Gartengestaltung Gartenprojekte

Gartenhaus selber bauen – Anleitung

Gartenhaus bauen

Ein Gartenhaus selber zu bauen ist sicher kein Problem. Im nächsten Baumarkt können Sie mehrere Bausätze erwerben, in deren Anleitung Schritt für Schritt erklärt wird, wie das jeweilige Haus zu erstellt ist. Wenn Sie jedoch ein individuelles Gartenhaus selber bauen möchten, brauchen Sie eine recht unkomplizierte und logische Anleitung. Eine solche Anleitung stellen wir im nachfolgenden Artikel vor, nebst Tipps zu allem anderen, an das Sie beim Bau eines Gartenhauses denken müssen.

Der erste Schritt: Vorschriften erkunden

Auf der einen Seite bedauernswert, weil es zusätzliche Arbeit macht, auf der anderen Seite dankenswert, weil in unseren Gemeinden sonst wahrscheinlich jede Menge wirklich scheußliche Bauten herumständen bzw. dem ein oder anderen Heimwerker sein Selbstbau schon über dem Kopf zusammengebrochen wäre: Sie müssen sich zunächst um die Vorschriften kümmern, noch vor der Planung des Fundaments. Folgende Vorschriften könnten zu beachten sein:

  • GartenhausUnter Umständen brauchen Sie eine Baugenehmigung für Ihr Gartenhaus.
  • Baurecht ist Länder-Angelegenheit und ziemlich individuell gestaltet.
  • Das ist gut, um die regionale Vielfalt zu erhalten, macht Gartenbauten aber erst nach einem Blick ins Gesetz möglich.
  • Ja nach Größe des geplanten Gartenhauses muss ein Bauantrag mit Statikberechnung etc. eingereicht werden.
  • Oder es reicht ein einfacher Antrag mit Baubeschreibung, Lageplan und Bauzeichnung, vielleicht brauchen Sie auch gar keine Genehmigung.
  • Die Grenze liegt oft bei 30 Quadratmeter Grundfläche bzw. 15 Kubikmetern umbauten Raum.
  • Am schnellsten gewinnen Sie Klarheit für die Planung, wenn Sie das örtliche Bauamt fragen.
  • Fragen Sie auch gleich nach allen weiteren zu beachtenden Vorschriften.
  • Hier geht es z. B. um statische Erfordernisse, Planungsrecht, nachbarrechtliche Grenzabstände sowie Gestaltungsvorgaben.

Keine Lust auf Vorschriften? Verständlich, aber es gibt einen einleuchtenden Grund, warum diesen zu allererst Ihr Augenmerk gelten sollte: Sie könnten feststellen, dass ein nur geringfügig kleiner gebautes Gartenhaus als ursprünglich geplant Ihnen den ganzen Aufwand und die Kosten einer Baugenehmigung erspart.

Das Fundament für das Gartenhaus

Auch wenn einige Heimwerker sich zwar problemlos zutrauen, ein komplettes Gartenhaus (aus Holz) selbst zu konstruieren und aufzubauen, scheuen Sie davor zurück, ein Fundament (aus Beton) anzulegen. Wenn Ihr Gartenhaus lange (und gerade) stehen soll, sollten Sie sich jedoch um ein den kompletten Boden bedeckendes Fundament nicht herumdrücken. Die häufig vorgeschlagenen Punktfundamente haben schon so manches Gartenhaus zum Wackeln gebraucht, und viel weniger Arbeit machen sie eigentlich auch nicht mit dem ganzen genauen Ausmessen der Punkte. Es wird nur ein bisschen weniger Beton gebraucht.

Wenn Sie als Fundament jedoch eine Bodenplatte in Größe des Gartenhauses gießen, wird es so lange standfest bleiben, bis Sie das nächste Gartenhaus auf die Bodenplatte setzen möchten.

Anleitung

So bekommt Ihr Gartenhaus ein richtiges Fundament:

  • Baugrube ausheben
    • Maße vorher mit Pflöcken und Schnüren abstecken
  • Maße der Bodenplatte sollten gleich der Maße des Gartenhauses sein
  • Baugrube rund 15 cm werden als die spätere Bodenplatte, weil Sie noch Einschalen müssen
  • 40 cm tief, für Schotterschicht von 20 cm und eine Betonschicht von 30 cm (10 cm über Boden)
  • Schotterschicht aus Sand-Kies-Gemisch als erstes einbringen
    • sie soll die Feuchtigkeit im Boden abweisen
  • Gartenhaus Fundamentbei Feuchtigkeit nach oben, würde sich das Fundament bei Frost sonst vielleicht heben
    • es könnte sogar brechen
  • durch Schotterschicht wird sie verdichtet
  • dann die Schalung bauen
  • Bretter einfügen
    • so breit, wie das Fundament hoch werden soll
  • Empfehlung: Fundament 10 cm über den Boden gießen
    • Maßnahme des konstruktiven Holzschutzes
  • entsprechende Schalung bauen, die 10 cm aus dem Boden steht
  • Schalung rundum mit Kanthölzern verkeilen, bis sie innen genau die Größe der Bodenplatte hat
  • Dann auf Schotterschicht vollflächig eine PE-Folie auslegen, damit Schotter dem Beton kein Wasser entzieht
  • Folienstreifen über den Rand legt und festtackern
  • nun Beton einfüllen
    • Selbst anmischen ist preiswerter
  • Schalung zur Hälfte (15 cm) mit Beton füllen
  • Bewehrungsmatten vollflächig einlegen, aber mit einem Abstand von einigen Zentimetern zum Rand, sonst könnten sie rosten
  • Auf die Bewehrungsmatten dann Beton bis zur Oberkante der Schalungsbretter gießen
  • Betonoberfläche mit einer langen und vollkommen geraden Latte abziehen
  • Während des Trocknens Oberfläche feucht halten
    • bei warmem Wasser verhindert eine Plane zu schnelles Trocknen
    • So verhindern Sie im Beton kleine Risse
  • Nach zwei Tagen Schalung entfernen
    • dann sollte der Beton zwei bis drei Wochen trocknen

Balkenschuhe für die Eckbalken aufschrauben

Es gibt Balkenschuhe zu kaufen, die man auf das Fundament schrauben kann. Es gibt auch welche, die Sie mit in den Beton eingießen, aber das ist eine ziemliche Fummelei. Diese Balkenschuhe sind für die Eckbalken gedacht. Wo genau man die Balkenschuhe aufschraubt, können Sie festlegen, wenn Sie die Bauanleitung gelesen haben. Hier geht es zunächst nur darum, welche Vorteile diese Vorgehensweise für Ihr Gartenhaus hat:

  • erleichtert das Ausstellen der Eckbalken und damit auch der Wandrahmen erheblich
    • weil die Eckbalken nach Befestigung im Balkenschuh alleine stehen.
  • Balkenschuhe, Eckbalken und Wandrahmen zur Probe ausrichten
  • Gartenhausleicht erhöhte Fundament mit den Balkenschuhen hilft beim Bau und beim Holzschutz
    • Für Eckbalken und unteren Teil jedes Wandrahmens Holz der Dauerhaftigkeitsklasse 1 wählen oder Kanthölzer miz Holzschutz behandeln
    • 10 cm überstehende Betonstreifen ebenfalls gründlich gegen Wasser abdichten
    • Eckbalken und Wandrahmen von außen beplanken, die unterste Reihe sitzt über dem Boden
  • Der Abschluss der Beplankung bekommt eine Tropfnase aus Metall- oder Holzprofil (fragen Sie Ihren Holzhändler).

Das alles zusammen bewirkt, dass aufkommendes Wasser nie an die innere Konstruktion herankommt und sich auch am Boden nirgendwo stauen kann, wo es mit Holz in Berührung kommt. Jeder Teil Ihres Gartenhauses, der irgendwie nass wird, kann vollständig abtrocknen. Diese einfachen Maßnahmen können die Lebensdauer einer Holzkonstruktion daher entscheidend verlängern.

Anleitung: Fachwerk-Gartenhauses

Keine Angst, Sie sollen kein so kompliziertes Gebilde wie Sie es als historische Sehenswürdigkeit kennen, selber bauen. Aber wenn hier von Fachwerk gesprochen wird, wissen Sie sofort, was gemeint ist. Ein in Holzrahmenbauweise erstelltes Gartenhaus ist per Definitionem ein Fachwerkhaus. Ihr Gartenhaus soll natürlich kein vierstöckiges Fachwerkhaus werden. Das Gute an der Holzrahmenbauweise ist gerade, dass sie sehr einfach und logisch ist, zumindest wenn es um kleinere Bauwerke geht, bei denen keine großen statischen Belastungen anfallen.

Das hier vorgestellte Gartenhaus lässt sich wirklich einfach bauen – 4 vorzumontierende Wände werden aufgestellt und verbunden, jede Wand besteht indes aus einem einfachen Wandrahmen. Die Wände des Gartenhauses montiert man liegend auf dem Rasen, die Verbindung erfolgt schließlich mit Winkeln und Schrauben. Später stellt man die Wände aufrecht hin und verbindet sie unter Einbezug eines Eckbalkens. Die Grundkonstruktion der Wände sind Holzrahmen mit dazwischen gesetzten Balken zur Versteifung. Wenn Sie für das gesamte Gartenhaus Balken von 10 x 10 Zentimetern verwenden, sind die Balken immer „richtig herum“.

Material

  • 8 Senkrecht-Kanthölzer, 100 x 100 mm und 2500 mm lang
  • 8 Verbindungs-Kanthölzer, die jeweils oben und unten dazwischen gesetzt werden, 100 x 100 mm und 2300 mm lang für die einzelnen Wand-Rahmen
  • 8 Stütz-Kanthölzer, 100 x 100 mm und 2300 mm lang die senkrecht in die Wandrahmen gesetzt werden
  • 2 Eck-Kanthölzer, 100 x 100 mm und 2500 mm lang
  • 2 Eck-Kanthölzer, 100 x 100 mm und 2800 mm lang
  • um die Wände zu einem Viereck zu verbinden und an der einen Seite gleich eine erhöhte Auflage für ein Schrägdach zu schaffen (welche Seite, siehe beim Abschnitt zum Dach).

Gartenhaus bauen

  • Vorgartenvier Wände zusammenbauen
    • das kann auf dem Boden liegend geschehen
  • Jeder Wandrahmen besteht aus zwei Senkrecht-Kanthölzern mit einer Länge von 2500 mm
    • in diese oben und unten ein Verbindungs-Kantholz mit einer Länge von 2300 mm setzen
    • Kanthölzer jeweils mit Winkeln und Schrauben verbinden
  • Sie haben damit vier Wandrahmen, die 2,5 x 2,5 m groß sind
  • Wandrahmen nun aufrecht stellen
    • je zwei Wände unter Einfügung eines Eckbalkens im rechten Winkel verbinden
    • Eckbalken jetzt in ihre Balkenschuhe setzen, gut ausrichten und verschrauben
  • Nun nach und nach einen Wandrahmen nach dem anderen aufrichten, im Boden und an „seinem“ Eckbalken fixieren und endgültig verschrauben
  • steht der „Würfel“, müssen die Wandrahmen durch senkrecht dazwischen gesetzte Stütz-Kanthölzer stabilisiert werden
    • Rahmen haben ein Außenmaß von 2,50 x 2,50 m
    • die Kanthölzer sind jeweils 10 cm dick, innen haben wir also ein Maß von 2,30 x 2,30 cm
    • In diese Wand von 2,30 m zwei Stütz-Kanthölzer von 10 cm setzen
    • 20 cm Abzug ergibt 2,10 m und damit alle 70 cm einen Stützbalken
  • für Wände, die später komplett mit Nut-Feder-Brettern verkleidet werden, kann man diese stützenden Kanthölzer auch genau so einsetzen
  • für Wände mit Tür und Fenster, die Stellplätze der Stützbalken an die Türzarge sowie den Fensterrahmen anpassen
  • sind Türen und Fenster eingebaut, können Sie die Wände mit Nut-Feder-Brettern verkleiden

Achten Sie auf die richtige Richtung und Überlappung der Bretter, Regen muss ablaufen können, dies ist ebenso eine Maßnahme des konstruktiven Holzschutzes wie die Tropfnase an der untersten Reihe.

Die Dachabdeckung des Gartenhauses

DachDie Eckbalken sind an einer Seite höher als an der anderen. An und auf ihnen wird nun eine Rahmenkonstruktion für ein schräges Flachdach aufgebracht. Diese Rahmenkonstruktion wird anschließend mit Dachpappe gedeckt werden.

Hier ist deshalb der richtige Ort, um zu erklären, an welcher Seite Sie die höheren Eckbalken platzieren sollten, weil auch die Verlegerichtung der Dachpappe durch die gleichen Überlegungen festgelegt wird: Das Gartenhaus sollte so aufgestellt werden, dass die am besten geschützte Seite der hauptsächlich auftretenden Windrichtung ausgesetzt ist. Wenn Sie nicht wissen, welche das ist, wird man Ihnen z. B. im örtlichen Bauamt Auskunft geben können, Anleitungen zum Verlegen der Dachpappe finden Sie im Internet.

Fazit
Für jeden durchschnittlich begabten Heimwerker dürfte der Bau eines Gartenhauses nach obiger Anleitung kein Problem sein. Sie erstellen ein wirklich individuelles Gartenhaus. Wenn es nicht gerade eine Villa werden soll, werden Sie es auch schaffen, die Anleitung nach persönlichen Wünschen leicht zu verändern und einige individuelle Verzierungen zu erdenken.