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Feuerradbaum, Stenocarpus sinuatus – Pflege-Anleitung

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Feuerradbäume beeindrucken durch ihre fantastischen Blüten. Bis es einmal so weit ist, dass die Gewächse blühen, dauert es allerdings 10 bis 15 Jahre. Ein heizbarer Wintergarten, der im Sommer geöffnet werden kann, ist der beste Platz für diese beindruckenden Gehölze. Die Pflege ist nicht schwer, nur mit dem Gießen und Düngen sollte man sich auskennen. Ansonsten ist nicht viel zu beachten, wenn man einen passenden Standort bieten kann. Was es über die Pflege des Feuerradbaumes zu wissen gibt, haben wir für Sie zusammengetragen. Informieren Sie sich!

Kurzer Steckbrief des Feuerradbaumes

  • Einer der am schönsten blühenden Bäume weltweit
  • Gehört zu den Silberblattgewächsen
  • Proteengewächs
  • Ca. 30 Arten der Gattung Stenocarpus
  • Beheimatet in den Regenwäldern des östlichen Australiens
  • Inzwischen von Nordamerika bis Südafrika zu finden
  • Immergrüner Baum, der zwischen 10 und 20 m hoch werden kann
  • Langsamwachsend
  • Meist einstämmig
  • Schlanker Wuchs
  • Dicke, glatte und rötlich-braune Rinde
  • Dichte Krone
  • Blätter bis 30 cm lang und glänzend dunkelgrün
  • Bemerkenswert ist seine Blüte
  • Orange-rote Blüten in doldigen Blütenständen von bis zu 10 cm
  • Aus den feuerroten Blütenröhren ragen gelbe Stempel
  • Die Blütenröhren sind kreisförmig um ein Zentrum angeordnet, dessen Inneres wie die Speichen eines Rades wirkt (daher der Name)
  • Blüte meist im Sommer
  • Holzige Früchte – 5 bis 10 cm lang und oval
  • Nicht winterhart – gut im Wintergarten

Die Pflege des Feuerradbaumes

Die Pflege des Feuerradbaumes ist unkompliziert. Wichtig sind ein passendes Substrat, ein günstiger Standort, das richtige Gießen, ein Dünger, der wenig oder besser kein Phosphat enthalten sollte und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Schneiden muss man das Gehölz nicht, kann es aber. Ohne Schnitt ist aber die Wuchsform besonders elegant. Die Vermehrung gelingt leicht durch Aussaat. Samen gibt es im Handel weitaus öfter, als fertige Pflanzen. Deren Preis ist durch das langsame Wachstum der Pflanzen auch recht hoch. Krankheiten sind bei guter Pflege extrem selten. Wenn die Pflanzen kränkeln, liegt das meist an Pflegefehlern.

Feuerradbäume werden im Kübel meist nicht viel größer als 2 bis 3 m. Unter günstigen Bedingungen können es auch einmal 5 m werden, aber das gelingt meist nur in botanischen Gärten, in Tropenhäusern. Dort gibt es einige stattliche Exemplare.

Standort

Der Feuerradbaum benötigt viel Licht und mag die Sonne. Junge Pflanzen sollten aber vor direkter Sonne geschützt werden. In ihrer Heimat stehen die Gewächse im Schatten größerer Regenwaldpflanzen und bekommen anfangs nur wenig Sonne ab. Erst wenn sie größer werden, stehen sie in der vollen Sonne.

  • Braucht viel Licht
  • Als Jungpflanze vor direkter Sonne schützen
  • Ab April/Mai gern im Freien, etwa bis Oktober
  • Immer erst wieder langsam an die Sonne gewöhnen
  • Nicht zu heiß, keine stehende Luft
  • Schätzt eine hohe Luftfeuchte, gerne in der Nähe eines Zimmerbrunnens (Regenwaldpflanze)

Pflanzsubstrat

Viele Pflanzenfreunde verwenden beim Feuerradbaum einfach Kübelerde und bessern diese noch etwas auf. Andere wiederum mischen ihr Substrat selbst zusammen, aus mehreren Bestandteilen. Wichtig ist, dass die Erde luft- und wasserdurchlässig ist, und Wasser bzw. Nährstoffe gut speichern kann.

  • Normale, aber hochwertige Kübelpflanzenerde
  • Günstig ist, diese noch mit etwas Sand und weiteren grobkörnigen Anteilen, also Blähton, feinem Kies, Lavagrus oder Splitt, zu verbessern.
  • Auf alle Fälle durchlässig
  • Günstig ist auch ein Erdgemisch aus Humus und Sand.

Tipp – Durch die Zugabe von Kokohum erhält das Substrat eine hohe Strukturstabilität und wird luftig und locker. Das Wasser- und Nährstoff-Speichervermögen wird optimiert.

  • Reiner Torf ist ungünstig.
  • pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5

Pflanzen

Beim Pflanzen muss besonders auf die zarten Wurzeln geachtet werden. Diese dürfen nicht beschädigt werden. Da der Baum langsam wächst, muss nicht so häufig umgetopft werden. Das ist günstig, denn diesen Wechsel mögen die Gewächse oft nicht.

  • Gefäß nicht zu groß wählen, beim umtopfen immer nur wenige Zentimeter größer
  • Drainage im Topfboden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
  • Umtopfen im zeitigen Frühjahr

Gießen und Düngen

Beim Gießen und Düngen braucht es etwas Fingerspitzengefühl. Das Substrat sollte weder zu trocken, noch zu nass sein. Wichtig ist eine gleichmäßige Feuchte, doch die zu erreichen ist nicht ganz einfach. Schwankungen bei der Bodenfeuchte mag der Feuerradbaum überhaupt nicht. Besonders wichtig ist, einen Dünger ohne Phosphat, bzw. mit nur sehr wenig Phosphat zu nutzen.

  • In den Sommermonaten reichlich gießen.
  • Schwankungen im Wasserhaushalt vermeiden
  • Leichte Trockenheit ist günstiger als Nässe
  • Besser ist, den Boden nicht austrocknen zu lassen.
  • Keine Staunässe, überschüssiges Wasser entfernen
  • Blätter regelmäßig besprühen, um die Luftfeuchte zu erhöhen
  • Von April bis September alle 2 bis 3 Wochen düngen
  • Standarddünger mit geringen Phosphatanteilen oder phosphatfrei

Tipp – Phosphat kann zu Schädigungen an den Wurzeln führen, welche braune Blattränder und/oder Blattverfärbungen zur Folge hat.

Schneiden

Ein Schnitt ist unnötig. Empfohlen wird lediglich, in jungen Jahren regelmäßig die Triebspitzen zu entfernen (entspitzen), damit sich die Pflanze besser verzweigt und ein dichter Busch wird. Größere Pflanzen können meist problemlos zurückgeschnitten werden. Man muss allerdings aufpassen, dass man eine gute Form erhält. Am schönsten sieht der natürliche Habitus aus.

Überwintern

Die Überwinterung ist zwar nicht schwierig, allerdings treten dabei häufig Schädlinge auf. Man muss den Feuerradbaum immer im Auge behalten, damit die Plagegeister schnell erkannt und beseitigt werden. Wichtig ist ein entsprechendes Quartier. Gegossen wird wenig, gedüngt wird gar nicht.

  • Überwinterung im Haus
  • Beheizbarer Wintergarten oder großer Zimmergarten
  • Am besten bei 12°C überwintern                       
  • Mögliche Temperaturen zwischen 5 und 20°C
  • Ältere Pflanzen vertragen leichten Frost
  • Im Winter nur sehr wenig gießen
  • Gleichbleibende sehr leichte Feuchte beibehalten
  • Nässe unbedingt vermeiden
  • Nicht düngen
  • Regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren

Vermehren

Der Feuerradbaum wird durch Aussaat vermehrt. Samen kann man sich aus dem Urlaub mitbringen, aus Australien, Südafrika oder Südamerika. Alternativ können sie auch im World Wide Web erworben werden. Wichtig ist eine gute Qualität, weshalb sich lohnt, ein paar Käufermeinungen zu lesen.

  • Aussaat ganzjährig möglich
  • Günstig ist, bald nach dem Erhalt der Samen auszusäen, denn die Keimdauer ist begrenzt.
  • Samen 24 Stunden in lauwarmem Wasser vorquellen lassen
  • Etwa 1 cm tief in angefeuchtete Anzuchterde stecken, alternativ Kokosfaser, auf alle Fälle luftdurchlässig und nährstoffarm

Tipp – Günstig ist, ein Gemisch aus Anzuchterde und Kokohum zu nutzen. Wird diesem dann noch grober Sand zugegeben, verbessert das die Drainage und macht das Substrat noch feiner in der Krume. So wirkt es Staunässe entgegen und lässt nach der Keimung ausreichend Luft an die Wurzeln.

  • Gleichmäßig leicht feucht halten, nicht zu nass!
  • Am besten Regenwasser zum Gießen verwenden. Nur mit einer Sprühflasche anfeuchten.
  • Anzuchtgefäß mit lichtdurchlässiger Folie abdecken
  • Noch besser ist die Verwendung eines Zimmergewächshauses
  • Keimdauer – etwa 3 Wochen bei Temperaturen zwischen 20 und 25°C
  • Täglich lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden
  • 5 bis 8 Wochen nach der Keimung können die Sämlinge in der Regel pikiert werden
  • Wichtig ist, die jungen Wurzeln nicht zu beschädigen.
  • Die Keimlinge in einzelne Gefäße pflanzen.

Krankheiten und Schädlinge

Der Feuerradbaum ist recht robust und nicht sonderlich anfällig für Krankheiten. Bei Pflegefehlern oder schwankender Wasserversorgung können allerdings einige Auftreten. Schädlinge fallen meist bei der Überwinterung über die Pflanzen her.

  • Spinnmilben – Gespinste besonders gut an den Blattachseln und gebuchteten Blatträndern zu erkennen. Wenn man mit einer Sprühflasche auf die Pflanze sprüht, werden die Gespinste durch kleine Wassertropfen sichtbar. Wichtig ist eine schnelle Bekämpfung, bevor sich die Schädlinge zu sehr ausbreiten und Schäden anrichten können. Spinnmilben lieben trockene Luft, weshalb es manchmal schon reicht, die Pflanzen häufig abzubrausen oder wenigstens täglich mit Wasser zu besprühen. Oft halten sich Spinnmilben aber hartnäckig und müssen mit der chemischen Keule bearbeitet werden. Nicht alle Pflanzen vertragen diese aber gleichermaßen gut und Exoten stehen meist nicht so darauf.
  • Schmier- und Wollläuse – kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinste deuten auf Wollläuse hin. Sie sind schwer zu bekämpfen. Die Gespinste, an die man herankommt, können vorsichtig entfernt werden. Allerdings findet man selten alle, so dass sich die Plagegeister meist wieder vermehren. Oft kommt man nicht um den Einsatz von Chemie herum.

Häufige Fragen

Worum handelt es sich, wenn dunkelrote Punkte auf den Blättern zu finden sind?
Das ist meist eine Blattnekrose. Die Punkte beginnen an der Blattspitze und ziehen dann in Richtung Stamm. Anfangs sind die Blätter noch grün, dann werden sie allerdings ledrig.  In den meisten Fällen geht der Baum ein und ist nicht zu retten.

Was kann man gegen braune Blattspitzen und –ränder tun?
Braune Blattspitzen sind oft ein Zeichen von zu geringer Luftfeuchte. Hier hilft regelmäßiges Sprühen mit weichem Wasser.  Die braunen Blattränder treten recht häufig aus, ich habe bei meiner Recherche immer wieder davon gelesen. Gute Erfahrungen haben einige Pflanzenfreunde mit Rhododendrenerde gemacht, mit Seramis oder ähnlichem gemischt, um sie durchlässiger zu bekommen. Einige haben sogar Rhododendrendünger dazu verwendet und das scheint super geklappt zu haben. Man muss das einfach ausprobieren. Gerade für alle, die mehrere Sämlinge haben, lohnt sich vielleicht der Vergleich. Einfach die Pflanzen in unterschiedliche Substrate setzen und schauen, welche sich am besten entwickeln. Das ist doch mal ein Projekt.