Orchidaceae phalaenopsis Orchideenart

Orchideen werden nicht nur von Sammlern geschätzt, auch viele Pflanzenfreunde ohne grünen Daumen lieben die tollen Blühpflanzen. Die Blüten in tollen Farben und Formen begeistern viele Menschen. Bei der großen Auswahl an Arten und Sorten blicken viele allerdings nicht mehr durch. Zahlreiche Orchideen sehen zwar toll aus, sind aber schwierig zu pflegen. Diese sollte man sich besser in einem Orchideenhaus ansehen. Es gibt aber auch Arten, die kann man sich nach Hause holen. Sie sind mehr oder weniger pflegeleicht. Was man über die gängigsten Orchideenarten wissen muss, lesen Sie im folgenden Text.

Falter- oder Schmetterlingsorchideen – Phalaenopsis

Phalaenopsis sind die mit Abstand am meisten verkauften Orchideen. Das liegt zum einen daran, dass es so zahlreiche verschiedene Farben, Muster und Größen gibt und zum anderen daran, dass sie für Orchideen wirklich einfach zu pflegen sind. Die Hybriden sind so gezüchtet, dass sie mit den Bedingungen in Wohnungen prima zurechtkommen. Zusätzlich blühen die Pflanzen lange und haben durch die Massenproduktion moderate Preise.

  • Bilden bis zu 30 cm hohe Stämmchen mit großen Blättern und zahlreichen Luftwurzeln
  • Die eindrucksvollen Blütenrispen können bis zu einem Meter lang werden, sind aber meist deutlich kürzer

Auffällige Sorten

  • P. ’Alois Handlbauer’ – dunkelrote Blütenblätter mit einem unregelmäßigen weißen Rand – recht neue Sorte
  • P. Taida ’Salu’ – karminrote Blüten mit feinster Zeichnung und feinem Rand in gelb, grasgrünes Laub
  • P. Chingrueys Goldstaff – gelbe Blüten mit pinkfarbigen Streifen, sehr auffällige Blüten
  • P. ’Little Emperor’ – gelbe Blüten, eine Seltenheit
  • P. Sogo ’Anna’ – gelb-pinkfarbene Blüten, sehr gewagte Farbkombination, kleinblütig

Pflegetipps
Phalaenopsis sind die am einfachsten zu pflegenden Orchideen. Aufpassen muss man, dass man sie nicht ertränkt (Todesursache Nummer 1). Zu wenig Wasser ist aber auch nicht gut. Wichtig ist eine hohe Luftfeuchte, weshalb die Pflanzen regelmäßig besprüht werden sollten. Die beste Zeit dafür ist der Morgen.

  • Orchidaceae phalaenopsis OrchideenartTemperaturen im Sommer zwischen 18 und 25°C
  • Im Winter Temperaturen nachts bis 16°C
  • Standort in einem Ost- oder Westfenster
  • Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit – regelmäßig besprühen
  • Das Substrat sollte nie ganz austrocknen
  • Mit kalkfreiem und zimmerwarmen Wasser gießen
  • Keine stehende Nässe!!!
  • Regelmäßig lüften
  • Keine Temperaturunterschiede von über 10°C
  • Bei jedem dritten Gießen Orchideendünger zugeben
  • Umtopfen, sobald sich ein neues Herzblatt zeigt
  • Vermehrung durch Kindel – muss zwei Blätter und mehrere mindestens 5 cm lange Wurzeln haben
  • Rückschnitt direkt nach der Blüte
  • Über dem zweiten oder dritten Stängelknoten von unten zurückschneiden

Tipp: Je höher der Rückschnitt angesetzt wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit eines neuen Triebes.

Cambria

Aus Kreuzungen unterschiedlicher Orchideengattungen sind zahlreiche Hybriden hervorgegangen, die man unter dem Namen Cambria zusammenfasst. Meist haben die Pflanzen zwei und mehr Vorfahren aus verschiedenen Gattungen. Das Ziel der Züchter war ganz einfach, sie wollten schöne Pflanzen schaffen, die aber nicht so kompliziert in der Pflege sind. Nur die besten Eigenschaften sollten an die Nachkommen übergehen. Hier gilt, je größer die Pflanzen, umso zahlreicher die Blüten. Blühende Exemplare kauft man, wenn die Rispe zu einem Drittel aufgeblüht ist.

Schöne Sorten

  • x Beallara ’Peggy Ruth Carpenter’ – pinkfarbene Blüten mit weiß, sehr unkompliziert in der Pflege
  • Orchidaceae cambria, Orchideex Odontobrassia Kenneth Bivin ’Santa Barbara’ – Spinnenorchidee, dunkelrote grazile Blüten mit weißer Lippe
  • ‘Hansueli Isler’ – gelbe Blüten mit dunkelroter Zeichnung, 
  • x Wilsonara ’Anna Claire’ – weiße Blüten mit roten Mustern, sehr haltbar
  • x Burrageara-Hybride ’Nelly Isler’ – dunkel pinkfarbene Blüte, sehr reich blühend und wächst kräftig

Pflegetipps
Cambrias sind recht einfach zu pflegen. Durch die Kreuzung verschiedener Orchideen sind pflegeleichte Blühpflanzen entstanden. Allerdings haben sie durch ihre unterschiedlichen „Vorfahren“ nicht alle gleiche Ansprüche. Am besten erkundigt man sich gleich bei der Anschaffung der Pflanzen, was zu beachten ist.

  • Heller Standort, aber halbschattig, ohne direkte Sonne
  • Im Sommer nicht über 25°C
  • Luftfeuchte über 40 Prozent
  • Nur ganz leicht feucht halten
  • Viel frische Luft, aber ohne Zugluft
  • Nach dem Kauf einmal pro Woche düngen
  • Nach der Blüte nur noch bei jedem dritten Gießen Nährstoffe zuführen
  • Diese Dosis dauerhaft beibehalten
  • Keine ausgesprochene Ruhezeit
  • Nach der Blüte aber weniger gießen
  • Nur so feucht, dass die Bulben nicht schrumpfen und etwas kühler stellen
  • Ein neuer Jahrestrieb kennzeichnet das Ende der Ruhephase
  • Umtopfen, sobald sich ein neuer Trieb zeigt
  • Gefäß muss so groß sein, dass Platz für zwei Jahrestriebe ist

Cattleya

Orchidaceae blanche aisaka yuki Orchidee Cattleya sind Hybridzüchtungen, an deren Erzeugung teilweise bis zu neun Orchideen-Gattungen beteiligt waren. Es gibt zahlreiche verschiedene Kreuzungen, ca. 45 Arten und viele Sorten, außerdem Hybridzüchtungen. Sie besitzen sehr große, farbige, oft gemusterte Blüten und sind deshalb recht häufig im Angebot. Am traubigen Blütenstand sitzen meist wenige, dafür große Blüten. Es gibt rosa und gelbe einfarbige Blüten und braun-rote, grüne, weiße und rosa Blüten bei den zweifarbigen. Muster sind vielfältig und formenreich. Cattleya stammen ursprünglich aus Südamerika und werden heute weltweit gezüchtet und vermehrt. 

Schöne Sorten

  • x Laeliocattleya ’Tropical Pointer’ – extravagante, elegante Blüten in Orange bis lachsfarben mit pinkfarbenen Punkten. Diese Orchidee duftet.
  • X Epilaeliocattleya ’Don Herman’ – kräftig gelbe Blüten, sehr kompakte Sorte, gut für Einsteiger, kommt leicht zur Blüte
  • Blc. Blanche Aisaka Yuki FCC/AOS – Taiwancattleya – weiße Blüte mit pink und etwas gelb, sehr schöne Musterung
  • Blc. Eagle Eye ’All Victory’ – reinweiße Blüten mit gelber Lippe, gefranste Ränder
  • C. intermedia var. aquinii coerulea – weiß-lilafarbene Blüten, interessante Zeichnung, sehr auffällig

Pflegetipps
Cattleya wachsen epiphytisch, dementsprechend müssen sie gepflegt werden. Ideal stehen die Pflanzen in einem lichtdurchfluteten Badezimmer, dürfen dort aber nicht in der direkten Sonne stehen.

  • Halbschattiger bis heller Standort, aber ohne direkte Sonne
  • Am Tag Zimmertemperatur, nachts etwa 5°C weniger
  • Wichtig ist ausreichend Luftbewegung
  • Etwa 40 Prozent Luftfeuchtigkeit
  • Substrat mit einem hohen Anteil an Kokoschips
  • Erst gießen, wenn das Substrat völlig abgetrocknet ist
  • Ruhephase ist wichtig für die Ausbildung der Blüten
  • Düngen nur während der Wachstumsphase
  • Alle zwei bis drei Jahre umtopfen
  • Großblütige Sorten stützen
  • Vermehrung durch kleine Bulben, die abgetrennt werden können, am besten beim Umtopfen

Cymbidium

Orchidaceae Cymbidium Orchideen Cymbidium sind große Orchideen. Es gibt riesige Sorten, die am besten als Solitär in Einzelstellung wirken. Allerdings werden auch kleinere Sorten für die Fensterbank gezüchtet, die noch den Vorteil haben, dass sie deutlich leichter zu kultivieren sind Die tollen Blühpflanzen stammen ursprünglich aus China und waren dort schon vor unserer Zeitrechnung als Kübelpflanzen sehr beliebt. Die Blütenstängel werden häufig als Schnittblumen angeboten, einfach wegen ihrer langen Haltbarkeit.

Schöne Sorten

  • C. Butterball – gelbe Blüten mit etwas hellem Rot, lange Blütenrispen
  • C. devonianum ’Peter Pan’ – grünlichgelbe Blüten mit dunkelmahagonifarbener Lippe, kleinwüchsigere Form
  • C. Summer Wind White Japan – Mini-Cymbidium, weiße Blüten mit gelber Lippe
  • C. Forgotten Fruits – rötlich bräunlich oder orange-bräunliche Blüten, weiß umrandet, dunkle Lippe, sehr auffällig
  • C. kanran – rote lanzettenförmige Blütenblätter mit weißem Herzen

Pflegetipps

  • Ähnliche Ansprüche wie die Falterorchideen
  • Im Sommer Temperaturen um die 20°C am Tag und 17°C in der Nacht
  • Große Sorten mögen einen deutlichen Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperaturen
  • Relativ hohe Luftfeuchtigkeit, zwischen 60 und 80 Prozent
  • Sehr lichtbedürftig, mehr als andere Orchideen
  • Im Sommer vor direkter Sonne schützen.
  • Für kräftiges Wachstum muss reichlich gegossen werden
  • Auch im Winter das Substrat nicht austrocknen lassen
  • Keine Winterruhezeit
  • Bei jeder zweiten Wassergabe Dünger zugeben – ganzjährig
  • Alle zwei Jahre umtopfen, im Frühjahr, nach der Blüte
  • Diese Orchideen lieben stark durchwurzelte Gefäße
  • Hochwertiges Orchideensubstrat verwenden

Dendrobium

Orchidaceae Dendrobium Orchideen Dendrobium ist die Gattung, die wohl die meisten Sorten hat. Die Pflanzen gibt es in winzig klein bis zu einer Höhe von 2 Metern. Man unterscheidet ganz unterschiedliche Blütenformen und –farben. Die zwei populärsten Hybridzüchtungen sind Dendrobium nobile (auch Yamamoto-Hybride) und Dendrobium bigibbum. Es gibt ca. 1.500 Arten, meist tropischen Ursprungs. Diese Orchideen leben vorwiegend epiphytisch, vor allem auf Bäumen, manchmal auch auf Felsen.

Schöne Sorten

  • Antilopen-Dendobrium – schmale, nach oben gerichtete und teils gedrehte Blütenblätter. Recht kurioses Aussehen. Gedeihen gut unter Zimmerbedingungen.
  • D. kingianum – haltbarster Vertreter dieser Gruppe, pinkfarbene Blüten, wächst auf Felsen
  • D. amabile – weiße Blüten mit rosa Rand und gelbem Herzen, sehr viele Blüten pro Rispe
  • D. delicatum – reinweiße Blüten mit leichter lila Zeichnung auf der Lippe, sehr dezent, strahlendes Aussehen
  • D. lindleyi – gelbe Blüten, dunkles Herz und nach außen immer heller werdend

Pflegetipps

Bei der Pflege müssen die zwei Hauptgattungen unterschieden werden.

Dendrobium nobile

  • Wenig Anforderungen an die Temperatur
  • Ruhezeit im Winter bei ca. 14 °C
  • Das Laub fällt ab. Es wird kaum gegossen
  • Pflanze stattdessen besprühen
  • Kühle Trockenheit fördert die Blütenbildung
  • In der Wachstumszeit einmal pro Woche düngen, sonst nur bei jedem dritten Gießen

Dendrobium bigibbum

  • Warme Kultur
  • Die Umstellung auf Zimmertemperatur ist schwierig. Deshalb ist es günstig, nur fast aufgeblühte Pflanzen zu kaufen.
  • Nach dem Ausreifen der Bulben beginnt die Ruhezeit – Temperaturen nur 5°C niedriger als sonst
  • Sobald sich Knospen zeigen, wärmer stellen und kräftiger gießen
  • Wenn sich keine Blütenansätze zeigen, trockener halten
  • Wenn die Knospen abgeworfen werden, ist Lichtmangel während der Bildung Schuld.
  • Kunstlicht ist günstig für diese Orchideen, die viel Licht benötigen
  • In der Wachstumszeit einmal pro Woche düngen, sonst nur bei jedem dritten Gießen

Miltonia

Orchidaceae Miltonia Orchidee Miltonien sind am typischen „Stiefmütterchengesicht“ zu erkennen und werden bei uns als Zimmerpflanzen angeboten. Sie sind in der Pflege recht unproblematisch. Miltonia gehören zu den Veilchenorchideen und  wachsen auf der Fensterbank sehr gut, manchmal sogar besser als im Gewächshaus. Allerdings gibt es auch einige Probleme, meist durch den Umzug aus feuchten Gewächshäusern in warme und trockene Wohnzimmer hervorgerufen. Die Pflanzen mögen keine heißen Temperaturen und gedeihen am besten im Halbschatten. Sie sind recht genügsam und werden dadurch immer beliebter. Es gibt etwa 40 Arten, aber zahlreiche Hybridzüchtungen.

Schöne Sorten

  • Honolulu ’Warne’s Best’ – rosa Blüten, wirken eher zart, gute Anfängerpflanze
  • M. ’Newton Falls’ – lila Blüten mit weißer Zeichnung auf der Blütenlippe, die an kleine Wasserfälle erinnert
  • M. morelliana – dunkelrote Blüte mit rosa Lippe
  • M. phalaenopsis – weiße Blüten mit gelb und pink, Blüten ähnlich wie bei Schmetterlingsorchidee
  • M. spectabilis – weiße Blüten mit rosa Zeichnung

Pflegetipps
Miltonia benötigen keine ausgesprochene Ruhepause. Sie gedeihen im Zimmer das gesamte Jahr über recht gut. Auf Temperaturschwankungen reagieren die Pflanzen empfindlich. Am besten stehen sie deshalb in einem geschlossenen Blumenfenster oder in einer Pflanzenvitrine. Die Pflege ist mittelschwer bis anspruchsvoll, für Anfänger sind diese Orchideen nicht geeignet. Besonders auf die Luftfeuchte und Temperaturen achten.

  • Warme Temperaturen: 18 bis 25°C im Winter, 14 bis 16°C im Sommer, Im Sommer am besten im Freien, im Schatten, Rote oder gelbe Blätter zeigen, dass der Standort zu hell ist
  • Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit, deshalb am besten in Wasserschalen stellen, aber auf Steine
  • Substrat darf nicht austrocknen, aber zu viel Nässe lässt Wurzeln schnell faulen
  • Bei jeder dritten Wassergabe düngen, aber in halber Dosis
  • Bei zu viel Wasser, Dünger oder Trockenheit kommt es zu Blattverformungen
  • Verblühte Rispen zügig abknipsen. Erst herausdrehen, wenn der Stängel ganz vertrocknet ist.

Häufige Fragen
Was ist das besondere an Vanda-Orchideen?
Orchidaceae Vanda Orchidee Vanda-Orchideen sind beeindruckend schön, aber nichts für Orchideen-Anfänger. Sie wachsen nur langsam und sind etwas knifflig in der Pflege. Dafür gibt es zwei Blühperioden pro Jahr und große Blütenrispen. Die großblumigen Kreuzungen mögen es warm und benötigen eine hohe Luftfeuchte. Deshalb werden die Pflanzen meist in Glasvasen mit einem kleinen Wasservorrat darin kultiviert. So werden sie häufig auch im Handel angeboten. Meist handelt es sich um Hybridzüchtungen. Es gibt über 50 Vanda-Arten. Die meisten sind Aufsitzerpflanzen. Die Luftwurzeln legen sich um die Äste und geben den Orchideen Halt.

Vanda-Orchideen benötigen keine ausgeprägte Ruhephase. Durch die Kultur in einer Glasvase wird eine hohe Luftfeuchte garantiert und die Wurzeln faulen nicht. Die Wurzeln sollten aber täglich mit Wasser besprüht werden. Zusätzlich taucht man sie etwa dreimal pro Woche für 10 bis 15 Minuten in Wasser. Das Herz der Pflanze sollte dabei nie nass werden, denn das kann zu Fäulnis führen.  Wichtig ist, kalkfreies Wasser zu verwenden, am besten Regenwasser.

  • Ganzjährig mindestens 20°C, am besten 24 bis 30 °C im Sommer und 16 bis 24 °C im Winter
  • Niemals unter 15°C
  • Hohe Luftfeuchte
  • In Glasvasen mit etwas Wasser darin kultivieren
  • Meist ohne Substrat gepflegt, weshalb gießen entfällt
  • Den Pflanzkorb, in dem die Orchideen meist verkauft werden, einmal pro Woche in handwarmes Wasser tauchen
  • Pflanze häufig besprühen (Luftfeuchte)

Welche ist die für den normalen Hausgebrauch pflegeleichteste Orchidee?
Für Anfänger und Orchideenliebhaber ohne grünen Daumen sind Phalaenopsis die idealen Pflanzen. Sie sind am pflegeleichtesten und kosten auch meist nicht so viel, falls der Versuch doch fehlschlägt. Auch sie benötigen einen guten Standort, die passenden Temperaturen und eine entsprechende Luftfeuchte, aber sie sind nicht so zimperlich, wie manch eine andere Orchidee.