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Regentonne reparieren: so flicken Sie kleine Risse

Regenfass reparieren

Eine Regentonne unterliegt durch Wind und Wetter, UV-Strahlung und nicht zuletzt das Wasser selbst enormen Belastungen. Doch nicht alle Schäden führen zur Unbrauchbarkeit. Gerade kleine Risse in Regentonnen lassen sich leicht reparieren.

Material und Vorgehen

Natürlich gibt es das Bild einer typischen Regentonne, das die meisten Menschen vor ihrem inneren Auge sehen. In der Realität sieht es dagegen etwas anders aus. Tatsächlich finden sich unzählige verschiedene Bauarten, sowie diverse „zweckentfremdete“ Objekte, die für die Speicherung von Regenwasser zur Gartenbewässerung herhalten müssen. Besonders häufig sind dabei einige wenige Materialien anzutreffen:

Regentonne
  • Kunststoff (v.a. Polyethylen PE)
  • Seltener: Glasfaserverstärkter Kunststoff
  • Metall (Aluminium oder Eisenblech)
  • Holz

Je nach vorgefundenem Material unterscheidet sich selbstverständlich auch das Vorgehen, mit dem Sie Risse oder kleinere Löcher flicken können.

Metallbehälter

Eine Regentonne aus Metall gilt als besonders dauerhaft und beständig. Außerdem ist sie extrem robust und widerstandsfähig. Allerdings ist der Aufwand beim Reparieren der Regentonne auch vergleichsweise hoch. Ganz grundsätzlich gibt es zwei Varianten, Risse in Metallbehältern auch mit den Möglichkeiten einer Heimwerkerwerkstatt zu flicken:

Regentonne

Löten

Wohl am offensichtlichsten dürfte das Verschließen der Risse mittels einer Lötnaht sein. Bei einer sachgemäßen Bearbeitung entsteht so ein dauerhafter Verschluss, der auch langfristig keine Schwachstelle darstellt. Entgegen dem Schweißen kann das Heißlöten indes auch selbst problemlos durchgeführt werden.

Material:

  • Lötlampe
  • Lot
  • Fließmittel
  • Lösungsmittel oder Reinigungsbenzin
  • Drahtbürste
  • Schutzlack mit Pinsel oder Rolle
  • Schutzbrille und Schutzhandschuhe

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Achten Sie darauf, dass das verwendete Lot zum Metall der Regentonne passt. Außerdem muss die Lotdicke zur Leistung der Lötlampe passen. Fragen Sie im Zweifelsfall im Fachhandel nach kompatiblen Komponenten.„]

Vorgehen:

  • Tonne entleeren
  • Rissbereich reinigen, eventuellen Rost abbürsten und mit Lösungsmittel entfetten
  • Riss mit Fließmittel benetzen
  • Lot anhalten und mit Lötlampe bis zum Schmelzpunkt erhitzen
  • Riss vollständig und lückenlos mit Lot verschließen
  • Nach Aushärtung und Auskühlung mit schützendem Deckanstrich versehen

„Flicken“ aufsetzen

Eine einfachere, auch ohne Lötkenntnisse zu bewerkstelligende Variante für Blechtonnnen ist das Aufsetzen eines Flickens. Dabei Decken Sie Risse mit einem separaten Blech ab und fügen für die Dichtheit eine Abdichtung in Form von Gummi ein.

Material:

  • Blechstück, Größe allseitig ca. 1cm über Rissgröße hinaus
  • Bohrmaschine mit Metallbohrer, ca. 4 – 6 Millimeter
  • Schrauben mit Unterlegscheiben und Muttern, passend zur Bohrlochgröße, idealerweise Edelstahl
  • Gummi in Blechgröße, ca. 2 Millimeter dick
  • Drahtbürste
  • Lösungsmittel oder Reinigungsbenzin
  • Schutzlack mit Pinsel oder Rolle

Vorgehen:

  • Tonne entleeren
  • Riss reinigen, entrosten und entfetten
  • Abzudeckenden Bereich mit Schutzlack versehen
  • Deckblech mit Bohrungen versehen, mind. An den Ecken, bei langen Rissen auch dazwischen
  • Löcher auf Tonne übertragen und dort ebenfalls durchbohren
  • Gummi auf Blech auflegen und Löcher im Gummi durchstechen (nicht ausstanzen!)
  • Schrauben von innen durchstecken
  • Außen Gummi aufschieben und mit Deckblech überdecken
  • Unterlegscheiben aufschieben und Muttern aufdrehen
  • Verschraubungen festziehen, bis Gummi allseitig press anliegt

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Achten Sie auf ausreichend Bohrungen, um die Dichtung aufzupressen. Bei zu großen Abständen fehlt der Anpressdruck und der Wasserdruck in der Tonne, der durch die Wassersäule entsteht, kann auf Dauer zu Undichtigkeiten führen!„]

Holzfässer

Vor allem alte Bier- oder Weinfässer werden immer wieder als stylische, geradezu nostalgische Variante einer Regentonne herangezogen. Die besondere Herausforderung liegt hier darin, dass der Naturwerkstoff Holz nicht statisch ist, sondern sich insbesondere bei Feuchte- und Temperaturveränderungen ebenfalls verändert. So weist nahezu jedes ausgetrocknete Holzfass Risse auf. Diese müssen Sie aber zunächst einmal nicht reparieren. Flicken sollten Sie Undichtheiten lediglich dann, wenn auch nach dem Füllen und einer ausreichend langen Quellzeit für das Holz weiterhin Wasser austritt.

Regenfass aus Holz

Material:

  • Hanf, z.B. speziellen Dichthanf aus dem Sanitärhandel
  • Flacher Schraubendreher, alternativ Spachtel mit flacher, gerader Klinge
  • Hammer

Vorgehen:

  • Hanffasern bündeln und zu dichtem Strang verdrehen
  • Länge und Dicke dabei etwas größer als zu dichtende Risse
  • Hanfstrang mit Schraubendreher oder Spachtel in jeweiligen Riss eindrücken
  • Abschließend Hanf mit Schraubendreher und Hammer festschlagen
  • Gegebenenfalls weiteren Strang in Riss einarbeiten

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Viele Menschen haben den Wunsch, das Naturmaterial Hanf vor dem Reparieren einzufetten, um die Fasern vor dem Wasser der Regentonne zu schützen. Verzichten Sie darauf, da Sie dem Hanf seine wesentliche Eigenschaft nehmen: Unbehandelter Hanf nimmt Wasser auf und quillt. So wird die dichtende Funktion nochmals verstärkt.„]

Kunststofftonnen

Die wohl häufigste Form der Regentonne dürfte wohl die Kunststofftonne sein. Sie ist günstig, dauerhaft und unkompliziert in der Handhabung. In den meisten Fällen wird sie indes aus dem wetter- und UV-beständigen Kunststoff Polyethylen, kurz PE, gefertigt. Dieser Werkstoff erlaubt zwei grundlegende Herangehensweisen beim Flicken von Rissen:

Regentonne

Kleben

Klafft ein Riss nicht auf, lässt er sich in einer Regentonne aus Kunststoff besonders leicht reparieren, indem der Schaden schlicht und ergreifend verklebt wird. Wichtig ist dabei die Wahl des richtigen Klebstoffs. Denn gängige Kunststoffkleber lösen das Material an und verschweißen es so besonders belastbar und dauerhaft. Der falsche Klebstoff kann durch enthaltene Lösungsmittel den Kunststoff der Tonne zerstören. Auf der glatten, unporösen Oberfläche ist es auch möglich, dass nicht die nötige Haftung erzeugt wird. In beiden Fällen bleibt die Reparatur erfolglos.

Material:

  • Geeigneter Kunststoffkleber für PE
  • Seifenwasser und Lappen

Vorgehen:

  • Tonne entleeren und Austrocknung abwarten
  • Rissbereich gründlich reinigen
  • Klebstoff großzügig auftragen
  • Bei Bedarf mit Spachtel, Zahnstocher o.ä. in Riss einführen
  • Ablüft- und Aushärtzeiten nach Herstellerangaben abwarten

Verschweißen

PE ist ein thermoplastischer Kunststoff. Das bedeutet, dass er unter Hitzeeinwirkung weich und später sogar flüssig wird. Diese Eigenschaft lässt sich nutzen, um Risse an der Regentonne ohne fremde Kleb- oder Dichtstoffe wirkungsvoll zu reparieren.

Material:

  • Heißluftpistole mit enger, fokussierter Düse
  • Spachtel, breiter Schraubendreher oder ähnliches Hilfsmittel
  • Seifenwasser und Lappen
Heißluftpistole

Vorgehen:

  • Tonne entleeren
  • Rissbereich gründlich reinigen
  • Bereich um Schadstelle mit Heißluftpistole langsam und gleichmäßig erhitzen
  • Mit Spachtel regelmäßig Konsistenz prüfen
  • Bei ausreichender Verformbarkeit Material der Wandung von allen Seiten gleichmäßig in Riss drücken und Oberfläche innen sowie außen glattziehen
  • Kunststoff vollständig auskühlen und aushärten lassen

[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Prüfen Sie unbedingt in kurzen Abständen, ob das Material bereits verformbar ist. Wird es zu heiß, kann es zu fließen beginnen. Dann öffnet sich der Riss immer weiter und ist kaum noch dicht zu verschließen.„]

Häufig gestellte Fragen

Was mache ich bei anderen Kunststoffen als PE?

Verschweißen lassen sich alle thermoplastischen Kunststoffe. Für andere Materialien bieten sich spezielle Klebstoffe, die einen gewissen Erfolg versprechen. PE ist aber der häufigste Kunststoff bei Regentonnen, Gießkannen etc.

Warum bekommt meine Metall-Regentonne immer wieder Risse?

Metall korrodiert unter Einwirkung von Feuchtigkeit und Sauerstoff. Treten Risse auf, ist das Material meist insgesamt angegriffen, so dass erste Schadstellen häufig nur der Einstieg in einen fortschreitenden Verfall sind. Auf Dauer müssen Sie sich damit abfinden, dass die Reparaturen zunehmen werden und irgendwann der Zeitpunkt einer Neuanschaffung gekommen ist.

Kann ich meine Holztonne auch mit Wolle abdichten?

Immer wieder liest man, dass Wolle ebenso tauglich ist, um Holzrisse abzudichten, wie der beschriebene Hanf. Im Gegensatz zu Hanf quillt Wolle aber nicht auf, sondern saugt sich lediglich voll. Eine Echte Dichtheit wird durch die fehlende Zunahme des Faservolumens bei Feuchtigkeit nicht erreicht.

Warum muss ich die Reparaturstelle vorab reinigen?

Ob Verklebung, Verschweißen oder andere Methode, Schmutzpartikel und Fette stellen immer Fremdstoffe dar, die die Eigenschaften der gewählten Dichtmittel verändern können. Bei Verklebungen mag der Klebstoff beispielsweise wunderbar auf der Schmutzschicht haften, sobald sich diese vom Untergrund löst, ist der Effekt jedoch dahin.