Fichten

In der Regel sind Fichten große Bäume mit Wuchshöhen zwischen 20 und 70 Metern, die auch bis zu 600 Jahre alt werden können. Für Hausgärten sind die großwüchsigen Arten nicht geeignet, denn sie wachsen schnell und werfen enorme Schatten, sind windbruchgefährdet, haben sehr flache Wurzeln, die sich weit ausbreiten und anderen Pflanzen das Wasser entziehen. Außerdem machen sie den Boden sauer und lassen sich kaum unterpflanzen, können Bauwerkschäden verursachen und machen ziemlich viel Dreck. Aus diesem Grund gibt es spezielle Züchtungen, Kleinbäume, die sich auch für Pflanzgefäße eignen und im Garten nicht viel oder gar nur wenig Platz benötigen. Fichtenhecken waren vor einigen Jahrzehnten sehr beliebt als Abtrennung zum Nachbarn oder zur Straße. Heute ist man davon etwas abgekommen, da die Gärten immer kleiner werden und die Hecken ziemlichen Platz beanspruchen.

Steckbrief

  • Familie der Kieferngewächse
  • Ordnung der Koniferen
  • Die meisten zwischen 20 und 70 m hoch
  • Fast alle gut winterhart – ideale Baumart für kalte Klimazonen
  • Einstämmig
  • Baumkrone kegelförmig bis walzlich
  • Etagenartiger Kronenaufbau
  • Spitzwipfelige Krone
  • Blühen erstmal nach 20 bis 40 Jahren – zwischen April und Juni
  • Einhäusig
  • Typische Fichten für den mitteleuropäischen Garten
  • Flachwurzler
  • Macht den Boden sauer

Gute Sorten für den Hausgarten

  • Blaue Zuckerhutfichte Blue Wonder (Picea glauca ‘Blue Wonder‘) – interessante farbliche Alternative zur normalen Zuckerhutfichte, blaugrüne, später stahlblaue Benadlung, wird 2 bis 4 m hoch, Jahreszuwachs 5 bis 15 cm
  • Gelbe Zuckerhutfichte Picea glauca ‘Maigold‘) – im Austrieb leuchtend hellgelbe, später dunkelgrüne Nadeln, kompakte Form, streng kegelförmiger Wuchs. 0,60 bis 1,6 cm hoch
  • Kleine Serbische Fichte (Picea omorika Nana) – Zwergfichte, eher kugelförmiger Wuchs, kurze, dunkelgrüne bis silbriggrüne Nadeln, wird 1 bis 1,5 m hoch, Jahreszuwachs 4 bis 8 cm
  • ZuckerhutfichteZuckerhutfichte (Picea glauche var. Albertiana ‘Conica‘) – Zwergform, wächst schmal, dicht und regelmäßig, pyramidenförmig, wird 1 bis 1,5 m hoch, Jahreszuwachs 10 bis 15 cm
  • Fichte ‘Wills Zwerg‘ (Picea arabies ‘Wills Zwerg‘) – nur 2 m hoch werdende niedrige Fichte mit dichter, regelmäßiger Kegelform, vom Aussehen her eine Miniaturausgabe der Gemeinen Fichte, Jahreszuwachs 5 bis 15 cm
  • Fichte ‘Rainbows End‘ (Picea glauca ‘Rainbows End‘) – kleiner Baum mit weichen Nadeln, cremeweißer Neuaustrieb, breit kegelicher Wuchs, gut für sonnigen Standort, gut im Gefäß, bis 2 m hoch
  • Kleinbleibende Fichten wie Kleine Kugelfichte (Picea arabies ‘Little Gem*), Blaue Igelfichte (Picea glauca Echiniformis), Kugelfichte ‘Alberta Globe‘ (Picea glauca ‘Alberta Globe‘), Zwergfichte ‘Sanders Blue* (Picea glauca ‘Sanders blue‘), Zwerg-Kugelfichte (Picea arabies Nana Compacta) und andere werden nur 0,20 bis 100 cm hoch

Die Pflege von Fichten

Die Pflege von Fichten ist nicht kompliziert, vorausgesetzt, die Bäume haben einen guten Standort und entsprechenden Boden. Außerdem ist wichtig, dass man sich für die richtige Art und Sorte entschieden hat. Werden die Bäume zu groß und müssen gefällt werden, ist das viel Aufwand und wer es nicht selbst kann, dem stehen dazu teure Ausgaben ins Haus. Auch die Wurzelstockentfernung ist ein ziemlicher Akt und meist nur mit schwerem Gerät zu bewerkstelligen. Dazu müssen diese aber auch erst einmal bis dorthin kommen, wo sie benötigt werden, was ganz häufig nicht der Fall ist. Man sollte sich also gut überlegen, was man da pflanzt!!!

Standort

FichtenFichten sind in der Regel genügsam und stellen wenig Ansprüche an den Standort. Er sollte nicht zu heiß sein, weshalb eine kühlere Nordlage mit Halbschatten die bessere Wahl ist. Schattenlose Südlage bedeutet Stress für die Gehölze und wenn dann noch Wasser fehlt, ist das absolut ungünstig. Fichten kommen prima mit Schatten zurecht. Im Schatten größerer Bäume stehen sie am besten. Außerdem lieben die Bäume luftfeuchte Standorte, weshalb der Schatten ideal ist. Da Fichten Flachwurzler sind, kippen sie bei starkem Wind oder Sturm gern mal um. Deshalb ist ein windgeschützter Standort empfehlenswert.
Kleinere Fichten wie die Zuckerhutfichte kommen gut mit sonnigen Lagen aus, solange sie gut mit Wasser versorgt werden.

  • Nicht zu heiß
  • Großwerdende Fichten am besten kühle Nordlage
  • Ideal im Schatten größerer Bäume
  • Gern luftfeucht
  • Windgeschützt – kippen gern um
  • Die Fichte mag kein trockenes, smogreiches Stadtklima
Tipp: Kleine Fichtenarten und Sorten haben häufig andere Wünsche an ihren Standort. Viele kommen sehr gut mit Sonne klar, zumindest, wenn regelmäßig für Wasser gesorgt wird. Beim Kauf empfiehlt sich deshalb, nach den Bedingungen zu fragen. Noch besser ist allerdings, gezielt zu kaufen, also sich schon zuvor Gedanken über mögliche Pflanzen und Gehölze zu machen. Man entscheidet sich für einen Standort und sucht dann das entsprechend geeignete Exemplar aus. Für fast jeden Standort gibt es die entsprechende Fichte. Sie sind in vielen Höhen und Formen zu haben.

Pflanzsubstrat

Beim Pflanzsubstrat kommt es immer etwas auf die Fichtenart an. Sie mögen gut durchlüftete und nicht dauerhafte feuchte Substrate, kommen aber in der Regel sowohl mit etwas feuchten, als auch mit nährstoffärmeren Böden aus.

  • BlaufichteFrische, nahrhafte und schwach saure Böden
  • Ideal für die Pflanzung ist Rhododendrenerde
  • Keinesfalls zu trocken
  • Neutral bis sauer
  • Meist kalkarm
  • Am besten ganzjährig mulchen, mit Kompost, Laub oder Rindenmulch

Fichten pflanzen

Die beste Pflanzzeit ist zwischen Herbst- und Frühlingsanfang. Wichtig ist, dass der Tag frostfrei ist. Fichten benötigen Platz. Sie sollten keinesfalls zu nah an eine Hauswand oder etwas ähnlichem gepflanzt werden. Die Wurzeln breiten sich stark aus und können Schäden verursachen und auch Gehwegplatten oder ähnliches anheben. Zuckerhutfichten sollten immer frei stehen. Wenn ihre Nadeln ständig oder häufig berührt werden, sind sie schnell braun. Der Schaden ist inoperabel.

  • Pflanzabstand zu Gebäuden und Nachbarn
  • Auch Abstand untereinander halten, immer an die Größe denken
  • Vor der Pflanzung tiefgründig umgraben!
  • Fichten versauern den Boden. Dadurch und durch das dichte Wurzelwerk ist eine Unterpflanzung schwierig.
  • Bei Pflanzung in einen Kübel eine Drainageschicht einbauen
  • Umpflanzen im Herbst oder Frühjahr. Möglichst viel Wurzel ausgraben.
  • Baumscheibe nicht bepflanzen

Gießen und Düngen

Fichten brauchen nicht übermäßig viel Wasser, aber der Boden sollte nach Möglichkeit nie austrocknen. Wichtig ist ein mäßiges, dafür regelmäßiges Gießen. Besonders wichtig ist Wasser bis zum Anwachsen. Da Fichten Flachwurzler sind, können sich die Gehölze nicht aus tieferen Bodenschichten selbst versorgen, sie sind angewiesen darauf, dass regelmäßig Wasser geliefert wird.

  • FichtenBei Kübelhaltung darauf achten, dass die Erde nicht vollständig austrocknet.
  • Regelmäßig, aber mäßig gießen
  • Besonders wichtig in der Zeit nach dem Pflanzen, bis zum Anwachsen
  • In heißen trockenen Sommern reichlich gießen
  • Keine Dauernässe

Bei nährstoffreicher Erde, vor allem bei mineralischer Erde, ist Dünger nicht notwendig. Bei Kübelhaltung sollte nach dem Frost ein guter Tannendünger genutzt werden. In der Regel reicht eine Gabe für das gesamte Jahr. Bei Mangelerscheinungen wie Magnesium- oder Kalimangel hilft eine Düngung.

  • Bei nährstoffhaltiger Erde kein Düngen erforderlich
  • Ansonsten – Bei Kübelpflanzen direkt nach den letzten strengen Frösten düngen
  • Bei Mangelerscheinungen gezielt düngen
  • Magnesiummangel – Verfärbungen von der Nadelspitze an beginnend, sie verblassen, zuerst an älteren Nadeln im mittleren Kronenbereich welche der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.
  • Kaliummangel – zeigt sich ebenfalls zuerst an den Spitzen der älteren Nadeln, diese werden zunächst grüngelb bis graugrün, später blassgelb, ebenfalls zuerst in besonnten Bereichen auftretend, Nadeln fallen recht schnell ab

Schneiden

Fichten müssen nicht geschnitten werden. Zwar regt ein Schnitt die Verzweigung an, aber die Gehölze treiben nur an den Enden der Zweige aus. Wird zu tief geschnitten, also ins alte Holz, treiben sie nicht mehr aus. Einmal geschnittene Löcher wachsen nicht mehr zu. Wenn Fichten im unteren Drittel braun oder kahl werden, schneidet man am besten die Äste direkt am Stamm ab. So bildet sich ein Hochstamm. Das sieht besser aus, als wenn unten kahle Stellen oder Löcher sind.

Fichtenhecken sollten öfters geschnitten werden, damit sie sich gut verzweigen. Nur so erreichen sie eine dichte, schöne Wuchsform.

  • Nach Möglichkeit zur Hecken schneiden
  • Nicht zu tief schneiden, treibt aus verholzten Trieben nicht mehr aus

Überwintern

Fichten sind ausgesprochen winterhart. Sie gedeihen auch in Gegenden, in denen es deutlich kälter wird, als bei uns in Mitteleuropa. Eine Pflege im Winter ist in der Regel nicht erforderlich. Lediglich im Kübel kultivierte kleine Fichten sind etwas gefährdet, aber nicht nur die Kälte, sondern durch die so genannte Frosttrocknis. Davon sind alle immergrünen Pflanzen betroffen. Wenn die Sonne im Winter scheint und die Temperaturen dadurch steigen, beginnen die Nadeln damit, Wasser zu verdunsten. Da bei klarem Wetter nachts der Boden gefriert bzw. er schon gefroren ist, können die Wurzeln kein Wasser aufnehmen und weiterleiten. Die Pflanzen vertrocknen. Deshalb ist es wichtig, an frostfreien Tagen immer mal wieder den Finger in die Kübelerde zu stecken und zu prüfen, ob die Pflanze nicht doch Wasser benötigt. Hat man dies versäumt, hilft auch ein kurzfristiges Abdecken der kleinen Gehölze mit Vliesen oder ähnlichen Materialien, so dass sie nicht der Sonne ausgesetzt sind.

  • Fichten sind vollkommen winterhart
  • Bei langanhaltender Trockenheit in frostfreien Perioden gießen
  • Besonders bei Kübelhaltung regelmäßig für Wassernachschub sorgen!
  • Außerdem sollte der Kübel bei starkem und langanhaltendem Frost geschützt werden. Am besten mit dämmender Folie umwickeln, ruhig mehrmals. Außerdem auf zwei bis drei Styroporplatten stellen. Damit optisch wieder alles schick aussieht, alles mit Jute verkleiden.

Vermehren

Fichten kann man auf zweierlei Art vermehren, durch Aussaat und Stecklinge. Die gebräuchlichere Art ist die Vermehrung durch Stecklinge, denn die Anzucht aus Samen dauert unheimlich lange, man braucht Jahre.

Stecklinge

FichtenTriebstecklinge sollten nicht von zu alten Bäumen geschnitten werden (bis 25 Jahre). Am sichersten bewurzeln Triebspitzen des dritten und vierten Astquirls aus sonniger Lage. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt liegt etwa 4 bis 6 Wochen vor dem Austrieb, also Ende Februar bis März. Das Ende des Stecklings in Bewurzlungspulver stecken und dann in einen Topf mit entsprechendem Substrat, etwa 2 bis 3 cm tief. Ideal ist ein Torf-Sand-Gemisch. Zur Bewurzlung ist eine hohe Luftfeuchtigkeit notwendig. Boden leicht feucht halten, nicht austrocknen lassen. Bis Juli oder August müssten sich ausreichend Wurzeln gebildet haben.

  • Stecklinge nicht von zu alten Bäumen schneiden
  • 4 bis 6 Wochen vor Austriebsbeginn schneiden
  • Am besten bewurzeln Triebspitzen des 3 und 4. Astquirls
  • Bewurzlungspulver
  • In ein Torf-Sand-Gemisch stecken
  • Hohe Luftfeuchte
  • Gleichmäßige, leichte Bodenfeuchte

Aussaat

Ausgesät wird im Frühling, möglichst früh, am besten direkt ins Freiland. Der Boden muss unkrautfrei und locker sein. Am besten ist humushaltige Mineralerde. Samen in den Boden stecken und nur leicht mit Erde bedecken. Sicherheitshalber einen Schutz über den Samen stülpen, eine durchsichtige und durchlöcherte Kunststoffglocke beispielsweise. Fachleute nutzen dafür Keimhilfen, in Form von Kegeln. Verwendet werden Samen aus weiblichen Fichtenzapfen. Diese Zapfen sind länger als die männlichen. Die Samen werden in einen wassergefüllten Behälter gegeben. Die Samen, die oben schwimmen sind nicht keimfähig. Nur auf den Boden gesunkene Samen verwenden. Die Fichten brauchen etwa 10 Jahre, bis aus einem Samen ein etwa 1 m hoher Baum geworden ist.

  • Im Frühjahr aussäen
  • direkt ins Freiland säen
  • In humushaltiger Mineralerde
  • Nur wenig mit Erde bedecken

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge sind selten, wenn die Standort- und Bodenverhältnisse stimmen. Staunässe und trockene Böden schwächen die Gehölze. Wühl- und Feldmäuse können einige Schäden anrichten.

  • SpinnmilbenZu warme und lufttrockene Plätze – Rote Spinne – für mehr Luftfeuchtigkeit sorgen
  • Pilzbefall – an dunklen Sporen auf der Nadelunterseite zu erkennen, Algenspritzmittel spritzen, Brennnesseljauche gießen, Nadeln zusammenkehren und entsorgen (nicht auf Kompost)
  • Fichtengallenlaus – ananasähnliche Gallen an den Triebenden oder am Grund der Maitriebe, befallene Triebe sterben ab, besonders an Gemeiner Fichte, befallene Triebe frühzeitig abschneiden, paraffinhaltige Präparate spritzen

Wenn die Nadeln der Fichte vergilben, kann das an der Sitkafichtenlaus liegen. Der Baum sollte regelmäßig auf den Lausbefall kontrolliert werden, auch ein gesunder.

Tipp: Dazu muss man nur ein Blatt Papier nehmen und einen Stock. Das Blatt wird unter die Äste gehalten. Mit dem Stock wird gegen die darüberliegenden Äste geklopft. Die Läuse fallen auf das Papier und sind dort gut zu erkennen, anders, als am Baum selber. Wenn mehr als 5 Läuse auf dem Papier landen, sollte man etwas gegen die Plagegeister tun (Präparate auf Rapsöl- oder Kaliseifenbasis). Die Läuse befallen meist geschwächte Fichten, die entweder zu nass oder zu trocken stehen.

Häufige Fragen

Kann man Fichten „köpfen“?
Kann man, aber es sieht wirklich alles andere als hübsch aus. Wenn die Bäume zu groß werden, können sie in jeder Höhe abgeschnitten werden. Sie sehen aber absolut verstümmelt aus. Auch wenn die Flachwurzler drohen umzufallen, kann man sie kürzen. Die Schönheit ist allerdings unwiederbringlich dahin.

Wie viele Fichten werden für eine Hecke benötigt?
Man rechnet mit 3 bis 4 Fichten pro laufendem Meter. 4 nutzt man, wenn die Hecke schnell dicht werden soll. In der Regel reichen 3 vollkommen aus.

Welcher Dünger ist für Fichten gut geeignet?
Normaler NPK-Dünger ist nicht für Nadelbäume gemacht. Schnell entwickeln sich Mangelerscheinungen. Besser ist Spezialdünger für Nadelgehölze. Dieser enthält mehr Natrium, Phosphat und Kalium. Was noch wichtig ist, ist Magnesiumdünger. Bittersalz ist deshalb gut für Nadelgehölze, aber Vorsicht vor Überdüngung.