Schnellkomposter aus Kunststoff

Guter Gartenkompost gilt nicht umsonst als das braune Gold von Mutter Natur und die Spardose der Hobbygärtner. Unsichtbar für das menschliche Auge, ist im Komposthaufen ein Heer von Mikroorganismen emsig damit beschäftigt, Abfall in naturreinen Dünger und reichhaltigen Humus zu verwandeln. Abhängig von der Größe des Komposthaufens, nimmt dieser biologische Prozess ein Jahr und mehr in Anspruch. In einem geschlossenen Schnellkomposter bewirken verschiedene Faktoren – allen voran Wärme – eine deutliche Beschleunigung dieses beeindruckenden Nährstoffkreislaufs. Es sind primär Kleingärtner, die von den Vorzügen eines Thermokomposters profitieren. Pfiffige Sparfüchse unter ihnen nehmen eine praxisnahe Anleitung zur Hand und bauen einen Schnellkomposter einfach selbst.

Den Standort wählen

Auf einem großen Grundstück steht dem Hobbygärtner zumeist eine ganze Reihe von versteckten Stellplätzen für einen offenen Holzkomposter zur Verfügung, die nicht in das Blickfeld der Betrachter geraten. Im kleinen Garten mangelt es hingegen häufig an einem verborgenen Standort für den Komposthaufen, sodass die Besitzer schweren Herzens darauf verzichten, weil er die Optik empfindlich stört. Das muss nicht sein, denn für knapp bemessene Areale genügt ein verschließbarer Schnellkomposter im dezenten, dunkelgrünen oder grau-schwarzen Design zur Aufnahme der Garten- und Küchenabfälle völlig aus. Damit der Behälter seinem Namen alle Ehre macht, indem hier der erwünschte Humus und Dünger zügiger entstehen, sind Wärme, Sauerstoff und etwas Feuchtigkeit erforderlich. Demgemäß sollten am gewählten Standort folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sonnige bis halbschattige, luftige Lage.
  • Lockerer, unversiegelter Boden ohne Staunässe.
  • Mindestens 50 cm Abstand zum Nachbargrundstück.
  • Eine gute Erreichbarkeit von Deckel und Entnahmeöffnung.

Anders, als bei einem herkömmlichen Komposthaufen, verfügt ein Thermokomposter häufig über einen Boden. Damit wird ein Befall durch Mäuse oder Ratten zuverlässig verhindert. Lüftungsschlitze an der Seite oder im Behälterboden sorgen für die erforderliche Luftzirkulation. Ohne eine ausreichende Menge an Sauerstoff setzt Fäulnis ein, was nicht nur den natürlichen Prozess der Verrottung erheblich beeinträchtigt, sondern auch den gefürchteten Geruch mit sich bringt.

Tipp: Einen ausgezeichneten Untergrund für den Schnellkomposter stellen Rasengittersteine dar. Diese sind einerseits stabil genug, um das steigende Gewicht des Behälters zu tragen und lassen andererseits keine Staunässe entstehen.

Schnellkomposter selber bauen

KomposterBestens geeignet für die Verwendung als Schnellkomposter, sind ein Kunststoff-Fass oder ein preislich günstigeres Metall-Fass mit Deckel. Die Abdeckung ist von essenzieller Bedeutung, denn innerhalb des geschlossenen Behälters entstehen in den warmen Sommermonaten Temperaturen von 50° bis 70° Celsius. Dank dieser Wärmeentwicklung beschleunigt sich die Verrottung auf einen Zeitraum von wenigen Wochen. Dieses Tempo ist bei einem offenen Kompost nicht zu erzielen.

Materialliste:

  • 1 Fass (Kunststoff oder Metall) mit 75 bis 240 Liter Volumen.
  • Eventuell ein Stück Maschendraht.

Werkzeugliste:

  • 1 Lochbohrer
  • 1 Stichsäge
  • 1 Klappenscharnier
  • 1 Verschluss
  • Schraubenzieher und Schrauben

Anleitung zum Ablauf der Arbeiten

Bevor der Schnellkomposter an seinem Standort positioniert wird, erhält er an der Seite einige Luftlöcher und im Boden 2-3 Schlitze, damit sich nicht doch noch eine Maus hindurch mogeln kann. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen möchte, legt im Inneren des Behälters zusätzlich Maschendraht auf der Sohle aus. Im nächsten Schritt wird in Bodennähe eine Klappe installiert, aus der fertiger Kompost abgeschöpft wird.

Entnahmeklappe anfertigen

  • Aus der Seite ein ausreichend großes Stück herausschneiden.
  • Die Scharniere am unteren und den Verschluss am oberen Klappenrand anbringen.
  • Alternativ mit kleinen Löchern und Bindedraht sowie einem Möbelknopf improvisieren.

Befüllt wird der Behälter, indem der Deckel kurz angehoben wird. Wichtig zu beachten ist, dass beide Abdeckungen stets wieder geschlossen werden, damit die sich bildende Wärme nicht entweichen kann. Für die Belüftung sind ausschließlich die Löcher und Schlitze zuständig.

Die Verwandlung eines Mülleimers in einen Schnellkomposter

Findige Hobbygärtner, die im Besitz einer 240-Liter-Mülltonne sind, modifizieren diese mit wenigen Handgriffen um in einen Thermokomposter.

  • Deckel, Räder und Achsen entfernen und beiseite legen.
  • Den Griff an der Abdeckung aussägen und parat halten.
  • Aus dem Deckel das Mittelstück mitsamt der Vertiefung zuzüglich 3 cm aussägen.
  • Die Mülltonne umdrehen, den ausgesägten Deckel darauf legen und anzeichnen.
  • Nun die Einwurföffnung ca. 2 cm kleiner aussägen, als die Markierung anzeigt.
  • Das ausgeschnittene Deckelstück auf die Markierung legen und mit den Scharnieren befestigen.
  • Anschließend den Griff mithilfe von Blindnieten und Unterlegscheiben anbringen.

Regenwurm im KompostDie erforderlichen Luftlöcher werden mit einem Durchmesser von 15 mm in den Kragenrand der umgestülpten Mülltonne gebohrt, der nun auf dem Boden aufliegt. Der folgende Arbeitsschritt beschäftigt sich mit der Konstruktion der Entnahmeklappe, wie oben beschrieben. Damit ist die Transformation des Mülleimers in einen Schnellkomposter beinahe abgeschlossen. Zu guter Letzt legt der Hobbygärtner am vorgesehenen Standort einen Maschendraht aus und platziert darüber den Behälter. Da bei dieser Variante der Boden fehlt, füllt er als erste Schicht grobes Material, wie Reisig oder Häckselmaterial ein.

Trommelkomposter – die Highspeed-Variante

Ein Schnellkomposter liefert ausgereiften Humus und natürlichen Dünger bereits mehr als doppelt so schnell im Vergleich zum klassischen Komposthaufen. Ein Trommelkomposter legt freilich in diesem Ablauf noch einen Zahn zu. Das Geheimnis liegt im Zusammenspiel von Wärme, Luft, Feuchtigkeit und Bewegung, denn durch simples Drehen erfolgt eine effektive Mischung des Inhalts. Ein zusätzliches Umsetzen und Absieben erübrigt sich. Da fertig konstruierte Trommelkomposter eine recht kostspielige Investition erfordern, liegt der Wunsch des Kleingärtners nahe, diesen Wunderbehälter selbst zu bauen.

Materialliste:

  • 1 Metall-Fass mit 75 bis 240 Litern Volumen.
  • 1 PVC-Rohr, 1,25 m lang in 50er Stärke.
  • Alternativ 1 verzinktes Rohr in gleicher Größe.
  • 4 Holzleisten oder Balken, mindestens 40 mm x 70 mm.
  • 2 Kanthölzer
  • 1 Winkelblech

Werkzeug:

  • Lochbohrer
  • Zollstock
  • Hammer und Nägel
  • Schraubenzieher und Schrauben
  • Metallsäge
  • Klappenscharnier und Verschluss

So geht’s:

Exakt in der Mitte von Deckel und Boden je ein Loch bohren, das dem Durchmesser des Rohres entspricht. Anschließend das Rohr hindurch schieben. Einige Luftlöcher bohren im oberen und unteren Drittel des Behälters, wobei der mittlere Bereich zunächst unberührt bleibt. Der vorbereitete Trommelkomposter wird nun beiseite gelegt, um das zugehörige Holzgestell zu bauen. Hierzu werden je 2 der Holzleisten miteinander verschraubt und durch die Kanthölzer so verbunden, dass ein stabiler Fuß entsteht, ähnlich wie ein Sägebock. Jetzt kann das Fass in das Gestell gehängt werden, wobei das Rohr als Drehachse dient. Nun fehlt noch eine Öffnung, durch die der Trommelkomposter beschickt bzw. der reife Humus entnommen werden kann. Im Gegensatz zum Schnellkomposter, wird die Befüll- und Entnahmeklappe in diesem Fall an der Seite des Behälters angelegt, und zwar dort, wo keine Luftlöcher gebohrt wurden.
Im Grunde genommen ist der Trommelkomposter nun bereit für den Einsatz. Die Effektivität der Apparatur wird indes deutlich erhöht, wenn im Inneren des Behälters eine dort befestigte Schaufel den Mischvorgang unterstützt. Hierzu wird ein Winkelblech gleich gegenüber der Öffnung mit der Wand verschraubt.

Tipp: Je dunkler die Farbe des Trommelkomposters, desto intensiver wirkt die Sonneneinstrahlung. Daher ist es ratsam, ein zu helles Fass dunkel zu streichen.

Im Laufe der Zeit nimmt das Fass an Gewicht zu, sodass es zunehmend schwerer wird, es zu drehen. Wer keine Lust hat, sich damit abzumühen, baut kurzerhand einen Drehgriff an:

  • Durch ein Ende des Drehrohres ein ca. 2,5 cm großes Loch bohren.
  • Dort hindurch einen runden, 60 cm langen Metallstab in gleicher Stärke schieben.

Je eine Schlauchisolierung auf die Enden gesteckt, sorgt dafür, dass der Griff besser in der Hand liegt.

Thermokomposter mit Wärmedämmung

In Gärten mittlerer Größe reicht ein Volumen von 240 Litern, wie Fässer und Mülltonnen es aufweisen, erfahrungsgemäß nicht aus. Ein größerer Rauminhalt erwärmt sich hingegen deutlich langsamer, selbst wenn der Behälter über eine Abdeckung verfügt. Die Lösung des Problems liegt im Bau eines Thermokomposters, der dank einer isolierenden Luftschicht die Wärme speichert. Das Geheimnis liegt in der Verwendung von Dämmpaneelen, wie sie auch bei der Fassadendämmung zur Anwendung kommen.

Material für einen 800 Liter Komposter:

  • Kunststoff-Dämmpaneele für den Außenbereich
  • 1 Dämmplatte 3 m x 1,50 m als Deckel.
  • 1 Lochboden mit 10 mm x 10 mm großen Löchern.
  • 1 Kunststoff-Griff
  • 8 Winkelprofile 50x50x3 mm, 750 mm lang.
  • 2 Scharniere für den Deckel.
  • 2 Scharniere und 1 Verschluss für die Entnahmeklappe.
  • Nicht rostende Schrauben.

Die Anzahl der Paneele hängt ab von der bevorzugten Profilgröße. Sie können ganz einfach mithilfe von feinzahnigen Hand- oder Tischsägen zurecht geschnitten werden.

Die Dämmprofile werden dergestalt miteinander verbunden, dass 4 Seitenwände entstehen. Anschließend werden diese Seitenteile mit den Winkelprofilen verschraubt. Je ein Winkelprofil von außen und innen wird mit durchgehenden Schrauben fixiert. Nur so wird sichergestellt, dass auch bei größeren Belastungen die Kunststoffwände standhalten und nicht reißen. In den Nutreihen der Paneele befinden sich Längsrillen mit vorgestanzten Schraubenlöchern, damit die Wände auf dem Lochboden befestigt werden können. Auf dem Deckel fixieren Blindnieten den Griff, während die Abdeckung selbst durch die Scharniere befestigt wird. Es macht Sinn, den Deckel zusätzlich mit einem Zugseil an der Seitenwand zu sichern, damit er beim Öffnen nicht jedes Mal umschlägt. Die Entnahmeklappe im unteren Behälterbereich darf natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Tipp: Auf einen Lochboden kann verzichtet werden, wenn stattdessen ein Maschendraht unter dem Thermokomposter ausgelegt wird, der Schädlinge abwehrt.

Vormontierte Komposter

Der Fachhandel bietet eine Reihe Schnell- und Thermokomposter an, die im zerlegten Zustand geliefert und lediglich noch fertig montiert werden müssen. Die folgenden Modelle schnitten in Tests durchweg mit guten Bewertungen ab:

Graf Garantia Schnellkomposter

  • 280 Liter Volumen
  • Mit Deckel und Entnahmeklappe.
  • Preis: ca. 60 Euro

Doppelwandiger Thermokomposter

  • 380 Liter Fassungsvermögen
  • Mit doppelwandigen Dämmwänden
  • Preis: ca. 65 Euro

Neudorff Duo Therm

  • 530 Liter Volumen
  • Mit Deckel und Bodengitter
  • Preis: ca. 90 Euro

Ing. G. Beckmann Thermokomposter

  • 800 Liter Inhalt
  • Vollkommen aus recyceltem Kunststoff.
  • Sechseckige Bauform kaschiert die Größe.
  • Preis: ca. 140 Euro

Fazit

Schnellkomposter bieten eine hervorragende Möglichkeit, um im kleinen Garten den hässlichen Komposthaufen aus dem Blickfeld zu verbannen. Im gleichen Zug produzieren sie zügig reichhaltigen Humus und kostenlosen Dünger. Ein Thermokomposter aus gedämmtem Material erhöht die Effizienz des Nährstoffkreislaufs zusätzlich durch höhere Temperaturen im Inneren. Beide Modelle sind zwar im Handel erhältlich, lassen sich hingegen mit ein wenig handwerklicher Fertigkeit selber bauen. Das spart nicht nur bares Geld, sondern erhöht die Flexibilität in punkto Größe und Einsatzbereich. Auf diese Weise ist selbst im kleinsten Garten die segensreiche Nutzung von gehaltvollem Kompost zum Greifen nah.