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Sicheltanne, Cryptomeria japonica – Pflege-Anleitung

Sicheltanne Cryptomeria japonica

Aus China und Japan wanderte Ende des 19. Jahrhunderts ein Zypressengewächs ein, das die Herzen der Gärtner Europas im Sturm eroberte. Die Sicheltanne schmeichelt dem Auge mit einem unvergleichlichen Habitus, der in einer kerzengeraden Krone symmetrisch endet. Die sichelförmigen, hellgrünen Nadeln, die der Cryptomeria japonica ihren Namen verliehen, unterstreichen die kontrastreiche optische Wirkung und lockern mit leicht herabhängenden Zweigen das Erscheinungsbild gleichzeitig auf. In freier Natur erzielt die Sicheltanne Höhen von bis zu 40 Metern. Aufgrund anmutiger Zuchtformen, bietet sich die Japanische Zeder ebenso für den kleinen Garten an. Die folgende Pflege-Anleitung zeigt, wie unkompliziert der Baum zu kultivieren ist.

Standort und Pflanzerde

Die Sicheltanne ist ein typischer Forstbaum, der nicht gerne in der prallen Sonne steht. Darauf sollte der Gartenfreund bei der Wahl des Standortes Rücksicht nehmen:

  • Halbschattige bis schattige Lage.
  • Zwischen 3 und 6 Stunden Sonne täglich.
  • Gerne kühl und luftumspült.
  • Frische, leicht feuchte und durchlässige Erde.

Aufgrund ihrer asiatischen Herkunft, ist die Cryptomeria japonica ein raues Klima gewohnt, sodass sie in den hiesigen Regionen immergrün und winterhart auftritt. Darüber hinaus hat sie mit windexponierten Lagen keine Probleme, steht in diesem Fall dann vorzugsweise in der Gruppe, damit sich die Exemplare gegenseitig schützen. Einzig in der Nähe von Gewässern, wo die Gefahr von Staunässe besteht, gedeiht sie nur kümmerlich.

Pflanzen

Die Sicheltanne gedeiht in jedem normalen Gartenboden bestens. Sollte sie nach einem Neubau zu den ersten Pflanzen gehören, könnte der Boden durch die Baufahrzeuge stark verdichtet sein. In diesem Fall ist eine mechanische Auflockerung der Pflanzerde angeraten, die übrigens der gesamten Bepflanzung der Anlage gut tut.

Die Japanische Zeder wird von Baumschulen und in Gartencentern überwiegend als Containerware angeboten. In dieser Form ist eine Pflanzung ganzjährig möglich. Die beste Jahreszeit, um die Cryptomeria japonica in die Erde zu setzen, ist der Herbst

  • Sicheltanne Cryptomeria japonicaAm gewählten Standort Unkraut, Wurzeln und Steine entfernen.
  • Mit der Harke oder dem Spaten den Boden gut auflockern.
  • Die Sicheltanne für etwa 1 Stunde in einem Eimer Wasser stellen.
  • Ein Pflanzloch graben mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens.
  • Den Aushub in eine Schubkarre heben und zu 30 % mit Gartenkompost mischen.
  • An der Sohle der Pflanzgrube eine Drainage anlegen aus groben Materialien, wie Kies.
  • Über der Drainage eine erste Schicht Substrat verteilen.
  • Das Gehölz in der Mitte positionieren, bis zur Hälfte eingraben und einschlämmen.
  • Anschließend wird der Wurzelballen vollkommen mit Erde bedeckt und wiederum gewässert.
  • Die Sicheltanne sollte keinesfalls tiefer eingepflanzt werden, als sie in der Baumschule stand.

Es ist empfehlenswert, den jungen Baum in den ersten beiden Standjahren durch drei Holzpfosten zu stützen, die um ihn herum in die Erde geschlagen werden, in einem Abstand von 30 cm bis 50 cm. Das Bindematerial sollte breitflächig sein, wie Bastband oder spezielle Gurte, damit es nicht die noch zarte Rinde verletzt oder in den kommenden Jahren einwächst.

Hinsichtlich der Startdüngung sollten weder Stallmist noch Volldünger in die Pflanzgrube verwendet werden, weil diese Stoffe zu scharfe Bestandteile enthalten, die den jungen Wurzeln Schaden zufügen könnten.

Tipp: Wird nach der Pflanzung eine Schicht Rindenmulch oder anderes organisches Material über die Baumscheibe verteilt, hält dies den Boden länger feucht und unterdrückt gleichzeitig das Unkraut.
Nachdem die Cryptomeria japonica vollständig eingepflanzt ist, raten die Experten zu einem ersten Rückschnitt um ca. 30 %, damit der Baum sich in seiner neuen Heimat besser akklimatisiert. In den folgenden Wochen und Monaten wird die Phase des Anwachsens intensiviert, wenn die Sicheltanne wiederholt gewässert wird, ohne dass Staunässe entsteht.

Wurzelnackte Ware richtig pflanzen

Das Angebot an wurzelnackten Bäumen ist stark rückläufig, weil diese Form der Pflanzung Ausfallquoten nach sich zieht, die um bis zu 20 % höher sind, als bei Containerware. Plant der Hobbygärtner hingegen, eine größere Anzahl an Sicheltannen in seinem Garten anzusiedeln, ist aus finanzieller Sicht die wurzelnackte Ware vorteilhafter, weil sie deutlich günstiger ist, als die Gewächse im Container. In diesem Fall beschränkt sich die Pflanzzeit auf die Wochen zwischen Mitte Oktober bis Ende November.

  • Eine wurzelnackte Sicheltanne muss umgehend gepflanzt werden.
  • Vorher an den Wurzeln sämtliche Knick- und Bruchstellen abschneiden.
  • Für ca. 30 Minuten in ein Gefäß mit Wasser stellen.

Ansonsten erfolgt der Pflanzvorgang analog zur Containerware, wobei der Rückschnitt in der Höhe und der Breite von essenzieller Bedeutung ist.

Hinweis: Im Rahmen der Pflanzung sollte unbedingt auf einen angemessenen Abstand zu Gebäuden, zur Straße und zum Nachbargrundstück geachtet werden. Um in dieser Hinsicht auf der sicheren Seite zu sein, ist es ratsam, die zuständige Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung zu konsultieren.

Gießen und Düngen

Sicheltanne Cryptomeria japonicaDie Japanische Zeder mag eine leicht feuchte Umgebung, was dem Hobbygärtner einen Hinweis auf die Häufigkeit des Wässerns gibt. Ganz ohne die Zugabe weiterer Nährstoffe kommt die Sicheltanne zudem nicht aus.

  • Bei unzureichendem Regenaufkommen wird regelmäßig gegossen.
  • Die Erde an der Sicheltanne darf nicht austrocknen.
  • Von Mai bis September alle 4 Wochen Nadelbaumdünger verabreichen.
  • Ab Oktober nicht mehr düngen, damit sich der Baum für den Winter rüstet.

Der ideale Zeitpunkt für das Gießen sind der frühe Morgen oder die Abendstunden. Die Sonne sollte nicht mehr direkt auf die Sicheltanne scheinen. Auch wenn das Wasser unmittelbar auf die Baumscheibe gegossen wird, können trotzdem Spritzer die Nadeln benetzen, was unter Sonneneinstrahlung den sogenannten Lupeneffekt auslöst, der zu Verbrennungen der Pflanzenteile führen kann.

Schneiden

Die Sicheltanne ist – wie die meisten Zypressengewächse – gut schnittverträglich. Daher greift der Hobbygärtner alljährlich zur geschärften Gartenschere, um den Baum in Form zu halten, die Höhe zu regulieren und ein Verkahlen von innen heraus zu vermeiden.

  • Beste Zeit für den Rückschnitt ist der Spätsommer.
  • Die Witterung ist trocken und leicht bedeckt.
  • Sämtliche Äste und Zweige entfernen, die nicht mehr vital sind.
  • Sich kreuzende Triebe werden desgleichen geschnitten.
  • Steil gen Himmel wachsende Äste sowie Wasserschosse kappen.
  • Um welche Länge die Äste gekürzt werden, liegt im Ermessen des Gärtners.

Tipp: Die Japanische Zeder verträgt auch einen radikalen Verjüngungsschnitt bis tief ins alte Holz hinein. Eine derartige Maßnahme sollte hingegen nur in Ausnahmefällen in Betracht gezogen werden, weil der Baum anschließend eine geraume Zeit benötigt, um wieder auszutreiben.
Wichtig zu beachten ist, dass der Astring nicht beschädigt wird und jeder Schnitt leicht schräg, knapp 5 mm über einer Knospe ausgeführt wird. Die geneigte Schnittführung ist deshalb sinnvoll, weil das Regenwasser besser ablaufen kann. Von der Behandlung größerer Schnittwunden mit Baumwachs rücken erfahrene Hobbygärtner zunehmend ab, weil sich gezeigt hat, dass unter ungünstigen Bedingungen, die Stelle unter dem Wachs fault.

Wenn die Sicheltanne im Laufe der Jahre ihre maximale Höhe von ca. 40 Metern erreicht hat, ist es eventuell erforderlich, sehr dicke Äste zu schneiden. In diesem Fall geht der geübte Gartenfreund schrittweise vor und schneidet den Zweig von außen nach innen stückweise ab. Hat der Stumpf dann eine Länge von ca. 30 cm erreicht, wird er zunächst von unten angesägt, um in der Folge von oben komplett abgeschnitten zu werden. Das macht insofern Sinn, als dass der schwere Aststumpf nicht plötzlich abreißt und der Astring mit dem vitalen Gewebe doch noch verletzt wird. Im letzten Arbeitsschritt werden die Schnittstellen mit einem scharfen Messer geglättet.

Vermehren

Sicheltanne Cryptomeria japonicaHat der Gartenfreund die liebenswerte Sicheltanne erst einmal kennengelernt, ist der Wunsch nach weiteren Exemplaren durchaus verständlich. Der Kauf einer neuen Pflanze erübrigt sich, denn die Vermehrung geht vollkommen unkompliziert von der Hand, wobei zwei verschiedene Methoden zur Auswahl stehen.

Stecklinge

  • Die beste Zeit, die Stecklinge zu schneiden, sind die Monate Oktober und November.
  • Ein tauglicher Ableger ist 15 cm bis 20 cm lang und entstammt einem zweijährigen Trieb.
  • Im unteren Teil werden die Nadeln entfernt, ohne die Rinde zu verletzen.
  • Einen Topf mit nährstoffarmer Anzuchterde füllen und die Stecklinge bis zur Hälfte hineinstecken.

An einem hellen, frostfreien Platz haben die Stecklinge nun den ganzen Winter hindurch Zeit, ein eigenes Wurzelsystem zu entwickeln. Im Verlauf dieser Phase werden sie leicht feucht gehalten und regelmäßig auf Krankheiten und Schädlinge untersucht. Sollten sich mehrere Ableger in einem Anzuchtgefäß befinden, ist es ratsam, sie rechtzeitig in Einzeltöpfe umzupflanzen, bevor sich ihre Wurzeln nahezu untrennbar miteinander verschlingen.

Tipp: Die Bewurzelung wird forciert, wenn eine Klarsichttüte über den Anzuchttopf gestülpt wird. Sie sollte alle 1 bis 2 Tage gelüftet werden.
Hobbybotaniker, die sich zu den geduldigen Menschen zählen, können eine Vermehrung durch Aussaat in Betracht ziehen. In diesem Fall wird es hingegen Jahre dauern, bis sich ein einigermaßen ansehnliches Bäumchen entwickelt hat.

Überwintern

Die Japanische Zeder übersteht den hiesigen Winter schadlos, sobald sie fest verwurzelt ist. Lediglich im ersten Jahr nach der Pflanzung, empfehlen Baumexperten, ihr einen Schutz vor Frost und Schnee zu gewähren.

  • Kurz vor dem ersten Frost die Baumscheibe dick polstern mit Laub, Stroh oder Reise.
  • Über die Zweige einen Jutesack stülpen oder sie mit Bastmatten umgeben.
  • Zwergsorten im Kübel werden ins frostfreie Winterquartier getragen.
  • Alternativ das Pflanzgefäß auf einen Holzblock stellen und mit dicker Folie umwickeln.

Da die Sicheltanne zu den immergrünen Nadelgehölzen zählt, verdunstet sie selbst im Winter Wasser. Daher erhält sie an frostfreien Tagen eine gut bemessene Ration Gießwasser, denn gerade in schneefreien Wintern ist die Gefahr des Vertrocknens groß.

Tipp: Ausgewachsenen Cryptomeria japonica kann die winterliche Kälte nichts anhaben. Die intensive Wintersonne ist hingegen in der Lage, der dekorativen Rinde Schaden zuzufügen. In diesem Fall genügen Holzlatten, die schräg an den Stamm angelehnt werden, zum Schutz der Borke.

Schöne Zuchtformen

Sicheltanne ‚Elegans Viridis‘ (Cryptomeria japonica ‚Elegans Viridis‘)

  • Sicheltanne Cryptomeria japonicabuschiger Habitus bis 8 m Höhe
  • dichte, bläulich-grüne Nadeln
  • bis zu 3 cm lange Zapfen

Sicheltanne ‚Compacta‘ (Cryptomeria japonica ‚Compacta‘)

  • kompakter Baum bis 4 m Höhe
  • Wuchsbreite bis 3 m
  • schönes Solitärgehölz für den Vorgarten

Hahnenkamm-Sicheltanne (Cryptomeria japonica ‚Cristata‘)

  • die beliebteste Zuchtform
  • kegelförmiger Baum bis 6 m hoch
  • grüne, sichelförmige Nadeln

Japanische Sicheltanne (Cryptomeria japonica ‚Vilmoriniana‘)

  • Wuchshöhe bis 80 cm
  • Wuchsbreite bis 100 cm
  • gut geeignet für den großen Kübel

Sicheltanne ‚Compressa‘ (Cryptomeria japonica ‚Compressa‘)

  • Wuchshöhe bis 80 cm
  • Wuchsbreite bis 70 cm
  • eine schöne Sorte für den kleinen Garten

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem facettenreichen Angebot der Züchter und Baumschulen.

Fazit
Die Sicheltanne, auch Japanische Zeder genannt, ist zweifellos eine dekorative Bereicherung für jeden Park und Garten. Mit ihrem malerischen Habitus und den extravagant geformten, immergrünen Nadeln, lässt sie das ganze Jahr hindurch keine botanische Langeweile aufkommen. Dank der vielfältigen Zuchtformen, bietet die Cryptomeria japonica dem kreativen Hobbygärtner jede Menge Gestaltungsmöglichkeiten, ohne ihm viel Pflegeaufwand abzuverlangen.