Hibiskus

Hibiskus als Topf- oder Kübelpflanze ist sehr beliebt. Die Pflanzen überzeugen durch ihre großen farbigen Blüten, die meist in großer Zahl auftreten. Die Pflege ist relativ einfach, wenn ein passendes Überwinterungsquartier zur Verfügung gestellt werden kann. Zwar kann man die Gewächse auch im warmen Wohnzimmer überwintern, aber ideal ist das nicht. Meist fallen schnell die ersten Blätter und häufig stellen sich kurz danach erste Schädlinge ein. Was man bei der Überwinterung von Hibiskus bedenken sollte und worauf geachtet werden muss, lesen Sie im folgenden Text. Informieren Sie sich!

Kurzer Steckbrief zum Hibiskus

  • Zimmerpflanze, nicht zu verwechseln mit Gartenhibiskus
  • Wird auch Roseneibisch, Eibisch oder Chinesischer Roseneibisch genannt
  • Hawaiianische Nationalblume
  • Dauerblüher mit zahlreichen Blüten
  • Malvengewächs
  • Stammt vermutlich aus Südostasien
  • Immergrün
  • Trichterförmige, große Blüten
  • Farben – Rot, Orange, Weiß, Pink oder Rosa und zahlreiche mehrfarbige Sorten
  • Tolle mehrfarbige Sorten: ’C’est bon’, ’The Path’, ’Persian Rug’, ’Easy Magic’, ’Key Largo’ und ’Antique Treasure’
  • Blütendurchmesser zwischen 6 und 12 cm

Kurzer Zusammenfassung der Pflegemaßnahmen beim Hibiskus

  • Standort – Hell, im Sommer gern im Freien und dann in der Sonne, Knallige Mittagssonne und große Hitze meiden, Langsam an die Sonne gewöhnen, sonst droht Sonnenbrand
  • Pflanzsubstrat – Mischung aus Lehm, Kompost und Sand
  • Pflanzen – Im Frühjahr umtopfen, Wegen reichlichem Wachstum muss fast jährlich in ein nur etwas größeres Gefäß gepflanzt werden, Gefäß nicht zu groß wählen, sonst werden Wurzeln satt Blüten gebildet
  • Gießen – Regelmäßig gießen, Besonders im Sommer benötigt der Hibiskus reichlich Wasser, Keine stehende Nässe, Oberste Erdschicht immer erst abtrocknen lassen
  • Düngen – Während der Wachstumsperiode von Frühjahr bis August wöchentlich, Handelsüblicher Blühpflanzendünger ist ausreichend, Günstig ist phosphatarmer Dünger
  • Schneiden – Hibiskus blüht am einjährigen Holz, kann also gut geschnitten werden, Radikaler Schnitt im Frühjahr, vor Austriebsbeginn, bis auf etwa 15 cm einkürzen, Gelegentlich auslichten, wenn die Krone zu dicht wird, Ohne Schnitt kaum Blüten
  • Vermehren – Stecklinge: Gleich beim Schnitt im Frühjahr allfallende Triebe verwenden
  • Krankheiten und Schädlinge – Blattläuse, Spinnmilben, Blattfleckenpilz, Chlorose, Gelbfleckigkeit

Die Überwinterung des Hibiskus

Die Überwinterung des Hibiskus ist im Prinzip recht einfach. Die Pflanzen benötigen reichlich Licht. Sie sollten nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt stehen. Beim Gießen ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Auf jedem Fall benötigen die Gewächse nicht so viel Wasser wie in der Wachstumsperiode, dürfen aber auch nicht austrocknen. Die Wassermenge richtet sich nach der Raumtemperatur und der vorhandenen Blattmenge. Gedüngt wird wenig. Wichtig ist, regelmäßig auf Schädlingsbefall zu kontrollieren!

Vorbereitung
HibiskusblüteHibiskus verträgt keinen Frost, sollte also beizeiten eingestellt werden. Schon wenn die Nachttemperaturen unter 12 °C fallen, sollte das Gefäß samt Pflanze an einen wärmeren Platz gestellt werden. Da die Gewächse rasch wachsen und manchmal im Sommer recht groß und sperrig werden, ist es meist notwendig, dass man sie vor dem Einräumen leicht einkürzt, ganz einfach, damit die Pflanzen nicht so viel Platz benötigen.

  • Nicht zu lange im Freien lassen
  • schon bei Nachttemperaturen unter 12 °c einräumen
  • Bei Platzproblemen Pflanze etwas zurückschneiden
  • Nicht zu warm stellen

Licht
Hibiskuspflanzen benötigen viel Licht. Sie zählen zu den Tropenpflanzen und sollten mindestens 12 Stunden Licht haben, auch im Winter. In Mitteleuropa ist das mit natürlichem Licht leider nicht möglich. Hier kann eine Zusatzbeleuchtung gute Dienste leisten, obwohl viele der Pflanzen auch ohne auskommen.

  • 2.000xLux sind in der Regel ausreichend
  • 3.000 Lux sind Spitzenwerte
  • Geeignet sind Metall-Halogen-Dampflampen oder Hochdruck-Natrium-Dampflampen. Beide kommen meist im Erwerbs-Anbau zum Einsatz.

Tipp
Für den Hausgebrauch sind Leuchtstoffröhren ausreichend. Sie sollten eine Lichtfarbe von 830 bzw. 840 haben. Auch Hochdruckentladungslampen sind geeignet. Zwar haben Leuchtstoffröhren weniger Lichtstärke, allerdings besitzen sie ein sonnenähnliches Lichtspektrum mit einem hohen Blauanteil. Der Abstand zu den Pflanzen sollte 50 bis 100 cm betragen.

  • Ohne Zusatzbeleuchtung stehen die Pflanzen am besten nah am Fenster
  • Gegen knallige Mittagssonne schützt eine leichte Gardine.
  • Kleine Pflanzen können auf dem Fensterbrett platziert werden.
  • Am besten werden die Hibisken immer wieder gedreht, damit sie nicht einseitig zum Licht wachsen.

Temperatur
hibiskus 03Das warme Wohnzimmer ist nicht ideal für die Überwinterung von Hibiskus. Wer aber anders keinen Platz hat, kann es versuchen. Was fast immer passiert ist, dass die Blätter oder zumindest ein großer Teil der Blätter abfallen. Das sieht zwar nicht schön aus, ist aber in der Regel nicht tragisch. Im Frühjahr, oft schon früher, treibt die Pflanze wieder aus.

  • Mindesttemperaturen 15°C
  • Temperaturen unter 10°c sind schlecht
  • Kurzzeitig ist das weniger ein Problem, aber langfristig funktioniert die Überwinterung so nicht.
  • Immer fußwarmer Platz

Tipp
Wichtig ist, das Quartier regelmäßig zu lüften. Das sorgt für eine gleichbleibende Luftfeuchte. Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, droht Schädlingsbefall. Alternativ kann die Pflanze auch mit Wasser besprüht werden. Die Luftfeuchtigkeit darf keinesfalls zu niedrig sein. Schnell machen sich Spinnmilben breit und die sind schwer zu bekämpfen und können ziemliche Schäden anrichten.

Gießen
Zum Gießen wird etwas Fingerspitzengefühl benötigt. Die Pflanze darf keinesfalls zu nass stehen, sollte aber auch nicht austrocknen. Es gilt, die goldene Mitte zu finden. Grundsätzlich gilt: Je kühler der Raum, umso weniger Wasser wird benötigt.

  • Deutlich weniger gießen, als die übrige Zeit des Jahres
  • Keinesfalls zu nass halten
  • Die Erde sollte gut abtrocknen, bevor erneut gegossen wird
  • Ab April wieder mehr gießen

Tipp
Am Gewicht der Pflanze lässt sich gut feststellen, ob noch reichlich Wasser vorhanden ist. Einfach zwei starke Triebe aussuchen und die Pflanze daran hochheben. Das Gewicht des Gefäßes abziehen (nur bei schweren Gefäßen, nicht bei Kunststoff) und so hat mal schnell raus, ob die Pflanze zu schwer ist und noch genug Wasser hat oder ob sie leicht ist und gegossen werden muss.

Düngen
hibiskus 02Viele Hibiskusliebhaber düngen ihre Pflanzen im Winter gar nicht. Die Pflanzen gehören aber zu den Starkzehrern und sollten schon ein paar zusätzliche Nährstoffe bekommen, allerdings seltener und in schwächerer Konzentration, so sagen es zumindest die Fachleute.

  • Alle drei bis vier Wochen mit maximal 0,5 Gramm pro Liter Gießwasser düngen
  • Zum Vergleich, in der Hauptwachstumszeit 2 Gramm pro Liter und in der Übergangszeit 1 Gramm.

Tipp
Pflanzen, die nicht gesund wirken, besser nicht düngen, sie müssen erst einmal mit sich selbst klar kommen. Eine Ruhepause schadet dem Hibiskus nicht. Manche Pflanzenfreunde schwören geradezu darauf, dass eine solche Phase durchlaufen wird. Dann würden die Pflanzen besonders viele Blüten hervorbringen. Das kann man nur durch Ausprobieren herausfinden.

Schädlinge
Schädlinge treten vor allem bei warmer Überwinterung auf. Zuerst erscheinen Blattläuse. Das dauert nach dem Einstellen gar nicht lange. Später gesellen sich gern Spinnmilben dazu, welche gefährlicher sind, weil sie sich nicht wie Blattläuse einfach abspülen lassen.

Vorbeugen ist hier besser als heilen. Dazu zählt das Halten einer hohen Luftfeuchte, indem die Pflanzen häufig eingenebelt oder abgeduscht werden, allerdings am besten mit kalkarmen Wasser. Sollte dennoch eine Pflanze befallen werden, muss sie sofort isoliert werden, sonst werden auch die anderen Gewächse bedroht.

  • Blattläuse – sitzen meist an den jungen Trieben und den ungeöffneten Blüten. Der Honigtau, die Ausscheidungen der Tiere, wird häufig von Pilzen befallen. Die Insekten können gut mit einem scharfen Wasserstrahl abgespült werden. Das kann je nach Größe der Pflanze in der Badewanne oder Dusche geschehen. Notfalls kann man die Pflanze an einem frostfreien Tag auch kurz ins Freiland stellen, abduschen und wieder einräumen. Der Vorgang muss meist wiederholt werden. Alternativ kann der ganze Strauch mit Seifenlauge tropfnass eingesprüht werden. Chemische Mittel sollten nur im Notfall eingesetzt werden.
  • Spinnmilben – können gut erkannt werden, wenn die Triebe, hauptsächlich die Triebspitzen mit einem feinen Wassernebel überzogen werden. Es zeigen sich die Gespinste, an denen die Wassertropfen hängen bleiben. Spinnmilben sind nicht leicht zu bekämpfen. Zuerst sollte die Luftfeuchte erhöht werden, denn dass mögen die Schädlinge nicht. Wer einen geeigneten Raum zur Verfügung hat, sollte Raubmilben einsetzen, die leisten richtig gute Arbeit. Für die Wohnung sind diese Tierchen aber nicht geeignet, denn sie können auch auf Mensch und Tier leben. Auch hier hilft abspülen oder Abwischen, reicht aber fast nie aus. Hier ist meist nicht ohne chemische Mittel auszukommen.
  • Rote Spinne – diese Schädlinge unterscheiden sich kaum von Spinnmilben und sind auf die gleiche Art und Weise zu bekämpfen.
  • Weiße Fliege – zählen zu den Läusen und sitzen in der Regel an den Blattunterseiten und fliegen bei Berührung blitzschnell auf. Es sieht aus, als springen sie weg von der Pflanze. Bei diesen Schädlingen helfen Gelbsticker, an denen die Tierchen kleben bleiben. Insektizidstäbchen können auch helfen, sollten aber erst verwendet werden, wenn die Sticker nichts mehr bringen. Die Larven werden mit systemisch wirkenden Mitteln bekämpft. Diese werden von den Pflanzen aufgenommen. Wenn die Schädlinge den Pflanzensaft saugen, nehmen sie die Gifte auf und sterben. Systemische Mittel wirken auch gegen Spinnmilben und die Rote Spinne.

hibiskus collageHäufige Fragen

Der Hibiskus verliert im Winterquartier eine Menge Blätter. Woran kann das liegen?

Häufig ist das gleich nach dem Einstellen der Fall und liegt an der Umstellung, den veränderten Lichtverhältnissen, einfach dem fehlenden Licht und der Temperaturumstellung. Treffen diese Gründe zu, ist das meist nicht weiter schlimm, denn der Hibiskus treibt danach zuverlässig wieder aus. Sind dagegen Krankheiten oder Schädlinge am Abwurf Schuld, ist das schwerwiegender. Oft ist es Wurzelfäule, die in den meisten Fällen durch zu viel Wasser entsteht. Es kommt darauf an, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Bei leichtem Befall können betroffene Wurzelpartien noch weggeschnitten werden. Ist dagegen schon der Großteil der Wurzel betroffen, ist meist nichts mehr zu machen.
Wichtig beim Blattabwurf ist, dass zwar die Blätter fallen, aber die Blüten am Strauch bleiben. Dann hat er sich zugunsten der Blüten für den Abwurf der Blätter entschieden, weil für beides die Kraft nicht reicht.

Worauf deuten gelbe Blätter bei der Überwinterung hin?

Gelbe Blätter mit deutlich sichtbarer, grüner Aderung deuten auf eine Chlorose hin. Schuld ist in der Regel ein Nährstoffmangel, meist Magnesium und Eisen. Allerdings kann es auch an einem zu dunklen Standort liegen. Einzelne gelbe Blätter, die dann abfallen, können einfach auch alt sein. Es ist Zeit, dass sie Platz für frischen Austrieb machen. Das ist normal.

Bei gelben Flecken auf den Blättern ist Vorsicht geboten. Das kann die Gelbfleckenkrankheit sein, eine Viruserkrankung. Dieser kann auch andere Pflanzen befallen. Der Hibiskus muss isoliert werden. Die Blätter sind zu entfernen und im Hausmüll zu entsorgen.

Harmlos ist, wenn ein Standortwechsel zu gelben Blättern führt. Das ist fast normal und nicht gefährlich.