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Golderdbeere, Waldsteinia – Standort, Pflege und Vermehren

Golderdbeere

Bodendeckende Pflanzen sind beliebt bei vielen Gärtnern, um kahle und triste Stellen zu kaschieren. Die Waldsteinia besticht dabei durch ihren kräftigen Wuchs, mit dem nicht nur Unkraut wirksam unterdrückt wird. In Gruppen gepflanzt, verwandelt sich die immergrüne Staude im Frühjahr in ein prächtiges Meer aus goldgelben Blüten. Golderdbeeren sind nicht nur Begrünung von halbschattigen Gartenplätzen geeignet, sondern können gezielt auch als dekorative Bepflanzung von Rabatten und Steinbeeten eingesetzt werden.

Boden- und Standortbedingungen

Die Waldsteinia ist keine üppig blühende Zierpflanze, sondern zählt vielmehr zu den immergrünen, bodendeckenden Gewächsen. Dabei benötigt die Golderdbeere einen hellen Standort im Halbschatten. Einige Sonnenstunden täglich fördern das Wachstum der Pflanze. Ältere, fest verwurzelte Stauden gedeihen jedoch auch gut im direkten Sonnenlicht und an schattigen Gartenplätzen. Wichtiger jedoch als die Wahl des richtigen Standorts, ist für das Ziergewächs die Zusammensetzung des Bodens: Denn die Golderdbeere ist eine feuchtigkeitsliebende Pflanze. Das Substrat muss stets feucht und luftdurchlässig sein, lehmhaltige Stein- oder Sandböden werden bevorzugt angenommen. Dabei sollte der pH-Wert des Bodens zwischen 6,5 und 7,5 liegen.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Pflanzen Sie Waldsteinia als Bodendecker unter Laub- und Nadelbäume. Das entspricht ihrem natürlichen Lebensraum.„]

Gießen und Düngen

Mit einer kurz andauernden Trockenperiode im Sommer kommen die immergrünen Pflanzen problemlos zurecht. Förderlicher für das Wachstum und die Widerstandsfähigkeit der Golderdbeeren ist jedoch die regelmäßige Versorgung mit kalkfreiem Wasser. Gießen Sie entweder am frühen Morgen oder am frühen Abend. Damit minimieren Sie die Verdunstungsrate und größere Mengen der wertvollen Flüssigkeit gelangen direkt zu den Wurzeln. Lassen Sie jedoch auch im Winter das Substrat der Pflanzen nicht austrocknen. Wie andere immergrüne Gewächse muss auch die Waldsteinia an frostfreien Tagen ausreichend gegossen werden. Verwenden Sie dabei bevorzugt handwarmes Wasser und vermeiden Sie Staunässe. Durch Kieselsteine können Sie ebenfalls dafür Sorge tragen, dass überschüssige Wassermengen schneller abtransportiert werden.

Golderdbeere Bei der Nährstoffversorgung stellen die bodendeckenden Zierpflanzen keine besonderen Ansprüche. Arbeiten Sie im zeitigen Frühjahr und im Spätherbst Kompost oder Hornspäne unter das Substrat. Gehen Sie bei dieser Arbeit behutsam vor, denn die Golderdbeeren bilden mit ihren kriechenden Wurzeln ein dichtes und weitverzweigtes Wurzelsystem aus. Auch erschwert der dichte Wuchs der Pflanzen das Einbringen der wichtigen Nährstoffe. Um diesen Aufwand zu umgehen, können Sie das Ziergewächs jedoch auch mit einem Lang- oder Flüssigdünger versorgen. Dabei sollten sie jedoch von den Düngern sparsam Gebrauch machen, denn die Pflanze ist äußerst genügsam.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Eine Gelbfärbung der Blätter deutet häufig auf eine Überdüngung hin.„]

Vermehren

Golderdbeeren sorgen gerne selbst für ihre Verbreitung. Stimmen Standort und Substrat, vermehrt sich die Pflanze durch sogenannte Ausläufer rasch selbst. Dämmen Sie das Wachstum und die Verbreitung des Ziergewächses mit einer Beetumrandung ein. Im Herbst können Sie die Pflanzen behutsam mit einer Grabegabel aus der Erde heben. Durchtrennen Sie die Verbindung der bewurzelten Golderdbeeren und pflanzen Sie die Teilpflanzen an den gewünschten Standort um.

Die Vermehrung über Samen spielt bei der Waldsteinia nur eine untergeordnete Rolle. Denn die Pflanze gilt als nicht besonders blühfreudig, und wenn Sie nicht direkt Samen aus dem Fachhandel beziehen, sollten Sie auf die Ableger der Golderdbeere zurückgreifen.

Pflanzung

Die Waldsteinia blüht nur kurz zwischen April und Juni. Ihre zarten, gelben Blüten und das erdbeerähnliche Laub verliehen der immergrünen Pflanze ihren Namen. Die Wuchshöhe von maximal 10 – 30 Zentimeter macht das bodendeckende Gewächs durch seine teppichförmige Ausbreitung wett. Jede der bodendeckenden Gewächse kann eine Breite von bis zu 60 Zentimetern erreichen, hinzukommen die zahlreichen bewurzelten Ausläufer. Richtig gepflanzt behindern die Golderdbeeren sich jedoch nach zwei bis drei Vegetationsperioden selbst im Wuchs und bilden dabei eine dichte, grüne Oberfläche. Achten Sie bei der Pflanzung auf einen Mindestabstand von etwa 15 – 25 Zentimetern pro Staude. Um schnell eine kahle Stelle zu überdecken, können Sie jedoch auch bis zu 10 Pflanzen auf einen Quadratmeter setzen. Für die Pflanzung benötigen Sie:

  • Golderdbeere Werkzeug
  • kalkfreies Wasser
  • bei Bedarf Lehm, Sand und Kieselsteine
  • Kompost und Humus

Das vielseitige, immergrüne Gewächs kann direkt unter Gehölze, in Steinbeete und auch auf Gräbern gepflanzt werden. Trockene Böden werden mit Lehm, Kompost und Kieselsteinen aufgewertet. Gönnen Sie den Wurzeln der Pflanze vor dem Umsetzen an den neuen Standort ein mehrstündiges Wasserbad. Auch erleichtern Sie der Golderdbeere das Anwurzeln, indem Sie ein ausreichend großes Pflanzloch ausheben. Bedecken Sie den Boden des Lochs mit halb reifem Kompost. Durch die langsame Zersetzung werden die Nährstoffe erst nach und nach an die Umgebung abgegeben. Der komplette Wurzelballen wird mit Erde bedeckt und diese fest angedrückt. Gießen Sie großzügig und besonders innerhalb der ersten Tage regelmäßig. Die Pflanzung immergrüner Gewächse sollte im zeitigen Herbst erfolgen. Damit verbleibt den Pflanzen noch genügend Zeit, um vor dem ersten Frost fest anzuwurzeln und damit auch mehrstelligen Minustemperaturen standzuhalten.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Der Frühlingsblüher ist eine wichtige Nahrungsquelle von Wild- und Honigbienen.„]

Überwintern

Einmal fest angewurzelt können der Golderdbeere selbst lang anhaltende, zweistellige Minustemperaturen keinen Schaden zufügen. Ein spezieller Überwinterungsschutz für diese Pflanzen ist deswegen überflüssig. Die einzige Pflegemaßnahme, welche Sie im Winter keinesfalls außer Acht lassen sollten, ist die Versorgung mit kalkfreiem Wasser an frostfreien Tagen.

Schneiden

Ein Rückschnitt der Pflanze mit den behaarten Blättern ist nur erforderlich, wenn Sie deren Ausbreitung eindämmen möchten. Entfernen Sie bei Bedarf kümmernde und fleckige Blätter, schwache Pflanzen können Sie durch die gesunden Teilstücke anderer Golderdbeeren ersetzen. Damit verhelfen Sie dem immergrünen Teppich zu einem gesunden Erscheinungsbild und beugen gleichzeitig Krankheiten und Schädlingsbefall vor.

[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Die nussigen Früchte der Stauden sind ungenießbar und nicht für den Verzehr geeignet.„]

Pflege- und Pflanztipps

Golderdbeeren sind vielseitig im Garten und auch auf anderen Grünflächen dekorativ einsetzbar. Dabei benötigen die aus Europa und Asien stammenden Pflanzen nur wenig Pflege und dürfen auch einmal längere Zeit sich selbst überlassen bleiben. Krankheiten und Schädlinge treten bei der robusten, immergrünen Staude selten auf. Dafür stellt sie jedoch gerade als Jungpflanze Anspruch an einen Standort, welcher ihren Anforderungen gerecht wird.

  • Die wuchsstarken Rosengewächse sind äußerst konkurrenzstark. Unkräuter und andere Stauden haben nur selten eine Chance, am Pflanzort der Waldsteinia gemeinsam mit dem Gewächs Fuß fassen zu können. Damit ist die Golderdbeere beispielsweise gut für Hang- oder Steinbeete geeignet. Doch auch zur Begrünung von Lauben- und Garagendächern können Sie auf die flach wurzelnde Pflanze zurückgreifen.
  • Erdbeer-Waldsteinie Entfernen Sie im Herbst einen Großteil der abgeworfenen Blätter großer Laubbäume. Die immergrünen Bodendecker bevorzugen einen laubhaltigen Kompost, jedoch dürfen die Stauden nicht vollständig unter dem welkenden Material verschwinden. Durch die Beseitigung vermindern Sie die Bildung von Fäulnis.
  • Die Rhizome der Golderdbeeren lassen sich leicht mit einem Spaten oder einer Gartenschere durchtrennen. Dämmen Sie so den starken Ausbreitungsdrang der Pflanzen ein. Mit den frisch abgetrennten Teilpflanzen können Sie beispielsweise Lücken auffüllen oder aber Ihren Nachbarn eine „grüne“ Freude bereiten.
  • Wurzelfäule können Sie umgehen, indem Sie die Pflanzen regelmäßig, aber in kleinen Mengen gießen. Das Substrat darf jedoch nicht austrocknen, auch sollte ein verdichteter Boden – soweit möglich – regelmäßig aufgelockert werden. Weist die Golderdbeere einen kümmernden Wuchs auf und dringt ein dumpfer Geruch aus dem Erdreich, sollten Sie die komplette Staude entfernen und auf dem Kompost entsorgen. Wirksame Mittel gegen Wurzelfäule sind nicht im Fachhandel erhältlich, Sie können allein durch Vorbeugung die Gesundheit der bodendeckenden Gewächse erhalten und fördern.
  • Der starke Wuchs der Golderdbeeren macht sie auch als robuste Kübelpflanze auf dem Balkon oder der Terrasse attraktiv.

Sorten

  • Waldsteinia ternata: Die dreiblättrige Golderdbeere ist einer der niedrig wachsenden Waldsteinia Sorten. Sie erreicht eine Höhe von bis zu 15 Zentimetern, breitet sich durch den kriechenden Wuchs aber ebenfalls enorm in der Breite aus.
  • Waldsteinia geoides: Dieser Frühlingsblüher ist auch unter dem Namen „Waldsteinie“ und „Ungarwurz“ anzutreffen. Der Bodendecker weist eine Höhe von etwa 30 Zentimetern auf, was sie natürlich aber keinesfalls an ihrem „horstförmigen“ Wuchs hindert. Die Blütenfarbe dieser Pflanze ist ebenfalls goldgelb. Anders als „Waldsteinia ternata“ können Sie diese Sorte auch punktuell pflanzen. Waldsteinia geoides bildet kaum Ausläufer aus und ist deswegen nicht zur flächigen Begrünung des Gartenbodens geeignet.
  • Waldsteinia fragarioides: Die ausdauernde Erdbeer-Waldsteinie gehört zu den Spätblühern. Ihre Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli, die Wuchshöhe dieser Sorte beträgt zwischen 5 und 20 Zentimeter.

Fazit
Golderdbeeren sind ideal dafür geeignet, um den Boden rund um Gehölze und großwüchsige Stauden flächendeckend zu begrünen. Die Bodendecker bevorzugen halbschattige Standorte und sind pflegeleicht und fast vollkommen anspruchslos in der Kultivierung. Waldsteinia sind darüber hinaus äußerst wuchsstark und vermehrungsfreudig.