Kornblume

Die einjährige, krautige Kornblume mit ihrem leuchtend blauen Blütenkopf zählt zu den typischen Symbolen des Sommers. Von Mai bis tief in den Herbst hinein ziert sie den Garten. Bevor die Bauern sie aus den Getreidefeldern vertrieben, wog sie sich dort gemeinsam mit Klatschmohn und Kamille im sanften Sommerwind. Längst ist ihre Farbgebung nicht mehr ausschließlich auf das leuchtende Blau beschränkt. Eifrigen Züchtern sind zahlreiche weitere Farbtöne gelungen, die dem Hobbygärtner noch mehr Freude an der Aussaat und Pflege dieser anspruchslosen Sonnenanbeter bereiten. Mit einer Wuchshöhe zwischen 20 cm und 100 cm ist die Kornblume zudem ein angenehm variables gärtnerisches Gestaltungselement.

Aussaat

Da die Aussaat so unkompliziert ist, bieten nur wenige Gartencenter fertige Kornblumenpflanzen an. Daher startet der Hobbygärtner ab März mit der Aussaat im Haus.

  • Eine Saatschale oder kleine Töpfe mit Anzuchterde füllen.
  • Darauf die Samen verteilen und dünn mit Erde bedecken.
  • Mithilfe einer Sprühflasche befeuchten und in ein Minigewächshaus stellen.
  • Alternativ das Anzuchtgefäß mit Klarsichtfolie bedecken.
  • An einen hellen, warmen, nicht vollsonnigen Fensterplatz stellen.
  • Die Folie ab und zu lüften und die Aussaat leicht feucht halten.

Es ist von essenzieller Bedeutung, ausschließlich spezielle Anzuchterde zu verwenden. Idealerweise wird dieser noch ein wenig Sand beigefügt, damit sie schön durchlässig ist. Herkömmliche Blumenerde ist in der Regel bereits vorgedüngt, was den zarten Kornblumen-Samen nicht gut bekommen würde. Wer ganz sichergehen möchte, dass die Anzuchterde wirklich frei ist von Sporen, Viren oder Insekteneiern, stellt sie vor der Verwendung für ca. 20 Minuten bei 200° in den Backofen und lässt sie dann abkühlen.

Es müssen nicht unbedingt professionelle Anzuchtgefäße sein, in denen die Kornblumen ausgesät werden. Ein Joghurtbecher mit einem kleinen Loch im Boden als Wasserablauf oder in Stücke geschnittene Papprollen, die in eine Schale gestellt werden, funktioniert für die Aussaat genauso gut.
  • Sobald sich zusätzlich zu den Keimblättern die ersten Laubblätter zeigen, wird pikiert.
  • Die jungen Kornblumen werden vorsichtig umgetopft in eigene kleine Töpfe.
  • Das Substrat besteht nach wie vor aus der nährstoffarmen Aussaaterde.
  • Die Folie kann jetzt vollständig entfernt werden.
  • Die Sämlinge leicht feucht halten und vor praller Sonne schützen.

Bis Mitte Mai haben die Centaurea cyanus ihren Anzuchttopf gut durchwurzelt und sind kräftig genug, um ins Beet, den Kübel oder Blumenkasten eingepflanzt zu werden.

Direktaussaat

Kornblumen BlütenNicht jeder Hobbygärtner hat in seinem Heim genügend Platz zur Verfügung, um die Kornblumen vorzuziehen. In diesem Fall bietet sich ab Mitte April die Direktaussaat an. Das bedeutet, dass die Samen dort ausgestreut werden, wo sie den Sommer verbringen werden.

  • Die Beeterde von sämtlichem Unkraut, Wurzeln und Steinen reinigen.
  • Mit einer Harke auflockern und dem Rechen glatt ziehen.
  • Die Samen der Kornblumen in Reihen oder breitwürfig ausbringen.
  • Anschließend mithilfe des Rechens dünn mit Erde bedecken (Lichtkeimer).
  • Mit einer leichten Wasserbrause besprühen, damit nichts davon geschwemmt wird.

Es ist ratsam, anschließend die Aussaat durch ein Vogelschutznetz zu bedecken, damit die Samen nicht gleich aufgepickt werden. Noch vorteilhafter ist die Direktaussaat im Schutz eines Frühbeetkastens, damit verspätete Bodenfröste den jungen Pflänzchen nichts anhaben können.

Sobald die Sämlinge einige Zentimeter hoch gewachsen sind und es zu eng wird im Beet, werden die schwächeren Exemplare aussortiert. Während dieser Phase jätet der geübte Hobbygärtner mindestens alle 1 bis 2 Tage das Unkraut, damit die jungen Kornblumen nicht überwuchert werden.

Standort und Pflanzen

Kornblumen bevorzugen ein sonniges, geschütztes Plätzchen im Garten. Mit einer halbschattigen Lage arrangieren sie sich ebenfalls bestens. An die Qualität der Pflanzerde stellen sie keine hohen Ansprüche; Hauptsache sie ist gut durchlässig und es bildet sich dort keine Staunässe, denn damit kommen die Sommerblumen überhaupt nicht zurecht.

Kornblumen, die im Haus vorgezogen wurden, wandern ab Mitte Mai ins Beet, in den Kübel oder den Blumenkasten. Die Vorbereitungsarbeiten der Pflanzerde gleichen denjenigen bei der Direktaussaat. Im Pflanzgefäß wird als Substrat herkömmliche Blumenerde auf Kompostbasis verwendet, der 1 Teil Sand beigemischt wird.

  • Noch im Topf werden die Kornblumen in ein Gefäß mit Wasser gestellt.
  • In der Zwischenzeit hebt der Gartenfreund das Pflanzloch aus.
  • Der Aushub wird mit ein wenig Kompost und Hornmehl angereichert.
  • Die Kornblume wird ausgetopft und im Beet eingepflanzt.
  • Nachdem die Erde festgetreten wurde, erhält die Blume noch eine Dosis Wasser.
  • Der Pflanzabstand beträgt – je nach Sorte – zwischen 30 cm und 45 cm.

Übrigens ergeben die Kornblumen ein schönes Bild, wenn sie in kleinen Tuffs mit 3 bis 5 Pflanzen zusammen stehen. Wem es nicht farbenfroh genug sein kann, mischt blaue, rosa, purpur, gelbe und lila Sorten bunt durcheinander.

Gießen und Düngen

In ihrer mediterranen Heimat werden Kornblumen mit Regenwasser nicht gerade üppig verwöhnt, sodass sie auch im heimischen Garten keine häufigen Wassergaben benötigen. Ab und zu eine Ration zusätzlicher Nährstoffe nehmen sie gerne an. Jedoch raten die Experten dazu, mit dem Düngen erst kurz vor der Blüte zu beginnen, weil andernfalls die Gefahr der Überdüngung zu groß ist.

  • Nur bei längerer Trockenheit gießen.
  • Im Pflanzgefäß wird regelmäßig gewässert.
  • Möglichst nicht über Blüten und Blätter plätschern.
  • Kornblumen im Beet erhalten alle 14 Tage guten Gartenkompost.
  • Im Blumenkasten oder Kübel gibt es wöchentlich verdünnten Flüssigdünger.

Werden verwelkte Blüten regelmäßig ausgeputzt, treibt die Kornblume verstärkt neue Blüten aus. Zudem wird die Blütezeit deutlich verlängert bis in den Oktober hinein.

Schneiden

Kornblumen eigenen sich ganz ausgezeichnet als Schnittblumen für die Vase. Insbesondere die höher wachsenden Sorten dekorieren das Heim mit ihren leuchtenden Farben, die einen zauberhaften Kontrast bilden zu den sattgrünen Blättern. Die beste Zeit, die Kornblumen zu schneiden ist der späte Vormittag, wenn der Morgentau verdunstet ist. Damit sich im Blumenwasser keine Fäulnis bildet, werden die Blätter an den Stellen vom Stängel entfernt, der im Wasser steht. Kommt noch eine kleine Prise Zucker ins Blumenwasser, verlängert dies die Verweildauer um mehrere Tage. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, das Wasser täglich zu erneuern, was ebenfalls zu einer längeren Blüte beiträgt und zudem den unangenehmen Geruch verhindert, den abgestandenes Blumenwasser gerne verbreitet.

Trocknen

KornblumeDie geschnittenen Centaurea cyanus zählen weiterhin zu den beliebtesten Trockenblumen, denn mit ihnen können anmutige Trockengestecke gebastelt werden. Werden lediglich die Blütenköpfe getrocknet, verzaubern sie den gedeckten Tisch in eine Festtafel mit ländlichem Charme.

  • Die gepflückten Kornblumen zu kleinen Sträußen locker zusammenbinden.
  • Kopfüber an einem luftigen, trockenen Ort aufhängen.
  • Nach 3 bis 4 Wochen beginnen sie zu rascheln, als Signal, dass sie getrocknet sind.
  • Sollen nur die Blüten getrocknet werden, eignen sich dazu die gerade geöffneten Knospen.

Wichtig zu beachten ist, dass die Kornblumen während des Trocknens nicht unter Sonneneinstrahlung geraten, weil sie dann entweder ausbleichen oder die weißen Blüten einen Gelbstich bekommen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Kornblume wird häufig von Spinnmilben befallen. Erscheinen auf den Unterseiten der Blätter weiße Gespinste, ist dies ein untrügliches Signal für eine Infektion. Vor allem an warmen Sommertagen treten sie zu Tausenden auf, wobei es vor allem die gefräßigen Larven sind, die den Blumen zusetzen.

  • Im frühen Befallsstadium helfen Insektizide auf Rapsöl-Basis.
  • Kübel werden für mehrere Tage luftdicht in Folie gepackt.
  • Als effektives Bekämpfungsmittel haben sich PP-Raubmilben erwiesen.
  • Ebenso sind Nematoden geeignet, um die Spinnmilben loszuwerden.

Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, gegen die Spinnmilben vorzugehen, auch wenn es bis dahin ’nur‘ die Kornblumen sind, die ihnen zum Opfer fallen. Die Plagegeister werden sich in Windeseile im gesamten Garten ausbreiten und auch vor wertvollen Stauden nicht Halt machen.

Wird für die Kornblume ein zu feuchter, dunkler Standort gewählt, ist sie anfällig für den Echten Mehltau. In diesem Fall erscheinen zunächst auf der Blattoberseite weißgraue Flecken, die später ebenso auf der Blattunterseite zu sehen sind.

  • Sämtliche befallenen Triebe abschneiden und im Hausmüll entsorgen.
  • Die Blumen mit Rainfarn-Sud oder Schachtelhalmtee wiederholt einsprühen.
  • Niemöl-haltige Präparate aus dem Fachhandel helfen ebenfalls bei der Bekämpfung.

Im nächsten Jahr sollte auf keinen Fall an dieser Stelle wieder eine Aussaat oder Anpflanzung von Kornblumen vorgenommen werden.

Schöne Sorten

Wilde Kornblume (Centaurea cyanus)

  • Wuchshöhe 40 cm bis 80 cm
  •  violettblaue Blüten von Juni bis September

Silber-Flockenblume (Centaurea bella)

  • Wuchshöhe 20 cm bis 30 cm
  •  silbergraues Laub mit rosa Blüten

Alpenkornblume (Centaurea montana)

  • Wuchshöhe 40 cm bis 70 cm
  • kornblumenblaue Blüten von Mai bis Juli

Riesen-Flockenblume (Centaurea macrocephala)

  • Wuchshöhe 100 cm bis 180 cm
  • gelbe Blüten von Juni bis September/Oktober

Kornblume ‚Rote Lola‘ (Centaurea cyanus ‚Rote Lola‘)

  • Wuchshöhe bis 80 cm
  • rote, gefüllte Blüten Mai bis August/September

Kornblume ‚Black Beauty‘ (Centaurea cyanus ‚Black Beauty‘)

  • Wuchshöhe bis 80 cm
  • schwarz gefüllte Blüten von Juni bis September

Weiße Kornblume (Centaurea cyanus ‚Snowman‘)

  • Wuchshöhe 70 cm bis 100 cm
  • reinweiße Blüten von Juni bis September

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der faszinierenden Vielfalt an Kornblumen-Sorten, die erfahrene Züchter bislang hervorbringen konnten.

Vermehren

Hat sich die Kornblume erst einmal im Garten etabliert, sät sie sich zuverlässig jedes Jahr aufs Neue aus. Entweder überwintern die Samen in der Erde, woraufhin sie dann recht früh im nächsten Frühjahr keimen. Es gibt hingegen auch einige wenige Sorten, die bereits im Herbst keimen und als winzige Keimlinge den Winter überstehen und pünktlich zum Frühlingsbeginn erblühen. Wer eigenhändig im Herbst die winzigen Samen erntet, bewahrt sie in einem trockenen, dunklen Gefäß auf, um sie im nächsten Frühjahr auszusäen. Allerdings ist bei dieser Methode keine sortenreine Vermehrung garantiert, weil es fraglich ist, welche Eigenschaften der Elternpflanzen sich in den Samen durchsetzen werden.

Im Übrigen ist im Verlauf des Sommers die Vermehrung durch Teilung bei Kornblumen problemlos durchführbar. Hierzu wird die Mutterpflanze ausgegraben, mit dem Messer in mehrere Teile zerschnitten, die über mindestens zwei Knospen verfügen, um dann am neuen Standort wieder eingepflanzt zu werden. Abschließend wird noch reichlich angegossen und ein wenig Kompost verabreicht.

Andere Methoden der Vermehrung, wie Stecklinge oder Absenker sind viel zu aufwändig angesichts der kinderleichten Aussaat im Frühjahr.

Fazit

Die Kornblume ist für viele Hobbygärtner mit schönen Kindheitserinnerungen verbunden. War sie doch ein treuer Begleiter durch den Sommer am Rand der Getreidefelder neben rotem Klatschmohn und weißer Kamille. Wie gut dass sie nun – nach einigen Jahren der Abwesenheit – zurückkehrt in die Natur. Daher sollte sie auch einen Stammplatz erhalten im liebevoll gepflegten Ziergarten, mag er auch noch so klein sein. Die fröhlich bunten Blütenköpfe bringen auf jeden Fall gute Laune in die Hobbygärtnerei.