Schlehen (Prunus spinosa) werden auch als Haferpflaume, Sauerpflaume, Schwarzdorn oder Saudorn bezeichnet. Vögel, Kleintiere und Insekten lieben den undurchdringbaren Strauch als Lebensraum und Nahrungsquelle. Die zu den Wildpflaumen zählende Pflanze bringt dunkelblaue Beeren hervor, aus denen schmackhafte Marmeladen und Liköre zubereitet werden können. Die Wildpflanze ist als Heilpflanze bekannt. Sind die Beeren der Schlehe roh giftig oder kann man sie bedenkenlos essen?
Die Inhaltsstoffe
Rohe Schlehen können von gesunden Erwachsenen bedenkenlos verzehrt werden. Das Fruchtfleisch und die Schale der Schlehen sind frei von Amygdalin und somit nicht giftig. Der in den Kernen enthaltene Stoff sorgt für das beliebte Bittermandelaroma.
[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Der kindliche Organismus ist noch nicht wie der von Erwachsenen in der Lage, Blausäure abzubauen bzw. auszuscheiden. Der Verzehr der blauen Schlehenbeeren kann daher bei Kindern zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen.„]
Der Geschmack
Wer schon einmal Schlehenlikör oder Schlehenmarmelade genossen hat, erinnert sich an den herben Geschmack mit einem Hauch von Süße. Diese Süße entsteht mit dem ersten Frost. Die tiefen Temperaturen verursachen die Umwandlung der Gerbsäure in Zucker. Ohne Frost erlangen die Beeren diesen angenehmen, aromatischen Geschmack nicht. Nach den ersten herbstlichen Frösten wird auch die Fruchtschale schön weich.
[infobox type=“check“ content=“Tipp: Wenn es keinen Frost gibt, bleiben die Schlehbeeren sauer. Wer sie dennoch verarbeiten möchte, kann den Frost künstlich erzeugen. Eine Nacht im Gefrierschrank reichen, um die Gerbsäure zu vermindern und die Süße zu entfalten.„]
Adstringierende und abführende Wirkung
Schlehbeeren können abführend wirken. Ein Problem bereitet diese Eigenschaft jedoch erst bei überdurchschnittlichem Verzehr. Wer unter Darmträgheit leidet, kann die wohlschmeckenden Beeren der Schlehe essen und auf chemische Abführmittel verzichten.
[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Wenn Sie die Früchte des Schlehdorns roh essen wollen, müssen Sie schnell sein. Auch die Vögel lieben die süßen Beeren, die ihnen vor Antritt des Winters wichtige Energie liefern.„]
Gesunde Kraftpakete
Die dunkelblauen Beeren des Schlehdorns sind nicht giftig. Im Gegenteil, sie sind sehr gesund. Sie enthalten viel Vitamin C sowie wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie wirken
entzündungslindernd
- antioxidativ
- appetitanregend
- magenberuhigend
- verdauungsfördernd
Sie können die Beeren frisch verzehren oder zu schmackhaften Speisen verarbeiten:
- Schlehenmarmelade
- Schlehengelee
- Schlehenlikör
- Schlehensirup
- Schlehenpunsch
[infobox type=“check“ content=“Tipp: Nicht nur die Beeren, schon die weißen Schlehenblüten sind verwendbar. Aus den frischen oder getrockneten Blüten können Sie einen schmackhaften Tee zubereiten. Zwei Tassen Schlehentee pro Tag sollen zur Linderung von Gicht und Rheuma beitragen. Für die Zubereitung einer Tasse Tee reicht ein Teelöffel getrockneter Schlehenblüten aus. Mit Schlehenblüten zubereitetes Öl eignet sich zum Einreiben der Füße oder als Zusatz zu entspannenden Fußbädern.„]
Wussten Sie schon, dass die Menschen früher Schlehdorn vor die Häuser pflanzten, um Hexen, Stürme und Feuer abzuwehren? Heute ist der dornige Strauch nur noch selten in Wohngebieten zu finden. Wenn auch niemand mehr an die Unheil abwendende Kraft der Pflanze glaubt, essen kann man die Schlehen allemal!
