Nordmanntanne

Die Bäume können bis 500 Jahre alt werden und sind dann wirklich stattlich. Sie haben nichts mehr zu tun mit den kleinen Bäumchen, die wir uns Weihnachten gern ins Wohnzimmer stellen. Die Nordmanntanne hat einen schönen Wuchs. Die Krone ist anfangs schmal und breitet sich später kegelförmig aus. Die Äste sind gleichmäßig dicht. Insgesamt wirkt der Baum sehr kompakt. Die Nadeln sind weich und glänzen und sicher ein Grund für die Beliebtheit als Weihnachtsbaum. Die Nordmanntanne wächst anfangs recht langsam, später dann deutlich schneller. Die Bäume haben eine Pflahlwurzel, aber auch starke Seitenwurzeln, schließlich müssen sie einen großen Baum halten.

Nordmanntanne – Pflege

Die Nordmanntanne ist ein sehr schöner Nadelbaum. In den ersten Jahren braucht er allerdings eine Menge Pflege und ist auch einigen Gefahren ausgesetzt. Frost und starke Sonneneinstrahlung mag dieses Gehölz gar nicht gern. Auch das Schneiden ist oft eine Belastung für das Bäumchen. Mit zunehmenden Alter wird die Nordmanntanne immer robuster und braucht deutlich weniger Pflege. Bedroht wird die Nordmanntanne hauptsächlich von der Tannentrieblaus und von einigen Pilzen.

Standort

Man sagt, die Nordmanntanne mag keine Sonne. Allerdings sieht man immer wieder Weihnachtsbaum-Plantagen, auf denen die Bäume in der vollen Sonne gedeihen. Es ist eine Frage der Sorte. Einige kommen deutlich besser mit der Sonne zurecht als andere.

  • Halbschattiger bis schattiger Standort
  • Muss vor heißer Sonne geschützt werden.
  • Vor allem junge Setzlinge müssen vor Sonne geschützt werden!
  • Gern wächst der Baum in nördlicher Hanglage.
  • Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit.
  • Die Tannen vertragen wenig Luftverschmutzung.
  • Ostwind ist im Winter ungünstig, zumindest für junge Bäume. Später sind sie dann härter im Nehmen.

Pflanzsubstrat

Das Pflanzsubstrat ist mitentscheidend, damit sich die Nordmanntanne wohl fühlt und gedeiht. Wichtig ist, dass der Boden nicht zu trocken ist. Zu schwere und zu leichte Böden können mit einfachen Mitteln verbessert werden.

  • Die Nordmanntanne mag milden, humusreichen Lehmboden oder Braunerde.
  • Wichtig ist ein frischer und tiefgründiger Boden, der gleichbleibend feucht sein sollte.
  • Der Baum toleriert saure bis basische Pflanzsubstrate.
  • Schwere Tonböden sind ungünstig, allein durch ihre schlechte Belüftung. Sie erhöhen die Empfindlichkeit gegenüber Winterkälte.
  • Nordmanntannen reagieren empfindlich auf Bodenverdichtung. 

Pflanzen

Wenn man eine Nordmanntanne pflanzen möchte, braucht man Platz. Auch wenn die Bäume anfangs klein sind, sie werden sehr, sehr groß. Für kleine Hausgärten sind sie nicht geeignet. Umpflanzen ist nicht möglich, da die Bäume eine Pfahlwurzel besitzen.

In der Weihnachtszeit gekaufte getopfte Nordmanntannen sind zu 99 Prozent nicht für das Auspflanzen geeignet. Ihre Pflahlwurzel ist in der Regel geschädigt. Damit überleben die Bäume zwar das Weihnachtsfest, aber nicht das Auspflanzen.

NordmanntanneAm besten kauft man die Bäume in der Baumschule. Bei den Nordmanntannen sind nur Bäume bis 1,60 m im Angebot, da bei größeren Exemplaren die Wurzel schon zu tief reicht und beim Ausgraben beschädigt werden würde.

  • Pflanzen zwischen Herbst-Anfang und Frühlings-Anfang, solange der Boden nicht gefroren ist.
  • Das Pflanzloch muss ordentlich tief sein.
  • Wichtig ist, den Boden des Lochs gut aufzulockern.
  • Den Ballen einsetzen und das Ballentuch lösen.
  • Erde auffüllen und festtreten.
  • Für das erste Standjahr kann ein Stützpfahl helfen, dass der Baum sich bei Sturm nicht lockert.
  • Gut angießen und auch in den folgenden Wochen für ausreichend Wasser sorgen.
  • Wer eine Plantage für Weihnachtsbäume einrichten möchte, muss auf den Pflanzabstand achten. Der sollte mindestens 120 x 120 cm betragen. Die Reihen sollten leicht versetzt angelegt werden!

Gießen und Düngen

Die Nordmanntanne stellt nur geringe Ansprüche an Wasser und Nährstoffe. Der Boden sollte bei jungen Bäumen regelmäßig gewässert werden. Später können sich die Bäume durch ihre tiefe Wurzel allein mit Wasser versorgen, selbst bei langanhaltender Trockenheit.

  • Gießen vor allem junge und frisch gepflanzte Bäume.
  • Wenn die Nadeln der Bäume im Sommer bei langanhaltender Trockenheit die Farbe verwechseln, haben sie meist zu wenig Wasser.
  • Gedüngt wird am besten mit Koniferenlangzeitdünger. Da muss nur einmal jährlich gedüngt werden und die Bäume erhalten alle Nährstoffe für 6 Monate.
  • Braune Nadeln am Baum können auf einen Wasser- oder Nährstoffmangel zurückzuführen sein (auch Schädlingsbefall)

Überwintern

Erwachsene Nordmanntannen sind in der Regel winterhart. Junge Bäume sind aber ziemlich frostgefährdet. Besonders die eisigen Ostwinde können Schäden anrichten. Wichtig ist deshalb ein optimaler Standort. Tallagen oder Pflanzung an einem Bachlauf ist deshalb ungünstig, denn da wird es oft besonders kalt.

Selbst gezogene Setzlinge brauchen besonders viel Schutz. Sie müssen nicht nur vor Frost, sondern auch vor Sonne geschützt werden.

Schneiden

Nordmanntannen lässt man am besten ohne Schnitt wachsen. So kommt ihr schöner und gleichmäßiger Wuchs am besten zur Geltung. Die ersten zwei Jahre wird gar nicht geschnitten. Später kann man schneiden, muss aber nicht. Wissen muss man, dass die Bäume aus altem Holz nicht mehr austreiben.

  • Schneiden erst, wenn der Baum drei Jahre alt ist.
  • Geschnitten wird nach der Blüte, also etwa im Juni.
  • Am besten ist, nur kranke, tote und erfrorene Triebe herauszuschneiden.

Vermehrung

Die Nordmanntanne ist gut durch Aussaat zu vermehren. Man sollte allerdings Samen verwenden, die direkt aus dem Kaukasus stammen, nicht von europäischen Plantagen. Der Baum stammt ursprünglich aus dem Kaukasus.

Wird ein Sämling selbst von einem Hobbygärtner zu einem Tannenbaum heran gezogen, muss der Gärtner ca. 10 bis 12 Jahre warten, um eine Tannenhöhe von ca. 1,80 Meter zu erhalten, dies aber auch nur, wenn die Tanne genug gedüngt und gepflegt wird.

  • NordmanntanneSamen vor Aussaat in Wasser legen. Die, welche absinken, sind pflanzbar, die oben schwimmen sind leer ( 1 bis 2 Tage)
  • Samen 1 bis 2 Tage ins Tiefkühlfach legen und etwa 8 bis 10 Tage in den Kühlschrank (Kaltkeimer)
  • Aussäen kann man direkt ins Freiland, es ist aber sinnvoller, ein Anzuchtgefäß zu nutzen.
  • Samen in humoses, mit Sand vermischtes Substrat legen und mit Erde bedecken.
  • Angießen und Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass halten.
  • Es dauert eine Weile, bis sich die Sämlinge zeigen.

Krankheiten und Schädlinge

Wie alle Nadelbäume hat auch die Nordmanntanne unter einigen Krankheiten und Schädlingen zu leiden. Zum Glück haben sich keine parasitären Pilze auf diesen Baumtyp spezialisiert, obwohl Pilzkrankheiten immer wieder auftauchen. So sind es nicht viele Krankheiten. Gelegentlich macht sich zum Beispiel der Hallimasch, eigentlich ein Speisepilz, gern über die Tannen her und kann einigen Schaden verursachen.

Nadelbaum fressende Käfer machen meist einen Bogen um die Bäume. Nur der Borkenkäfer und die Tannentrieblaus richten manchmal Schäden an, vor allem bei sonnigem Standort. Dann sind hauptsächlich Jungtannen bedroht.

Vor allem gegen die Tannentriebläuse haben sich systemisch wirkende Insektizide wie Schädlingsfrei Calypso oder Schädlingsfrei Careo bewährt. Allerdings ist es bei großen Bäumen schwierig, an die oberen Zonen heranzukommen. Meist muss dann ein Fachmann mit entsprechendem Equipment hinzugezogen werden. Wichtig ist auch, im nächsten Winter etwas gegen die überwinternden Larven zu tun. Dafür sind Mineralölpräparate gut, z.B. Promanal® Neu Austriebsspritzmittel.

Fazit
Die Nordmanntanne ist ein schöner Nadelbaum. Wahrscheinlich hatten ihn die meisten Deutschen Weihnachten schon mal im Zimmer stehen. Was viele, die einen der Bäume im Garten anpflanzen vergessen ist, dass der Baum nicht so schön klein bleibt. Die ersten Jahre kann man noch schön eine Lichterkette um den Baum vor der Terrasse und dem Wohnzimmerfenster winden, aber schon nach 10 Jahren wird es eng. Dann ist der Baum über 4 Meter groß und hört nicht mehr auf zu wachsen. Die Nordmanntanne ist definitiv kein Baum für kleine Hausgärten, für ihn braucht man Platz und genügend Abstand zum Nachbarn. Wer den hat, der kann sich an diesem Baum sein Leben lang erfreuen, denn sie überdauern uns und unsere nächsten Generation, wahrscheinlich auch das Haus, in dessen Garten der Baum steht. Sich diesen Baum anzupflanzen, muss man sich also gut überlegen.