Robinie

Die Robinie gehört zu den Schmetterlingsblühern. In Europa ist die Gewöhnliche Robinie am häufigsten anzutreffen. Bekannt ist dieser Frühlingsblüher u.a. auch unter den Namen Silberregen, Falsche Akazie oder Scheinakazie. Die Bezeichnung ‚Akazie‘ bezieht sich auf das Blattkleid der Robinie, welches der Akazie sehr ähnelt.

Diese Pflanze ist je nach Art ein sommergrüner Strauch oder Laubbaum. Er kann Wuchshöhen von bis zu 25 m erreichen und einen Stammdurchmesser von bis zu 1,50 m. Die weißen Blüten, die abhängig von der jeweiligen Art auch gelblich oder rosafarben sein können, erscheinen von Mai bis Juni und hängen in dichten Trauben an der Pflanze. Die Robinie bildet sogenannte Hülsenfrüchte aus, in denen sich die Samen befinden.

Wuchs und Pflanzen

Robinien sind schnell wachsende und relativ widerstandsfähige Gehölze, weshalb sie neben Gärten und Parks auch zur Begrünung eher schwieriger Bereiche genutzt werden. Unter Umständen kann dieses Gehölz allerdings auch zu einer Bedrohung der natürlichen Artenvielfalt der betreffenden Region werden.

Wenn man eine Robinie pflanzen möchte, sollte man unbedingt auf einen ausreichenden Abstand zum Nachbargrundstück achten. Dieser kann mit Ausnahme der Kugelrobinie je nach Region die Hälfte des künftigen Durchmessers der Krone betragen. Sollte die Krone beispielsweise einen endgültigen Kronendurchmesser von etwa 10 m erreichen, muss der Abstand zum Nachbargrundstück 5 m betragen, was bei kleineren Gärten schon problematisch werden könnte.

Steckbrief der RobinieGepflanzt werden kann die Robinie im Herbst und im Frühjahr. Containerpflanzen können je nach Witterung auch ganzjährig gepflanzt werden, vorausgesetzt, der Boden ist frostfrei. Eine Pflanzung im Frühjahr hat den Vorteil, dass das Gehölz bis zum Winterbeginn bereits gut angewachsen und so widerstandsfähiger ist.

Der Boden sollte gut aufgelockert und ein Pflanzloch ausgehoben werden, welches etwa doppelt so groß und breit ist wie der Wurzelballen. Die Robinie wird dann so eingepflanzt, dass der Stammansatz über der Erde ist. Dann wird das Pflanzloch mit Erde aufgefüllt und anschließend das Ganze gut gewässert. Es ist ratsam, das Gehölz in den ersten beiden Jahren mit entsprechenden Pfählen zu fixieren, um der Pflanze das Anwachsen zu erleichtern und ihr einen besseren Halt zu bieten.

Standort und Boden

Robinien sind sehr anspruchslose und Wärme liebende Gehölze, die an fast allen Standorten und in nahezu allen Böden gut gedeihen. Der Standort sollte vor allem sehr hell und windgeschützt und der Boden locker, frisch und nährstoffreich sein. Geeignet sind aber auch nährstoffarme, trockene Sand- und Kiesböden sowie magere Böden. Ungeeignet sind moorige, sehr nasse und undurchlässige Böden. Das liegt daran, dass die Wurzeln der Robinie viel Luft benötigen und demzufolge vor allem sauerstoffreiche, lockere Böden bevorzugen.

Gießen und Düngen

  • Der Wasserbedarf dieser typischen Frühlingsblüher ist mäßig.
  • Unmittelbar nach der Pflanzung wird die Robinie gründlich gewässert.
  • Nach der Pflanzung wird die erste Zeit regelmäßig gegossen.
  • Später nur im Sommer und nur auf trockenen Böden regelmäßig gießen.
  • Gedüngt werden kann nach dem Laubaustrieb bis Anfang September.
  • Flüssigdünger etwa alle zwei Wochen ausbringen.
  • In der Regel ist eine Düngung jedoch nicht zwingend erforderlich.

Schneiden

Blätter von Robinia pseudoacaciaZwingend erforderlich ist ein Rückschnitt in der Regel nicht mit Ausnahme der Kugelrobinie. Trotz allem ist die Robinie sehr schnittverträglich, sodass beschädigte oder quer gewachsene Äste jederzeit entfernt werden können. Diese sollten dann unmittelbar am Ansatz abgeschnitten werden, sodass keine Stummel am Gehölz zurückbleiben. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Spätwinter.

Größere Sturmschäden können unter Umständen auch einen radikalen Rückschnitt notwendig machen. Ansonsten sollte der Schnitt immer so gering wie möglich gehalten werden, da die Robinie dann dazu neigt, zahlreiche Ausläufer zu bilden. Bei der Kugelrobinie ist jedoch ein regelmäßiges Auslichten der Krone ratsam, allerdings nicht während des Austriebs. Die Schnittflächen sollten anschließend gegebenenfalls mit einem entsprechenden Wundverschlussmittel behandelt werden.

Überwintern

Die Robinie ist grundsätzlich winterhart. Allerdings reagieren vor allem junge Robinien in ungünstigen Lagen sowohl auf Spät- als auch Frühfröste im Herbst sehr empfindlich. Ist sie im Freien gepflanzt, übersteht sie den Winter in der Regel am besten, ein Winterschutz ist nicht nötig. Exemplare, die im Kübel kultiviert wurden, benötigen jedoch einen Winterschutz um das Durchfrieren des Wurzelballens zu verhindern. Eine Überwinterung im Kalthaus ist ebenfalls möglich. Dann sind auch Temperaturen von null Grad kein Problem.

Vermehrung

Robinia pseudoacaciaDie Robinie breitet sich von Natur aus über Samen und Wurzelausläufer aus, wobei ihre Samen sehr lange keimfähig bleiben. Sie ist in der Lage, offene Standorte in kürzester Zeit zu bewachsen und neigt zudem stark dazu zu verwildern. Eine Ausnahme bildet auch hier die Kugelrobinie, da diese sich nicht selbst vermehrt. Man kann dieses Gehölz natürlich auch per Hand durch Aussaat oder über Wurzelstecklinge vermehren.

Aussaat
Die Samen befinden sich in den Hülsen, die im November bzw. wenn sie braun geworden sind, vom Baum gepflückt und die Samen entnommen werden. Diese werden dann den Winter über kühl und trocken aufbewahrt, beispielsweise in einer Garage oder im Keller. Der Aufbewahrungsort sollte möglichst auch vor Mäusen sicher sein.

Im März/April kann dann ausgesät werden. Da die Samen der Robinie über eine relativ dicke, wasserundurchlässige Schale verfügen, ist es ratsam, diese beispielsweise mit einer Feile oder Schleifpapier leicht anzuritzen oder anzuschleifen. Danach werden die Samen in ein kleines Gefäß gegeben und mit heißem Wasser kurz überbrüht, für etwa 3 Sekunden. Danach lässt man die Samen in lauwarmem Wasser  etwa 12-24 Stunden lang quellen, bis diese auf etwa das doppelte ihrer ursprünglichen Größe gequollen sind.

Danach sollten die gequollenen Samen unverzüglich in entsprechende Aussaaterde etwa 5 mm tief ausgesät werden. Als Substrat eignet sich ein Gemisch aus zwei Dritteln handelsüblicher Blumenerde und einem Drittel scharfen Sand. Das Ganze muss dann gleichmäßig feucht gehalten werden, allerdings nicht nass. Das Aussaatgefäß wird an einen hellen Platz bei Temperaturen von mindestens 15 Grad gestellt. Direkte Sonne sollte vermieden werden. Nach etwa 8-9 Tagen keimen die Samen bereits und können sobald die Sämlinge groß und kräftig genug sind, vereinzelt und ins Freie gepflanzt werden.

Eine Aussaat im Freien ist von Ende April bis Mitte Mai ebenfalls möglich, vorausgesetzt, es sind keine Spätfröste mehr zu erwarten. Auch hier müssen die Samen angeritzt und mit siedendem Wasser übergossen werden, um die Keimhemmung zu überwinden.

Wurzelstecklinge
Blüten der RobiniaFür diese Form der Vermehrung werden im Herbst oder im Frühjahr Wurzelstecklinge mit einer Stärke von 0,5 bis 2,5 cm und einer Länge von 5 bis 10 cm geschnitten. Diese steckt man dann in mit Erde gefüllte Töpfe, sodass sie etwas aus der Erde herausragen. Nun feuchtet man das Substrat an und stellt das Ganze an einen warmen Platz. Beginnen die Stecklinge zu treiben, können sie etwas mehr gegossen werden. Es ist auch möglich, die Wurzelstecklinge im Frühjahr in einem Frühbeet in die Erde zu stecken, was jedoch weniger Erfolg versprechend ist.

Schädlinge und Krankheiten

Läuse
Bei einem Befall mit Läusen verfärben sich die Blätter gelb, welken und fallen schließlich ab. Zur Bekämpfung von Läusen bieten sich unterschiedliche Präparate aus dem Fachhandel an wie beispielsweise Extrakte des Niembaumes und je nach Lausart auch das Besprühen mit selbst hergestellten Pflanzenbrühen aus Brennnesseln oder Wurmfarn.

Robinien-Miniermotte
Auch die Robinien-Miniermotte bzw. deren Larven sorgen dafür, dass sich die Blätter der Robinie gelb färben und abfallen. In der Regel wird die Robinie mit diesem Schädling allein fertig. Man kann aber auch unterschiedliche Schlupfwespenarten wie die Brackwespen oder Erzwespen zur Bekämpfung einsetzen. Im Handel werden auch chemische Mittel angeboten, auf die man aber möglichst verzichten sollte.

Phloespora-Blattfleckenkrankheit
Diese Blattfleckenkrankheit wird von einem Pilz verursacht und ist an hellbraunen unregelmäßigen Flecken mit einem dunklen Rand zu erkennen. Es können sowohl die Blätter als auch die Blattstiele und Triebe betroffen sein. Besonders anfällig für diese Krankheit sind die Korkenzieherrobinie (Tortuosa) und die Kugelrobinie (Umbraculifera).

RobinieIm Falle eines Befalls sollte befallenes Laub entfernt werden und bei einer Infektion der Triebe, ein Rückschnitt der Krone erfolgen. Gegebenenfalls können im Frühjahr entsprechende Fungizide verabreicht werden.

Giftigkeit

  • Die Robinie ist mit Ausnahme der Blüten in allen Pflanzenteilen stark giftig.
  • Rinde und Früchte sind am giftigsten.
  • Verantwortlich hierfür sind giftige Eiweiße, sogenannte Toxalbumine.
  • Die Giftigkeit trifft sowohl für den Menschen als auch Tiere zu.
  • Gefährdete Tiere sind Hunde, Katzen, Vögel, Nager, Rinder und Pferde.
  • Demzufolge sollte man sich eine Pflanzung im Garten gut überlegen.

Besonderheiten

Die Pflanzung einer Robinie sollte nicht nur wegen ihrer starken Giftigkeit gut überlegt sein, sondern auch aufgrund einer weiteren Besonderheit. Die Robinie mit ihren etwa 20 Arten ist ein sogenannter Neophyt. Das sind Pflanzen, die sich durch das Zutun des Menschen außerhalb ihrer natürlichen Herkunftsgebiete ausbreiten und heimische Arten verdrängen.

Verstärkt wird dies durch Bakterien, die in den Wurzelknöllchen der Robinie enthalten sind und den Stickstoff im Boden binden, was dazu führt, dass sich die Bodenverhältnisse langfristig verändern und sich somit auch die umgebende ursprüngliche Vegetation erheblich verändert. Diese Eigenschaft macht die Robinie andererseits zu einem guten Bodenverbesserer, sodass sie sich auch auf besonders armen Böden gut ausbreiten kann, hat aber aufgrund der aggressiven Ausbreitung die Verdrängung heimischer Wildarten zur Folge. Demzufolge steht sie auch auf der ‚Schwarzen Liste für invasive Exoten‘.

Besondere Arten

Korkenzieher-Robinie pseudoacacia ‚Tortuosa‘
Dieser mittelgroße Baum besticht vor allem mit seinen korkenzieherartigen Zweigen. Er erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 12 m, eine Kronenbreite von 5-8 m und bringt weiße Blüten hervor, das jedoch nur relativ selten.  

Zwerg-Korkenzieher-Robinie pseudoacacia ‚Twisty Baby‘
rosa RobinieDiese Robinienart ist eine noch relativ neue Züchtung und eignet sich besonders für kleinere Gärten. Sie wird bis zu 3 m hoch und breit, hat eine schirmartige Krone und korkenzieherartige Zweige. Sie blüht nur selten und bringt dann weiße Blütentrauben hervor.

Kugel-Robinie pseudoacacia ‚Umbraculifera‘
Die dornenlose Kugel-Robinie ist ein Kleinbaum mit Wuchshöhen und einer Kronenbreite von 4-6 m. Er bildet eine dicht verzweigte, kugelige Krone aus, allerdings keine Blüten. Die Blätter weisen auf ihrer Oberseite eine bläulichgrüne und auf den Blattunterseiten eine hellgrüne Färbung auf.  

Goldrobinie pseudoacacia ‚Frisia‘
Die Goldrobinie ist ein Kleinbaum mit einer Wuchshöhe von 6-10 m und einer Kronenbreite von 5-8 m. Die Krone ist zunächst eiförmig und später hochgewölbt und locker verzweigt. Der Austrieb ist leuchtend gelb und der Baum ist mit rötlichen Dornen besetzt. Die Blüten der Goldrobinie sind weiß.

Fazit

Robinien sind sehr schöne Gehölze. Allerdings sollte man aufgrund ihrer starken Ausbreitung und nicht zuletzt deren Giftigkeit die Pflanzung einer Robinie gut überlegen. Unter Umständen wird man sie später nur sehr schwer oder gar nicht mehr los. Wer dennoch nicht auf eine Robinie verzichten möchte, kann sich gegebenenfalls für eine Kugelrobinie entscheiden, denn diese vermehrt sich nicht selbst.