Lilienarten

Einige Lilien-Arten gehören zu den ältesten Zierpflanzen überhaupt. Allerdings werden Lilien auch als Lebensmittel verwendet und kommen als Heilpflanzen zum Einsatz. Weltweit gibt es unheimlich viele Lilienarten. Seit dem letzten Jahrhundert kommen noch zahlreiche Hybriden dazu. Es gibt eine florierende Lilien-Industrie. Viele werden als reine Schnittpflanzen für Blumensträuße gezüchtet. Auch in Gärten gehören Lilien zu den beliebtesten Blumen. Es sind Zwiebelpflanzen. Man nennt sie auch die Aristokraten unter den Zwiebelblühern. Am bekanntesten sind Königs-Lilie, Madonnen-Lilie und Tiger-Lilie. Taglilien sind ünrigens keine Zwiebelgewächse und gehören nicht zu den Lilien.

Die Pflege von Lilien – Standort

Haben sie den richtigen Standort und ein entsprechendes Pflanzsubstrat, muss man sich kaum noch um die Pflanzen kümmern. Sie kommen recht gut allein zurecht.

Lilien mögen einen sonnigen Standort, haben aber einen speziellen Wunsch. Sie lieben den Kopf in die Sonne zu recken, der Fuß aber sollte etwas schattiger stehen. Deshalb ist es ideal, Lilien zwischen schattenspendende Bodendecker, niedrige Stauden oder einjährige Sommerblumen zu pflanzen. Deren Blätter schützen die Zwiebeln vor direkter Sonneneinstrahlung und zu starker Erwärmung.

  • Sonne satt, aber der Fuß bitte beschattet!
  • Ideal ist Vormittags- und Nachmittagssonne. Pralle Mittagssonne ist nicht so günstig.
  • Ein etwas windgeschützter Standort verhindert, dass sich die Stängel, die oft schwere Blüten zu tragen haben, fllch legen.
  • Einige Lilienarten, die ursprünglich in asiatischen Wäldern beheimatet sind, kommen auch mit Halbschatten zurecht.

Pflanzsubstrat

Was das Substart anbelangt, sind Lilien nicht sonderlich anspruchsvoll, solange dieses nicht zu nass ist. Sie haben es lieber trocken bis leicht feucht..

  • Lilien brauchen einen gut drainierten Boden.
  • Er sollte locker und frisch sein
  • Am besten ist ein Sand-Humus-Gemisch.
  • Dieses darf leicht alkalisch oder schwach sauer sein.
  • Günstig ist ein nährstoffreicher Boden.

Pflanzen

Lilie Lilium Das Pflanzen von Lilienzwiebeln ist kein Problem. Allerdings gibt es auch hier wieder eine Besonderheit. Wühlmäuse lieben die Zwiebeln und fressen sie gern. Deshalb sind die Zwiebeln in einem Drahtkorb gut aufgehoben und geschützt.

  • Lilienzwiebeln können wahlweise im Frühjahr oder Herbst gepflanzt werden.
  • Allerdings setzt sich die Frühjahrspflanzung durch, da es um die Zeit die meisten Angebote gibt.
  • Vorgezogene Exemplare werden nach den Eisheiligen ins Freiland verpflanzt.
  • Die Madonnen-Lilie und Türkenbund-Lilie sind die einzigen Ausnahmen. Sie müssen im Spätsommer gepflanzt werden!
  • Die Pflanztiefe für die Zwiebeln beträgt in etwa das Doppelte der Zwiebelgröße.
  • Pflanzabstand etwa 15 bis 20 cm.
  • Bei Gruppenpflanzungen zwischen den Gruppen 80 bis 120 cm Platz lassen.
  • Lilienzwiebeln können viele Jahre an einem Standort verbleiben.
  • Wenn die Blühwilligkeit nachlässt, ist ein Umpflanzen empfehlenswert.
  • Wer mehrere Zwiebeln pflanzt, kann einmal ausprobieren, sie im Abstand einiger Tage in die Erde zu pflanzen. Dann blühen nicht alle Pflanzen zur selben Zeit. Man hat länger etwas von ihnen.

Gießen und Düngen

Wichtig ist, während der Wachstumsperiode gleichmäßig zu gießen. Besonders während der Blütezeit ist das wichtig. Das Pflanzsubstrat darf nicht austrocknen, aber auch keinesfalls zu nass sein. Etwas Fingerspitzengefühl ist gefragt.

  • Gleichmäßig wässern!
  • Im Winter eher trocken.
  • Reichlich Dünger
  • Sobald die Pflanzen Knospen angesetzt haben, Blühdünger einsetzen!
  • Keinesfalls Mist verwenden! Wenn, dann muss er mindestens zwei Jahre abgelagert sein!
  • Am besten am Ende der Blütezeit Düngen, damit die Pflanze für das kommende Jahr Kraft sammeln kann.
  • Günstig sind Humus, Gesteinsmehl und Hornspäne.
  • Brennnesseljauche kräftigt und stärkt die Lilien. Man kann ruhig einige Male damit gießen oder sprühen.

Lilie in Kübelhaltung

Lilie Lilium Auch wer keinen Garten hat, muss nicht auf diese prächtigen Blumen verzichten. Sie können auch prima im Pflanzkübel kultiviert werden. Für die Topfkultur eignen sich vor allem kleinere Liliensorten wie ‚Avignon‘, ‚Cordelia‘, ‚Le Rève‘, ‚Marco Polo‘ oder ‚Mona Lisa‘.

  • Wichtig ist ein Abzugsloch, damit überschüssiges Wasser abfließen kann!
  • Staunässe vertragen die Zwiebeln absolut nicht.
  • Günstig ist eine Drainageschicht im Topfboden, der verhindert, dass die Zwiebeln zu nass liegen.
  • Auch im Kübel wirken Lilien am schönsten in Gruppen.
  • In Töpfen müssen Lilien deutlich mehr gegossen werden, als im Freiland.
  • Lilien in Topfen müssen drinnen überwintert werden.
  • Wer es im Freien versuchen möchte, muss das Gefäß geschützt aufstellen, warm einpacken und zusehen, dass die Zwiebeln trocken stehen. Es wird max. einmal im Monat leicht gegossen, nur wenn kein Frost ist.
  • Es wird empfohlen, jährlich umzutopfen, damit die Blühfreude und die vegetative Vermehrung gefördert werden.

Schneiden

Lilien locken Insekten an. Die Blüten werden bestäubt. Dadurch bilden sich Samen. Lässt man diese ausreifen, kostet das der Lilie viel Kraft. Deshalb ist es einfach besser, wenn man verwelkte Blüten entfernt. Der Stängel wird erst entfernt, wenn er vollständig eingetrocknet ist und sich leicht aus dem Boden ziehen lässt. Das gilt auch für die Blätter. Sie können einfach herausgezogen werden. Schnittmaßnahmen sind nicht erforderlich.

Überwintern

Lilienzwiebeln sind im Normalfall ausreichend winterhart. Allerdings mögen sie die Nässe unserer mitteleuropäischen Winter nicht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Zwiebeln besser überleben, wenn man die Erde mit einer ordentlichen Schicht Reisig abdeckt. Gerade bei Madonnenlilien ist das empfehlenswert. In den ersten beiden Wintern ohne Abdeckung, bzw. mit einer leichten Abdeckung haben sie nicht überlebt, waren nur noch Matsch. Den letzten Winter, der sehr lang und nass war, haben sie prima überstanden.

Vermehrung

Lilie Lilium Lilien lassen sich am leichtesten durch Brutzwiebeln vermehren. Man teilt die kleineren Zwiebeln vorsichtig von der großen ab und pflanzt beide getrennt wieder ein. Alternativ ist auch die Aussaat möglich. Allerdings bringen die Samen der eigenen Pflanzen keine reinen Liliensorten hervor. Es können völlig neue Sorten entstehen, wenn die Pollen nicht von der selben Sorte stammen.

  • Das Pflanzsubstrat sollte locker, sandig und stets etwas feucht sein!
  • Die Keimdauer beträgt in etwa ein Jahr.
  • Meist verwurzeln die Pflanzen erst im Boden, bevor sich über der Erde etwas zeigt.
  • In jedem Fall ist Geduld gefragt. Bis zur Blüte dauert es in der Regel drei Jahre.

Krankheiten und Schädlinge

Nicht nur wir Menschen finden Lilien toll, sondern auch einige Schädlinge. Auch Pilze und Viren machen nicht vor den Pflanzen halt. Man muss gut beobachten und kontrollieren. Je früher Krankheiten und Schädlinge entdeckt werden, um so einfacher sind sie zu bekämpfen.

Pilze
Es gibt zahlreiche Pilze, welche auf Lilien leben. Einer davon löst z.B. die gefährliche Fusarium-Welke aus. Das ist die schwerste und gefährlichste Lilienkrankheit. Dabei wird die Zwiebel von unten beginnend ausgehölt. Die Pflanze stirbt ab, da gibt es keine Chance. Das Schlimme ist, dass die Pilzsporen jahrelang im Boden überleben und immer neue Pflanzen infinzieren.

Außerdem gibt es zahlreiche Wurzelpilze, welche auch sehr viel Schaden anrichten können. Pilze auf den oberirdischen Teilen sorgen zwar dafür, dass die Pflanze über dem Boden abstirbt. Die Knolle bleibt allerdings gesund und treibt im folgenden Jahr wieder aus. 

Viren
Lilien werden von zahlreichen Virusarten befallen, die zu nennen hier den Rahmen sprengen würde. Fast alle verursachen blass gescheckte, von den Blattnerven ausstrahlende Muster auf den Blättern. Missbildungen treten auf. Verbreitet werden die Viren hauptsächlich durch Blattläuse. Es gibt keine wirksamen Mittel zur Bekämpfung. Um eine Weiterverbreitung der Viren zu verhindern, müssen die Pflanzen entsorgt werden, am besten verbrannt. Asiatische Lilien sind weniger anfällig.

Lilienhähnchen
Lilie Lilium 6 bis 8 mm große siegellackrote Käfer, für welche die Lilie die einzige Futterpflanze ist. Besonders die Larven sind extrem gefräßig.

Lilienminierfliege

Legt ihre Eier in die entstehenden Knospen. Diese verkümmern, fallen ab oder sind missgestaltet.

Fadenwürmer und Wurzelmilben
Fressen an den Lilienzwiebeln. Wer seinen Lilien etwas Gutes tun möchte, sollte von Mai bis August einmal wöchentlich Acker-Schachtelhalm-Tee ins Gießwasser geben. Saugenden und beißenden Insekten wird so der Zugang erschwert. Die erwachsenen Lillienhähnchen werden abgesammelt und die Larven, welche an den Kothäufen erkennbar sind, werden mit einem Wasserstrahl weggespühlt. Laub un d Stängel werden anschließend mit Acker-Schachtelhalm-Tee gespritzt. Die darin enthaltene Kieselsäure begünstigt die Regeneration. Blattläuse sollten auch regelmäßig entfernt werden, um die Verbreitung der Viren zu verhindern. Man spühlt sie mit Wasser ab, zerquetscht sie zwischen den Fingern und notfalls muss man Chemie einsetzen, allerdings als letztes Mittel.

Tipps

  • Lilienzwiebeln nicht längere Zeit lagern! Sie besitzen keine feste Außenhaut und vertrocknen schnell.
  • Beim Kauf von Lilienzwiebeln darauf achten, dass diese sich fest anfühlen.Sie dürfen keinesfalls irgendeine weiche Stelle haben!
  • Auch dürfen Wurzelausläufer nicht zu lang ausgetrieben sein! Dann liegen die Zwiebeln einfach schon zu lang.

Fazit
Lilien sind auffällige Pflanzen. Sie überzeugen durch ihr Aussehen und oftmals durch ihren Duft. Allerdings gibt es viele neue Sorten, die gar nicht mehr duften. Sie sind nur etwas für s Auge, aber dafür toll. Man hat eine riesige Auswahl an wunderschönen Lilien. Oft weiß man gar nicht, für welche man sich entscheiden soll. In der Pflege sind Lilien anspruchslos, wenn sie richtig plaziert sind. Einzig Fressfeinde und Krankheiten können Ärger bereiten. Dagegen hilft nur absammeln und die Pflanzen mit Stärkungsmitteln widerstandsfähig machen. Die Wirkung von Lilien kann durch ihre Begleitpflanzen erhöht werden. Sehr schön sind Gruppenpflanzungen zwischen anderen Stauden. Auch zu Rosen passen Lilien gut. Zu großen kräftigen Stauden mit großen Blüten und Blütenständen wie Rittersporn, Phlox und Rudbeckia, pflanzt man etwa gleiche Lilien, also großblumige, farbenfrohe Lilien, meist asiatischer Abstammung. Durch die farbige Abstimmung der Blüten lassen sich Kontraste schaffen. Aber auch Blüten in gleichen Farbtönen haben eine tolle Wirkung. Man sollte ruhig mal etwas experimentieren! Viel Spaß dabei!