Löwenmaul - Antirrhinum

Löwenmäulchen sind bereits seit einigen Jahrhunderten aus dem heimischen Garten nicht mehr wegzudenken. Kaum verwunderlich, denn die robusten Pflanzen blühen oft bis in die Wintermonate hinein, stellen keine besonderen Ansprüche und säen sich am richtigen Standort von selbst aus. Doch auch wer über keinen eigenen Garten verfügt, muss auf die aparte Blütenpracht von Antirrhinum keineswegs verzichten.

Blütezeit und Wuchshöhe

Die Blütezeit beginnt im Mai und kann – abhängig von der Witterung – bis in den Dezember andauern. Je nach Sorte können Löwenmäulchen eine Wuchshöhe zwischen 20 – 120 Zentimetern erreichen. Kleinere Pflanzen sind beliebt für die Kultivierung in Balkonkästen und auf sonnigen Fensterbänken. 

Standort

Die ursprüngliche Heimat der Löwenmäulchen liegt in Nordafrika und Südeuropa. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass die vielfarbig blühenden Pflanzen auch in unseren Regionen nicht auf Sonne und Wärme verzichten möchten. Doch das Antirrhinum ist robuster und genügsamer, als ihre zarte Erscheinung oft vermuten lässt.

  • Plätze mit direkter und lang anhaltender Sonneneinstrahlung werden bevorzugt.
  • Löwenmaul gedeiht auch auf hellen Standorten im Halbschatten.
  • Zu dunkle Plätze hemmen das Wachstum der Pflanze und die Blüte kann ausbleiben.
  • Größere Sorten des Löwenmäulchens benötigen einen windgeschützten Standort. Die zarten Stängel der Pflanze laufen sonst Gefahr, bei heftigen Windböen abzuknicken oder gar zu brechen. 

Dem farbenprächtigen Antirrhinum ist es egal, ob er in einem Tontopf für Terrasse und Balkon kultiviert wird oder gleich direkt im Freiland seine volle Blütenpracht entfalten kann.

Substrat

Die krautig wachsende Zierpflanze ist relativ tolerant ihrem Standort gegenüber. An das Pflanzensubstrat stellt sie jedoch gewisse Anforderungen:

  • Benötigt einen kalkfreien Boden – Rhododendron-Erde hat sich beispielsweise gut bewährt.
  • Verträgt nährstoffarmes und auch leicht saures Substrat.
  • Der Boden muss durchlässig sein, damit Regen- und Gießwasser zügig abfließen kann. Staunässe wird von der Pflanze nicht vertragen.
  • Beigemischter Kies oder grober Sand sorgt für eine bessere Konsistenz des Substrats.
  • Für eine Kultivierung im Kübel ist auch normale Pflanzen- oder Sukkulentenerde geeignet. 

Düngen

  • Auf nährstoffarmen Böden regelmäßig mit organischem Dünger düngen.
  • Im Frühjahr und Herbst Kompost, Hornspäne oder Rasenschnitt unter das Substrat mischen.
  • Bei Topfpflanzen 14-tägig geringe Menge herkömmlichen Flüssigdünger über das Gießwasser verabreichen. 

Löwenmaul Antirrhinum Erfolgt die Versorgung mit Nährstoffen ausschließlich über zugekaufte Düngemittel, müssen diese frei von Kalk und Chlorid sein. Wer die Pflanze gerne sich selbst überlässt, kann auch komplett auf Dünger verzichten. Das Löwenmäulchen ist genügsam und wird dennoch – wenn auch nicht so üppig – seine aparten Blüten entwickeln.

Gießen

Benötigt einen mäßig feuchten Erdboden. Wie oft und in welchen Mengen gegossen werden muss, hängt vom Standort und der Bodenbeschaffenheit ab.

  • Bei Löwenmäulchen gilt: Weniger ist oft mehr. Dementsprechend die Wassermenge anpassen.
  • Staunässe vermeiden, denn die farbenprächtigen Pflanzen sind sehr anfällig für Wurzelfäule
  • Auf kalkarmes Wasser zurückgreifen – abgestandenes Regenwasser ist ideal.

Aussaat

Die Vermehrung von Löwenmäulchen erfolgt ausschließlich über Samen:

  • Nach der Blüte die Samen ernten und längere Zeit trocknen lassen.
  • Die Aussaat könnte ab April direkt im Freiland erfolgen – wer eine höhere Keimchance möchte, sollte die Pflanzen ab Januar im Haus vorziehen.
  • Humusreiche Pflanzenerde wählen und gut anfeuchten.
  • Die Samen nur leicht mit Erde bedecken und bis zur Keimung mäßig feucht halten.
  • Antirrhinum sind sogenannte Kaltkeimer – deswegen vor der Aussaat mitsamt dem Saatgefäß einige Wochen in den Kühlschrank legen.
  • Ein sonniger Standort und Zimmertemperaturen zwischen 15 – 22°C sind optimal.
  • Um die Feuchtigkeit im Saatgefäß zu halten, eine durchsichtige Folie darüberlegen. Für den Abfluss von Kondenswasser einige Löcher in der Folie anbringen.
  • Die Keimzeit beträgt zwischen 6 und 21 Tagen.
  • Die jungen Keimlinge ab einer Größe von etwa 5 Zentimetern pikieren. Im Keimgefäß einen Mindestabstand von ungefähr 6 Zentimetern einhalten.
  • Ab April können die Löwenmäulchen an ihren endgültigen Standort im Freiland ausgepflanzt werden. Die Pflanze ist aber auch für die Kultivierung in Tontöpfen geeignet.
  • Die Triebspitzen kürzen, das fördert einen buschigen Wuchs.
  • Werden mehrere Pflanzen im Freiland nebeneinandergesetzt, muss folgender Mindestabstand einhalten werden: Für kleinwüchsige Sorten von Antirrhinum 15 Zentimeter, bei größeren Sorten sind 50 Zentimeter empfehlenswert. 

Mögliche Fehler bei der Aussaat
Löwenmäulchen keimen nicht:

  • Löwenmaul Antirrhinum Wurden die Samen nach der Aussaat stratifiziert? Als Kaltkeimer muss mit dem Saatgut eine Kälteperiode simuliert werden.
  • Ist die Umgebungstemperatur hoch genug? Je höher die Temperaturen, desto früher keimen die Löwenmäulchen.
  • Die Pflanzenerde darf nicht austrocknen, Staunässe jedoch vermeiden.
  • Für die Keimung wird ein heller Platz benötigt. Ideal dafür wäre ein Fensterplatz auf der Südseite. 

Das Substrat schimmelt:

  • Ein Grund dafür könnte zu viel Feuchtigkeit sein. Sofern vorhanden, die Folie entfernen und die Erde leicht antrocknen lassen. Anschließend die befallenen Substratregionen behutsam beseitigen.
  • Mäßig gießen. Die Erde darf nicht austrocknen, jedoch darf auch keine Staunässe entstehen.
  • Bei Kübelpflanzen eine Drainage aus Kies oder Tonscherben am Topfboden anfertigen. Überflüssiges Wasser kann somit schneller abfließen. 

Erfüllen Standort und der Boden alle Bedürfnisse der Pflanze, sät sie sich an Ort und Stelle von selbst aus. Häufig ist das Löwenmäulchen deswegen auch „wild“ zwischen Steinen und an trockenen Hauswänden anzutreffen.

Hinweis: Die weit geöffneten Blüten des Antirrhinum erinnern entfernt an das aufgerissene Maul eines Löwen, woraus sich auch der Name der farbenprächtigen Pflanze ableitet.

Schneiden

Für den Schnitt der beliebten Gartenblume sind keine besonderen Kenntnisse erforderlich. Bereits die Triebspitzen der Jungpflanzen werden um wenige Zentimeter gekürzt. Das regt den buschigen Wuchs der Löwenmäulchen an. Sofern keine Samen für die Vermehrung erwünscht sind, die welken Blüten sofort entfernen. Somit wird die Pflanze zur Bildung neuer Knospen angeregt. Antirrhinum in Kübeln regelmäßig direkt nach der Blüte zurückschneiden, um die Wuchshöhe so gering wie möglich zu halten.

Überwintern

Löwenmaul Antirrhinum Löwenmäulchen sind nur bedingt winterhart, jedoch vertragen die Blüten kurzfristig Temperaturen bis zu – 10°C. Aus diesem Grund ist es auch nicht ungewöhnlich, die blühwillige Pflanze an einem geschützten Standort noch bis in den Dezember hinein in ihrer vollen Blütenpracht bewundern zu können. Samen, welche sich selbst ausgesät haben, sind winterhart und beginnen mit dem Austrieb zeitig im warmen Frühjahr.

Pflegetipps

  • Die dünnen Stängel größerer Löwenmäulchen-Sorten können aufgrund ihrer Wuchshöhe knicken oder kippen. Deswegen die Pflanzen mit Rankhilfen oder Bambusstäben abstützen.
  • Hängende Antirrhinum Sorten eignen sich besonders für die Pflanzung in Hängeampeln und Balkonkästen.
  • Für den Vasenschnitt Triebe auswählen, wo sich die untersten zwei Blüten bereits geöffnet haben. Schräg abschneiden und die Blätter entfernen, welche direkten Kontakt mit dem Wasser haben. Auf diese Art und Weise wird die Haltbarkeit der Schnittblumen verlängert. 

Schädlinge und Krankheiten

Viele vermeintliche Krankheiten bei Zierpflanzen sind auf unsachgemäße Pflege zurückzuführen. Verbreiteter hingegen ist der Befall von schadhaften Insekten. Mit den richtigen Gegenmaßnahmen lässt sich jedoch auch das Löwenmäulchen von Blattläusen, Trauermücken und Co. befreien.

Blattläuse
Die nur wenigen Millimeter großen Schädlinge sind nicht wählerisch bei der Wahl ihrer Wirtspflanze. Dementsprechend häufig sind sie auch auf den verschiedenen Sorten der Löwenmäulchen anzutreffen. Blattläuse ernähren sich von den zuckerhaltigen Säften der Blattzellen, was oft zu Verfärbungen und zum Vertrocknen der Triebspitzen und Blätter führt. Die Schädlinge kommen selten allein, denn ihre klebrigen Ausscheidungen – der Honigtau – lockt Ameisen an und fördert zudem die Besiedlung von Rußtaupilzen. Verschiedenen Bekämpfungsstrategien haben sich gegen Blattläuse bewährt und auch vorbeugende Maßnahmen können zum Schutz der Pflanzen getroffen werden. Mischkulturen erschweren es beispielsweise den Blattläusen, sich innerhalb ein und derselben Pflanzengruppe auszubreiten.

Hilfreiche Tipps bei einem Befall der Schädlinge
Marienkäfer Natürliche Fressfeinde, wie Marienkäfer und die Larven von Florfliegen, Gallmücken und Schwebfliegen sind in der Lage, große Mengen Blattläuse täglich zu verspeisen.

Regelmäßig mit einem Sud aus Brennnesseln abspritzen.

Einen scharfen Wasserstrahl vermeiden – die zarten Triebe und Blüten der Pflanze würden Schaden nehmen.
Insektizide nur im äußersten Notfall verwenden und auf die Verträglichkeit mit Bienen und anderen Nützlingen achten.

Echter Mehltau und falscher Mehltau
Echter Mehltau ist ein „Schönwetterpilz“ und verursacht einen weißen bis bräunlichen Belag auf den Oberseiten der Blätter, welcher sich mühelos abwischen lässt. Das Pilzgeflecht breitet sich über die komplette Pflanze aus, lässt die Blätter und Triebspitzen braun werden und vertrocknen. Falscher Mehltau hingegen wird durch lang anhaltende Feuchtigkeit gefördert. Hierbei bildet sich auf der Blattunterseite ein grauer bis grauvioletter Belag. Infizierte Pflanzenregionen sterben langsam ab. Beide Pilzarten müssen nach ihrem Erkennen sofort behandelt werden, da sie bei einem zu starken Befall unwiderruflich zum Tod der Wirtspflanze führen können.

  • Betroffene Pflanzenteile umgehend abschneiden und kompostieren.
  • Beide Mehltauarten lassen sich mit Pilzbekämpfungsmitteln wirksam beseitigen.
  • Auf die richtigen Bedürfnisse der Löwenmäulchen achten – gesunde Pflanzen sind widerstandsfähiger und können selbst einen Befall vieler Pilzarten abwehren.
  • Grauschimmel: Niedrige Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit fördern den Befall mit diesem Schadpilz. Der Botrytis cinera ruft auf den Blättern und Blüten einen dichten, grauen Schimmelbelag hervor.
  • Befallene Pflanzenteile entfernen.
  • Antirrhinum nur mäßig gießen und auch die Blätter der Pflanze nicht unnötig mit Wasser benetzen.
  • Spezielle Fungizide helfen bei der Beseitigung des Grauschimmelpilzes. 

Wurzelfäule
Oft ein Anzeichen dafür, dass die Pflanze zu häufig Staunässe ausgesetzt war. Die Blätter bleichen aus und bei einem Fortschreiten der Fäule stirbt schlussendlich die komplette Pflanze ab.

  • Löwenmaul Antirrhinum Ein durchlässiger Boden und mäßiges Gießen gelten als vorbeugende Maßnahme.
  • Dringt bereits ein fauliger Geruch aus dem Substrat, die Pflanze so trocken wie möglich halten. Wenn möglich, das feuchte Erdreich sofort komplett durch Trockenes ersetzen.
  • Spezielle Pflanzenschutzmittel helfen nicht gegen Wurzelfäule.

Trauermücken
Diese kleinen Insekten ähneln mit ihrem Aussehen den herkömmlichen Obstfliegen. Trauermücken bevorzugen jedoch für die Eiablage feuchtes Pflanzensubstrat und die feinen Wurzeln der Wirtspflanze dienen den Larven oft als Nahrungsquelle. Jungpflanzen haben einem massiven Befall von Trauermücken meist nichts entgegenzusetzen und sterben aufgrund der schweren Beschädigung des Wurzelwerks ab.

  • Gelbsticker in der direkten Nähe der befallenen Pflanzen aufgestellt. Die gelbe Farbe lockt die Trauermücken an und die klebrige Oberfläche verhindert ein Entkommen der Insekten.
  • Die Pflanzen mäßig gießen.
  • Eine dickere Schicht aus Quarzsand hindert die Trauermücken an der Eiablage.
  • Bei Löwenmäulchen in Blumenkübeln auch die unteren Abflusslöcher abdichten, beispielsweise mithilfe eines Nylonstrumpfes. 

Fazit
Die robuste Zierpflanze ist einfach zu kultivieren und am richtigen Standort sorgt sie selbst für ihre Vermehrung. Ihre lange Blütezeit macht sie auch als Balkonpflanze interessant und selbst auf sonnigen Fensterbrettern erfreut die aus Südeuropa stammende Pflanze den Betrachter durch ihre bunte Blütenpracht.