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Engerlinge im Hochbeet: was tun | Woher kommen sie?

Engerlinge im Hochbeet

Hochbeete im Garten sollen vor allem ein optischer Hingucker mit vielen ansprechenden Pflanzen, Gewürzen oder Gemüse sein. Doch schnell können sich hier auch die unbeliebten Larven von Käfern einnisten, die sich überwiegend von den Wurzeln ernähren. So sterben die Pflanzen im schlimmsten Fall ab. Doch was hilft gegen einen Befall von Engerlingen im Hochbeet und woher kommen die Larven eigentlich? Der folgende Artikel erklärt, welche Maßnahmen helfen können.

Geeignete Maßnahmen

Zu den geeigneten Maßnahmen die Engerlinge sowie auch bereits die adulten Käfer erfolgreich aus dem Garten zu vertreiben gehören das Bekämpfen sowie das Vorbeugen. Bekämpft werden können die Insekten sowie die Larven auf viele natürliche Arten, ebenso gelingt das Vorbeugen ohne die chemische Keule. Hierzu gehören:

  • als erstes Käfer erkennen
  • aufsammeln der Larven aus Erde
  • Garten gut pflegen
  • hierzu gehört Bodenpflege
  • Fressfeinde anlocken
  • Hochbeete abdecken
  • Fadenwürmer einsetzen

Engerlinge erkennen

Engerlinge Larven

Bei Engerlingen handelt es sich um Larven von verschiedenen Käfern. Diese stammen alle aus der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeoidea). Hierzu gehören die hier bekanntesten Arten Rosenkäfer (Cetoniinae), Nashornkäfer, oder Mai- (Melolontha) und Junikäfer (Amphimallon solstitiale). Die Engerlinge können bis zu sechs Zentimeter lang werden und sind fleischig und dick. Sie besitzen ein kräftiges Mundwerkzeug an ihrem ausgeprägten Kopf. Manche Arten leben bis zu vier Jahre in der Erde, bevor sie sich zum Käfer entwickeln. Weiterhin weisen die dicken Larven die folgenden Merkmale auf:

  • vorne am Körper sechs Beine
  • helfen beim Graben
  • Hinterleib ist verdickt
  • manche Arten weiß
  • andere braun bis orange
  • ernähren sich von Pflanzenmaterial
  • fressen bevorzugt die Wurzeln
  • sehr gefährlich für die Pflanzen
Hinweis: Nur die Larven von Gartenlaubkäfern (Phyllopertha horticola) sowie dem Mai- und Junikäfer gelten als Schädlinge für die Pflanzen. Die anderen Käferlarven ernähren sich eher von totem Pflanzmaterial, leben bevorzugt im Kompost und sind daher auch gut für den Garten.

Befall erkennen

Meist erst spät wird ein Befall mit Engerlingen im Hochbeet von den Hobbygärtnern erkannt. Denn die Engerlinge halten sich überwiegend unter der Erde auf und kommen nicht an die Oberfläche. Nur durch regelmäßige Kontrolle der Erde kann ein Befall so frühzeitig erkannt werden. Ansonsten können mögliche Larven im Hochbeet wie folgt erkannt werden:

  • Maikäferausgewachsene Käfer an den Pflanzen
  • meist am späten Abend oder frühen Morgen
  • diese legen ihre Eier in die Erde
  • Käfer im Mai und Juni deuten auf weitere Larven hin
  • dann könnten weitere Larven im Erdreich sein
  • oder Pflanzen verkümmern plötzlich
  • Wurzeln wurden angefressen
Tipp: Damit es gar nicht erst zu einem Schaden an den Pflanzen kommt, sollten Sie die Hoch- und Gartenbeete regelmäßig leicht umgraben und wässern, dann kommen die dicken Larven schnell an die Oberfläche. Da die Larven bis zu vier Jahre in der Erde leben, sollten Sie diese Maßnahme das ganze Jahr regelmäßig durchführen.

Ursachen für Befall

Bestimmte Ursachen für einen Befall sind nicht zu nennen. Denn in der Regel befinden sich in jedem Garten in der Erde, so auch im Hochbeet oder im Kompost verschiedene Arten von Engerlingen. Diese werden kaum bemerkt, da es meist nur wenige Exemplare sind, die den Pflanzen dadurch auch nicht massiv schaden. Zu den Ursachen eines Befalls gehört vor allem ein wenig gepflegter Garten, denn in krümeliger harter und trockener Erde fühlen sich die Engerlinge sehr wohl. Ein gepflegter Garten wird in der Regel nicht von einem großen Befall durch Engerlinge heimgesucht, da hier die Larven auch ständig durch die Gartenarbeit gestört werden. Dennoch gibt es immer wieder Jahre, in denen die Mai- und Junikäfer gehäuft fliegen und dann auch im Hochbeet vermehrt Eier ablegen. Hierfür gibt es die folgenden Ursachen:

  • Larven Glanzmispel verliert BlätterNachbargarten relativ ungepflegt
  • hier befinden sich viele Engerlinge im Boden
  • werden nach drei bis vier Jahren zu Käfern
  • diese fliegen in einem Frühjahr dann vermehrt
  • schwärmen in die Umgebung aus

Bekämpfen

Wurden die Larven im Boden gefunden, dann sind diese gut zu Bekämpfen. Als erstes können diese mit Handschuhen einfach der Erde entnommen und dann gut verschlossen in einer Tüte im Restemüll entsorgt werden. Hierfür kann die Erde umgegraben werden. Ist dies aufgrund eng stehender Pflanzen nicht möglich, kann die Erde auch gut gewässert werden, dann kommen die Larven von ganz allein nach oben. Eine weitere Möglichkeit zum Bekämpfen ist der Einsatz von Nematoden. So sollte hierbei wie folgt vorgegangen werden:

  • Nematodenbei Verdacht auf Befall sofort einsetzen
  • werden im Handel als Pulver verkauft
  • mit dem Gießwasser nach Herstellerangaben mischen
  • Nematoden sind Fadenwürmer
  • dringen in die Larven ein
  • bekämpfen diese so
  • Nematoden sind unschädlich für Wurzeln und Pflanzen
Hinweis: Sobald alle Käferlarven erfolgreich von den Fadenwürmern bekämpft wurden, sterben auch die Nematoden schnell wieder ab. Daher müssen Sie bei einem eventuellen neuen Befall im nächsten Jahr auch wieder neue Nematoden in die Erde geben.

Vorbeugen

Gegen Engerlinge im Hochbeet kann gut vorgebeugt werden. Gerade durch Licht in der Dunkelheit werden die Käfer in den Garten gelockt und legen dann hier ihre Eier ab. Auch Hochbeete werden gerne in verschiedenen Farben angeleuchtet. Dies sollte gerade im Mai und Juni, wenn die Käfer ihre aktive Phase haben vermieden werden. Zudem gibt es weitere vorbeugende Maßnahmen, die vor einer Eiablage im Hochbeet schützen können:

  • Unkrautbekämpfungim Mai und Juni mit engmaschigem Netz abdecken
  • Unkraut entfernen
  • Boden gut pflegen und immer auflockern
  • zudem auch immer gut wässern
  • Larven bevorzugen Dunkelheit
  • ebenso einen trockenen, verdichteten Boden
Idee: Hilfreich kann es auch sein, wenn Sie vor der Neuanlage eines Hochbeetes die verwendete Erde durch ein Sieb schütten. Gerade wenn Sie Gartenerde mit Kompost mischen können so auch immer ein paar Käferlarven mit in das Beet gelangen. Durch das Sieb fällt nur die Erde durch und die dicken Larven bleiben liegen und können direkt entsorgt werden.

Naturnahen Garten anlegen

Nicht nur das Hochbeet, auch die Rasenfläche oder weitere Gemüse- und Blumenbeete können von Engerlingen geschützt werden, wenn von Anfang an ein naturnaher Garten angelegt wird. Werden natürliche Fressfeinde der Engerlinge und der adulten Käfer angezogen und ihnen ein attraktives Wohnumfeld geboten, kommt es weniger zum Befall, nicht nur durch die gefräßigen Larven sondern auch von anderen Schädlingen. So gehören zu den natürlichen Feinden der Engerlinge einheimische Vögel, Igel und Spitzmäuse sowie auch Maulwürfe. Für letztere sind Hochbeete jedoch nicht so interessant. Ein naturnaher Garten kann wie folgt angelegt werden:

  • Hochbeetviele Unterschlupfmöglichkeiten bieten
  • geschichtete Asthaufen in einer Ecke
  • oder rund um die Hochbeete
  • natürliche Steinmauern mit vielen Ritzen
  • Hochbeet mit Steinen mauern
  • Vogelnistkästen verteilen
  • auch lange, dichte Hecke dient als Nistplatz

Unbeliebte Pflanzen

Es gibt Pflanzen, die gerne im Garten gepflanzt werden, die die Engerlinge in der Regel aber meiden. Daher können diese mit in den Beeten zwischen Kräutern und Salatpflanzen Einzug finden und so dem Befall natürlich vorbeugen. Zu diesen Pflanzen gehören die Folgenden:

Besonders gefährdete Pflanzen

Engerlinge ernähren sich nicht von allen Pflanzen. Manche sind jedoch ein bevorzugtes Nahrungsmittel der schädlichen Käferlarven. Wer daher die folgenden Pflanzen im Garten oder im Hochbeet eingepflanzt hat, sollte einen ganz besonderen Augenmerk auf den Boden rundherum werfen um einen eventuellen Befall schnell zu erkennen:

  • Erdbeeren
  • Salat
  • Kartoffeln
  • Rüben
  • und alle Jungpflanzen