purpurgloeckchen

Von der attraktiven Staude mit den glockenförmigen Blüten sind in den letzten Jahren durch Neuzüchtungen zahlreiche neue Hybridsorten mit neuen Blatt- und Blütenfarben entstanden. Die robusten Pflanzen sind vielseitig im eigenen Garten einsetzbar und verzaubern auch in Kübeln Terrassen und Balkone in farbenprächtige Oasen. Die unterschiedlichen Sorten der Purpurglöckchen machen es möglich, unterschiedliche Standorte im Garten mit den bodendeckenden, mehrjährigen Gewächsen zu bepflanzen.

Standort und Bodenbedingungen

Fast jede Sorte der Heuchera stellt ihre eigenen Anforderungen an den Standort. Bei einem vollsonnigen Pflanzort bilden sich beispielsweise bei Purpurglöckchen mit orange- und gelbfarbigem Laub Verfärbungen auf den Blättern aus. Um das zu vermeiden, sollten Sie für diese Sorten einen halbschattigen Standort auswählen. Pflanzen mit rotem Laub sollten allerdings so viel Sonne wie möglich abbekommen, da sonst die Blätter grün werden. Einmal verfärbtes Laub erholt sich nicht wieder, erst die neuen Blätter weisen am richtigen Pflanzort ihre ursprüngliche Farbe wieder auf. Meiden Sie jedoch Standorte im Schatten, denn bei Lichtmangel bildet die Staude kaum Blüten aus und auch das Wachstum leidet darunter.
Der Boden sollte bei allen Purpurglöckchen-Sorten durchlässig und nährstoffreich sein. Auch wenn die zart wirkenden Pflanzen keine Staunässe vertragen, sollte das Substrat dennoch stets mäßig feucht gehalten werden. Mischen Sie bei Bedarf geringe Mengen von Lehm unter das Erdreich. Zusätzlich sorgen Kieselsteine im Substrat dafür, dass überschüssige Feuchtigkeit trotzdem rasch abfließen kann.

Düngen und Gießen

Laub des PurpurglöckchensIn Sachen „Düngen“ gilt die Heuchera als überaus genügsam. Im Frühjahr und Spätsommer reicht es vollkommen aus, wenn Sie den Boden mulchen und dabei gleichzeitig größere Mengen Kompost direkt mit einarbeiten. Eine zusätzliche Versorgung mit Nährstoffen in der übrigen Zeit bleibt aus, da es sonst rasch zu einer Überdüngung kommen kann. Wenn Sie keinen Kompost zur Hand haben, können Sie stattdessen im Frühjahr auch Langzeitdünger verabreichen. Einzige Ausnahme bilden hier Kübelpflanzen, welche regelmäßig mit einem Flüssigdünger gedüngt werden sollten.

Gießen Sie das Purpurglöckchen regelmäßig, dafür aber mit geringer Wassermenge. Die oberste Substratschicht darf spürbar abgetrocknet sein, ehe nachgegossen wird. Die Stauden reagieren empfindlich auf Staunässe, vertragen allerdings auch keine lang anhaltende Trockenheit. Wenn Sie im Sommer am frühen Morgen oder Spätnachmittag gießen, verringern Sie damit die Verdunstungsmenge und mehr Feuchtigkeit gelangt direkt zu den Wurzeln der Ziergewächse. Auch an frostfreien Tagen im Winter können Sie die halbimmergrünen Pflanzen mit lauwarmem, kalkfreiem Wasser versorgen.

Vermehren

Wie fast alle Stauden lässt sich auch die Heuchera über Wurzelteilung vermehren. Dieser Schritt erfolgt im Frühjahr oder Herbst, bevorzugt zu der Zeit, in der Sie das Substrat mit frischen Nährstoffen anreichern. Wählen Sie ältere, gut entwickelte Steinbrechgewächse dafür aus. Als Werkzeug haben sich hierbei Spaten oder Axt sehr gut bewährt. Teilen Sie die Staude in gleich große Teile auf und pflanzen Sie diese sofort an den gewünschten Standort.
Samen aus dem Fachhandel können ebenfalls etwa ab Februar ausgesät werden. Verwenden Sie ein flaches Pflanzgefäß mit magerer Anzuchterde. Bedecken Sie die Samen der Purpurglöckchen nur leicht mit dem Substrat und befeuchten Sie es ausgiebig mit einem Wasserzerstäuber.

Blüten von HeucheraStellen Sie das Pflanzgefäß an einen hellen, luftigen Ort und halten Sie die Erde dabei ständig feucht. Bis sich die ersten Triebspitzen zeigen, können bis zu 3 Wochen vergehen. Ab einer Größe von etwa 15 Zentimetern sollten Sie die jungen Purpurglöckchen ins Freiland umsetzen.

Auch Basalstecklinge haben sich gut zur Vermehrung der variantenreichen Zierstauden bewährt. Diese werden im Frühjahr direkt aus Trieben der Mutterstaude gezogen. Schneiden Sie etwa 15 Zentimeter lange Stecklinge aus dem Basistrieb ab und stecken Sie diese in Anzuchterde. Um die Bildung der Wurzeln zu beschleunigen, können Sie mithilfe von durchsichtiger Folie die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Die Wurzelbildung nimmt etwa 4 bis 6 Wochen in Anspruch.

Tipp: Beugen Sie Blattschäden vor, indem Sie die jungen Pflanzen erst langsam an lang anhaltende Sonneneinstrahlung gewöhnen.
Pflanzung

Die horstbildenden Pflanzen sind für die Einfassung von Rabatten und Hügelbeeten geeignet. Aber auch in Kübeln oder als Unterpflanzung großwüchsiger Bäume kommen Purpurglöckchen gut zur Geltung. Ihre volle Pracht entfalten die Steinbrechgewächse jedoch nur, wenn sie in Gruppen gepflanzt werden. Kombinieren Sie die Zierstauden mit anderen Pflanzen, wie beispielsweise Frauenmantel und Schleierkraut. Bevor Sie mit der Pflanzung beginnen, sollten Sie den richtigen Standort für die Purpurglöckchen auswählen. Folgendes benötigen Sie, um die mehrjährige Heuchera erfolgreich im eigenen Garten zu kultivieren:

  • Kompost
  • Kieselsteine
  • Werkzeug

Das Pflanzloch sollte 1/3 mehr Größe als die Wurzeln der Staude aufweisen. Vermischen Sie die Kieselsteine und den Kompost mit dem Erdaushub. Die Pflanze wird bis zum Wurzelhals mit dem Substrat bedeckt, welches im Anschluss noch fest angegossen wird. Wenn Sie mehrere Purpurglöckchen gleichzeitig pflanzen, sollten Sie einen Mindestabstand von etwa 30 Zentimetern zwischen den Gewächsen einhalten. Durch den buschigen Austrieb bilden die Heuchera einen bodendeckenden, polsterartigen Teppich. Möchten Sie diesen Vorgang beschleunigen, können Sie bis zu 5 Stauden auf einen Quadratmeter pflanzen. Haben Sie Geduld, denn die Blütenpracht der halbimmergrünen Pflanze wird erst im zweiten Jahr ausgebildet.

Kultivierung in Kübeln

Heuchera im KübelDas genügsame Gewächs lässt sich auch problemlos in Pflanzgefäßen auf dem Balkon oder der Terrasse halten. Legen Sie eine Drainageschicht aus Lavasplitt am Boden des Kübels an und füllen Sie dieses mit humusreicher Gartenerde auf. Auch bei Purpurglöckchen in Pflanzgefäßen sollten Sie auf den richtigen Standort achten, meiden Sie zu dunkle Plätze. Gießen und düngen Sie regelmäßig, denn anders als im Freiland sind die Wurzeln der Pflanze auf die Nährstoffe im Kübel beschränkt. An besonders heißen Sommertagen sollten Sie das Substrat regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf die Staude auch zwei Mal täglich mit Wasser versorgen.

Schneiden

Abhängig von der Sorte, können Purpurglöckchen eine Wuchshöhe zwischen 40 und 75 Zentimetern erreichen. Die Staude aus der Familie der Steinbrechgewächse ist äußerst unkompliziert in der Kultivierung, was sich auch beim Thema „Schnitt“ widerspiegelt. Entfernen Sie im Frühjahr abgestorbene Blätter und direkt nach der Blüte im August die welken Blütenstände. Im Februar, noch vor dem Austrieb der Pflanze, kann ein Rückschnitt von etwa 10 Zentimetern erfolgen. Damit fördern Sie einen buschigen Austrieb, indem Sie das Gewächs zur Bildung neuer Triebe anregen. Eine scharfe Gartenschere ist alles, was Sie für den Schnitt der Zierpflanze benötigen. Reinigen Sie das Werkzeug vor und nach der Arbeit gründlich, damit vermeiden Sie eine etwaige Verschleppung von Pilzerregern auf andere Pflanzen.
Tipp: Die Blütenrispen des Purpurglöckchens können auch als dekorativer Vasenschmuck verwendet werden.

Überwintern

Im Freiland kultiviert, halten die mehrjährigen Stauden im Winter Temperaturen bis zu -20°C stand. Wenn Sie in winterharten Regionen leben oder Purpurglöckchen in Kübeln halten, sollten Sie den Pflanzen dennoch einen Schutz in der kalten Jahreszeit gönnen. Im Garten können Sie dafür den Boden rings um die Heuchera mit einer dickeren Schicht Kompost abdecken. Durch die langsame Zersetzung dieses Materials schützen Sie nicht nur die Pflanzwurzeln, sondern versorgen das Gewächs gleichzeitig mit wichtigen Nährstoffen für das kommende Frühjahr. Das Gefäß von Kübelpflanzen wird hingegen mit einem speziellen Vlies oder Sackleinen umwickelt. Vermeiden Sie die Unterbringung in einem frostsicheren Raum, denn diese Maßnahme kann Wachstumsschäden und Krankheiten bei den Stauden hervorrufen.

Sorten

Purpurglöckchen rotDie Pflanze mit den grazilen Blüten ist durch verschiedene Züchtungen mittlerweile in zahlreichen und vielfältigen Wuchsformen erhältlich. Dabei variieren besonders Blüten- und Blätterfarbe der beliebten Zierstauden. Die Anzahl der Hybridsorten ist groß und durch erfahrene Gärtner wachsen die Auswahl und das Angebot der selbigen stetig. Ob vollsonniger oder halbschattiger Standort, für jeden Platz in Ihrem Garten findet sich die passende Heuchera-Art:

  • Blackberry Jam – Diese Pflanze besticht durch ihre dunkelvioletten Blätter und einer hellrosa Musterung. Der Wuchs dieser Staude ist niedrig und überaus kompakt. Ein heller Platz im Halbschatten ist nötig, um die Blattfärbung und -Musterung zu erhalten.
  • Rio – Das rote Laub dieser Sorte setzt farbintensive Akzente in den eigenen Garten. Dabei ist die Blattfärbung je nach Jahreszeit jedoch variabel, von einer bräunlichen bis gelben Farbe ist alles vertreten. Benötigt einen vollsonnigen Standort. Blüht bis in den Herbst hinein.
  • Marmelade – Diese Staude präsentiert sich ebenfalls mit überaus farbenprächtigen Blättern. Das Laub der Heuchera-Sorte erstrahlt in den Farbtönen lila und grün. Die Wuchshöhe beträgt dabei etwa 30 Zentimeter, ideal für halbschattige Pflanzplätze.

Tipp: Die Namensgebung der neuen Sorten variiert. Lassen Sie sich vom Angebot der Fachmärkte inspirieren und kombinieren Sie verschiedenfarbige Heuchera-Arten miteinander.

Krankheiten und Schädlinge

Mit der richtigen Pflege und dem idealen Standort stärken Sie die Widerstandsfähigkeit der Staude. Dennoch kann es hin und wieder vorkommen, dass die robusten Pflanzen von Pilzerregern und schadhaften Insekten heimgesucht werden. Um die Verbreitung einzudämmen und das befallene Gewächs vor Folgeschäden zu bewahren, sollten Sie umgehend wirksame Bekämpfungsmaßnahmen einleiten.

  • Rüsselkäferlarven – Der Nachwuchs einiger Arten von Rüsselkäfern bevorzugt das weiche Gewebe von Pflanzen und kann innerhalb kürzester Zeit massiv die Stängel und Wurzeln der Purpurglöckchen befallen. Ein fortschreitender Fraß führt zuerst zu einem Verkümmern der kompletten Staude, welche infolge dessen langsam abstirbt. Zu den natürlichen Fressfeinden der Rüsselkäferlarven gehören Nematoden. Sollten Sie auch mit diesen Fadenwürmern die Larvenpopulation nicht dezimieren können, muss die komplette Pflanze über den Hausmüll entsorgt werden.
  • Spinnmilben – Die zu den Spinnentieren zählenden Insekten ernähren sich vom nährstoffreichen Zellsaft der Wirtspflanze. Mithilfe ihres Mundwerkzeuges saugen und stechen sie Öffnungen in das Pflanzgewebe, wodurch im Laufe der Zeit silberfarbene Sprengel auf der Blattoberseite auftreten. Eingerollte und vertrocknete Triebspitzen sind ebenso ein sichtbarer Hinweis auf die Schädlinge, wie die feinen Gespinste der Tiere. Diese können Sie mit einem Wasserzerstäuber sichtbar machen. Marienkäfer, Florfliegenlarven und auch Schlupfwespen sind effiziente Partner, wenn es um die Beseitigung der unliebsamen Untermieter Ihrer Heuchera geht. Allerdings reagieren Spinnmilben auch überaus empfindlich auf eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. Besprühen Sie die komplette Staude mit Wasser und packen Sie diese dann in durchsichtige Folie ein. Wiederholen Sie den Vorgang mehrmals, um wirksam alle Milben zu beseitigen. 
  • Wurzelfäule – Dringt ein strenger Geruch aus dem Substrat und kümmert die Pflanze sichtbar vor sich hin, ist dies ein Hinweis auf Wurzelfäule. Hervorgerufen wird die Krankheit durch einen Pilzerreger, welcher die durch Staunässe geschwächten Wurzeln befällt. Gegen Wurzelfäule gibt es keine wirksamen Gegenmittel. Sofern der Befall noch nicht weit fortgeschritten ist, kann sich die Staude durch das Umsetzen in trockenes Substrat oft selbst regenerieren. Vermeiden Sie Staunässe durch die richtige Versorgung mit Wasser und durch eine Drainage aus Kieselsteinen oder Lavasplitt. 

Fazit

Die attraktiven Stauden sind einfach im eigenen Garten zu kultivieren und bieten auch auf als Kübelpflanze auf der Terrasse einen aparten Blickfang. Die zierlichen, glockenförmigen Blüten des Ziergewächses täuschen über die Tatsache hinweg, dass die mehrjährige Pflanze überaus robust und winterhart ist.