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Goldulme, Ulmus carpinifolia Wredei – Pflege und Schneiden

Goldulme

Die Goldulme ist ein hoher baumartiger Strauch oder kleiner Baum aus der Gattung der Ulmen. Sie zeichnet sich durch einen aufrechten Wuchs und eine schmale, säulen- bis trichterförmige Krone aus. Die Ulmus carpinifolia ‚Wredei‘ kann bis zu 10 m hoch und 5 m breit werden, wobei sie mit 20-40 cm pro Jahr relativ langsam wächst. Die Äste der anspruchslosen Goldulme wachsen straff aufrecht und dicht verzweigt. Der Hauptzierwert der Goldulme liegt einzig und allein in ihrer goldgelben Belaubung. Die Blätter treiben leuchtend gelb aus und ändern ihre Farbe später in Gelb bis Gelbgrün. An schattigen Standorten ist die Blattfärbung weniger intensiv. Aufgrund seiner relativ geringen Größe eignet sich die Goldulme auch für kleinere Gärten, vor allem in Einzelstellung, beispielsweise auch als guter Hausbaum. Sie kann auch in Gruppen von 2-3 Stück gepflanzt werden, kommt aber wegen ihres auffälligen Laubes in Einzelstellung am besten zur Geltung.

Goldulme pflanzen

Die beste Pflanzzeit für Ulmus carpinifolia Wredei ist der frühe Herbst oder das Frühjahr. Auf jeden Fall sollte es frostfrei sein, damit das Gehölz noch ausreichend Zeit hat, vor den ersten Frösten gut im Boden zu verwurzeln. Ist der optimale Standort gefunden, kann gepflanzt werden.

Vor dem Einpflanzen ist es ratsam, die Pflanze in einen Eimer mit Wasser zu stellen, sodass sich der Wurzelballen gut mit Wasser vollsaugen kann, das erleichtert der Pflanze das Anwachsen. Am besten lässt man sie so lange im Wasser stehen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. In der Zwischenzeit sollte der Boden im Pflanzbereich gründlich aufgelockert werden, auch das fördert ein schnelles Anwachsen. Nun wird ein entsprechend großes Pflanzloch ausgehoben, das ungefähr doppelt so tief und breit sein sollte wie der Wurzelballen der Pflanze.

GoldulmeDamit die Pflanze in der Anwachsphase ausreichend Nährstoffe bekommt, empfiehlt es sich, zunächst Kompost oder handelsübliche Pflanzerde ins Pflanzloch zu geben. Danach kann die Pflanze eingesetzt und das Pflanzloch mit Erde aufgefüllt werden. Anschließend wird die Erde gut angedrückt und das Ganze reichlich gewässert. Auch in den darauf folgenden Wochen sollte die Goldulmenoch regelmäßig gegossen werden.

Standort und Boden

Die Wärme liebende Goldulme ‚Ulmus carpinifolia Wredei‘ bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Allerdings kann zu intensive Sonneneinstrahlung die Blätter der Goldulme verbrennen. Der Boden sollte möglichst durchlässig, humos, nährstoff- und basenreich, lehmig und vor allem kalkhaltig sein und möglichst nie ganz austrocknen. Zu lehmige Böden können durch das Untermischen von Kies oder Sand verbessert werden. In der Regel gedeiht die Goldulme aber in jedem herkömmlichen Gartenboden.

Gießen und Düngen

  • Bei Trockenheit sollte dieses Gehölz regelmäßig gegossen werden.
  • Das Gleiche trifft für die ersten Wochen nach der Pflanzung zu.
  • Später kommt die Goldulme sehr gut allein zurecht.
  • Um den Boden vor zu starker Austrocknung zu schützen, ist es ratsam, ihn zu mulchen.
  • Düngen kann man die Goldulme im Frühjahr mit einem handelsüblichen Volldünger.
  • Besonders gut eignet sich Kompost, der bekommt der Goldulme am besten.

Schnitt

Ulmus carpinifolia WredeiEin Rückschnitt ist bei der Goldulme zwar nicht unbedingt notwendig, trotz allem ist sie aber sehr schnittverträglich. In der Regel wird sie nur in Form geschnitten oder ausgelichtet, wobei sie auch einen kräftigen Rückschnitt vertragen würde. Der beste Zeitpunkt für einen Schnitt ist von November bis ins zeitige Frühjahr etwa Februar/März, vor dem Neuaustrieb. Allerdings sollte der Schnitt nur an frostfreien Tagen vorgenommen werden.

Trockene Äste an der Goldulme können unter Umständen auf eine Erkrankung hinweisen. Diese kann sich nach deren Entfernen in anderen Ästen fortsetzen, wie beispielsweise beim Ulmensterben. Demzufolge ist es wichtig, vor einem Schnitt ausschließen zu können, dass eine Erkrankung vorliegt.

Ist das nicht der Fall, kann man die Goldulme an frostfreien Tagen in die gewünschte Form schneiden bzw. zu dicht stehende Triebe, die beispielsweise in die Krone hinein gewachsen sind, entfernen und so die Krone auslichten.

Bei der Goldulme kommt es häufig vor, dass ihre Wurzeln Ausläufer ausbilden. Das zeigt sich mitunter am zahlreichen Trieben, die unweit des Stammes erscheinen. Durch einen Schnitt kann die Bildung solcher Ausläufer noch verstärkt werden.

Wurzeltriebe eindämmen

Die Eigenschaft der Goldulme ‚Ulmus carpinifolia Wredei‘ vermehrt Ausläufer zu bilden, kann unter Umständen zu einem erheblichen Problem werden, vor allem dann, wenn die Ausläufer bzw. Triebe in Beeten oder im schön gepflegten Rasen erscheinen.

Dazu sollte man vielleicht wissen, dass sich in der Wurzel das Herz der Pflanze befindet. Die oberirdischen Pflanzenteile sind eigentlich nur Zierrat. Wenn man einen Baum, der zu Ausläuferbildung neigt dann verschneidet, kompensiert sie das sozusagen in der verstärkten Bildung von Ausläufern.

Um der Ausläuferbildung einigermaßen Herr zu werden, reicht es nicht aus, die Wurzeltriebe nur mit einem Spaten abzustechen, sondern die Ausläufer müssen ausgegraben werden. Dazu muss man die Wurzelausläufer bis zum Baum zurückverfolgen und sie dann ausgraben. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass die Hauptwurzel nicht beschädigt wird, denn auch das würde die Pflanze zu einer erneuten Ausläuferbildung anregen.

GoldulmeNachdem man die Wurzelausläufer ausgegraben hat, kann man gegebenenfalls noch nachträglich eine sogenannte Wurzelsperre einbringen, die die Ausläufer zumindest für eine gewisse Zeit im Zaum halten kann. Das ist allerdings sehr aufwendig. Zunächst muss der Boden im Wurzelbereich mindestens 1 m tief ausgehoben werden, ohne natürlich die Hauptwurzel dabei zu verletzen. Dann wird eine handelsübliche Wurzelsperre (spezielle Folie) einen Meter tief um den Wurzelbereich herum angebracht und das Erdreich wieder aufgefüllt.

Vermehrung

Die Goldulme lässt sich in der Regel nur durch Veredlung vermehren, was allerdings sehr schwierig ist und einiges an gärtnerischen Kenntnissen voraussetzt. Demzufolge sollte man diese Form der Vermehrung der Goldulme lieber den Experten überlassen.

Wer dieses Ziergehölz trotz allem selbst vermehren möchte, kann auch versuchen, es über Wurzelausläufer bzw. die daraus resultierenden Triebe, die die Goldulme häufig in der Umgebung des Stammes bildet, zu vermehren. Das funktioniert zwar nicht immer aber einen Versuch ist es sicher wert. Dazu gräbt man einen oder mehrere Triebe, die über ausreichend Wurzeln verfügen sollten, aus und pflanzt sie an der entsprechenden Stelle wieder ein.

Krankheiten

Ulmensterben
Die Goldulme ist eine Kreuzung aus Berg- und Feldulme und aufgrund dessen wenig anfällig für das Ulmensterben. Diese Krankheit wird durch den Pilz Ophiostoma ulmi verursacht und durch den Ulmensplintkäfer, in dessen Fraßgängen sich der Pilz ausbreiten kann, übertragen. Auch wenn die Goldulme nicht so häufig von dieser Krankheit betroffen ist, kann sie trotz allem von ihr befallen werden.

Symptome:

  • plötzliches Welken der Krone
  • in seltenen Fällen ist auch die komplette Krone betroffen
  • Blätter befallener Pflanzen färben sich gelb, teilweise auch braun, rollen sich ein und vertrocknen
  • Blätter bleiben meist hängen
    • für diese Erkrankung typisch dürre und hängende Zweigspitzen, an denen die vertrockneten Blätter sitzen, die man auch als ‚Fähnchen‘ bezeichnet
  • Charakteristisch ist auch die Bildung von Wasserreisern
    • das sind kräftige, senkrecht wachsende Triebe, die aus dem Stamm aber auch aus älteren Ästen treiben können.

UlmensterbenDas Ulmensterben kann auch schleichend verlaufen. Dann setzt der Blattfall relativ frühzeitig ein und die Belaubung ist spärlich.

Eine Infektion erfolgt häufig von Mai bis Oktober. Kommt es im Mai zu einer Infektion, sind bereits im Juni die ersten Symptome erkennbar. Erfolgt die Infektion erst später im Juli, bricht die Krankheit häufig erst im darauf folgenden Jahr aus. Die Sporen des Pilzes können durch Wurzelverwachsungen auch auf andere Bäume übergehen und so die Krankheit übertragen.

Das Ulmensterben bedeutet meist das Ende für den betroffenen Baum. Er stirbt letztendlich aufgrund von Wassermangel ab, da der Transport des Wassers in den Gefäßen nicht mehr möglich ist. Um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, sollte man die abgestorbene Goldulme bis spätestens April fällen, danach die Rinde entfernen und die Käfer vernichten. In warmen Sommern, etwa Anfang Juli, muss das Ganze nochmals wiederholt werden, um auch die nächste Generation der Käfer zu beseitigen.

Schädlinge

Gallmilbe
Ein Befall durch die Gallmilbe ist meist an Deformierungen, sogenannten Pockengallen auf den Blättern, zu erkennen. In der Regel stellt sie aber keine Gefahr für diese Pflanze dar und ist mit entsprechenden auf Rapsöl oder Paraffin basierenden Spritzmitteln aus dem Fachhandel relativ leicht und wirkungsvoll zu bekämpfen.

Ulmen-Gallenblattlaus
Ein weiterer Schädling, der die Goldulme befallen kann, ist die Ulmen-Gallenblattlaus. Sie lebt in der Regel den Sommer über auf anderen Bäumen und nutzt die Ulme zur Überwinterung. Zur Bekämpfung eignen sich auch hier auf paraffin- und rapsölbasierende Spritzmittel aus dem Handel.

Wühlmäuse
WühlmausWühlmäuse können die Wurzeln der Goldulme schädigen. Stellt die Pflanze das Wachstum ein oder sieht sie eher kränklich aus, kann das auf Schäden hindeuten, die durch Wühlmäuse verursacht wurden. Um die Pflanze von Anfang an vor diesem Schädling zu schützen, bietet sich ein feinmaschiges Drahtgeflecht bzw. Metallgitter an, dass man bereits bei der Pflanzung weitläufig um den Wurzelbereich ins Erdreich einbringt. Steht der Baum bereits, bleibt in der Regel nur der Griff zu handelsüblichen Fallen oder Giftködern gegen diese lästigen Nager.

Fazit
Die Goldulme ist dank ihrer Blattfärbung und ihrer relativ geringen Größe ein beliebtes Gehölz, auch für den kleinen Garten. Sie ist relativ robust und gegenüber der gefürchteten Ulmenkrankheit relativ widerstandsfähig. Allerdings können ihre zahlreichen Ausläufer, die mitunter auch in Beeten oder in Rasenflächen zum Vorschein kommen, zu einem Problem werden, welches nur mit relativ großem Aufwand zu beherrschen ist.