Gartenpflanzen Gehölze - Zier- und Formgehölze

Schnellwachsende Bäume für den Garten – Laubbäume/Nadelbäume

Thuja

Schnellwachsende Bäume sind vor allem bei neuanzulegenden Gärten sehr gefragt. Allerdings darf schnelles Wachstum nicht überbewertet werden. Viele der Bäume werden zwar rasch angenehm groß, aber sie hören nicht auf mit Wachsen. Häufig werden sie einfach zu groß für den kleinen Garten und müssen nach 10 bis 15 Jahren wieder gefällt werden. Wichtig ist also, sich vor dem Kaufen und Pflanzen mit der richtigen Auswahl zu befassen. Welche Bäume schnell wachsen und wie sich ihr Wuchs entwickelt, lesen Sie im folgenden Text.

Was muss vor dem Pflanzen bedacht werden?

  • Wie groß wird der Baum?
  • Wie groß wird die Krone?
  • Wie umfangreich wird die Wurzel?
  • Besteht die Gefahr, dass Mauerwerk, Gehwegplatten oder Rohre im Boden beschädigt werden?
  • Droht der Dachrinne Gefahr?
  • Wie schnell wächst er in den ersten Jahren?
  • Lässt das Wachstum mit den Jahren nach?
  • Überragt er bald das Haus?

Schnellwachsende Laubbäume

Es gibt zahlreiche schnellwachsende Laubbäume. Allerdings darf man das zügige Wachstum nicht nur allein sehen. Viele Bäume haben auch Nachteile. So bildet die Pappel, die zu den am schnellsten wachsenden Bäumen gehört,  beispielsweise Schösslinge ohne Ende, bis zu einer Entfernung von 40 Metern. Selbst wenn der Baum gerodet wurde, die Schösslinge treiben weiter aus. Dazu sät sich die Pappel auch stark aus, auch das noch weit entfernt vom Baum, so dass sich die Begeisterung der Nachbarn stark in Grenzen halten wird. Bevor man so einen Baum in den Garten pflanzt, sollte man sich das gut überlegen. Von spontanen Aktionen rate ich dringend ab. Bäume zu pflanzen will gut durchdacht sein. Vor- und Nachteile müssen abgewogen werden.

Platanen
PlantanePlatanen sind nicht die Klassiker im Garten, weil sie 30 bis 50 Meter hoch werden können. Allerdings können sie gut geschnitten und so quasi auf jeder beliebigen Höhe gehalten werden. Platanen wachsen zügig und breiten sich aus, wenn man sie lässt. Ungeschnitten passen sie nur in ordentlich große Gärten. Die Gehölze mögen einen sonnigen Standort und sandigen bis lehmigen Boden. Der Pflanzabstand zu Gebäuden und anderen Gehölzen sollte mindestens 5 m betragen. Platanen sollten nicht in die Nähe unterirdischer Rohre und Leitungen gepflanzt werden. Gepflanzt wird am besten im Frühling.

  • Ahornförmige Blätter
  • Treiben zusammen mit den Blättern aus
  • Blüte zwischen März und Mai
  • Leuchtend gelbe bis orange Herbstfärbung
  • Lässt sich prima zu einem flachen Dach heranziehen
  • Sehr schnittverträglich
  • Kann als Kleinbaum gehalten werden
  • Der Hauptschnitt erfolgt in der blattlosen Zeit
  • Anfang Sommer werden die unteren Seitenäste nah am Stamm entfernt, um das Wachstum in die Höhe zu fördern.
  • Frosthart, nur junge Bäume benötigen etwas Schutz
  • Wachstumszuwachs pro Jahr – bis zu 50 cm
  • Gut windfest
  • Krankheiten sind eher selten – Platanenkrebs, Massaria-Krankheit, Blattbräune
  • Schädlinge sind ebenfalls selten – Miniermotte

Tipp: Junge Platanen haben Schwierigkeiten mit trockenen Böden. Sie benötigen regelmäßig und ausreichend Wasser. Ideal ist Regenwasser. Kalkhaltiges Wasser ist nicht so günstig.
Eschen
Auch Eschen können bis zu 40 m hoch werden. Im Gegensatz zur Platane können sie nicht so klein gehalten werden, ohne völlig ihre Form zu verlieren. Die Esche ist also ein Baum für einen großen Garten. Allerdings wachsen sie anfangs deutlich schneller. Das Wachstum lässt mit den Jahren nach. Ein Baum braucht etwa 100 Jahre und 30 m hoch zu werden, wächst aber in den ersten 40 Jahren schon 20 davon. Ich würde eine Esche nur pflanzen, wenn wirklich ausreichend Platz ist und der Baum sich auch ohne Schnitt natürlich entwickeln kann. Wichtig ist, den Baum nicht zu nah ans Haus und an unterirdische Leitungen und die Kanalisation zu pflanzen. Eschen benötigen einen hellen, möglichst sonnigen Standort und unbedingt basischen nährstoffreichen Boden.

  • Esche Exakt gegenständig angeordnete Blätter, unpaarig gefiedert
  • Der am spätesten austreibende heimische Laubbaum
  • Blütenstände mit zahlreichen Blüten, weißlich bis gelblich, eher unscheinbar
  • Blüte erst nach 20 bis 30 Jahren
  • Frucht – kleines Nüsschen
  • Tiefwurzler, in jungen Jahren eher Herzwurzel
  • Mächtige Wurzeln, die auch vor Hausfundamenten nicht Halt machen, allerdings nur, wenn es da bereits Risse gibt
  • Keine Herbstfärbung
  • Benötigt reichlich Wasser
  • Wassermangel bremst das Wachstum
  • Kann geschnitten werden
  • Schnitttermin Ende Februar, Anfang März
  • Von Anfang an einen Erziehungsschnitt vornehmen
  • Wachstum in den ersten 10 Jahren – jährlich etwa 70 cm

Tipp: Eschen säen sich selbst aus. Die Sämlinge immer so früh wie möglich aus dem Boden ziehen, dann geht das noch leicht. Je länger man wartet, umso schwerer wird’s.
Pappel
Auch die Pappel wird sehr hoch, bis 45 m und ist deshalb nur für Gärten geeignet, wo Platz genug ist. Der Baum wächst schmal, hat einen aufrechten Stamm und wird nicht breit, sieht eher wie eine rundliche Säule aus. Das kommt daher, dass die Äste recht straff nach oben wachsen. Pappeln gehören zu den am schnellsten wachsenden Gehölzen, 1 m pro Jahr ist keine Seltenheit.  Es gibt rund 60 Arten. Pappeln haben einen entscheidenden Nachteil, sie besitzen ein besonders breites Wurzelwerk, weshalb in der Umgebung keine anderen Pflanzen gedeihen. Für einen Garten ist das unpraktisch. Außerdem treiben sie Schösslinge ohne Ende, da haben auch noch die Nachbargärten was davon. Für Allergiker ist die Blütezeit eine Leidenszeit. Pappeln bevorzugen einen sonnigen Standort und einen feuchten, keinesfalls zu trockenen Boden. Gepflanzt wird im Herbst.

  • Dreieckige, herz- oder eiförmige Blätter, ganzrandig oder gelappt, langer Blattstiel
  • Blüten – gestielte, hängende Kätzchen
  • Blütezeit zwischen Februar und April, je nach geographischen Breite
  • Blüte bereits nach 5 bis 10 Jahren
  • PappelWurzeln – Herzwurzelsystem bis Horizontalwurzelsystem
  • Treibt Schösslinge nach oben, bis zu einer Entfernung von 40 m
  • Sät sich selbst aus
  • Keimlinge können schon im ersten Jahr Wurzeltiefen von 75 bis 150 cm erreichen
  • Sehr winterhart
  • Ausreichend weit vom Haus, Mauern, Leitungen und Rohren im Boden entfernt pflanzen
  • Die Wurzeln können auch Gehwegplatten anheben
  • Jahreszuwachs bis zu 100 cm

Tipp: Pappeln können nicht einfach abgeschnitten werden, wenn sie zu groß geworden sind. Die Bäume treiben dann massenhaft Wurzeltriebe. Pappelausläufer wachsen durch Straßen und Mauerwerk!
Blauglockenbaum
Eigentlich sind die Blüten das Highlight des Blauglockenbaumes. Leider blühen diese Gehölze bei uns nur sehr selten, unsere Winter sind zu streng. Allerdings sehen die Bäume auch ohne Blüten sehr attraktiv aus. Dazu kommt, dass sie sehr schnell wachsen. Die Hybritart des Chinesischen Blauglockenbaumes Pauownia ’Nordmax 21’ von der Firma WeGrow soll schneller wachsen als eine Pappel. Die Bäume werden 10 bis 15 m hoch und geben einen guten Hausbaum ab, wenn entsprechend Platz vorhanden ist.

Der Blauglockenbaum mag einen sonnigen Standort und einen nährstoffreichen trockenen bis  leicht feuchten Boden. Wichtig ist, dass der Boden wasser- und luftdurchlässig ist. Blüht der Baum doch einmal, muss mit Selbstaussaat gerechnet werden. Die Samen sind sehr wuchsfreudig. Die Keimlinge erreichen schon im ersten Jahr eine Höhe von 2 m.

  • Gerader Stamm, dicke Äste und eine ausladende Krone
  • Gegenständig angeordnete, bis zu 45 cm breite Blätter, lang gestielt, matt dunkelgrün bis hellgrün
  • Knospen auffällig fuchsbraun bis braunrot behaart
  • Vor dem Blattaustrieb im April/Mai erscheinen die Blüten
  • Bis 40 cm hohe traubige Blütenstände
  • BauglockenbaumGlockenförmige rosaviolette und innen gelb gestreifte Blüten
  • Nussförmige Kapselfrüchte
  • Pfahlwurzel, aber auch insgesamt eine große Wurzel
  • Sehr empfindlich bei Verletzungen
  • Benötigt einen geschützten und warmen Standort
  • Die Knospen sind sehr frostempfindlich, vertragen keine Minustemperaturen
  • Benötigt kaum Wasser
  • Wird der Baum zu groß, kann geschnitten werden
  • Schneiden nach dem ersten Herbstfrost

Tipp: In seinem natürlichen Umfeld, in warmen Gegenden, gehört der Blauglockenbaum zu den invasiven Pflanzen, weil er sich durch seine Samen so stark vermehrt. Abhilfe schafft die Hybridzüchtung Pauownia ’Nordmax 21’. Diese Abkömmlinge sind nicht nur winterhärter und schnellwüchsiger, sie können sich auch nicht mehr vermehren.

Schnellwachsende Nadelbäume

Schnellwachsende Nadelbäume sollen meist als Sichtschutz dienen. Sie werden häufig als Hecke eingesetzt. Fichten und Tannen wachsen schnell, werden aber für viele Gärten einfach zu groß. Schneidet man sie ab, verlieren sie viel von ihrem guten Aussehen. Schneidet man sie nicht, überragen sie bald sämtliche Gebäude in der Nachbarschaft, werfen gigantische Schatten und um sie herum wächst nichts mehr. So einen großen Baum zu pflanzen sollte gut überlegt sein.

Nadelbäume haben den Vorteil, immergrün zu sein. Sie geben dem Garten also auch in der laublosen Zeit Struktur. Hecken schützen ganzjährig vor neugierigen Blicken, Wind und Lärm. Viele Zypressengewächse werden als Hecken genutzt, vor allem, weil sie auf fast jeder Höhe gehalten werden können. Allerdings müssen sie ein-, besser zweimal im Jahr geschnitten werden. Wer das nicht möchte, muss eine andere Lösung finden.

Thuja – Lebensbaum
Thuja Lebensbäume gehören zu den Zypressengewächsen. In einheimischen Gärten werden meist die Abendländischen Exemplare genutzt. Besonders beliebt sind sie als Heckenpflanzen. Es gibt verschiedene Thuja-Arten, sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Farbgebung. Das satte Grün reicht von Smaragdgrün, über Moosgrün bis zu Goldgelb. Die Gehölze sind sehr schnittverträglich, treiben aber aus altem Holz nicht mehr aus. Wer nicht von Beginn an regelmäßig schneidet, muss damit rechnen, dass die Lebensbäume von innen her verkahlen, da dort nicht genügend Licht eindringen kann. Die inneren Triebe werden braun, dann kahl. Dort wächst nie wieder etwas. Deshalb von Anfang an Schneiden, damit Licht ins Innere kommt, damit diese Verkahlung vermieden wird.

  • Am besten ist ein sonniger Standort. Die Gewächse benötigen viel Licht.
  • Gedeihen auf fast allen Böden
  • Bevorzugen lockere, leicht saure bis alkalische Böden
  • Bei trockenen Standorten und Trockenheit reichlich wässern
  • Bei nährstoffarmen Böden regelmäßig düngen
  • Schnitt vom Winter bis Spätsommer möglich (an Brutvögel denken!)
  • Am besten sind zwei Schnitte pro Jahr.
  • Verträgt Streusalz nicht sehr gut (bei Straßenlage beachten!)
  • Können gut umgepflanzt werden, auch wenn das viel Arbeit ist. Sie müssen dann aber zurückgeschnitten werden.
  • Pflanzabstand bei Heckenpflanzung etwa 40 bis 50 cm, je nach Sorte

Tipp: Kleine Pflanzen wachsen schneller an als größere und vor allem besser und überholen diese schnell im Wuchs. Da kann Geld gespart werden!
Bastardzypresse Leylandii
Die schnell wachsende Leyland-Zypresse wird gern als Thuja oder Lebensbaum bezeichnet, ist aber eine eigene Art. Die Pflanzen haben mehrere Vorteile. Sie wachsen mit am schnellsten von allen Alternativpflanzen, bieten guten Windschutz, sind ganzjährig  blickdicht, verkahlen nicht, sind ausgesprochen winterhart und schnittfähig. Außerdem sind sie preislich eher im unteren Segment angesiedelt. Wichtig ist ein Rückschnitt von Anfang an. Dieser wird im Frühjahr durchgeführt. Für eine gute Entwicklung benötigen Leyland-Zypressen einen nährstoffhaltigen Boden und einen sonnigen bis halbschattigen Standort. So kann ein Wachstum von bis zu 70 cm im Jahr erreicht werden. Einziger Nachteil der Pflanzen ist die Winterhärte. In sehr frostreichen Regionen reicht diese häufig nicht aus.

  • Leyland zypresse Hybridpflanze – Kreuzung zwischen Monterey-Zypresse und Nootka-Scheinzypresse
  • Zählt zu den Koniferen
  • Kann bis zu 30 m hoch werden
  • Wächst säulenförmig schmal
  • Kleine, schuppige Blätter, kreuzgegenständig an den Ästen
  • Zuchtformen Robinson Gold und Gold Rider – gelbliche Blätter, Silver Dust – cremefarben
  • Im Alter können Zapfen ausgebildet werden
  • Verträgt keine Trockenheit, sollte also regelmäßig gegossen werden.
  • Benötigt reichlich Nährstoffe
  • Treibt nach einem Rückschnitt recht gut wieder aus
  • Kann von Pilzen befallen werden
  • Schädlinge – Borkenkäfer, Miniermotte, Schmierläuse
  • Jährlicher Rückschnitt nötig, sonst starkes Höhenwachstum
  • Kann auch zweimal pro Jahr geschnitten werden
  • Nicht ins alte Holz schneiden

Lawsons Scheinzypresse ’Yvonne’
Es gibt zahlreiche Scheinzypressen, die alle schnell wachsen und sich als Heckenpflanzen eignen. Die Sorte ’Yvonne’ hat allerdings eine schöne Farbe, ein helles grün, leicht ins gelbliche gehend. Viele der Scheinzypressen haben einen bläulichen Ton oder ein sehr dunkles grün, dass irgendwie unnatürlich aussieht und nicht so recht in die Natur passen will. Die Pflanzen wachsen schnell, müssen ordentlich geschnitten werden, um ihr Wachstum etwas einzudämmen. Einen Nachteil haben Scheinzypressen, sie verkahlen von unten her. Daher eignen sie sich besonders für Gärten, wo sie hinter einem recht blickdichten niedrigeren Zaun stehen, so dass die fehlenden Triebe unten nicht auffallen. Von innen kann man ja etwas davor pflanzen.

Diese Scheinzypresse kann bis 5 m hoch und 2 m breit werden. Der Wuchs ist kegelförmig.

  • Scheinzypresse Sehr robust
  • Büßt auch im Winter die schöne hellgrüne Farbe nicht ein
  • Sonnige Lage erwünscht, im Halbschatten verblasst der Gelbton zu einem fahlen Grün
  • Benötigt ausreichend Feuchtigkeit, aber keine stehende Nässe
  • Reagiert empfindlich auf nasse Füße
  • Sollte aber auch nicht zu trocken stehen
  • Verträgt keinen lehmigen Boden
  • Wichtig ist der regelmäßige Schnitt, ein- bis zweimal pro Jahr
  • Sollte schon als junge Konifere nach dem Pflanzen geschnitten werden
  • Kein Rückschnitt ins alte Holz, da treibt sie nicht mehr aus

Tipp: Abgeschnittene Zweige der Konifere nicht auf den Kompost geben. Sie enthalten Stoffe, die den Stoffwechsel der zur Rotte benötigten Mikroben beeinträchtigen und damit die Aktivität hemmen. Als Beetabdeckung sind sie aber gut geeignet. Besonders Scheinzypressen freuen sich über einen solchen Bodenbelag.

Häufige Fragen

Birken sollen auch sehr schnell wachsen. Mit wie viel Jahrezuwachs ist bei denen zu rechnen?
Ja, Birken wachsen auch zügig. Vor allem in der Jugend wachsen sie kräftig, die ersten 20 bis 25 Jahre, dann lässt das Wachstum deutlich nach. Etwa 70 cm Wachstumsrate pro Jahr ist realistisch. Bei guten Bedingungen kann es etwas mehr werden, bei schlechten etwas weniger.

Gibt es einen schnellwachsenden Baum, der nicht nur gut aussieht, sondern von dem es auch noch etwas zu ernten gibt?
Holunder wäre so ein Baum. Er wächst mitunter 2 m pro Jahr (anfangs). Im Frühjahr gibt es wunderschöne Blüten und im Herbst können Beeren geerntet werden. Meist werden Sträucher angeboten, man kann sich aber auch leicht einen Baum ziehen. Es gibt verschieden Arten und Züchtungen. Nicht alle wachsen so schnell. Da muss man sich beraten lassen. Auf alle Fälle sind die Gehölze wenig anspruchsvoll und brauchen kaum Pflege.