Elsbeere, Sorbus torminalis - Pflanzen und Pflege

Elsbeere BaumSie suchen gerade neue Bäume für Ihren Garten, vielleicht sogar einen Hausbaum, und möchten gerne Laubgehölze pflanzen, die etwas Besonderes sind? Die Elsbeere ist in diesem Fall ein guter Kandidat, im nachfolgenden Artikel erfahren Sie viel zum Pflanzen und zur Pflege des fast



vergessenen "Sorbus torminalis":


Elsbeeren pflanzen - Dank Klimawandel in ganz Deutschland möglich

Wenn Sie sich entschlossen haben, in Ihrem Garten eine Elsbeere zu pflanzen, ist das zunächst deshalb eine gute Entscheidung, weil es sich bei den Elsbeeren um eine alte deutsche, aber inzwischen vom Aussterben bedrohte Baumart handelt. Die Elsbeere in Ihrem Garten wird also einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität in Deutschland leisten.

Es ist aber auch deshalb eine gute Entscheidung, weil die Elsbeere ein ausgesprochen genügsamer Baum ist. Und weil sie ein Baum ist, der gerade dabei ist, sein natürliches Verbreitungsgebiet zu unseren Gunsten auszuweiten.

Denn eigentlich wuchsen Elsbeeren früher in Deutschland nur in den wärmeren Lagen, ihr natürliches Verbreitungsgebiet hatte seinen Schwerpunkt zwischen dem südlichen Mitteleuropa und dem nördlichen Südeuropa. Im Norden Deutschlands und im Gebirge erreichte die Elsbeere schon ihre Kältegrenze, deshalb hat sie vor allem in Frankreich und Österreich als Waldbaum und als Aromafruchtlieferant große Bedeutung erlangt.

Das ändert sich im Zuge des Klimawandels gerade, die für die Elsbeere günstigen Regionen in Deutschland nehmen zu. Eine aktuelle Untersuchung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft geht davon aus, dass sich die für die Elsbeere günstigen Regionen in Bayern auf Grund des Klimawandels ausdehnen werden, ein Anbau von Elsbeeren sei bereits jetzt auch im südbayerischen Hügelland unter klimatischen Gesichtspunkten gut möglich (allerdings zählt auch das südbayerische Hügelland nicht zu den Kältelöchern Deutschlands). Heute ist es aber grundsätzlich überall in Deutschland möglich, Elsbeeren anzupflanzen, auch in Norddeutschland, die Elsbeere hat es inzwischen sogar bis ins südliche Skandinavien geschafft.

Der Standort für die Elsbeere sollte mit etwas Weitsicht gewählt werden: Die Elsbeere wird irgendwann etwa 25 Meter hoch sein, einen Stammdurchmesser von rund 60 cm in Brusthöhe und eine Wuchsbreite von 5 bis 7 Metern erreicht haben. Der sommergrüne Laubbaum mit der goldgelben bis weinroten Herbstfärbung ist ein schöner Hausbaum, der mit seiner hellgrauen und kleinschuppigen Rinde im ausgewachsenen Stadium und mit seinen kleinen, ausgereift braunen Früchten ziemlich an eine Eiche erinnert. Die Blätter erinnern eher an einen Ahorn, die Blüten erscheinen im Mai/Juni, sind weiß und schmücken den Baum in aufrechten lockere Doldenrispen. Ebenfalls wichtig für die Wahl des Standorts: Die Elsbeere ist ein Tiefwurzler, und sie wird in aller Regel mehr als einhundert Jahre alt, wobei sie jedoch eher langsam wächst.

Blatt der ElsbeereVor allem in der Jugend entwickelt sich eine Elsbeere an einem sonnigen Standort wesentlich schneller, dann wird der Zuwachs pro Jahr bei etwa 50 cm liegen, später kann er bis auf 15 cm zurückgehen.

Ansonsten möchte die Elsbeere am liebsten einen Standort mit einem eher trockenen Boden bekommen, der gerne tonig sein darf und auf jeden Fall nährstoffreich. Der pH-Wert des Bodens darf kalkhaltig bis schwach sauer sein, in Bezug auf Wasser und Wärme ist die Elsbeere ziemlich tolerant, vor allem wenn der Boden ausreichend basisch ist und die Temperaturen nicht zu weit fallen, kommt sie auch mit feuchteren Standorten und schweren Tonböden gut zurecht.

Die Pflege der Elsbeere

Förster pflanzen Elsbeeren erst aus, wenn sie mindestens drei

Jahre alt sind, und sie tun das aus gutem Grund.

Die junge Elsbeere ist nämlich ziemlich empfindlich, sie verträgt Trockenphasen noch nicht ohne jede Klage, und sie möchte es am liebsten sonnig und warm haben, freistehend von allen Seiten. Sie wird zwar offiziell als "Halblichtbaumart" eingeordnet, der in seiner Jugend auch Beschattung recht gut wegsteckt, aber ein sonniger Einzelplatz sorgt dann doch eher für eine optimale positive Entwicklung und schöpft das beachtliche jugendliche Wachstumspotential der Elsbeere voll aus. Später wird dann das Wachstum ganz von alleine gemächlicher, auch am sonnigen Standort. Diese Wuchsentwicklung ist gerade für einen Hausbaum sehr vorteilhaft: Der kleine Baum wird schnell zu einem "echten Hausbaum", schaltet aber dann einen Gang zurück, braucht also lange, bis er Ihnen zu groß zu werden droht.

Sie sollten eine junge Elsbeere in Phasen mit langer Trockenheit also wässern, und wenn sie nicht nur frei steht, sondern auch auf einem frei zugänglichen Gelände stehen sollte, sollten Sie sie auch einzäunen - Rehwild liebt die Elsbeere. Einmal eingewurzelte Bäume brauchen keine Pflege mehr, bis auf den Beschnitt:

Elsbeeren beschneiden

Wenn Sie möchten, dass Ihre Elsbeere eine vorschriftsmäßig ausgewogene Krone entwickelt, können Sie von Anfang an gestaltend eingreifen. In regelmäßigen Abständen abgehende Seitenäste werden ausgewählt, zu dicht wachsende entfernt, auch sollte die gesamte Krone immer gut lichtdurchlässig gehalten werden.

Ansonsten brauchen Sie nur kranke und schwache Triebe entfernen, die Elsbeere neigt nicht zu übermäßiger Bildung langer, dünner Wassertriebe. Wenn Sie eine bereits verwachsene Elsbeere übernommen haben, können Sie sich mit wiederholten Schnittmaßnahmen über die Jahre immer noch eine schöne Krone heranziehen.

Die Früchte der Elsbeeren lassen sich nutzen

Die Elsbeere trägt gleichnamige Früchte, die rundlich sind und zuerst ziemlich ähnlich wie Oliven aussehen, von Größe, Form und olivgrüner Farbe. Ab Oktober werden die Früchte dann

reif und braun, je reifer sie werden, desto mehr wird der pflanzliche Gerbstoff abgebaut. Sie erkennen, dass der Tannin-Abbau (Gerbstoffabbau) in vollem Gange ist, wenn sich immer mehr Vögel an den Elsbeeren laben. Am beliebtesten sind bei den Vögeln die überreifen Früchte, das Tannin schmeckt nämlich leicht bitter und wirkt außerdem adstringierend. Die Tannine haben aber auch ihre guten Seiten, die Adstringentien trocknen beim Kontakt mit Haut oder Schleimhaut durch Eiweißfällung aus und wirken dadurch blutverdickend und blutstillend und entzündungshemmend. Deshalb beginnen sogar die Vögel mit der "Ernte" bereits bei den halbreifen Elsbeeren, bis das Tannin in den vollreifen Elsbeeren abgebaut ist, hat wahrscheinlich schon jeder Vogel ein paar Elsbeeren mit genug Tannin zur Gesundheitsfürsorge verspeist.

Wenn Sie die Früchte ernten wollen, um sie zu "Alisier", Elsbeerenbrand, Adlitzbeerenschnaps oder Oadlatzbeerschnaps zu verarbeiten, sollten Sie nicht warten, bis das Tannin völlig abgebaut ist, da es den geschmacklichen Charakter der Brände wesentlich mitbestimmt. Diese Brände sind übrigens wirklich kostbare Spirituosen, die ihre Sammelgeduld ziemlich strapazieren könnten (Elsbeeren müssen von Hand geerntet werden, die Früchte lassen sich nicht abschütteln), und für zwei Liter Schnaps brauchen Sie 100 kg Früchte (100 Liter Maische).

Wenn Ihnen das zu mühsam ist, können Sie aus den Elsbeeren auch Marmelade kochen, aber auch hier haben Sie die freie Entscheidung, ob Sie vollreife, süße Elsbeeren ernten oder schon etwas früher zugreifen. Eigentlich wird ein vollständiger Abbau der Gerbstoffe auch hier aus Geschmacksgründen nicht gewünscht, etwas anderes kann gelten, wenn Kinder bei der Elsbeeren-Marmelade mitessen sollen, die stehen meist einfach noch mehr auf "nur süß" und können mit Tanninen wenig anfangen. Wenn Sie die Elsbeeren bis zum ersten Frost am Baum hängen lassen, schmecken die Früchte nicht mehr nach Gerbstoff.

Die ökologisch wertvolle Elsbeere kennt kaum Krankheiten und Schädlinge

Die Elsbeere ist ökologisch ein Gewinn für die neue Umwelt, weil sie ihr eigenes, besonderes Artenspektrum um sich herum versammelt, ein weiterer Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. Elsbeeren dienen z. B. verschiedenen Schmetterlingen, Pfeileulen, Trapezeulen, Rotbuchen-Gürtelpuppenspannern und Gelben Weißdornspannern, als Raupen-Futterpflanze. Dabei ist die Elsbeere eher ein Einzelgewächs, das aufgrund dieser natürlichen Seltenheit keine ganz spezielle Begleitfauna und -flora bedingt, sondern von verschiedensten Käfern, Schmetterlingen und anderen Gliedertieren bevölkert wird, die baumförmige Rosengewächse besiedeln.

Wegen ihres vereinzelten Auftretens gibt es keine auf die Elsbeere spezialisierten Krankheiten und Schädlinge, allerdings ist sie wie jede Mehlbeere kein Gewächs für ein Gebiet, das gerade aktuell durch Feuerbrand gefährdet ist. Die allgemein auftretenden Ärgernisse wie unspezifische Schädlinge und Witterungsunbilden steckt die Elsbeere mit ihrer Unempfindlichkeit meist sehr gut weg. Nur Wühlmäuse sollten irgendwann bekämpft werden, sie fühlen sich unter Elsbeeren so wohl, dass sie nicht von alleine ausziehen werden ...

Was ist eigentlich eine Elsbeere, und was ist interessant an ihr?

Wenn Sie durch Zufall auf diesen Artikel gestoßen sind, könnte es gut sein, dass Sie noch nie etwas von einer Elsbeere gehört haben. Dabei ist die Elsbeere nicht nur ein nützlicher und gut aussehender, sondern auch interessanter Baum:

Die Elsbeere trägt den botanischen Namen Sorbus torminalis und gehört zu unseren einheimischen Laubbäumen, es handelt sich um Kernobstgewächs aus der Gattung der Mehlbeeren (Sorbus). Interessant an einer Elsbeere ist zunächst, dass sie in Deutschland 2011 zum "Baum des Jahres" gekürt wurde und in Österreich im Jahr 2012 die gleiche Ehre erfuhr, irgendetwas besonderes muss also dran sein an der Elsbeere.

Besonders ist erst einmal, dass es es sich bei der Elsbeere um einen unserer traditionellen, einheimischen Bäumen handelt, ein einstmals sehr beliebter und bekannter Baum, aus der Zeit um 1500 ff. ist z. B. übermittelt, dass Frau Luther immer Elsbeeren im Haus haben wollte und Martin Luther von ihr häufiger gebeten wurde, ihr die Früchte zu beschaffen.

Wie bekannt die Elsbeere einmal war, lässt sich sehr gut an den vielen Namen ablesen, mit denen die Elsbeere bei uns im Laufe der Jahrhunderte bedacht wurde - sie ist als Atlasbaum und Atlasbeere, Arisbeere oder Arlesbeere, Els-Vogelbeere (die Vogelbeere ist auch ein Sorbus) oder Elzbeere, Alzbeere und Adlitzbeere im Gespräch.

Weiter kennt (kannte) man sie unter den Namen Ruhrbirne, weil die Früchte als bekanntes Mittel gegen die bakterielle Darmerkrankung Ruhr galten (heute eher als Shigellen-Infektion oder Shigellose bekannt und meldepflichtig), und wegen anderer vorteilhafter Eigenschaften als Schöne Else, Schweizer Birnbaum und Wilder Sperberbaum.

Wenn Sie einmal überlegen, wie viele Elsbeeren in der Sie umgebenden Natur wachsen, werden Sie schnell darauf kommen, das es mit der einstigen Berühmtheit der Elsbeeren nicht mehr weit her ist. Genau so ist es, die Elsbeere ist heute vom Aussterben bedroht und steht in vielen Teilen Deutschlands auf der Roten Liste.

Fazit

Die Die Elsbeere war früher völlig zu Recht beliebt, und das nicht nur wegen ihrer vorteilhaften Eigenschaften. Es handelt sich um einen ausgesprochen dekorativen Laubbaum mit wunderbarer Blüte und schöner Herbstfärbung, z. B. als Hausbaum hat die Elsbeere auch einen hohen Zierwert. Und Sie schaffen mit einer Elsbeere echte Werte: Das Holz kann zwar erst in 150 Jahren geschlagen werden, dann aber könnten Ihre Ur-Ur-undsoweiter-Enkel durch die Elsbeere reich werden, heutzutage wird bis zu 10.000 Euro pro Festmeter Holz gezahlt.


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Tipps für Schnellleser
Elsbeere, Sorbus torminalis - Tipps

- Die Elsbeere gehört zu den fast vergessenen, unbedingt erhaltenswerten einheimischen Laubbäumen
- Sie ist sehr dekorativ und wächst langsam, ein empfehlenswerter Hausbaum beispielsweise
- Früher hatte die Elsbeere im kalten Norden Schwierigkeiten, dank Klimawandel wächst sie heute in ganz Deutschland
- Elsbeeren werden bis zu 25 m hoch und bis zu 7 breit, ein sonniger Standort beschleunigt das Jugendwachstum
- Sie wächst aber auch an halbschattigen Standorten und ist überhaupt ziemlich anspruchslos
- Nur die jungen Bäume müssen bei langer Trockenheit zusätzlich gewässert werden und vor Wildverbiss geschützt werden
- Ansonsten braucht die Elsbeere keine Pflege, bis auf Beschnitt zur Kronenformung und Pflege/Gesunderhaltung
- Elsbeeren kennen kaum Krankheiten und Schädlinge, ihre Früchte lassen sich für viele spannende Rezepte nutzen
- Elsbeeren sind auch ökologisch wertvolle Gehölze, die vielen einheimischen Insekten einen Lebensraum bieten
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