Goldfruchtpalme

Zu einer der beliebtesten Zimmerpflanzen gehört die Goldfruchtpalme. Sie bringt mit ihren fiedrigen immergrünen Blättern einen Hauch exotischen Flairs ins Wohnzimmer. Die Palme wächst zwar relativ langsam, kann bei guter Pflege aber sehr alt und damit auch sehr groß werden. Dann ist sie mit ihren ausladenden Wedeln besser in einem Wintergarten aufgehoben. Während der Sommermonate macht sie sich auf dem Balkon oder der Terrasse ausgesprochen gut. Etwas heikel ist die Chrysalidocarpus lutescens, so lautet ihr botanischer Name, allerdings im Winter. Was Sie tun können, damit Sie lange Freude an Ihrer Goldfruchtpalme haben, lesen Sie hier.

Vorkommen

Die Goldfruchtpalme ist ein Endemit. Das sind Pflanzen, die nur in einem abgegrenzten Gebiet heimisch sind und sonst nirgendwo vorkommen. Die Heimat der Palme liegt in Ost-Madagaskar, wo sie über zehn Meter hoch wird und die Blätter Ausmaße von zwei Metern annehmen können. Dort bilden sie gelbe Blüten und eiförmige, etwa drei Zentimeter große Früchte in den Farben Gelb-Orange, Purpur oder Schwarz. In Madagaskar gilt die Goldfruchtpalme wegen der fortschreitenden Landwirtschaft als nahezu ausgestorben. Bei uns wird sie als Zimmerpflanze gehalten und erreicht trotz hohen Alters nicht annähernd ihre ursprüngliche Größe. Auch Blüten und Früchte sieht man lediglich in botanischen Gärten.

Standort

In Madagaskar wächst die Goldfruchtpalme an den sandigen Ufern von Flussläufen oder in den Lichtungen der feuchten Waldgebiete. Sie verträgt die unterschiedlichsten Bodentypen, solange diese gut durchlässig für Wasser sind. Sowohl in der Sonne wie auch im Halbschatten fühlt sie sich sehr wohl. Steht sie allerdings im Inneren des Hauses, sollte sie nicht direkt vor das Fenster gestellt werden.

  • Lichtbedarf: sehr hoch
  • Keine direkte Sonneneinstrahlung (Südfenster, Südwestfenster).
  • Besser sind Ostfenster oder nordwestliche Lagen.
  • Boden: sandig
  • Drainage notwendig.
  • Wasserbedarf: hoch
  • Temperaturen: 18-22 Grad
  • Niemals auf unter 13 Grad abkühlen lassen.
  • Benötigt hohe Luftfeuchtigkeit.

Steht die Pflanze im hinteren Bereich eines Zimmers, sollte mithilfe einer Pflanzenleuchte für mehr Licht gesorgt werden.

Pflege

Die Palme verträgt sehr viel Feuchtigkeit. Auch gelegentliche Tauchbäder des Topfes tun ihr gut. Ihre Vorliebe für hohe Feuchtigkeit macht sie auch zu einer idealen Pflanze für Hydrokulturen. Sehr kalkhaltiges Wasser mag die Pflanze nicht, deshalb sollte sie mit Regenwasser oder vorher entkalktem Trinkwasser gegossen werden. Als Zimmerpflanze neigt sie dazu, Staub anzusetzen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie hiervon zu befreien.

  • Sehr große Pflanzen: Blätter mit einem feuchten Tuch abwischen.
  • Kleinere (handliche) Pflanzen: Mit der Brause abduschen oder bei Regenwetter an warmen Tagen ins Freie stellen.

Auf zu starke Sonneneinstrahlung reagiert die Goldfruchtpalme mit gelben Blättern. Dieser Vorgang ist irreversibel, daher muss der Wedel abgeschnitten werden. Im Sommer darf sie gerne ins Freiland gestellt werden. Dort aber auch an einen geschützten Standort, an dem sie weder direkt der Sonne, noch kalten Nächten ausgesetzt ist.

Pflege im Winter

Im Winter leidet die Palme stark unter der geringen Luftfeuchtigkeit, die sich schnell in der Heizperiode einstellt. Ist sie neben einem Heizkörper positioniert, muss sie unbedingt an einen anderen Ort umgestellt werden. Am besten eignen sich Zimmer, die zwar hell sind, die Temperaturen aber etwas niedriger. Pflanzen, die im Wohnzimmer zuhause sind, können möglicherweise im Schlafzimmer ihr Winterquartier finden. Wer einen Wintergarten hat, muss in der Regel nichts befürchten. Die Wintertemperaturen sollten zwischen 16 und 18 Grad liegen, gegossen wird in dieser Ruhezeit etwas sparsamer. Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sind verschiedene Maßnahmen möglich:

  • Häufiges Besprühen der Palme mit kalkarmem Wasser.
  • Aufstellen eines Luftbefeuchters.
  • Schalen oder Töpfe mit Wasser auf die Heizung stellen.

Je höher die Luftfeuchtigkeit ist, umso wohler fühlt sich die Palme und umso weniger anfällig ist sie für Schädlinge. Denn nur geschwächte Pflanzen werden von Schädlingen heimgesucht.

Gießen

Goldfruchtpalme im TopfDie Goldfruchtpalme benötigt sehr viel Wasser. Gegossen wird so oft, dass der Erdballen stets leicht feucht ist. Der Pflanztopf sollte immer auf einem Untersetzer stehen, in den überschüssiges Wasser ablaufen kann. Dies muss allerdings dann aus dem Untersetzer entfernt werden. Prinzipiell gilt: Je höher die Temperaturen, umso mehr muss gegossen werden.

Düngen

Damit die Palmen gut gedeihen können, benötigen sie etwa im zweiwöchigen Rhythmus während des Frühjahres und Sommers ein wenig Flüssigdünger im Gießwasser. Es ist auch spezieller Palmendünger im Fachhandel erhältlich.

Das richtige Gießwasser

Wasser ist für Pflanzen die Lebensgrundlage. Einmal abgesehen davon, dass auch Pflanzen zu einem sehr großen Teil aus Wasser bestehen und dies permanent durch die Blätter verdunsten, dient das Gießwasser auch als Lösungsmittel für Nährstoffe. Gegossen werden kann mit ganz normalem Leitungswasser. Dies sollte aber unbedingt vor dem Gießen ein paar Stunden abstehen – alleine schon deswegen, damit es Zimmertemperatur annehmen kann, denn eiskaltes Wasser mag keine Pflanze. Am besten eignet sich temperiertes Regenwasser. Wichtig ist auch der pH-Wert des Wassers. Die meisten Pflanzen gedeihen am besten in einem Substrat, das leicht sauer ist – also einen pH-Wert zwischen 5,5-6,5 hat. Gießt man ständig mit sehr kalkhaltigem Wasser, so steigt nach einiger Zeit auch der pH-Wert im Boden. Wenn der pH-Wert des Substrats zu hoch geworden ist, können bestimmte Nährstoffe, vor allem Eisen, nicht mehr von der Pflanze aufgenommen werden. Es nützt nichts, Eisen durch einen Dünger zuzufügen, auch dies wird durch den hohen pH-Wert in eine unlösliche Verbindung überführt, welche die Pflanze nicht aufnehmen kann. Eine einfache Möglichkeit, den pH-Wert im Substrat wieder zu normalisieren ist Umtopfen. Alle anderen Methoden sind etwas heikel und nicht unbedingt vom Laien durchzuführen.

Wer also sehr hartes Wasser zu Hause hat, sollte dies vor dem Gießen aufbereiten. Das geht ganz einfach und benötigt weder Fachkenntnisse noch aufwendige Messgeräte:

  • Ein wenig Torf wird in einen kleinen Stoffbeutel gegeben.
  • Menge: etwa ein halber Liter Torf auf fünf Liter Gießwasser.
  • Mindestens einen Tag stehen lassen.
  • Der Torf kann nur einmal verwendet werden.
  • Er reagiert leicht sauer mit dem Wasser und senkt somit den pH-Wert.
  • Eine Überdosierung ist nicht so einfach möglich.

Wem das zu umständlich ist, der kann auch mit dem harten Wasser gießen, sollte seine Pflanze dann aber jedes Jahr umtopfen.

Umtopfen

Jungpflanzen entwickeln permanent sehr viele neue Wurzeln, deshalb sollten sie jährlich in einen etwas größeren Topf umgepflanzt werden. Bei älteren Pflanzen reicht es aus, wenn sie alle drei bis vier Jahre umgetopft werden. Bestes Anzeichen dafür, dass der Topf für die Palme zu klein geworden ist: Die Wurzeln wachsen unten durch das Loch im Topf. Jetzt ist es dringend Zeit, dass die Pflanze einen größeren Topf und frische Erde bekommt.

  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf entfernen.
  • Die oberste Erdschicht entfernen (hier finden sich häufig Salzabscheidungen)
  • Ältere Pflanzen: Unbedingt hohen und stabilen Topf aussuchen.
  • Im unteren Bereich Drainageschicht aus Blähton anlegen.
  • Erde: Komposthaltige Allzweckerde mit Sand mischen.
  • Palme vorsichtig einsetzen.
  • Wurzeln dürfen nicht beschädigt werden.
  • Topf mit Erde auffüllen.
  • Erde gut andrücken, es dürfen keine Lücken im unteren Bereich entstehen.
  • Zunächst etwas weniger gießen.

Schneiden

Trockene oder abgestorbene Triebe werden bis kurz vor dem Blattansatz abgeschnitten. Erste Anzeichen für eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit zeigen sich in braunen Blattspitzen. Diese können mit einer sauberen Schere problemlos abgeschnitten werden. Dabei sollte aber nicht bis ins gesunde Grün des Blattes geschnitten werden.

Palmen und Samen kaufen

Die meisten Gärtnereien führen eine Vielzahl von Palmengewächsen. Häufig ist die Qualität hier deutlich höher als bei billiger Containerware, die gerade in den Wintermonaten beim Transport kühle Temperaturen abbekommen haben oder auch an Wassermangel litten. Wer sich eine Goldfruchtpalme kauft, sollte bedenken, dass die Pflanze sehr große, überhängende Blätter hat, die Platz benötigen. Auch die Auswahl an Palmensamen ist beträchtlich, ihre Qualität in der Regel gut.

Vermehrung durch Bodentriebe

Ältere Goldblattpalmen bilden zu ihren Füßen zahlreiche frische Sprossen (Bodentriebe), die beim Umtopfen vorsichtig abgetrennt werden können. Damit die Pflänzchen gut zur Geltung kommen, sollten immer gleich mehrere Sprossen zusammen in einen Topf eingesetzt werden. Das sorgt für mehr Fülle. Die Goldfruchtpalme gehört zu den langsam wachsenden Palmenarten. Findet sie gute Kulturverhältnisse vor, beträgt ihr Wachstum etwa 15-25 Zentimeter pro Jahr.

  • Erde: Gemisch auf Kompostbasis (Erde/Sand im Verhältnis 2:1)
  • Drainage im unteren Teil aus Blähton anlegen.
  • Bodentriebe sollten etwa 30 Zentimeter groß sein.
  • Müssen bereits eigene Wurzeln gebildet haben.
  • In kleine Töpfe einpflanzen.
  • Durchsichtige Plastiktüte überstülpen.
  • Einige kleine Löcher zur Belüftung einstechen.
  • Standort: hell, ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  • 4-6 Wochen leicht feucht halten und regelmäßig lüften.
  • Plastikbeutel entfernen.
  • Regelmäßig gießen, obere Erdschicht leicht antrocknen lassen.

Sobald die jungen Pflanzen neue Wurzeln ausgebildet haben, bilden sich neue Blattwedel. Ab jetzt kann die Goldfruchtpalme wie eine erwachsene Pflanze gepflegt werden.

Vermehrung aus Samen

Die Aufzucht der Goldfruchtpalme ist in der Wohnung ganzjährig möglich. Da die Keimung aber recht lange dauert und die Palme auch sehr langsam wächst, ist eine Menge Geduld nötig, bis sie eine stattliche Größe erreicht.

  • Vorquellen: Samen einen Tag in lauwarmem Wasser einlegen.
  • In feuchte Anzuchterde oder Kakteenerde einsetzen.
  • Tiefe: Etwa einen halben Zentimeter mit Erde bedecken.
  • Keimtemperatur: 22-25 Grad.
  • Keimdauer: zwischen vier und zehn Wochen.

Krankheiten und Schädlinge

Im Freiland werden die Palmen nur sehr selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Stehen sie allerdings im Zimmer, macht ihnen die trockene Luft im Winter zu schaffen und anfällig gegenüber

  • Spinnmilben
  • Schmierläuse/Wollläuse
  • Weiße Fliegen
  • Rote Spinne

Es ist nicht empfehlenswert, in der Wohnung mit chemischen Insektenvernichtungsmitteln zu arbeiten, da diese häufig auch für Menschen und Haustiere nicht ganz ungefährlich sind. Deshalb ist es besser, die Pflanze erst einmal gründlich mit lauwarmem Wasser abzuduschen. Sie sollte in jedem Fall isoliert werden, damit nicht auch die anderen Zimmerpflanzen befallen werden. Im Fachhandel sind neben verschiedenen Stäbchen, die in die Erde gesteckt werden und dann langsam ein wirksames Gift gegen die Schädlinge abgeben auch umweltverträgliche Präparate auf Ölbasis zu bekommen. Sind Kleinkinder oder Haustiere im Haushalt, muss unbedingt auf alle giftigen Mittel verzichtet werden.

Fazit

Die Goldfruchtpalme hat sich zu einer der beliebtesten Zimmerpflanzen entwickelt. Im Sommer ist sie in der Regel sehr pflegeleicht. Außer einem hellen Standort und reichlich Gießwasser benötigt sie nur wenig Pflege. Im Winter jedoch entwickelt sie sich schnell zu einer wahren Mimose: Sinkt durch die Heizperiode die Luftfeuchtigkeit drastisch, kränkelt auch die sonst so üppig grüne Palme vor sich hin und wird anfällig für saugende Schädlinge. Damit es erst gar nicht dazu kommt, kann im Vorfeld schon einiges getan werden: regelmäßiges Einsprühen mit kalkarmem Wasser und Aufstellen eines Luftbefeuchters.