Eukalyptus

Die Pflanze weist eine sehr hohe Artenvielfalt auf. Insgesamt gibt es mehr als 600 verschiedene Arten der ursprünglich aus Australien und Südostasien stammenden Eukalypten. Die Blüten der Eukalypten befinden sich vor der Knospung in einer Kapsel und sind nicht sichtbar. Diesem Sachverhalt entspringt auch der Name der Pflanze: Eukalyptus bedeutet auf Griechisch „gut versteckt“. Die entfaltete Blüte kann je nach Art eine weiße, gelbe oder rote Färbung entwickeln. Die Blätter eines Eukalyptus sind von einer dunkelgrünen bis blaugrünen Färbung gekennzeichnet. Der Stamm eines Eukalyptus weist in der Regel eine helle Färbung auf. Zudem eignen sie sich aufgrund ihres sehr schnellen Wachstums auch hervorragend zur Holzproduktion.

Der richtige Standort für einen Eukalyptus

Ursprünglich stammen Eukalypten aus tropischen und subtropischen Gegenden. Die meisten Arten bevorzugen daher ein warmes Klima mit viel Sonneneinstrahlung. Fast alle Arten vertragen aber zumindest kurzfristig auch Minusgrade. Am hartgesottensten ist dabei der „Eukalyptus gunnii“, der ausgepflanzt als besonders frostresistent gilt und Temperaturen von bis zu 12 Grad Minus erfolgreich trotzt.

Um sich optimal zu entwickeln, benötigt ein Eukalyptusbaum unbedingt einen hellen Standort mit möglichst viel Sonneneinstrahlung. Ist dieser nicht gegeben, verlieren die Blätter aufgrund der unzureichenden Lichtverhältnisse schnell ihre natürliche Färbung. Damit ein Eukalyptusbaum möglichst viel Sonnenlicht bekommt, empfiehlt es sich, ihn auf der Südseite des Hauses zu platzieren.

Sofern es schwierig ist einem Eukalyptus einen Standort mit ausreichend Sonne zu bieten, sollte man eine in dieser Hinsicht genügsame Art wählen, die auch einen Standort im Halbschatten toleriert.

Das Halten eines Eukalyptusbaumes kann zudem auch einen erfreulichen Nebeneffekt haben, den man sich unbedingt zu Nutze machen sollte: Da Fliegen und Mücken Eukalyptusbäume aufgrund der ätherischen Öle meiden, eignen sich die Bäume dazu, Ungeziefer fernzuhalten. Es empfiehlt sich daher, einen Eukalyptus in der Nähe der Terrasse aufzustellen.

Die richtige Methode der Aussaat

Die Anzucht aus Samen verläuft bei einem Eukalyptus in der Regel sehr unkompliziert und ist zudem auch preislich günstiger als der Kauf von jungen Pflanzen. Sofern man sie unter den richtigen Bedingungen aufzieht, sind die Pflanzen auch in jungen Jahren schon robust und weisen ein schnelles Wachstum auf.

EukalyptusBei der Aussaat gibt man die Samen des Eukalyptusbaumes in ein leicht angefeuchtetes Gemisch, das etwa zu gleichen Teilen aus Sand und Torferde bestehen sollte. Die Samen sollten dann optimalerweise in einen beheizten Vermehrungskasten gestellt werden, der eine Temperatur von etwa 20 bis 25 Grad Celsius aufweist. Bereits nach einem knappen Monat erscheinen die ersten Sämlinge. Sobald diese damit beginnen eigene Laubblätter zu bilden, pflanzt man sie in Töpfe mit einem aus Komposterde bestehenden Boden um. Die Blätter junger Eukalypten haben eine herz- bzw. eiförmige Form. Die für die Pflanze typischen länglichen Blätter beginnen sich erst mit fortgeschrittenen Lebensalter des Eukalyptus zu entwickeln.

Wenn man sich dafür entscheidet, einen oder mehrere Eukalyptusbäume frei im eigenen Garten zu pflanzen, muss man sich darüber bewusst sein, dass dies nachteilige Auswirkungen auf die anderen Pflanzen haben kann. Die Wurzeln eines Eukalyptusbaumes reichen tief in das Bodeninnere hinein und können dadurch den anderen Pflanzen Raum und Wasser entziehen und so deren Wachstum behindern.

Das angemessene Gießen eines Eukalyptusbaumes

In der Zeit des Hauptwachstumes sollte man einen Eukalyptusbaum regelmäßig und ausgiebig gießen. Dabei ist es wichtig, die Erde gut und gleichmäßig zu durchfeuchten. Vor dem nächsten Gießen lässt man den Nährboden der Pflanze an der Oberfläche abtrocknen. Am besten gedeihen Eukalypten auf einem Substrat aus Komposterde. Da ein Eukalyptus sowohl Staunässe als auch zu hohe Substratfeuchtigkeit schlecht verträgt, sollte der Nährboden luft- und vor allen Dingen auch sehr wasserdurchlässig sein. Besonders eine dauerhaft zu hohe Nässe im Bereich des Wurzelballens kann sich schädlich auf einen Eukalyptus auswirken. Es ist daher darauf zu achten, dass der Kübel eine gute Ablaufmöglichkeit bietet.

Zudem muss bedacht werden, dass viele Eukalyptusarten kein kalkhaltiges Leitungswasser vertragen. Um Aufschluss über die Kalkhaltigkeit des eigenen Wassers zu erhalten, empfiehlt es sich bei den zuständigen Wasserwerken anzurufen. Stellt sich heraus, dass das Wasser zu viel Kalk enthält, sollte zum Gießen der Pflanze vorwiegend Regenwasser verwendet werden.

Während der Winterzeit kann man dem Eukalyptus eine Ruheperiode gönnen und das Gießen dementsprechend stark einschränken. Allerdings gilt es darauf zu achten, dass die Erde während der Wintermonate nicht vollständig austrocknet.

Insgesamt gesehen benötigt ein Eukalyptus im Vergleich zu anderen Pflanze seiner Größe relativ wenig Wasser. Dies liegt an den hartlaubigen Blättern des Baumes, die zu einer reduzierten Verdunstung des Wassers führen. Trotzdem sollte er bei besonders heißen und trockenen klimatischen Bedingungen möglichst täglich gegossen werden. Damit wirkt man einer Austrocknung des Wuzelballens entgegen, die eine irreparable Schädigung der Blätter zur Folge haben kann.

Dosiertes Düngen

EukalyptusUm ein gutes Wachstum zu entwickeln, sollte man einen Eukalyptus mit Beginn des Frühlings bis in die Herbstzeit hinein in etwa zweiwöchigen Abständen düngen. Hierzu empfiehlt es sich, Flüssigdünger in normaler Konzentration zu verwenden. Man muss darauf achten, einen Eukalyptus nur maßvoll zu düngen. Führt man ihm zu viele Nährstoffe zu, wird das ohnehin schon sehr stark ausgeprägte Wachstum der Pflanze noch zusätzlich forciert. Dabei ist es wichtig, dass der Dünger relativ wenig Stickstoff bzw. Phosphor enthält.

Das Beschneiden eines Eukalyptus

Wenn man einen Eukalyptus über einen längeren Zeitraum als Kübelpflanze halten möchte, ist es unerlässlich, ihn regelmäßig zu beschneiden. Anderenfalls droht einem der Baum im wahrsten Sinne des Wortes „über den Kopf zu wachsen“. Das Beschneiden der Pflanze sollte im Frühjahr geschehen. Sofern dabei größere Wunden entstehen, müssen sie sorgsam mit Lackbalsam verstrichen werden. Die Wurzeln des Baumes dürfen nicht beschnitten werden.
Einige Eukalyptusarten lassen sich auch in Wohnungen kultivieren. Doch gerade hier muss aufgrund des kräftigen Wachstums auf ein regelmäßiges Beschneiden der Pflanze geachtet werden. Eine weniger stark wachsende Art, und deshalb auch für die Zimmerhaltung geeignet, ist der „Eukalyptus gunnii“. Er weist bei artgerechter Zimmerhaltung ein jährliches Wachstum von ca. 40 cm auf.

In der freien Natur können bestimmte Eukalyptusarten unter optimalen Bedingungen schwindelerregende Höhen erreichen. So gilt der Rieseneukalyptus als der Laubbaum mit der höchsten Wuchshöhe, die bis zu 100 Metern betragen kann. „Normale“ Eukalyptuarten erreichen in der freien eine Höhe von 40 bis 50 Metern.

Das Umtopfen der Pflanze

Sofern ein junger Eukalyptus die entsprechende Größe erreicht hat, pflanzt man ihn in einen größeren Topf um. Da Eukalypten wie schon erwähnt, ein rasantes Wachstum an den Tag legen, muss man sie nicht selten sogar zweimal im Jahr umtopfen.

Normalerweise sollte das Umtopfen im Herbst eines Jahres erfolgen. Es ist wichtig, den Baum mit etwas zeitlichen Abstand vor dem Wechsel ins Winterquartier umzutopfen. So ist gewährleistet, dass der Eukalyptus noch eine ausreichende Erholungsphase genießen kann. Beim Umtopfen in einen neuen Kübel darf der Wurzelballen auf keinen Fall beschnitten werden. Nach einer Gießpause von zwei Tagen sollte man dann mit der normalen Pflege fortfahren und den alten Gießrhythmus wieder aufnehmen.

Generell gilt es zu bedenken, dass Eukalyptusbäume sehr schnell wachsen und als Kübelpflanze nur wenige Jahre nutzbar sind.

Überwintern

EukalyptusIn den Wintermonaten muss man in Kübel gepflanzte Eukalypten unbedingt ins Haus holen. Anderenfalls droht die Pflanze bei dauerhaften Minusgraden schnell zu erfrieren. Sobald die Temperaturen Dabei sollte man dem Eukalyptus auch während der kalten Jahreszeit möglichst viel Lichtzufuhr gönnen. Die ideale Temperatur für das Überwintern des Baumes beträgt ca. 5 bis 10 Grad Celsius und lässt sich bspw. relativ einfach in einem Wintergarten oder einem kühl gehaltenen Keller (mit Fenster) herstellen. Sofern man diese Bedingungen im eigenen Wohnumfeld nicht gewährleisten kann, kann ein Eukalyptus auch in wärmeren Räumen überwintern. Dabei ist es wichtig, ihm die gleiche Pflege (Gießen) wie während der Sommermonate zukommen zu lassen.

Bekämpfung von Schädlingen

Die ätherischen Öle eines Eukalyptus schützen ihn stärker als andere Pflanzen vor übermäßigem Schädlingsbefall. Trotzdem drohen insbesondere die Triebspitzen eines Eukalyptus im Frühjahr von Blattläusen befallen zu werden. Als eine Folge des Schädlingsbefalls treten dabei häufig dunkle Rußtaupilze auf. Es bieten sich verschieden Möglichkeiten an, um die Schädlinge effektiv zu bekämpfen:

Eine davon ist, die Pflanze für ca. 24 Stunden in kaltes Wasser einzutauchen. Bei dieser Methode werden die Schädlinge abgetötet, wohingegen der Eukalyptus keine nennenswerten Schäden davon trägt. Alternativ bzw. ergänzend dazu, kann man die Pflanze auch mit einer Schmierseifenlösung einsprühen, der eine geringe Dosis an Spiritus beigemischt ist.

Fazit
Da der Eukalyptus ursprünglich aus Gegenden mit einem subtropischen Klima stammt, ist seine Pflege und Aufzucht in unseren Breitengraden nicht völlig problemlos. Besonders in den Wintermonaten gilt es, die richtigen Bedingungen für einen Eukalyptus zu schaffen und die Hinweise zur artgerechten Pflege zu beherzigen. Dennoch gibt es Arten, die auch für unser Klima geeignet sind. So hat sich der „Eukalyptus gunnii“ wegen seiner hohen Widerstandsfähigkeit gegen kältere Temperaturen als besonders vorteilhaft erwiesen. Zudem weist er gegenüber anderen Arten ein moderates Wachstum auf und verursacht dadurch weniger Pflege.