und Farbe ihrer Blüten. Besonders beeindruckend sind gefüllte Sternmagnolien oder auch die mit besonders starkem Duft.

  • ’Royal Star’ – große Blüten, in der Knospe rosa, beim Aufblühen weiß, etwas frosthärter als andere Sorten, blüht 1 bis 2 Wochen später als die anderen Sorten, breitbuschiger Wuchs
  • ’Scented Silver’ – intensivster Duft aller Sternenmagnolien, strahlend weiße Blüten
  • ’Leonard Messel’ – Hybridzüchtung, zartrosa Blüten mit großer Leuchtkraft, kräftiger Wuchs
  • ’Kikuzaki’ – überreicher rosa Knospenansatz, später weiße, gefüllte Blüten, haben große Ähnlichkeit mit einer Seerose
  • ’Jane Platt’ – gefüllte rosa Blüten, nur leichter Duft, sehr langsamer Wuchs
  • ’Chrysanthemiflora’- eine der schönsten Sternmagnolien, zart rosa gefüllte Blüten, seerosenähnlich, stark aufrechter Wuchs
  • ’Rosea’ – dunkelrosa Knospen, rosa Tepalen mit einem intensiv gefärbten Streifen
  • ’Rubra’ – purpurrosa Blüten, kompakt wachsender Strauch, wird recht groß
  • ’Shi Banchi Rosea’ – seerosenähnliche, gefüllte Blüten in einem dunkleren Rosa
  • ’Waterlily’ – cremeweiße Blüten, guter Duft, stärker wachsend

Die größte Auswahl an Magnolien findet man unter: http://lunaplant.de/index.html

Die Pflege der Sternmagnolie

Die Pflege der Sternmagnolie ist einfach. Die Pflanzen sind in der Regel frei von jeglichen Krankheiten und Schädlingen. Sie benötigen einen hellen und geschützten Platz und einen sehr humosen Boden. Beim Pflanzen sind ein großes Pflanzloch und entsprechendes Substrat wichtig. Auf Bodenbearbeitung sollte man besser verzichten, da die Wurzeln ziemlich empfindlich sind. Trockenheit ist ungünstig für die Magnolien. Sie sollten bei Hitze und Sonne regelmäßig gegossen werden. Als Dünger eignet sich Langzeitdünger. Sternmagnolien sehen ungeschnitten am besten aus. Wenn trotzdem störende oder kranke Zweige entfernt werden müssen, ist einiges zu beachten. Im Grunde sind die meisten Sternmagnolien winterhart, aber nicht alle gleich stark. Deshalb ist eine gute Sortenauswahl wichtig. Vermehrt werden die Pflanzen durch Absenker oder Aussaat.

Tipp
Wichtig ist die Sortenauswahl. Man sollte bei der Auswahl der passenden Sternmagnolie nicht nur nach dem Aussehen der Blüten auswählen. Je nachdem, wo man lebt und seinen Garten hat, müssen die Winterhärte und der Blütezeitraum entscheidend sein. Auch wer in sehr frostigen Gegenden lebt, kann eine Magnolie im Garten kultivieren. Die Frosthärte muss entsprechend hoch und der Blühzeitpunkt so spät es geht sein. Auch in spätfrostgefährdeten Lagen ist eine späte Blüte wichtig. Werden diese zwei Punkte berücksichtigt, kann man sicher viele schöne Blüten der Sternmagnolie erleben.

Standort

Sternmagnolien sollten sonnig stehen. Sie eignen sich prima als Solitär. Allerdings passen sie aufgrund ihres geringen Wuchses auch prima in Blumenbeete. Wichtig ist, von Anfang an die Endgröße einzuplanen. Magnolien lassen sich ab einem gewissen Alter nur sehr schwer umsetzen und sie können auch nicht gut durch Schnittmaßnahmen eingedämmt werden. Das verunstaltet die Krone oder die gesamte Pflanze.

  • Sonnig
  • Geschützt, vor allem vor Spätfrösten
  • Bei einem etwas halbschattigen Standort gehen die Blüten etwas später auf und kommen so oft um Spätfröste herum.
  • Bei zu schattiger Lage bilden sich nur spärlich Blüten
  • gute Frosthärte, deshalb auch für kühle Lagen geeignet

Pflanzsubstrat

Magnolia stellataAn das Pflanzsubstrat stellt die Sternmagnolie nicht zu viele Ansprüche. Wichtig ist, dass genügend Humus enthalten ist. Ansonsten kommt sie mit den meisten Gartenböden zurecht, solange sie nicht zu trocken oder zu nass sind. Beim Pflanzen gleich Moorbeet- oder Rhododendrenerde ins Pflanzloch geben, das hilft dem Gehölz anzuwachsen und bildet eine gute Grundlage.

  • Gedeihen in jedem durchlässigen, humosen Gartenboden
  • Ideal ist tiefgründiger und humoser Boden mit einer guten Wasserversorgung
  • Kommen auch mit kalkreichen Böden klar, wenn genügend Humus vorhanden ist.

Pflanzen

Sternmagnolien werden in der Regel als Containerpflanzen oder mit Wurzelballen verkauft. Wichtig beim Pflanzen ist, dass das Pflanzloch nicht zu klein ist. Es sollte etwa einen Durchmesser von 1 m haben und 50 bis 60 cm tief sein. Außerdem ist die Veredlungsstelle zu beachten.

  • Beste Pflanzzeit – Frühjahr oder Herbst
  • Einen Sack Moorbeet-Erde oder Rhododendron-Erde (60 bis 70 Liter) in die leere Pflanzgrube füllen
  • Günstig sind Produkte auf Torfbasis.
  • Nun etwa die gleiche Menge Gartenerde einfüllen und die beiden Erden vermischen.
  • Wurzelballen in Wasser tauchen, damit er sich richtig voll saugen kann.
  • Randlagige Wurzeln mit den Fingern entflechten.
  • Sternmagnolie in das Pflanzloch stellen.
  • Ballen, die mit Jute umwickelt sind, darin lassen. Das Material verrottet schnell.
  • Bei Jute mit Kunststoff, an den farbigen Linien und Fäden zu erkennen, Ballentuch lösen, ausbreiten und dort belassen.
  • Ballen fest in das Substrat drücken, nicht mit den Füßen!
  • Gießrand um die Pflanzgrube bilden.
  • Reichlich wässern.
  • Über die Pflanzfläche grobe Hornspäne ausstreuen.
  • Darauf kommt eine dicke Mulchschicht.
  • Auf regelmäßige Bodenbearbeitung verzichten, denn dabei können die empfindlichen Wurzeln verletzt werden.
  • Es ist deutlich günstiger, einen toleranten Bodendecker wie beispielsweise die Schaumblüte unterzupflanzen.
  • Als Pflanzpartner eignen sich niedrige Azaleen oder zierliche Rhododendron-Repens-Hybriden. Auch Seidelbast, Schneeheide, Japanische Scheinquitte oder Scheinhasel machen sich gut in der Nachbarschaft. Immer toll zu Magnolien sehen Frühjahrsblüher aus, Zwiebelgewächse, die annähernd zur gleichen Zeit blühen.

Tipp – Nie tiefer pflanzen, als die aktuelle „Endmarke“ am Stamm der Magnolie. Bei Nichtbeachtung stellen die Pflanzen das Wachstum ein, außerdem können sich Pilze und Bakterien an der Veredlungsstelle einnisten.

Gießen und Düngen

Sternmagnolie PflanzeSternmagnolien mögen keine Trockenheit, allerdings auch keine Staunässe. Ideal ist, wenn eine Mulchschicht den Boden bedeckt. Das schützt vor Austrocknung. So muss nur bei langanhaltender Trockenheit gegossen werden. Als Dünger eignet sich Kompost oder aber Langzeitdünger.

  • Nicht austrocknen lassen!
  • Bei Trockenheit regelmäßig und tiefgründig gießen.
  • Nach der Pflanzung erst im nächsten Frühjahr düngen!
  • Danach immer im Frühling mit Nährstoffen versorgen
  • Ideal als Dünger ist perlierter Langzeitdünger
  • Auch eigener Kompost kann zum Düngen genutzt werden

Schneiden

Schneiden sollte man Magnolien nur im Ausnahmefall. Eigentlich ist der Griff zur Schere überflüssig. Die Sträucher sind am blühfreudigsten, wenn man sie einfach ungestört und ungeschnitten wachsen lässt. Wissen muss man, dass die Gehölze aus gestutzten Ästen nur sehr zögerlich wieder austreiben. Größere Wunden schließen sich nicht. Schnittkorrekturen nach Möglichkeit nur an jungen Pflanzen vornehmen. Ein- oder zweijährige Triebe lassen sich ohne Probleme stutzen. So kann die Verzweigung gefördert werden.

  • Bei älteren Sternmagnolien nur abgestorbene oder aneinander reibende Äste herausschneiden
  • Maximal ungünstig platzierte Triebe herausnehmen.
  • Direkt nach der Blüte schneiden.
  • Immer direkt am Ansatz schneiden und keine Stummel stehen lassen.
  • Mehr sollte nicht geschnitten werden.
  • Regelmäßige Schnittmaßnahmen entstellen die Krone.

Überwintern

Nicht alle Sternmagnolien sind gleich winterhart. Je nachdem, in welcher Gegend man lebt, sollte die entsprechend passende Sorte ausgewählt werden. Mit einer ausreichend frostfesten Sorte ist der Winter in unseren Breiten kein Problem. Gefährlicher sind häufig Spätfröste. Die schaden zwar dem Gehölz an sich nicht, aber den Blüten. Die werden blitzschnell braun und sehen unansehnlich aus. Bei kleinen Sträuchern oder Bäumen kann man ein Vlies zur Abdeckung nutzen, bei großen Gewächsen wird das häufig schwierig, wenn nicht unmöglich.

Vermehren

Sternmagnolie BuschAm besten lassen sich Sternmagnolien durch Absenker vermehren. So werden sie wurzelecht vermehrt. Man kann aber auch Samen nutzen. Der beste Termin dafür ist direkt nach deren Reife im Herbst. Viele Magnolien werden auch veredelt.

Aussaat

  • Kaltkeimer, zur Keimung ist ein Kältereiz erforderlich
  • Es kann bis zu einem Jahr und manchmal länger dauern, bis ein Samen keimt
  • Die Samen 1 bis 2 Tage in warmes Wasser mit etwas Spülmittel legen, damit sich die wasserdichte Schale löst.
  • Wenn das Fruchtfleisch weich ist, das Wasser abgießen.
  • Fruchtfleisch abpulen.
  • Samen mit einem Küchentuch trockenreiben.
  • Am besten in kaltem Kasten aussäen und überwintern.
  • Alternativ kann der Samen auch im Kühlschrank aufbewahrt werden. Einfach in Sand legen und etwa 8 Wochen kalt aufbewahren.
  • So gezogene Pflanzen benötigen 4 bis 5 Jahre, bis sie wirklich vorzeigbar sind.

Veredeln

  • Siehe unter:

http://www.gartendatenbank.de/forum/magnolien-vermehren-ableger-veredeln-chip-budding-abmoosen-t-457-1

Absenkern

  • Ab Juni möglich
  • Einen kräftigen, jungen und elastischen Seitentrieb vorsichtig bis zur Erde hinabbiegen.
  • Da, wo die Bewurzlung stattfinden soll, also, wo der Trieb die Erde berührt, einen etwa 4 cm langen Einschnitt machen, an der unteren, zur Erde geneigten Seite.
  • Der darf nicht zu groß sein.
  • In den Schlitz wird ein kleines Steinchen geklemmt, damit diese Wunde nicht verschlossen werden kann.
  • Die Schnittstelle etwa 5 bis 7 cm in den Boden stecken und mit einem Haken oder ähnlichem befestigen, damit der Trieb nicht hochschnappt und in der Erde verweilt.
  • Substrat stets feucht halten.
  • Die Wurzelbildung ist in der Regel im kommenden April abgeschlossen.
  • Der bewurzelte Trieb kann abgetrennt werden.
  • Er sollte nicht gleich ins Beet gesetzt, sondern erst einmal im Gefäß weiterkultiviert werden.
  • Im folgenden Herbst auspflanzen, allerdings mit Winterschutz.

Krankheiten und Schädlinge

weiße SternmagnolieKrankheiten und Schädlinge sind bei Sternmagnolien ausgesprochen selten. Wenn die Pflanzen einen guten Standort und Boden haben, sind sie robust und wachsen prima.

Häufige Fragen

Ist es besser, die Fruchtstände der Magnolie zu entfernen, damit sie sich beim Ausreifen nicht verausgabt?
Nein, das ist nicht nötig. Die Entwicklung der Samen hat keinen Einfluss auf den Blütenreichtum im nächsten Jahr. Man kann sie ausreifen lassen. Sie fallen dann von allein ab.

Eignen sich Sternmagnolien auch für Gefäßhaltung?
Da muss man wohl eher jein antworten. Junge Gewächse können sicherlich im Pflanzgefäß kultiviert werden. Das Pflanzsubstrat muss ähnlich sein, wie bei ausgepflanzten Exemplaren. Wichtig wäre eine Drainage, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann. Einen Untersetzer sollte es nicht geben. Von entscheidender Bedeutung ist die Überwinterung. Sternmagnolien im Kübel müssen vor Frost, speziell vor dem Durchfrieren geschützt werden. Am besten stellt man den Kübel auf Styroporplatten, wickelt ihn dick ein und stellt ihn geschützt auf. Ideal wäre vor einer warmen Hauswand. Das Gießen darf nicht vergessen werden, das Substrat sollte nicht austrocknen, aber auch nicht zu nass sein. Sollten starke, langanhaltende Fröste angesagt werden, würde ich das Gefäß in die Garage oder den Keller stellen, wo es kalt, aber nicht frostig ist. Warm darf sie nicht stehen, dann kann sie nicht einfach wieder ins Freie, wenn die Temperaturen etwas gestiegen sind.

Wieso blühen manche Sternmagnolien (auch andere Arten) manchmal im Sommer ein zweites Mal?
Bei manchen ist es züchterisch so angelegt, allerdings selten. Meist sind die Bedingungen für die Pflanzen einfach gut. Wenn man sich in der Nachbarschaft umschaut, findet man in der Regel noch mehr blühende Exemplare. Es richtet sich nicht nach den Arten und Sorten. Die letzten beiden Jahre (2013 und 14) blühten im Sommer viele Magnolien. Wir haben das sowohl ganz unten im Süden Deutschlands sowie auch bei uns im Norden bemerkt.  Im botanischen Garten München habe ich gefragt und mir wurde gesagt, dass Magnolien das manchmal tun, wobei deutlich mehr die Tulpenmagnolien betroffen sind. Bei Sternmagnolien ist es recht selten. Auf alle Fälle muss man sich keine Sorgen machen. Maximal die Blüte im nächsten Frühling kann (muss nicht) etwas spärlicher ausfallen.