Pilze

Gibt es schon Pilze? Pilzkalender für Sommerpilze

Für viele startet die Pilzsaison erst im Herbst. Tatsächlich gibt es ganzjährig Pilze, die Sie sammeln können. Unser nachfolgender Pilzkalender gibt Ihnen einen Überblick darüber, wann welche Pilze im Sommer wachsen.

Letzte Frühlingspilze

Fichten-Zapfenrübling (Strobilurus esculentus)

Von Oktober bis Mai wächst der auch Fichtenzapfen-Nagelschwamm genannte Pilz bei und auf Fichtenzapfen, die auf den Boden gefallen sind.

Fichten-Zapfenrübling (Strobilurus esculentus)

Merkmale

  • 2 bis 4 cm breit
  • graue bis bräunliche Farbe
  • weiße bis graue Lamellen
  • Verwechslungsmöglichkeit: Fichtenzapfen-Helmling (Mycena strobilicola)

Morcheln (Morchella esculenta)

Die Saison für Morcheln beginnt im März und endet im Frühsommer.

Morchel (Morchella esculenta)

Merkmale

  • bis zu 12 cm hoch
  • wabenartige Struktur
  • grau, gelblich oder braun
  • Fruchtkörper innen hohl
  • Verwechslungsmöglichkeit: Frühjahrs-Giftlorchel (Gyromitra esculenta)

Pilze ab Juni

Espen-Rotkappe (Leccinum leucopodium)

Typisch für Rotkappen ist, dass sie sich beim Kochen verfärben, was sich jedoch nicht negativ auf den Geschmack auswirkt.

Espen-Rotkappe (Leccinum leucopodium)
Quelle: Holger Krisp, Espen-Rotkappe Leccinum leucopodium, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 3.0

Merkmale

  • 5 bis 20 cm breit
  • rotbrauner Hut
  • weißer Stiel

Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea)

Der Honiggelbe Hallimasch wächst ausschließlich auf morschem Holz und ist nur im jungen Stadium essbar.

Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea)

Merkmale

  • 4 bis 14 cm breit
  • gelbliche Hutfarbe
  • leicht aufgerichtete Hutschuppen
  • Verwechslungsmöglichkeit: Sparriger Schüppling (Pholiota squarrosa)

Knoblauchschwindling (Mycetinis scorodonius)

Die Pilzsaison vom Echten Knoblauchschwindling beginnt im Sommer und geht bis in den Herbst hinein.

Knoblauchschwindling (Mycetinis scorodonius)

Merkmale

  • 1 bis 2, maximal 4 cm breit
  • blassbraun
  • rotbrauner Stiel
  • Verwechslungsmöglichkeit: Saitenstieliger Knoblauchschwindling (Mycetinis alliaceus), Nadel-Zwergschwindling (Marasmiellus perforans)

Pfifferlinge (Cantharellus cibarius)

Die Pilzzeit der Pfifferlinge beginnt im Juni.

Pfifferlinge (Cantharellus cibarius)

Merkmale

  • orange-gelbe Farbe
  • 2 bis 10 cm Breite
  • trichterförmig
  • welliger Rand
  • Verwechslungsmöglichkeit: Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca)

Sand-Röhrling (Suillus variegatus)

Ab Juni startet die Pilzsaison vom Sand-Röhrling, der ausschließlich in der Umgebung von Kiefern zu finden ist.

Sand-Röhrling (Suillus variegatus)

Merkmale

  • 4 bis 12 cm breit
  • gelblicher Hut
  • Oberfläche matt

Schopf-Tintling (Coprinus comatus)

Im Pilzkalender gibt es nur wenige Arten, die fast das gesamte Jahr über zu finden sind, tritt aber erst ab Juni in größeren Mengen auf.

Schopf-Tintling (Coprinus comatus)

Merkmale

  • Hut 5 bis 10 cm hoch
  • walzenförmig
  • weiße bis bräunliche Lamellen

Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus)

Im Pilzkalender sollten Sie sich den Juni dick markieren, denn hier gibt es die ersten zarten Steinpilze.

Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus)

Merkmale

  • matter brauner Hut
  • bis zu 22 cm breit
  • bis zu 20 cm lang
  • Stiel nach unten hin verdickt
  • Verwechslungsmöglichkeit: Gallenröhrling (Tylopilus felleus)

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis)

Im Pilzkalender hat das Gemeine Stockschwämmchen fast das gesamte Jahr über Saison, tritt allerdings in größeren Mengen tritt das Stockschwämmen auf morschen Baumstümpfen vorwiegend ab Juni auf.

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis)

Merkmale

  • bis zu 4 cm breit
  • halbrunder Schirm
  • hellbraun
  • Verwechslungsmöglichkeit: Gift-Häubling (Galerina marginata)

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Das Stockschwämmchen lässt sich auch gezielt auf Holz züchten. Dadurch die Beimpfung eines morschen Stamms mit der Pilzbrut ist das Risiko geringer, dass sich giftige Pilze ansiedeln.„]

Pilze ab Juli

Apfel-Täubling (Russula paludosa)

Der Apfel-Täubling kommt vorwiegend auf Torfmoos vor und gelegentlich aus unter Obstbäumen.

Apfel-Täubling (Russola paludosa)

Merkmale

  • rötlicher Hut
  • 5 bis 15 cm breit
  • weißer Stiel
  • weiße Lamellen

Parasol (Macrolepiota procera)

Die Pilzsaison für den Parasol beginnt im Juli.

Parasol (Macrolepiota procera)

Merkmale

  • Hut mit braunen Schuppen
  • bis zu 20 cm breit
  • bis zu 40 cm hoch
  • beweglicher Ring am Stiel
  • Verwechslungsmöglichkeit: Safranschirmling (Chlorophyllum rhacodes), Gartenriesenschirmling (Chlorophyllum brunneum)

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Parasole lassen sich auch gezielt züchten. Im Handel gibt es die Pilzbrut zu kaufen, die Sie im Garten an einem schattigen Standort ansiedeln können.„]

Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron)

Der Rotfußröhrling ist ein Speisepilz, der gerne von Anfängern gesammelt wird, der er aufgrund der Stielfärbung leicht zu erkennen ist.

Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron)

Merkmale

  • rissiger Hut
  • 3 bis 8 cm breit
  • Stiel mit Farbverlauf nach unten von gelb nach rot
  • Verwechslungsmöglichkeit: Schönfuß-Röhrling (Caloboletus calopus)

Wiesen-Champignons (Agaricus campestris)

Die Pilzzeit von Champignons startet nach der Heuernte im Juli, wenn es einmal länger regnet hat.

Wiesen-Champignon (Agaricus campestris)

Merkmale

  • 5 bis 10 cm breit
  • grau – weißlich
  • fleischrosa Lamellen
  • weißer Stiel
  • Verwechslungsmöglichkeiten: Karbol-Champignon (Agaricus xanthodermus), Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Amanita virosa)

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Im zeitigen Frühjahr wird der Wiesen-Champignon oft mit dem Frühlings-Knollenblätterpilz (Amanita verna) verwechselt. Die Pilzzeit der Champignons beginnt jedoch erst, wenn die Temperaturen deutlich höher sind.„]

Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus)

Die Ziegenlippe ist vor allem in Laubwäldern mit Buchen zu finden.

Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus)

Merkmale

  • gelber bis bräunlicher Hut
  • goldgelbe Röhren
  • hellgelber bis hellbrauner Stiel
  • Verwechslungsmöglichkeit:  Parasitische Röhrling (Pseudoboletus parasiticus)

Pilze ab August

Birkenpilz (Leccinum scabrum)

Ab August ist im Pilzkalender der Birkenpilz zu finden, dessen Saison bis in den Oktober hinein geht.

Birkenpilz (Leccinum scabrum)

Merkmale

  • bis zu 15 cm breit und hoch
  • brauner Hut
  • weißer Stiel mit braunen Flocken
  • Verwechslungsmöglichkeit: Gallenröhrling (Tylopilus felleus)

Krause Glucke (Sparassis crispa)

Im Pilzkalender taucht die Krause Glucke frühestens im August auf und kann bis etwa Dezember gesammelt werden.

Krause Glucke (Sparassis crispa)

Merkmale

  • bis zu 40 cm breit
  • gelbliche Farbe
  • krauser Fruchtkörper
  • Verwechslungsmöglichkeit: Breitblättrige Glucke (Sparassis brevipes)

Maronen-Röhrling (Imleria badia)

Von August bis Ende Oktober können Sie in lichten Nadelwäldern den Maronenröhrling finden.

Maronen-Röhrling (Imleria badia)

Merkmale

  • 5 bis 15 cm breit
  • Hut in kastanienbrauner Farbe
  • Röhren verfärben sich bei Druck bläulich
  • Verwechslungsmöglichkeit: Gemeine Gallenröhrling (Tylopilus felleus)

Rauchblättriger Schwefelkopf (Hypholoma capnoides)

Der Rauchblättrige Schwefelkopf wächst nur auf Nadelholz und wird vorwiegend getrocknet als Würzpilz verwendet.

Rauchblättriger Schwefelkopf (Hypholoma capnoides)

Merkmale

  • blassgelbe Farbe
  • 2 bis 8 cm breit
  • Hut glatt
  • Lamellen in jungem Stadium etwas heller als der Hut

Violetter Rötelritterling (Lepista nuda)

Der Violette Rötelritterling ist aufgrund seiner auffällig violetten Farbe im Wald einfach zu finden.

Violetter Rötelritterling (Lepista nuda)

Merkmale

  • 5 bis 15 cm breit
  • dickfleischiger Hut
  • Stiel mit weiß-silbrigen Längsstreifen

Häufig gestellte Fragen

Wo erfahre ich, welche Pilze ich sammeln darf?

Die Bundesartenschutzverordnung regelt in Deutschland, welche Pilze in welcher Menge gesammelt werden dürfen. Regional gibt es oft noch weitere Beschränkungen, etwa kann das Sammeln in einem Waldstück gänzlich untersagt sein. Wer in Urlaub fährt, sollte sich vorher informieren, ob im Wald Pilze gesammelt werden dürfen. Oft gibt es regionale Pilzverordnungen, die auch streng kontrolliert werden.

Gibt es auch Kulturpilze, dessen Pilzsaison im Sommer startet?

Ja, der Sommerseitling (Pleurotus pulmonarius) ist ein beliebter Kulturpilz, der erst bei warmen Temperaturen Fruchtkörper ausbildet. Dies gilt auch für den Kräuterseitling (Pleurotus eryngii). Stockschwämmchen und Parasole lassen sich ebenfalls gezielt kultivieren.