junger Rhododendron

Blühende Rhododendren sind eine Augenweide. Zwar ist die Haltung dieser schönen Gehölze nicht ganz einfach, aber auch nicht übermäßig kompliziert. Wichtig sind ein passender Standort und vor allem auch das Pflanzsubstrat. Außerdem dürfen diese Gehölze nicht zu tief gepflanzt werden. Wenn einige grundlegende Dinge beim Pflanzen berücksichtigt werden, steht dem Wachsen und Gedeihen eines Rhododendrons nichts mehr im Wege. Welche das sind, lesen Sie im nachfolgenden Text. Informieren Sie sich!

Kurzer Steckbrief zum Rhododendron

  • Familie der Heidekrautgewächse
  • Rhododendron ist griechisch und bedeutet Rosenbaum
  • Etwa 1.000 Arten
  • Unmengen an Sorten, auch Hybriden
  • Verbreitungsgebiet riesig, daher auch unterschiedliche Ansprüche
  • Überwiegend immergrüne Sträucher
  • Auch laubabwerfende Arten und Bäume
  • Wunderschöne Blüten in vielen Farben, auch mehrfarbig
  • Blütezeit je nach Art von Januar bis August
  • Wichtig ist eine gezielte Auswahl der Gewächse, passend zum Standort
  • Die  meisten Arten und Sorten mögen keine Mittagssonne
  • Es gibt aber auch spezielle Züchtungen genau dafür
  • Wer schwierige Bodenverhältnisse hat, sollte auf Inkarho-Züchtungen (veredelt) ausweichen

Tipp – Viele Rhododendren sind giftig. Die Toxine befinden sich in Blättern, aber auch in Nektar und Pollen. Auch für Tiere, vor allem Weidetiere sind sie giftig.

Rhododendron pflanzen

Die Gattung Rhododendron wird grundlegend in zwei Gruppen unterteilt. Erstens in die großblumigen, meist recht groß wachsenden Arten und Sorten und zweitens in die kleinblumigen, meist kriechend und zwergwüchsigen Arten und Sorten. Diese Unterteilung ist wichtig, um den passenden Standort für die Pflanzen auszuwählen. Wenn sie sich nicht wohlfühlen, gedeihen sie nicht gut und werden anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Schnell ist es dann mit der Schönheit dieser dekorativen Gartenpflanzen vorbei.

PflanzzeitUnsere drei einheimischen Rhododendren sind allesamt Flachwurzler. Sie werden selten höher als 1,20 m und benötigen einen speziellen Boden. Auch der Standort ist entscheidend, damit sich die Gehölze wohl fühlen.

Pflanzzeit

Die beste Pflanzzeit für Rhododendren ist zwischen Ende März und Anfang Mai. Bei dieser Pflanzzeit ist es natürlich wichtig, dass die Gewächse im Anschluss regelmäßig und ausreichend mit Wasser versorgt werden, damit sie anwachsen. Alternativ eignet sich auch die Zeit zwischen Anfang September und Mitte November. Diese bietet den Vorteil, dass sich Wurzeln schnell bilden.

  • Frühjahr – Ende März bis Anfang Mai
  • Herbst – Anfang September bis Mitte November
  • Rhododendren in Pflanztöpfen können das gesamte Jahr über, außer bei Frost, gepflanzt werden.

Standort

Damit sich Rhododendren im Garten wohlfühlen und gedeihen, müssen die Standortbedingungen ihrer heimatlichen Wälder simuliert werden. Die meisten dieser Gehölze mögen keine pralle Mittagssonne, allerdings auch nicht zu viel Schatten.

  • Fast alle Arten gedeihen am besten im lichten Halbschatten.
  • Es gibt allerdings auch Arten und Sorten für einen rein sonnigen Platz. Zu diesen gehören die Yakushimanum-Hybriden.
  • Günstig ist ein wenig Wind exponierter Platz, damit der Boden nicht so schnell austrocknet und eine gewisse Luftfeuchtigkeit gehalten werden kann.

Tipp – Viele Experten für diese tollen Blühpflanzen empfehlen Waldkiefern als Schattenbäume für Rhododendren. Durch die dünnen, langen Nadeln ist der Schatten recht licht und außerdem besitzen diese Bäume tiefe und wenig verzweigte Wurzeln, die nicht in Konkurrenz zu den feinen Rhododendronwurzeln stehen. Ebenfalls eignen sich Eichen, Eiben und Obstbäume. Ungeeignet sind dagegen Weiden, Birken, Linden und Ahorn.

Pflanzsubstrat

Rhododendron Das Wichtigste beim Pflanzsubstrat ist, dass es sauer sein muss. Regulieren kann man den Säuregrad, indem man zusätzlich Torfmulch ausbringt. Auch reine Rhododendronerde aus dem Handel ist schon hilfreich. Sie senkt den pH-Wert herab.

  • Unbedingt sauren Boden
  • Auch humos und locker sollte er sein
  • Luftdurchlässig, um genug Sauerstoff zu bieten
  • Überhaupt durchlässig, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann.
  • pH-Wert zwischen 4,2 und 5,5
  • Inkarho-Rhododendren vertragen auch weniger saure Böden, zwischen 6 und 6,5
  • Kein zu trockenes Substrat, die Pflanzen benötigen gleichbleibende Bodenfeuchtigkeit
  • Lehmboden ist ungeeignet, er ist zu schwer für die feinen Wurzeln.

Tipp – Wenn sich die Bodenverhältnisse als sehr ungünstig für normale Rhododendren erweisen, gibt es eine Alternative. Inkarho-Rhododendren sind zwar etwas teurer, aber diese speziell gezüchteten Sorten wachsen auch auf lehmigeren, nicht kalkfreien Böden. Hier wurden normale Rhododendren auf eine spezielle, relativ kalktolerante Veredlungsunterlage gepfropft. Auch für diese speziellen Züchtungen muss der Boden sehr locker und humos sein.

Pflanzabstand

Der Pflanzabstand ist wichtig, denn Rhododendren breiten sich im Laufe der Jahre aus. Einige wachsen nur sehr langsam, aber es gibt auch schneller wachsende Arten und Sorten. Man sollte also schon beim Pflanzen die Endgröße so eines Gehölzes im Auge haben und sie nicht zu dicht pflanzen.

  • Schwachwüchsige Sorten (Yakushimanum-Hybriden und Japanische Azaleen) 30 bis 50 cm
  • Laubabwerfende Azaleen 50 bis 80 cm
  • Starkwüchsige Rhododendron-Hybriden – etwa 100 cm
  • Günstig ist, Bodendecker um die Rhododendren zu pflanzen. Sie bilden eine geschlossene Pflanzendecke und werden dann von den sich ausbreitenden Sträuchern nach und nach verdrängt.

Das Pflanzen

Rhododendron im TopfDie Wurzeln des Rhododendrons wachsen sehr erdoberflächennah und breiten sich reichlich aus. Die Wurzelstruktur ist sehr fein. Wer nicht den passenden Boden für diese Pflanzen im Garten hat, muss ihn austauschen und entsprechend aufbereiten.

  • Pro Pflanze Boden 50 cm tief ausheben. Der Durchmesser sollte etwa 150 cm betragen.
  • Der alte Boden sollte durch eine Mischung aus etwa gleichen Teilen Rindenkompost, Sand und am besten durch gut abgelagerten Kuhmist ersetzt werden.
  • Wo die Gefahr von Staunässe besteht, sollte unten in das ausgehobene Loch eine etwa 10 cm starke Schicht grober Bausand als Drainage eingebracht werden.
  • Bei sehr sandigen Böden dagegen reicht es, unten hinein Rindenkompost und Rinderdung auszubreiten.
  • Pflanzloch 2 bis 3 mal so groß wie der Ballen
  • Vor dem Pflanzen den Wurzelballen so lange in Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  • Rhododendron mit seinem Wurzelballen vorsichtig hineinsetzen.
  • Pflanzloch mit einer Mischung aus Erde und Torfmulch auffüllen.
  • Erde andrücken, nicht festtreten!
  • Wichtig ist, dass die Pflanzen anschließend gut angegossen werden.
  • Dafür ist ein Gießrand rund um die Pflanze empfehlenswert, der ein effektives Wässern ermöglicht.

Tipp – Keinesfalls tiefer pflanzen, als der Rhododendron in der Baumschule oder im Topf gestanden hat. Die Oberseite des Wurzelballens nicht mit Erde bedecken. Wird ein Rhododendron zu tief eingepflanzt, stirbt das empfindliche Wurzelwerk ab und die Pflanze geht ein. Besser ist es, den Ballen etwa ein bis zwei Zentimeter aus dem Boden herausragen zu lassen.

  • Günstig ist ebenfalls, ein bis zwei Hände voll Hornspäne im Wurzelbereich auszustreuen, allerdings nur bei Frühjahrspflanzung. Bei Herbstpflanzung erst im kommenden Frühjahr düngen!
  • Dünger niemals ins Pflanzloch geben, immer auf die Oberfläche!
  • Am Ende noch eine etwa fünf Zentimeter starke Mulchschicht aus Rindenmulch oder Rindenkompost ausbringen. Sie schützt den Boden vor Austrocknung und starken Temperaturschwankungen.

Tipp – Rhododendron möglichst immer mit kalkfreiem Wasser gießen, also, einfach Regenwasser verwenden!

Rhododendron umpflanzen

Rhododendron sprühenRhododendren lassen sich relativ leicht umsetzen, auch ältere Exemplare. Wichtig dabei ist natürlich, dass der Wurzelballen so wenig wie möglich verletzt wird. Der beste Zeitpunkt für eine derartige Umpflanzaktion ist Ende März bis Anfang April und dann noch einmal im September.

  • Neuen Standort entsprechend vorbereiten (siehe Text oben)
  • Der Boden muss besonders gut vorbereitet werden.
  • Möglichst bei recht trockenem Boden arbeiten.
  • Den flachen Wurzelballen mit einem Spaten weitläufig umstechen.
  • Strauch mit dem Spaten aushebeln.
  • Am neuen Platz einsetzen und Erde auffüllen.
  • Wichtig ist, den Rhododendron nach dem Umpflanzen etwas zurückzuschneiden.
  • Außerdem muss der Boden gemulcht werden.

Häufige Fragen

Kann Rhododendron auch im Kübel kultiviert werden?
Ja, die meisten Arten und Sorten schon, wenigstens für eine gewisse Zeit. Wenn die größer werdenden Gewächse eine gewisse Größe erreicht haben, pflanzt man sie besser aus. Kleinere Arten können viele Jahre lang in einem Gefäß gehalten werden. Wichtig ist, dass dieses im Winter geschützt wird, damit der Wurzelballen nicht durchfriert. Meist reicht, ihn dazu an eine warme Hauswand zu stellen, ihn dick einzupacken und möglichst auf Styroporplatten zu stellen.

Muss das Ballentuch beim Pflanzen entfernt werden?
Gerade größere Alpenrosen werden statt im Topf in ein Ballentuch geschlagen verkauft. Dieses sollte bei der Pflanzung gelöst werden, also, meist einfach aufgeknotet. Man stellt den Rhododendron mit dem Ballentuch ins Pflanzloch und knotet es, sobald das Gewächs richtig steht, einfach auf. Anschließend breitet man es aus. Nun kann Erde aufgefüllt werden. Das Ballentuch verrottet mit der Zeit. Es muss nicht entfernt werden.