Gänseblümchen

Mutter Natur liefert den Menschen seit Urzeiten zu jeder Jahreszeit eine große Auswahl an nahrhaften Pflanzen, reich an Vitaminen und Nährstoffen für eine robuste Gesundheit. Noch Anfang des vergangenen Jahrhunderts kannten viele Menschen sich aus unter den essbaren Pflanzen, Blumen, Blüten und Wildpflanzen. Vor allem während der Hungersnot nach dem zweiten Weltkrieg hat dieses Wissen so manches Kind vor dem Verhungern bewahrt. Heute ist vielen Hobbygärtnern gar nicht bewusst, dass die Natur mehr zu bieten hat, als Kartoffeln, Kopfsalat, Porree, Blumenkohl und die anderen etablierten Gemüse- und Obstpflanzen.

Essbare Pflanzen und Wildpflanzen

Zweifellos sind in der modernen Haushaltsführung die typischen Gemüse- und Obstsorten ein unverzichtbarer Bestandteil der Ernährung, insbesondere auch im Hinblick auf eine gezielte Vorratshaltung. Wild wachsende Pflanzen haben demgegenüber den Vorteil, dass sie frisch gepflückt voller Vitamine, Vital- und Mineralstoffe sind, die bei den kultivierten Pflanzen sehr viel spärlicher oder überhaupt nicht enthalten sind. Im Folgenden werden einige der bekanntesten Pflanzen und Wildpflanzen vorgestellt, die eine ideale Ergänzung darstellen zu den herkömmlichen Arten und Sorten:

Brennnessel

  • die Blätter kochen
  • reich an Vitamin C
  • schmeckt ähnlich, wie Spinat

Gänseblümchen

  • alle Teile essbar
  • Blüten als Salatdekoration

Berberitze, Sauerdorn

  • Früchte sind essbar
  • vitaminreich und leicht säuerlich

Esskastanie, Marone

  • Früchte schmecken geröstet und roh
  • reich an Serotonin, dem Glückshormon

Franzosenkraut, Galinsoga

  • wird als Unkraut angesehen
  • die oberen Blätter sind essbar ähnlich Basilikum

Wiesenknöterich, Schlangenknöterich

  • Schlangenknöterich junge Blätter schmecken als Salat oder Spinat

Helgoländer Wildkohl

  • schmackhaftes Gemüse auch im Winter

Rucola, Wilde Rauke

  • Blätter, Blüten und Samen sind essbar
  • besonders delikat sind die jungen Pflanzenteile

Guter Heinrich

  • wird auch wilder Spinat genannt
  • junge Blätter dienen als Spinatersatz
  • ältere Blätter schmecken dagegen bitter
  • lange Triebe werden wie Spargel zubereitet

Schafgarbe

  • junge Blätter ergeben einen leckeren Salat
  • die jungen Triebe sind ebenfalls bekömmlich

Wiesenkerbel

  • Blätter und Wurzeln sind genießbar
  • ergeben ein nahrhaftes Gemüse

Akebia, Schokoladenwein

  • sehr schöne Kletterpflanze
  • die blauvioletten Früchte können wie Kiwis genossen werden

Topinambur, Erdbirne

  • Knollen roh oder gekocht genießen
  • sind nicht lange haltbar

Wacholder

  • die Beeren würzen viele Speisen
  • werden mitgekocht und gegessen

Wegmalve, Kleine Käsepappel

  • Blätter ergeben einen heilenden Tee bei Grippe
  • wirkt auch hustenstillend

Gemüse-Gänsedistel

  • wird als gemeinhin als Unkraut betrachtet
  • Blätter und Blüten ergeben einen herzhaften Salat

Pfefferminze

  • Minze PfefferminzeGewürzpflanze
  • Blätter gekocht ergeben einen erfrischen Tee
  • können auch roh genossen werden

Mispel, Mespilus germanicus

  • die bräunlichen Früchte sind essbar
  • süßsäuerlicher Geschmack
  • sehr gut als Marmelade geeignet

Weiße Teufelskralle

  • die Wurzeln ergeben ein pikantes Gemüse

Rhabarber

  • zählt zum Gemüse und nicht zum Obst
  • die Stiele ergeben gekocht süß-sauren Kompott
  • die Wurzeln haben Heilwirkung
  • die Blätter sind giftig!

Alpenjohannisbeere

  • beliebter Heckenstrauch
  • die Beeren sind genießbar

Echter Salbei

  • Blätter können zum Würzen genutzt werden
  • Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig
  • in Bonbons eine beliebte Zutat

Bohnenkraut

  • beliebte Steingartenpflanze
  • herzhaftes Gewürz in der Küche

Vogelmiere

  • wird als Unkraut bekämpft
  • dabei sind die Blätter eine delikate Salatbeigabe
  • am besten schmecken die jungen, zarten Blätter

Löwenzahn, Pusteblume

  • Löwenzahnwird vehement als Unkraut bekämpft
  • trotzdem schmecken die jungen Blätter sehr gut
  • Blätter und Wurzeln heilen Magen-Darm-Krankheiten

Stevia, Süßkraut

  • sehr süße Gewürzpflanze
  • dient als Zuckerersatz

Kapuzinerkresse

  • attraktive Kletterpflanze
  • Blätter, Blüten und Samen essbar
  • Knospen können wie Kapern gekocht werden

Heidelbeere, Blaubeere

  • weit verbreiteter Wildstrauch
  • leckere Beeren ab Juli auch als Kuchenbelag
  • reich an gesunden Vitaminen

Rauschbeere, Moosbeere

  • verstärkt ausbreitende Moorbeetpflanze
  • Beeren schmecken ähnlich wie Heidelbeeren

Feldsalat

  • winterhart
  • liefert im Winter gesunde Nahrung
  • reich an Vitaminen, Eisen, Folsäure und Kalium

Ingwer

  • gehaltvolle Wurzeln
  • als Beigabe zu grünem Tee
  • als Heilmittel gegen Erkältung

Spitzwegerich

  • Spitzwegerichblüht auf vielen Wiesen
  • Blätter sind genießbar
  • allerdings hohe Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen

Bachbunge

  • gehört zur Familie der Wegerichgewächse
  • wächst zumeist halb unter Wasser
  • die Blätter bereichern jeden Salat

Ackersenf

  • Samen, Blätter und Knospen essbar
  • gehackte Blätter dienen als Gewürz
  • Knospen und krautige Teile ergeben ein schmackhaftes Gemüse

Barbarakraut, Winterkresse

  • ergibt einen köstlichen Salat
  • kann als Spinatersatz verwendet werden

Birke

  • häufig anzutreffende Baumart
  • die jungen Blätter ergeben aromatischen Tee
  • auch als Salatbeigabe geeignet

Breitwegerich

  • wächst an vielen Straßen und Wegen
  • Blätter und Knospen in der Küche verwendbar
  • geeignet als Tee, Salat oder Gewürz

Gemeine Nachtkerze Schinkenwurz

  • gegarte Wurzeln ergeben ein nahrhaftes Gemüse
  • Blätter, Blüten und Samen ebenfalls genießbar

Margeriten

  • eine beliebte Zierblume
  • alle Pflanzenteile sind essbar, vor allem als Salat

Mehlbeere

  • Früchte roh nicht essen
  • getrocknet und gemahlen als Mehlersatz nutzbar

Pastinak – Germanenwurzel

  • Wurzeln werden im Winter geerntet
  • erinnern an Karotten oder Sellerie
  • vielfältig nutzbar als Gemüse, Püree, Gewürz, Sirup, Babybrei

Rohrkolben

  • Rohrkolben die ganze Pflanze ist essbar
  • vor allem die Wurzeln werden als Gemüse geschätzt

Schaumkraut

  • bekömmlich sind Blätter, Triebe, Samen, Blüten
  • gekocht als Suppe oder Gemüse sehr gesund
  • reich an Vitamin C

Weiße Taubnessel

  • die jungen Triebe ergeben ein delikates Gemüse
  • altes Hausmittel gegen Blähungen

Bärlauch

  • klassische Wildpflanze, verwandt mit Schnittlauch
  • ganze Pflanze ist essbar
  • wird genutzt als Gemüse, Gewürz, Suppe, 

Bärwurz

  • Laub und Wurzeln passen gut zu Quark
  • im Schwarzwald als Bärwurz-Salz-Mischung beliebt
  • bekannt ist auch der hochprozentige Bärwurz-Schnaps

Borretsch – Gurkenkraut

  • Blätter werden zu Suppe gekocht
  • Blüten und Blätter ergeben einen erfrischenden Salat

Rapunzel-Glockenblume

  • Blätter, Blüten und Knospen können gegessen werden
  • gegart entsteht ein aromatisches Gemüse
  • auch als Salat köstlich

Rotbuche

  • Rotbuche die jungen Blätter schmecken knackig lecker als Salat
  • als Brotbelag auf Quark ebenfalls ein Genuss

Seinen Speisezettel mit essbaren Pflanzen und Wildpflanzen zu bereichern ist nicht nur gesund, sondern auch mit einem Hauch kulinarischer Abenteuerlust behaftet. Allerdings sollte nur dann zu diesen Angeboten der Natur gegriffen werden, wenn absolute Sicherheit besteht, dass sie nicht mit Schadstoffen oder Pestiziden belastet sind, wie dies an vielbefahrenen Straßen oder auf unbekannten Grundstücken der Fall sein kann. Darüber hinaus muss eine Verwechslung mit ähnlichen, aber giftigen Pflanzen ausgeschlossen sein, wie dies beispielsweise der Fall ist bei dem essbaren Bärlauch und den giftigen Maiglöckchen. Auch die schwarze Tollkirsche, die extrem giftig ist, wird schnell verwechselt mit der Heidelbeere.

Essbare Blumen und Blüten

Die Gourmetköche entdeckten vor Jahren die alte Tradition wieder neu, Speisen und Salate mit essbaren Blumen und Blüten zu bereichern und zu dekorieren. Bereits die Chinesen und die Römer bedienten sich der Blumen, um schmackhafte Gerichte zu einer Augenweide zu gestalten. Einen Höhepunkt erlebte dieser Brauch zu Zeiten der englischen Königin Viktoria; geriet dann aber wieder in Vergessenheit, um derzeit wieder Einzug zu halten auch in der privaten Hobbyküche.

  • Gänseblümchen: als Salatbeigabe
  • Hibiskusblüten: im Tee oder als Salat
  • Rosenblätter: zur Salatdekoration, in Gelees und Bowle
  • Kornblumen: zur Dekoration von Speisen
  • Blüten der Kapuzinerkresse: lecker im Salat
  • Borretschblüten: blaue Blüten sehr dekorativ im Salat
  • Zitronenbaum-Blüten: zum Naschen zwischendurch
  • Lavendelblüten: Deko im Vanillepudding oder als Gelee
  • Löwenzahnblüten: schmecken zwar bitter, wirken aber entschlackend
  • Huflattich: ähnelt Löwenzahn, ist aber deutlich milder im Aroma
  • Goldnesselblüten: Kinder lieben den süßen Geschmack
  • Vergissmeinnicht: Blüten bieten eine sehr milde Gaumenfreude
  • Ringelblumen: ergibt mit anderen Blüten einen bunten Salat
  • Hornveilchen: zur Dekoration und zum Verzehr
  • Gundermannblüten: verwöhnen den Gaumen dezent und herb-süß
  • Lilie Lilium Lilie: als Beilage zu Suppen, Fleischgerichten und Salaten
  • Tulpen-Magnolie: kandiert oder im Teig gebacken
  • Orchideenblüten: zur Speisendekoration
  • Zucchiniblüten: im Salat
  • Bananenblüte: eine Rarität aus Thailand

Für die Verwendung werden die Stiele abgeschnitten und die Blüten gründlich mit klarem Wasser gewaschen. Bis auf die Zucchiniblüten und die Bananenblüten, die auch paniert und gebraten werden können, werden alle anderen Blumenblüten frisch auf den Speisen und Salaten verteilt. Die Orchideenblüten sind zudem bei Naschkatzen sehr beliebt, denn in flüssige Schokolade getaucht, sind sie ein verführerisches Geschmackserlebnis. Stammen die Blumen und Blüten nicht aus dem eigenen Garten, sollte sichergestellt sein, dass sie nicht chemisch behandelt wurden, wie dies bei den Sorten aus dem Blumengeschäft zumeist der Fall ist.

Wie bei den Wildpflanzen auch, ist es unerlässlich, sich vor dem Verzehr von Blumen und Blüten genau zu informieren, ob diese auch essbar sind. Die folgenden Sorten sollten unbedingt gemieden werden, weil sie teilweise hochgiftig sind:
  • Christrose
  • Fingerhut
  • Schierling
  • Maiglöckchen
  • Eisenhut
  • Goldregen
  • Steinklee
  • Tollkirsche
  • Seidelbast
  • Scharfer Hahnenfuß
  • Oleander

Fundierte Informationen sind also unerlässlich, wenn Pflanzen, Blumen, Blüten und Wildpflanzen in der heimischen Küche verwendet werden sollen. Vor allem Kindern, die beobachten, dass die Eltern den Speiseplan auf diese Weise bereichern, müssen genau verstehen, dass zwar viele Gaben der Natur für uns Menschen gesund und nahrhaft sind; dass dort aber auch Gefahren lauern können, die Leib und Leben bedrohen.

Fazit
Die traditionellen Pflanzen, die im Nutzgarten angebaut werden, wie Kartoffeln, Porree, Zwiebeln und vieles mehr, stellen nur einen Bruchteil dessen dar, was Mutter Natur den Menschen an pflanzlicher Nahrung zu bieten hat. Zahlreiche Wildpflanzen, die aus Unwissenheit als Unkraut bekämpft werden, sind in Wahrheit reicht an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nährstoffen und darüber hinaus auch noch schmackhaft und aromatisch. Dies gilt ebenso für Blumen und Blüten, die mit ihrer natürlichen Farbenpracht so manches liebevoll zubereitete Gericht dekorieren. Frisch aus dem Garten sind sie ein Genuss. Einige Sorten, wie die Zucchiniblüten können sogar gebraten und paniert werden. Naschkatzen tauchen Orchideenblüten in Schokolade. Die Liste der Zubereitungs- und Verwendungsmöglichkeiten ist facettenreich und lang. Entscheidende Voraussetzung für ein gutes Gelingen ist ein fundiertes Wissen zu diesem Thema, damit die giftigen Pflanzen und Blumen sicher erkannt und gemieden werden können.